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Start: Freitag 12.11.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Freitag 24.06.2022
München Black Box: WIDE OPEN. INS OFFENE - Zeitgenössische Fotografie & Skulptur aus Glas
Bilder
Bilder
WIDE OPEN. INS OFFENE
Zeitgenössische Fotografie & Skulptur aus Glas

Ausstellung vom 12. November 2021 bis 24. Juni 2022
Alexander Tutsek-Sitftung | BlackBox

Monica Bonvicini / Cao Fei / Julian Charrière / Jimmie Durham / Gao Bo / Carlos Garaicoa / Jitka Hanzlová / Shirazeh Houshiary / Alicja Kwade / Frida Orupabo / Liao Pixy / Laure Prouvost / Robin Rhode / Ursula von Rydingsvard / Anri Sala / Shen Wei / Kiki Smith / Wang Bing / Yin Xiuzhen u.a.

Die Alexander Tutsek-Stiftung eröffnet einen zweiten Kunstraum – und feiert damit zugleich ihr zwanzigjähriges Jubiläum. In der neuen BlackBox in der Parkstadt Schwabing und an ihrem Stammsitz, der Villa im Herzen Schwabings, lädt sie zu ihrer neuen Ausstellung ein. WIDE OPEN. INS OFFENE zeigt an beiden Orten gleichzeitig hundert Arbeiten von über dreißig Künstler*innen unterschiedlicher geografischer und kultureller Herkunft aus Südafrika, Iran, China, Kuba, den USA und vielen europäischen Ländern. Darunter sind nicht nur international renommierte, sondern auch überraschende junge Positionen. Dem Sammlungskonzept der Stiftung entsprechend, handelt es sich um zeitgenössische Fotografien und Skulpturen aus dem Werkstoff Glas, die mit wenigen Ausnahmen alle für diese Schau erworben wurden.
WIDE OPEN. INS OFFENE: Was ist mit dem Titel der Ausstellung gemeint? Das „Offene“ wird verstanden als ein Feld der Energien, als Raum ohne Limitierungen und Zwänge. In dieses Offene laden uns die Werke der Künstler*innen ein, die mit ihren Bildern und Geschichten, Erfindungen und Experimenten, ihren Vorstellungen und Visionen die Begrenzungen des Denkens und Fühlens sprengen. Sie öffnen weit den Blick, lassen uns hinaustreten und über den Zaun schauen, um sich dem eigenen Selbst zu öffnen sowie dem Anderen - und um das Unmögliche zu denken. Die Werke arbeiten sich ab am emotionalen, politischen, sozialen und ökologischen Zustand der Welt und eröffnen so ein weites Feld, um über die Bedingungen eines menschlicheren Lebens nachzudenken.
Der Fülle der Arbeiten und der unterschiedlichen künstlerischen Praktiken ist eines gemeinsam: ihre Auseinandersetzung mit fundamentalen Themen unserer Zeit.
Spezifische Felder werden durch vier „Linsen“ schärfer beleuchtet, die selbst wieder eine Tür ins Offene aufstoßen: I Das Elementare. II Sphären des Humanen. III Emotion und Sexualität. IV Spirituelle Dimensionen.

I Das Elementare
Hier werden die existentiellen Lebensgrundlagen verhandelt. Im Offenen kann eine neue Ethik
im Umgang mit der Natur entstehen, mit den Tieren, den Wäldern, den Ozeanen. Hier ist
Raum, mit der Natur zu sprechen, ihre Zeichen zu verstehen, um sie zu schützen und zu
bewahren. Dazu gehören die Bilder der unversehrten Natur von Jiang Pengyi (*1977, China),
der Beschwörung des Regens von Robin Rhode (*1976, Südafrika), der dystopischen Orte von
Julian Charrière (*1987, Schweiz) oder des Kommentars zum Klimawandel aus Glas von Laure
Prouvost (*1978, Frankreich).

II Sphären des Humanen
Im Offenen konstituieren sich Modelle von Menschlichkeit, Räume, in denen Gelassenheit, Gemeinschaft, Gastfreundschaft und wechselseitige Empathie wohnen. Im Offenen siedeln die Visionen gesellschaftlichen Zusammenlebens – gegen die „Logik des Einzäunens”. Der große Tisch aus Glas von Carlos Garaicoa (*1967, Kuba) lädt in aller Fragilität ein zum Reden, zu friedlichem Austausch. Die Unwirtlichkeit und Tristesse des urbanen Raumes, in dem soziale Beziehungen und die Natur verkümmern, kommen in den Photographien von Jitka Hanzlová (*1958, Tschechien) zum Ausdruck, die Missachtung der Freiheit der Rede und des Denkens in den übermalten tibetanischen Gesichtern von Gao Bo (*1964, China), die „unnachahmliche Menschlichkeit“ der Vater-Sohn-Beziehung in den Video stills von Cao Fei (*1978, China).

III Emotion und Sexualität
Im Offenen werden Lebensmodelle, Geschlechterrollen und Beziehungsformen zur Disposition gestellt. Das traditionelle Verhältnis der Geschlechter wird nicht mehr akzeptiert, und in spielerischen Inszenierungen verkehren sich die Gender-Rollen von Mann und Frau. Frida Orupabo (*1986, Norwegen) bringt rassistisches Denken und post-koloniale Wahrnehmungsweisen ans Licht und dekonstruiert sie. Widerstand und Alternativen zu konventionellen Normen von Lebensstil und Schönheitsidealen, Rebellion und Subkultur manifestieren sich in den Portraits von Luo Yang (*1984, China) und Liao Pixy (*1979, China).
Die Skulpturen von Monica Bonvicini (*1965, Italien) provozieren das Überdenken von Genderrollen und subtilen Mechanismen der Macht, wie sie sich in Lust und Gewalt, in Begehren und Unterwerfung ausdrücken.

IV Spirituelle Dimensionen.
Das Offene lädt ein, die Grenzen des Verstehens zu überschreiten. Dahinter liegen die Orte, an denen Erfahrung sich der rationalen Durchdringung widersetzt. So scheint sich der Körper aus Glas und glänzend poliertem Stahl von Shirazeh Houshiary (*1955, Iran) in seiner dynamischen Struktur zu bewegen und sich „beflügelt“ vom Boden zu erheben. Wie eine Metapher des fließenden Lichts erscheint die goldfarbene Wandarbeit aus Glas der amerikanischen Künstlerin Ursula von Rydingsvard, (*1942, Deutschland). Der Kreislauf von Sterben, Tod und neuem
Leben wird ins Bewusstsein gebracht in den Arbeiten von Kiki Smith (*1954, Deutschland) und Jiang Zhi (*1971, China), aber mit der Skulptur von Alicja Kwade (*1979, Polen) auch die Ordnung der Dinge, die Kausalitäten des unendlichen Raumes des Universums.


So ist WIDE OPEN. INS OFFENE eine Einladung in die Unbegrenztheit der Assoziationen und Ideen der präsentierten Arbeiten. Die Besucher*innen erwarten Expeditionen in weite, unberührte Landschaften und in die Wüsten der Zivilisation, in das Universum und in jenseitige
Welten. Sie betreten Orte der Freiheit des Geistes und der Vielfalt kultureller Lebensformen, der Gemeinschaft und Gastfreundschaft, der Anerkennung der Bedeutung von Sprache und Zugehörigkeit, der friedlichen Koexistenz von Natur und Mensch. Diese existentiellen Themen der Arbeiten der Ausstellung entfalten im Kontext zeitgenössischer Realitäten eine besondere Kraft.

Kuratiert von Dr. Petra Giloy-Hirtz und Dr. Eva Maria Fahrner-Tutsek

Alexander Tutsek-Sitftung | BlackBox
Georg-Muche-Str. 4
80807 München

Abboldungen:

- Weng Fen
Bird's Eye View – Shanghai No. 1, 2005
C-Print
102 x 153 cm (gerahmt)
© Weng Fen
Courtesy Tang Contemporary Art

- Robin Rhode
School of Fish, 2012
C-Print auf Alu-Dibond
9 Teile, je 39,8 x 60 cm (gesamt: 127,4 x 188 cm)
© Robin Rhode
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Start: Sonntag 13.03.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.07.2022
Franz Marc Museum: Tierschicksale - Franz Marc, Paul Klee und Gustave Flaubert
Bilder
Tierschicksale
Franz Marc, Paul Klee und Gustave Flaubert

Ausstellung vom 13. März bis 17. Juli 2022
Franz Marc Museum, Kochel am See

In einem der Skizzenbücher Franz Marcs, das der Maler in den Jahren 1912 und 1913 benutzte, finden sich Skizzen, Aquarelle und Tuschezeichnungen, die sich auf die Novelle Gustave Flauberts Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien (1877) beziehen. Nach der Auflösung des Skizzenbuchs durch Maria Marc gelangten einige dieser Skizzen ins Franz Marc Museum, andere über die Schenkung Sofie und Emanuel Fohn zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Marc schrieb handschriftlich kurze Sätze, Auszüge aus dem französischen Text unter seine Darstellungen, so dass sich einzelne Szenen der Erzählung Flauberts sehr konkret auf die Zeichnungen beziehen lassen. Offensichtlich wollte Marc die Novelle Flauberts illustrieren. Was interessierte ihn an dieser Erzählung?
Marc las Flauberts Text mehrmals – zum ersten Mal wahrscheinlich 1907, dann wieder 1912/13 - und er war nicht der Einzige, der sich mit ihm befasste. Auch Zeitgenossen wie Rainer Maria Rilke und Freunde wie Heinrich Campendonck waren von ihm fasziniert, denn mit einer mythischen Jagdszene zeichnete Flaubert ein Bild von Apokalypse und Katharsis, das viele Intellektuelle und Künstler vor dem Ersten Weltkrieg mit dieser erahnten, zum Teil ersehnten Katastrophe verbanden.
Für Marc führte die Auseinandersetzung mit dem literarischen Text zu einem seiner bedeutendsten Gemälde, Tierschicksale. Die Figur des Heiligen Julian, in der Novelle ein grausamer Jäger, der nach der Jagd und dem unbewussten Mord an seinen Eltern nach langer Buße zum Heiligen wird, überblendete Marc mit der des Kriegers. Dessen Mission war die Vernichtung einer unmoralischen, falschen Werten folgenden Welt, die nach dem Krieg neu und besser auferstehen sollte. Der Entwurf zu dem Gemälde Tierschicksale schließt auf einer Doppelseite des Skizzenbuches die Studien Marcs zu der Legende des heiligen Julian ab.
Nicht nur bei der Titelgebung des Gemäldes war Paul Klee ein wichtiger Gesprächspartner und Berater Marcs. Der Austausch zwischen den Freunden, durch Ihre briefliche Korrespondenz und durch die berühmten, illustrierten Postkarten der beiden Maler erhalten, zeigt die Entwicklung ihrer Freundschaft. Im Hinblick auf den Krieg hatten sie sehr unterschiedliche Einstellungen, was fast zum Bruch führte.
Dementsprechend stellte Franz Marc Paul Klee auf einem großen Aquarell, das er ihm schenkte, als Noah, der die Tiere in die rettende Arche führt, dar, während er sich selbst auf einem Aquarell gleicher Größe als Heiligen Julian kriegerisch zu Pferd zeigte.
In der Ausstellung werden die Zeichnungen, die Aquarelle und Gemälde präsentiert, die die Lektüre Flauberts durch Marc spiegeln. Daneben umfasst sie Werke aus der Sammlung des Franz Marc Museums, die in diesem Zusammenhang zu sehen sind. Dazu gehören nicht nur die illustrierten Postkarten Marcs und Klees, sondern auch die abstrakten Werke Franz Marcs, die das eigentlich von ihm erstrebte spirituelle Sein
spiegeln. Dies sind die „neuen Bilder“, die Franz Marc Paul Klee nach dem Krieg, den er nicht überlebte, versprochen hatte.

Franz Marc Museum – Kunst im 20. Jahrhundert
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel a. See


Abbildung:
Franz Marc, Rote Rehe II, 1912
Dauerleihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München
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Start: Freitag 18.03.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.07.2022
Zürich: "The Future is Blinking"
Bilder
"The Future is Blinking"
Frühe Studiofotografie aus West- und Zentralafrika

Ausstellung vom 18. März bis 03. Juli 2022
Museum Rietberg

Nirgendwo im Globalen Süden wurde die Fotografie so enthusiastisch aufgenommen wie an der Küste West- und Zentralafrikas. Nur zwanzig Jahre nachdem das neue Medium 1839 in Paris vorgestellt wurde, verbreitete es sich schlagartig weltweit. So entwickelte sich auch zwischen Dakar und Luanda eine blühende Fotokultur.
Die Ausstellung «The Future is Blinking» zeigt erstmals in der Schweiz Fotografien von Berufsfotografen aus West- und Zentralafrika, die ab dem späten 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert entstanden. Die Fotografien stammen überwiegend aus der Sammlung des Museums Rietberg und werden punktuell durch Leihgaben internationaler und nationaler Sammlungen sowie um eine Skulptur des zeitgenössischen Künstlers Yinka Shonibare ergänzt.Anhand von hundert Originalabzügen denkt die Ausstellung die Fotografiegeschichte West- und Zentralafrikas nicht vom Globalen Norden her, sondern rückt ihre Eigenheiten, künstlerische Praxis und Darstellungskonventionen ins Zentrum. Die gezeigten Portraits erscheinen uns dennoch seltsam vertraut. Wie bei Fotografien, die heute auf Social Media verbreitet werden, stellten die Fotografien individuelle Wunschbilder dar und erzeugten neue Wirklichkeiten. Die Ausstellung im Museum Rietberg zieht zudem überraschende Bezüge zur traditionellen Schnitzkunst aus der Region, zur Wanderfotografie in der Schweiz und zur neuesten Modefotografie aus den USA.
Die frühesten Fotografien von der Küste West- und Zentralafrikas sind das Ergebnis einer selbstbestimmten Fotokultur und unterscheiden sich damit stark von der kolonialen Fotografie mit ihren von Vorurteilen geprägten Darstellungen von afrikanischen Personen. In einer Zeit, in der das Leben von kolonialer Unterdrückung dominiert war, wurde das Freiluftstudio zum Ort der Selbstbestimmung, Selbstdarstellung und Identitätsbildung. Dabei nutzte man das Potential der Fotografie, neue Wirklichkeiten zu erschaffen. Insbesondere Frauen standen dem neuen Medium aufgeschlossen gegenüber. Ihre Schönheit setzten sie zusammen mit prächtigen Textilien als Ressource vor der Kamera ein, um ihre Position in der Gesellschaft zu artikulieren. Die starke Präsenz der Frauen in der Studiofotografie West- und Zentralafrikas steht im Gegensatz zu ihrer Abwesenheit in Archiven und zur Stummheit der afrikanischen Frauen in der westlichen Geschichtsschreibung.
Die meisten frühen Bilder westafrikanischer Fotografen befinden sich heute auf Postkarten gedruckt oder in Alben geklebt in Archiven im Globalen Norden. Lange Zeit vermutete man, dass es sich bei den auf die Rückseite solcher Fotografien gedruckten Namen um europäische Fotografen handelte. Erst in den letzten zwanzig Jahren haben Recherchen ergeben, dass die meisten Studiofotografien eine lokale Urheberschaft haben. Bei den Pionieren handelte es sich um junge Männer der städtischen Elite mit ähnlichen Biografien. Viele von ihnen stammten aus Sierra Leone oder Gambia und wurden in Missionsschulen ausgebildet. Sie führten ein rastloses Leben und reisten mit ihren mobilen Freiluftstudios auf dem Dampfschiff entlang der Küste von Dakar bis Luanda; sie verstanden sich als Künstler und beherrschten die neuesten Techniken ihrer Zeit.

Museum Rietberg
Gablerstrasse 15,
8002 Zürich, Schweiz
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Start: Freitag 25.03.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 27.08.2022
München Kunsthalle: STILLE REBELLEN - POLNISCHER SYMBOLISMUS UM 1900
Bilder
Bilder
STILLE REBELLEN
POLNISCHER SYMBOLISMUS UM 1900

Ausstellung vom 25. März bis 27. August 2022
Kunsthalle München

Die Kunsthalle München zeigt die bisher umfassendste Ausstellung in Deutschland zur Hochblüte der polnischen Kunst zwischen 1890 und 1918 mit rund 130 bedeutenden Werken aus den Nationalmuseen in Warschau, Krakau und Posen sowie weiteren öffentlichen und privaten Sammlungen. Die polnische Malerei der Jahrhundertwende entführt in eine Welt der Mythen und Legenden, in träumerische Landschaften, in alte Traditionen und Bräuche, in die Tiefen der menschlichen Seele. In einer Nation ohne eigenen Staat – Polen war bis zu seiner Unabhängigkeit 1918 zwischen Russland, Preußen und Österreich-Ungarn aufgeteilt – trat eine junge Generation von Künstlerinnen und Künstlern an, die Malerei zu erneuern. Mit ihren Gemälden stifteten sie, was auf politischer Ebene fehlte: eine gemeinsame Identität. Inspiration fanden sie ebenso in der eigenen polnischen Geschichte, Kultur und Natur wie im Austausch mit Künstlerkreisen in München, Paris, Sankt Petersburg oder Wien.
Die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war eine Blütezeit der polnischen Kultur. Die Bewegung »Junges Polen« (1890–1918), die die Bereiche Literatur, Bildende Kunst und Musik umfasste, ging zunächst vor allem von Krakau aus. Unter der liberaleren Politik Österreich-Ungarns bot die ehemalige Hauptstadt Polens bessere Voraussetzungen zur Entfaltung des polnischen Kulturlebens als die preußisch und russisch besetzten Gebiete, die stärkeren Restriktionen unterlagen.
Dennoch bildete Warschau trotz aller Einschränkungen das wichtigste künstlerische Zentrum neben Krakau. Der Begriff des »Jungen Polen« wurde von dem Schriftsteller und Literaturkritiker Artur Górski (1870–1959) geprägt, der in seiner gleichnamigen Essayreihe (1898) einen Wertewandel in der gegenwärtigen Literatur und Kunst konstatierte: »An die Stelle der Masse trat das Individuum als oberster Wert und Ausdruck höchster Würde auf Erden, an die Stelle der gesellschaftlichen Ethik die Ethik der Seele […].« Die neue Generation wandte sich von der rationalistischen Philosophie des Positivismus ab und besann sich stattdessen auf die Tradition der Romantik. Mit dieser verband sie unter anderem der rebellische Geist, die Stilisierung des Künstlers zum visionären Schöpfer sowie das Interesse an der Veranschaulichung emotionaler Zustände. Die Neuformulierung der Aufgabe von Literatur und Kunst war dabei von einem Widerspruch geprägt: Man beschwor den romantischen Nationalkult und die Notwendigkeit einer volksverbundenen, »durch und durch polnisch[en]« Kunst, lehnte eine patriotische Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft jedoch ab.

In zehn thematischen Kapiteln präsentiert die Ausstellung den beeindruckenden Facettenreichtum der polnischen Kunst dieser Zeit, die in Deutschland bislang zu Unrecht kaum bekannt ist. Die Schau zeichnet ihre Entwicklung nach und verortet sie im kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Kontext Polens wie auch Europas.
Mit Gemälden von Jan Matejko (1838–1893) und Leon Wyczó?kowski (1852–1936) wird im Prolog der weise, um die Zukunft Polens besorgte Hofnarr Stan´ czyk vorgestellt – eine historische Figur aus dem 16. Jahrhundert, die später zu einer bedeutsamen polnischen Symbolgestalt und wichtigen Identifikationsfigur für die Künstler avancierte. Das erste Kapitel widmet sich den künstlerischen Zentren Warschau und Krakau sowie der besonderen, durch die politische Lage bedingten Rolle der Künstlerinnen und Künstler in Polen, die Stanis?aw Wyspian´ ski (1869–1907) in folgende Worte fasste: »Was unsere Umgebung uns nicht geben kann, das sollte die Kunst uns gewähren.« Gezeigt werden unter anderem Werke von Jan Matejko und Wojciech Gerson (1831–1901), den renommiertesten Lehrerpersönlichkeiten in Krakau und Warschau. Beide vertraten die Auffassung, dass die Kunstschaffenden dem Heimatland und der Gesellschaft verpflichtet seien. Unter den Malerinnen und Malern der nachfolgenden Generation manifestierte sich zunehmend ein Konflikt zwischen patriotischen Pflichten und dem Wunsch nach künstlerischer Freiheit. Sie griffen weiterhin nationale Themen auf, verließen jedoch die Pfade der klassischen Historienmalerei und etablierten eine neue symbolistische Bildsprache. Vor allem Jacek Malczewski (1854–1929), einer der herausragendsten Künstler seiner Generation, thematisierte die Ambivalenz der künstlerischen Auseinandersetzung mit der geschichtlichen Vergangenheit, die den Schaffensprozess inspirieren, aber ebenso die Entwicklung neuer Themen und Ausdrucksweisen hemmen konnte.
Im zweiten Kapitel werden die internationalen Beziehungen der polnischen Künstlerinnen und Künstler beleuchtet, die vielfach im Ausland studierten, ausstellten, oder Reisen dorthin unternahmen und in engem Austausch mit Künstlerkreisen in Paris, München, Wien und St. Petersburg standen. In der französischen Hauptstadt kamen sie beispielsweise mit modernen Strömungen wie dem Impressionismus und dem Japonismus in Kontakt, während die Beschäftigung mit der Münchener Kunstszene vor allem in einer verstärkten Rezeption des Realismus, der sogenannten Stimmungslandschaft und der symbolistischen Malerei eines Arnold Böcklin (1827–1901) oder Franz von Stuck (1863–1928) ihren Niederschlag fand. Als äußerst fruchtbar erwiesen sich die neuen Impulse für die in Kapitel 3 präsentierte Landschaftsmalerei, die schon vorher eine besondere Stellung in Polen eingenommen hatte, da der Darstellung des polnischen Landes eine kompensatorische Funktion für den Verlust des Staates zukam. Dabei zeigt sich eine besondere Vorliebe für melancholische Herbst- und Winterszenen sowie für den Wechsel der Tages- und Jahreszeiten. In der absterbenden oder »schlafenden« Natur, die ein Wiedererwachen im Frühling verspricht, klingt der Zustand der Besatzung, aber auch die Hoffnung auf Erneuerung, auf eine zukünftige Unabhängigkeit Polens an. Gleichzeitig dient die Landschaft – wie in den symbolistischen Strömungen anderer europäischer Länder, in denen eine Aufwertung des Individuums und dessen emotionaler Verfassung zu beobachten ist – auch häufig als Spiegel der Seele. Sie ist gleichsam als innere Landschaft des Künstlers zu verstehen, der in den verschiedenen Stadien der Natur seine emotionalen Stimmungen zum Ausdruck bringt.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München

Abbildungen:

- Jan Matejko
Sta?czyk
1862
Öl auf Leinwand, 88 x 120 cm
Nationalmuseum in Warschau

- Witold Wojtkiewicz
Pflügen
1905
Öl auf Leinwand, 57,7 x 96 cm
Nationalmuseum in Warschau
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Start: Samstag 26.03.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 19.06.2022
Museum Penzberg: Joseph Mader – Sachlichkeiten, Sichtbarkeiten
Bilder
Bilder
Joseph Mader – Sachlichkeiten, Sichtbarkeiten

Ausstellung vom 26. März bis 19. Juni 2022
Museum Penzberg - Sammlung Campendonk

Die Ausstellung im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk widmet sich in einer umfangreichen Retrospektive dem nahezu vergessenen Œuvre von Joseph Mader. Im Zentrum stehen Maders künstlerische (Lebens-)Stationen sowie seine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Werk Max Beckmanns, das ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.
Gemälde, Grafiken, Hinterglasbilder und Skulpturen von zeitgenössischen Künstler*innen wie Willi Geiger, Fritz Winter, Karl Tratt, Marie von Motesiczky, Adolf Schinnerer, Max Wendl und Fritz Müller treten in Dialog mit Mader und vermitteln anschaulich die bewegende Atmosphäre der 1920er- bis 1940er-Jahre und der Nachkriegszeit.

Anfänge und Vorbilder – ein aufstrebender Künstler
Besonders die Malereien und Grafiken des in der Weimarer Zeit aufstrebenden Max Beckmann hinterließen um 1930 einen großen Eindruck bei Joseph Mader (1905-1982). Nach dem Studium an der Münchner Kunstgewerbeschule bei Richard Riemerschmid wurde Mader in Köln Meisterschüler von Friedrich Ahlers-Hestermann, einem deutschen MatisseSchüler. Wie viele zeitgenössische Künstler*innen setzte sich Mader mit Max Beckmanns provozierenden Bildthemen und formalen Strukturen auseinander, weshalb der bekannte Münchner Galerist und Beckmann-Verehrer Günther Franke auf Mader aufmerksam wurde.
Im Jahr 1932 ermöglichte ihm Franke eine erste Ausstellung: "Sachlichkeiten und Sichtbarkeiten – nach dem Zweiten Weltkrieg"

Bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten stand Mader am Beginn seiner Karriere und damit unweigerlich vor der Frage von Anpassung oder Distanzierung. Der mit dieser Situation einhergehende Rückzug und die mangelnden Kontakte ließen ihn zu einem Künstler der sogenannten „verlorenen Generation“ werden. Nach 1945 setzte Mader seine künstlerische Laufbahn unbeirrt von der politischen Diskussion um eine Neuausrichtung der Kunst als gegenständlicher, nicht abstrakter, Maler fort. Ebenso führte er seinen inneren Dialog mit Beckmann weiter, nun aber, um sich innerlich zu distanzieren. Mader stellte seine Liebe zu den geheimnisvollen „Sichtbarkeiten“ der Schöpfung über Beckmanns hart zugreifenden Blick auf die „Sachlichkeiten“ der Welt.

Die Wiederentdeckung Joseph Maders – neue Perspektiven
Unter dem Titel „Finding Joseph Mader“ initiierten der Enkel 2018 eine Spurensuche. Diese war Anlass für das Museum Penzberg der Frage nachzugehen, wie die Öffentlichkeit mit Künstlernachlässen umgeht und welche Aufgabe hierbei Museen zukommt. Im Dachgeschoss des Neubaus wird die Spurensuche nachgebildet.

Kuratiert wurde die Schau in Zusammenarbeit mit Dr. Angelika Grepmair-Müller, Dr. Felix Billeter und Maximilian Mader. Zur Ausstellung erscheint im Deutschen Kunstverlag die erste Monographie zu Joseph Mader.

Museum Penzberg — Sammlung Campendonk
Am Museum 1
82377 Penzberg

Abbildungen:

- Joseph Mader, Im Zirkus, 1929,
Städtische Galerie im Lenbachhaus © VG Bild-Kunst Bonn 2022

- Joseph Mader, Judaskuss, 1937
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022
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Start: Freitag 08.04.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.07.2022
München Haus der Kunst: Fujiko Nakayas Nebelskulpturen - Erste umfassende Werkschau außerhalb Japans
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Fujiko Nakayas Nebelskulpturen:
Erste umfassende Werkschau außerhalb Japans

Ausstellung Haus der Kunst München
Vom 08. April bis 31. Juli 2022

„Nebel lässt sichtbare Dinge unsichtbar werden, während unsichtbare – wie der Wind – sichtbar werden.“ Fujiko Nakaya

Die Künstlerin und Bildhauerin Fujiko Nakaya (*1933 in Sapporo, Japan) wird im Haus der Kunst in München mit der ersten umfassenden Retrospektive außerhalb Japans gewürdigt. Die Ausstellung wird kuratiert vom Künstlerischen Leiter Andrea Lissoni und der Kuratorin Sarah Johanna Theurer und läuft vom 8. April – 31. Juli 2022.

Nakayas Nebelskulpturen sind zu einem Synonym für die Künstlerin geworden. Sie bestehen vollständig aus reinem Wasser und fordern damit traditionelle Vorstellungen von Skulpturen heraus. Je nach Temperatur, Wind und Atmosphäre verändern sie sich in jedem Augenblick, es entstehen temporäre, grenzenlose Skulpturen, die sich physisch mit dem Publikum verbinden. Die ephemeren Nebelskulpturen umhüllen die Betrachter*innen und versetzen sie in eine desorientierende, transzendente Verbindung mit der Umgebung. Früh inspiriert vom aufkeimenden ökologischen Bewusstsein, arbeitet Nakaya seit jeher mit Wasser und Luft – Elementen, die im Zusammenhang mit der Klimakrise mittlerweile besondere Bedeutung erlangt haben.

Bekannt wurde Fujiko Nakaya als Mitglied des von Robert Rauschenberg und Billy Klüver gegründeten Kollektivs Experiments in Arts and Technology (E.A.T.) in den 1970er-Jahren und erlangte mit über 90 Installationen und Performances internationale Bekanntheit für ihre Nebelkunstwerke. Sie hat mit Künstler*innen aus verschiedenen Genres zusammengearbeitet, aus Architektur, Musik, Tanz und Licht, um die vielseitige Natur von Nebel zu verdeutlichen. Von ihren selten gezeigten frühen Gemälden bis hin zu ihren Nebelskulpturen, darunter zwei eigens für das Haus der Kunst geschaffene ortsspezifische Werke, über ihre Einkanalvideos, Installationen und Dokumentationen bietet diese anschaulich erlebbare Ausstellung einen umfassenden Überblick über das Werk einer der führenden Künstlerinnen Japans.
Als eine zentrale Ausstellung der neuen Ausrichtung im Haus der Kunst wird Fujiko Nakayas Arbeit in direkten Bezug zu ihrem sozialen und kulturellen Netzwerk gesetzt. Nakayas besonderer Zugang zu Themen wie Natur, Wissenschaft und Zufall hat das radikale japanische Künstler*innenkollektiv Dumb Type und den deutschen Musiker und Künstler Carsten Nicolai, dessen Arbeit von japanischen Zen-Gärten inspiriert ist, auf unterschiedlichste Weise entscheidend geprägt. Die zeitgleichen Ausstellungen im Haus der Kunst schaffen neue Dialoge, die die drängenden Fragen unserer heutigen Gesellschaft, wie Nachhaltigkeit, Inklusion, Wissenschaft und Natur, in den Vordergrund stellen.

Andrea Lissoni, Künstlerischer Leiter des Haus der Kunst und Kurator der Ausstellung: „In 2022 wird sich unser Programm in Form von Dialogen entfalten. Indem wir bildende Kunst, Performance, Tanz, bewegte Bilder, Musik und diskursive Praktiken zusammenbringen, hoffen wir, die Beziehung des Publikums zur Kunst als immersive, partizipative Erfahrung neu zu definieren.“

Haus der Kunst,
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen:

- Fujiko Nakaya, Fog x Flo, Franklin Park, Boston, 2018
Credit: Courtesy of the Emerald Necklace Conservancy, Photo: Melissa Ostrow

- Fujiko Nakaya, Fogscape #03238
Fujiko Nakaya in collaboration with Simon Corder, Durham, 2015
Photo: Simon Corder
Copyright - Simon Corder
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Start: Dienstag 12.04.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 12.06.2022
Schloßmuseum Murnau: EIN DING FÜR SICH ALLEIN
Bilder
EIN DING FÜR SICH ALLEIN
Skulpturen aus der Sammlung des Schloßmuseums Murnau

Das Schloßmuseum Murnau zeigt vom 12. April bis 12. Juni 2022 unter dem Titel EIN DING FÜR SICH ALLEIN Skulpturen aus seiner Sammlung. Der Titel lehnt sich an ein Zitat von Rainer Maria Rilke aus seiner theoretischen Schrift über die Werke Auguste Rodins an: „Es war ein Ding, das für sich allein bestehen konnte, und es war gut, ihm ganz das Wesen eines Dinges zu geben, um das man herumgehen und das man von allen Seiten betrachten konnte.“ Es benötige keine Wand und noch nicht einmal ein Dach.

Mit Werken von in Murnau tätigen Bildhauern wie Rudolf Pfefferer (1910–1986), einem Weggefährten von Gabriele Münter, Herbert Volwahsen (1906–1988) und Hubert Lang (*1946) bis hin zu Arbeiten von Christa Dichgans (1940–2018), Markus Lüpertz (*1941), Arnulf Rainer (*1929), A. R. Penck (1939–2017) und Otto Wesendonck (*1939) vermittelt die Kabinettausstellung unterschiedlichste künstlerische Positionen. Allen gemeinsam ist das Spiel mit dem Wesen des Gegenständlichen und die intensive Ausdrucksform, erreicht durch raffinierte Stilmittel der Reduzierung, Verzerrung oder Übersteigerung. Anlässlich der Ausstellung konnten zudem neue Dauerleihgaben von Otto Wesendonck und Herbert Achternbusch (1938-2022) gewonnen, wie auch Ankäufe mit Werken von Hubert Lang getätigt werden.

Schloßmuseum Murnau
Markt Murnau a. Staffelsee
Schloßhof 2-5, 82418 Murnau a. Staffelsee

Abbildung:
Christa Dichgans, Volles Herz, 1992, Bronze, übermalt,
Dauerleihgabe aus Privatbesitz im Schloßmuseum Murnau,
©Nachlass Christa Dichgans  Contemporary Fine Arts, Berlin.
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Start: Mittwoch 04.05.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.07.2022
München Theatermuseum: DIE LUST AM ANDEREN THEATER – FREIE DARSTELLENDE KÜNSTE IN MÜNCHEN
Bilder
DIE LUST AM ANDEREN THEATER – FREIE DARSTELLENDE KÜNSTE IN MÜNCHEN

Eine Sonderausstellung des Deutschen Theatermuseums
4. Mai 2022 bis 31. Juli 2022

Frei wollen und wollten sie sein – frei in der Wahl ihrer Themen, ihrer künstlerischen Mittel, ihrer Spielorte und ihrer Lebensweise: freie Kleintheater, Theatergruppen und Solokünstler. In ihren künstlerischen Zielrichtungen teils völlig unterschiedlich, folgen Künstlerinnen und Künstler seit den 1960er Jahren der Lust am anderen Theater, jenseits der hierarchischen Strukturen und Inhalte der etablierten Stadt- und Staatstheater, in Keller- und Kleintheatern oder Wirtshaussälen, ab den 70er Jahren auch in ausgedienten Fabrikhallen und auf Außenschauplätzen.

Neue performative Künste mit Tanz und Musik bilden sich heraus. Wichtige Impulse liefen im Rahmen der Olympiade 1972 eingeladene internationale Künstler und Gruppen, die die sogenannte „Spielstraße“ im Olympiapark gestalten. Mit dem ersten Internationalen Theaterfestival 1977, das vor allem unbekannte internationale Theaterkünstler auch mittelfristig nach München lockt, entwickelt sich die Stadt zunehmend zum Schauplatz künstlerischer Offenheit und Experimentierfreude. Doch bleibt freies Künstlertum aufgrund fehlender finanzieller Absicherung immer auch eine Frage des Überlebens. Umso mehr beeindruckt die schier grenzenlose Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen, die sich im Spannungsfeld von künstlerischer Selbstbehauptung und Existenzkampf bis heute entwickelt haben.

Deutsches Theatermuseum,
Galeriestr. 4a (Hofgartenarkaden),
80539 München

Abbildung:
- pathos transport 199
Fälschung wie sie ist, unverfälscht, Sylvia Panter
Foto (c) Volker Derlath
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Start: Freitag 06.05.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.09.2022
München Haus der Kunst: Dumb Type
Bilder
Bilder
Dumb Type:
Ortsspezifische Ausstellung des japanischen Kunstkollektivs

Am 5. Mai 22 eröffnet im Haus der Kunst eine neue ortsspezifische Ausstellung des japanischen Künstler*innen-Kollektivs Dumb Type. Das 1984 in Kyoto gegründete Kollektiv kritisiert in den vielfältigen Performances mit Hilfe von Cyberpunk-Bildern eine hochgradig „informatisierte“ Konsumgesellschaft, die gleichzeitig durch die unaufhörliche Datenflut und technologische Entwicklung passiv oder stumm gemacht wird. Das „dumb“ in Dumb Type spielt daher auf die doppelte Bedeutung des Wortes im Englischen an: sowohl dumm als auch sprachlos.

Drei eigens konzipierte Installationen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung in der Südgalerie des Haus der Kunst, die sich kritisch damit auseinandersetzt, wie digitale Medien und Technologien heute einen prägenden und unwiderruflichen Teil der Lebenserfahrung darstellen. Die Ausstellung umfasst eine monumentale multimediale Neuinterpretation mehrerer vergangener Performances, zusammen mit einer opernhaften Klangskulptur, die Ryuichi Sakamoto eigens für das Haus der Kunst geschaffen hat, und zwingt die Betrachter*innen zu sich abwechselnden Handlungen des aufmerksamen Zuhörens, Lesens und Schauens. Auf diese Weise erinnert die Präsentation an den Zustand der Liminalität ("ma" auf Japanisch). Er ist für viele Kunstpraxen, die die Auswirkungen der digitalen Technologie und des menschlichen Bewusstseins befragen, von zentraler Bedeutung. Ein Zustand der Trägheit oder des Nichts, der sich hauptsächlich aus einem Übermaß an Bedeutung ergibt.

Im Vordergrund der weitreichenden Praxis des japanischen Kunstkollektivs steht die ständige Auseinandersetzung mit der Schnittstelle von technischem Fortschritt und menschlichem Körper. Dumb Type setzt sich aus Künstler*innen zusammen, die in verschiedenen Bereichen wie bildende Kunst, Video, Computerprogrammierung, Musik und Tanz arbeiten. Ihre kreative Praxis basiert auf einer flachen, fließenden, nicht-hierarchischen Zusammenarbeit und setzt sich mit Themen wie Geschlecht, ethnischer Herkunft, Leben und Tod, Erinnerung und Informationsgesellschaft kritisch auseinander.

Dumb Types Zugang zu Themen wie Performativität, Zufall und den starken Einfluss von Technologie auf unser menschliches Dasein wurde entscheidend von der japanischen Künstlerin Fujiko Nakaya geprägt, was im Laufe der Jahre zu etlichen Zusammenarbeiten geführt hat. Die visionären Performances und Installationen von Dumb Type, die sich auf die Tradition von Kollektiven wie Jikken K?b? (1951–57), Gutai (1955–72) und Hi-Red Center (1963–64) sowie auf die sozial konfrontative Politik der Angura-„Little Theatre“-Bewegung und Publikationen wie Provoke (1967–68) stützen, standen an vorderster Front der Debatten über Identitäts- und Sexualpolitik in Japan sowie der damit einhergehenden HIV/AIDS-Krise, die 1995 auf tragische Weise das Leben eines ihrer Gründer, Teiji Furuhashi, forderte.

Dumb Type
6. Mai – 11. September 2022
Kuratiert von Damian Lentini mit Luisa Seipp
Mit großzügiger Unterstützung der Ulli und Uwe Kai-Stiftung

Haus der Kunst,
Prinzregentenstrasse 1,
80538 Munich, Germany

Abbildungen:

- Dumb Type
S/N
Photo: Kazuo Fukunaga

- Dumb Type
memorandum
Photo: Kazuo Fukunaga

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Start: Donnerstag 19.05.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.07.2022
München Literaturhaus: NIKOLAUS HEIDELBACH: ORIGINALE
Bilder
NIKOLAUS HEIDELBACH: ORIGINALE

Ausstellung vom 19. Mai bis 31. Juli 2022
Literaturhaus München

    "Nikolaus Heidelbach ist ein großer Manipulator […] ein ausgefuchster Menschenkenner."
    Michael Köhlmeier


Augen, Münder und Frisuren, haarige Tatzen und zarte Schleier, Meeresgetier und Fabelwesen, weite grüne Horizonte und biedermeierliche Interieurs: In der Welt des Künstlers Nikolaus Heidelbach lauern beunruhigende Details allüberall, hinter Sofas, Kommoden und Tapeten, in Urwäldern und auf dem Grund der Ozeane.

Mit rund 100 Buchpublikationen seit vier Jahrzehnten gehört Nikolaus Heidelbach zu den prägenden Illustratoren der Gegenwart. Erstmals zeigt er in München seine Anfänge als Bücherfetischist und eine Auswahl von Originalblättern seiner Werke von 2002 bis 2022: darunter preisgekrönte Bilder-Bücher und Illustrationen zu Märchen von Hans Christian Andersen und von Michael Köhlmeier – voller Sinnlichkeit, Detailfreude und markantem Humor. Seine farbsatten Aquarelle von altmeisterlicher Präzision entfalten im Original ihre besondere Leuchtkraft.

Nikolaus Heidelbach ist einer der großen Buchkünstler der Gegenwart, Schöpfer preisgekrönter Bilderbücher und ikonischer Buchcover und Illustrator u.a. von Michael Köhlmeiers »Märchen« (Hanser Verlag). Nun stellt Heidelbach Originale aus den letzten 20 Jahren seines künstlerischen Schaffens aus – erstmals in München. Zu sehen sind prachtvoll-hintergründige Märchenbilder, eigentümliche Fabelwesen und Stillleben, die so still nicht sind – Vexierbilder aus menschlichen Wünschen, Ängsten und Gelüsten. Eine Ausstellung für alle, die den Blick hinter den Spiegel wagen, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

"Die Freiheit, sich ohne Vorbehalte faszinieren zu lassen, verunsichert Erwachsene, während sie Kindern ganz selbstverständlich ist."
NIKOLAUS HEIDELBACH

LITERATURHAUS
Salvatorplatz 1,
80333 München

Abbildung:
"Die Schöne und das Tier", in „Märchen aus aller Welt“ (Beltz & Gelberg 2010)
Aus: »Märchen aus aller Welt«
© Beltz & Gelberg 2010
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Start: Sonntag 29.05.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 10.10.2022
Franz Marc Museum Kochel: KARIN KNEFFEL. IM BILD
Bilder
KARIN KNEFFEL. IM BILD

Franz Marc Museum Kochel
Ausstellung vom 29. Mai bis 10. Oktober 2022


Karin Kneffel (*1957), Meisterschülern Gerhard Richters an der Kunstakademie Düsseldorf, beschäftigt sich seit über zehn Jahren in einer Serie von Gemälden und Aquarellen mit den Krefelder Villen Haus Lange und Haus Esters, die von Ludwig Mies van der Rohe Ende der zwanziger Jahre gebaut wurden. Karin Kneffel verfolgte den Weg der Gemälde und Skulpturen er bedeutenden Kunstsammlung von Hermann Lange bis in die Museen, in denen sich diese Werke heute meist befinden. Dabei werden die Situationen auf ihren Bildern verunklart: Heute oder früher? Realität oder Fiktion?  – wird der irritierte Betrachter sich fragen, dessen Blick in unbekannte Räume durch beschlagene oder mit Regentropfen überzogene Scheiben gebrochen wird.Der durch die illusionistische Malerei Kneffels hervorgerufene Trompe l´Oeil -Effekt zieht eine Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er macht bewusst, dass die Werke der Sammlung Lange neben ihrer heutigen strahlenden Präsenz im Museum eine Geschichte haben, die auf den Gemälden abzulesen ist. Zum Bespiel gelangten August Mackes Große Promenade oder Wassily Kandinskys Improvisation 21 aus der privaten Villa Herrmann Langes in verschiedene museale Räume bis sie im Franz Marc Museum vorläufig „ankamen.
Neben über dreißig Gemälden von Karin Kneffel zeigt die Ausstellung Werke der klassischen Moderne, Bilder von Kokoschka, Kandinsky, Macke und Kirchner, die man in den Gemälden Kneffels wiederentdeckt.


Neben über dreißig Gemälden Karin Kneffels zeigt die Ausstellung Werke der klassischen Moderne, Bilder von Kokoschka, Kandinsky, Macke und Kirchner, die man in den Gemälden Kneffels wiederentdeckt. So entsteht ein Dialog zwischen ihren Bildern und den vor mehr als 100 Jahren entstandenen Werken der deutschen Avantgarde, ein Wechselspiel, das vom Betrachter nachvollzogen wird.
Karin Kneffel (*1957), Meisterschülern Gerhard Richters an der Kunstakademie Düsseldorf, beschäftigt sich seit über zehn Jahren in einer Serie von Gemälden und Aquarellen mit den Krefelder Villen Haus Lange und Haus Esters, die von Ludwig Mies van der Rohe Ende der zwanziger Jahre gebaut wurden. Die Künstlerin ging von zeitgenössischen Fotografien der Innenräume aus, auf denen Werke der bedeutenden Kunstsammlung von Hermann Lange zu sehen sind. Karin Kneffel verfolgte den Weg seiner Gemälde und Skulpturen bis in die Museen, in denen sich diese Werke heute meist befinden. Dabei werden die Situationen auf ihren Bildern verunklart: Heute oder früher? Realität oder Fiktion?  - wird der irritierte Betrachter sich fragen, dessen Blick in unbekannte Räume durch beschlagene oder mit Regentropfen überzogene Scheiben gebrochen wird.

Dieser durch die illusionistische Malerei Kneffels hervorgerufene Trompe l´Oeil -Effekt zieht eine Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er macht bewusst, dass die Werke der Sammlung Lange neben ihrer heutigen strahlenden Präsenz im Museum eine Geschichte haben, die auf den Gemälden Karin Kneffels abzulesen ist. August Mackes Große Promenade oder Wassily Kandinskys Improvisation 21 gelangten aus der privaten Villa Herrmann Langes in verschiedene museale Räume bis sie im Franz Marc Museum vorläufig „ankamen“. Neben den Gemälden Karin Kneffels, die ihre Vergangenheit spiegeln, verändert sich unser Blick auf diese Bilder.

Franz Marc Museum
Mittenwalder Str. 50,
82431 Kochel am See

Abbildung:
Karin Kneffel, Ohne Titel, 2016/06 Sammlung Timm Moll,
Foto: Karin Kneffel, © VG Bildkunst 2022
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