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Inhaltsverzeichnis
MALEIKA

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DAS GRÜNE GOLD

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MEIN LEBEN – EIN TANZ

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KÖRPER UND SEELE

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PORTO

41

EINE FANTASTISCHE FRAU

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Donnerstag 05.10.2017
MALEIKA
Ab 12. Oktober 2017 im Kino
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MALEIKA offenbart Momente großer Freude, zeigt aber auch, dass das Leben in der freien Wildnis nicht immer einfach ist, sogar manchmal ohne Ausweg zu sein scheint ... Am Ende jedoch steht nur eine Botschaft: Egal was passiert, aufgeben ist keine Lösung – auch für Gepardin Maleika nicht!
Um dem Publikum eine große emotionale Nähe zu den Figuren zu ermöglichen, hat sich Matto Barfuss durch die Erzählweise der Disneyfilme inspirieren lassen. Entstanden ist ein bildgewaltiges Kinoabenteuer, das das Publikum teilhaben lässt an einer der berührendsten Geschichten, die die Natur je erzählte.


Ein Film von MATTO BARFUSS über die Königin von Afrika

Die Gepardin Maleika hat sechs Junge zur Welt gebracht: Martha, Malte, Mirelèe, Marlo, der so gern klettert, Mia und Tollpatsch Majet. Mit ihrer struppigen Nackenmähne sehen sie aus wie Punks, und mit jedem Tag werden die Kleinen frecher und mutiger. Noch ist das Leben für die jungen Geparden ein Spiel und sie werden von ihrer Mutter Maleika beschützt. Jede neue Herausforderung bringt die Gepardenkinder ein Stück weiter in Richtung Selbstständigkeit. Doch die Wildnis birgt auch für die schnellsten Jäger der Erde viele Gefahren. Jedes Abenteuer könnte das letzte sein. Wir sind dabei, während die Rasselbande heranwächst, begleiten sie bei ihrem ersten Ausflug mit ihrer Mutter, der aufregenden Ausbildung zu Jägern und auf ihrem Weg zu neuen Abenteuern.


Regisseur Matto Barfuss ist der breiten Öffentlichkeit als der „Gepardenmann“ bekannt, er lebte zwischen 1996 bis 2002 in Tansania über 25 Wochen lang mit einer wilden Gepardenfamilie zusammen. Er ist Fotograf, Maler, Autor und leidenschaftlicher Tierfilmer. Seine Berichte und Bildbände über die Zeit in der Wildnis machten ihn weltweit bekannt. Matto Barfuss ist UNESCO-Fotopreisträger, er ist UN-Botschafter für biologische Vielfalt und Tierschützer.
2013 sollte erneut ein Raubtier sein Leben verändern: Matto Barfuss traf auf die Gepardin Maleika, die im darauf folgenden Jahr sechs Jungen das Leben schenkte … ab sofort wich der Filmemacher nicht mehr von ihrer Seite.
Sein Film MALEIKA zeigt die gleichnamige und mittlerweile weltweit berühmte Gepardin bei der Aufzucht ihrer Jungen.





Vor der majestätischen Kulisse der Masai Mara in Kenia, einem der letzten Paradiese der Erde, erleben wir ein episches Abenteuer über das Erwachsenwerden, die Liebe und das Überleben in der freien Wildnis.
Die Gepardin Maleika hat sechs Junge zur Welt gebracht: Martha, Malte, Mirelèe, Marlo, der so gern klettert, Mia und Tollpatsch Majet. Mit ihrer struppigen Nackenmähne sehen sie aus wie Punks, und mit jedem Tag werden die Kleinen frecher und mutiger.
Noch ist das Leben für die jungen Geparden ein Spiel und sie werden von ihrer Mutter Maleika beschützt. Jede neue Herausforderung bringt die Gepardenkinder ein Stück weiter in Richtung Selbstständigkeit. Doch die Wildnis birgt auch für die schnellsten Jäger der Erde viele Gefahren. Jedes Abenteuer könnte das letzte sein.
18 Monate lang bringt Maleika ihre Jungen allein durch. Alle drei Tage geht sie auf die Jagd, um ihre stets hungrige kleine Meute zu versorgen, die Maleikas Beute ganz selbstverständlich für sich beansprucht.
Die Kamera ist live dabei, während die Rasselbande heranwächst, begleitet sie bei ihrem ersten Ausflug mit ihrer Mutter, der aufregenden Ausbildung zu Jägern und auf der Wanderung in neue Territorien – immer auf der Spur von Gazellenherden, Gnus und Antilopen, die zu neuen Weidegründen aufbrechen.
In der Weite der Masai Mara trifft die Gepardenfamilie zwangsläufig auf gefährliche Feinde wie Hyänen und Schakale, die Maleikas Kinder in die Enge treiben – und auf mächtige Rivalen: Löwinnen des „Zickenkrieg-Rudels“ und die „Hatari-Gang“. Die Löwenmütter Mona Lisa muss ihren Nachwuchs ernähren und will ihre Jungen um jeden Preis beschützen, genauso wie Maleika.
Im Kampf um die Beute – und damit ums Überleben – gilt das Recht des Stärkeren. Auch für die tapfere Maleika und ihre cleveren Jungen hält das wilde, freie Leben in der Masai Mara bittere Rückschläge und Verluste bereit.


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Matto Barfuss blickt auf über 22 Jahre Afrika-Expeditionen zurück, hat Berggorillas im Kongo und Erdmannfamilien in der Kalahari aus nächster Nähe kennengelernt. Zu seinen bewegendsten Erfahrungen zählen jedoch die nahezu unglaublichen Erlebnisse mit Raubkatzen, die er u. a. in dem Bestseller-Bildband „Leben mit Geparden“ dokumentiert hat.
1996 traf Barfuss in der Serengeti auf eine Gepardin, die ihn schließlich „adoptierte“. 25 Wochen lang lebte er auf allen Vieren als „menschlicher Gepard“ mit der Raubkatzenfamilie. Die Gepardenmutter nannte er Diana. 2013 dann traf er Maleika. Er ist fest überzeugt, dass sie eine Urenkelin Dianas ist: „Da gab es zu viele eindeutige Parallelen. Damit schloss sich ein großer Kreis und es war meine Aufgabe, diese tolle Katze und Frau mit meiner Kamera zu begleiten“, erzählt Barfuss.
2014 bringt Maleika in der Masai Mara, einem der größten und schönsten Savannengebiete der Erde, sechs Babys zur Welt. Für Geparden eine Sensation: Üblicherweise besteht ein Wurf aus zwei bis vier Jungen, wobei nur wenige das erste Lebensjahr überleben.
„Im Oktober 2015 fing ich mit der Sichtung des gesamten Filmmaterials an. Damit begann ein spannendes Mammutprojekt, denn ich musste – oder durfte vielmehr – 207 Stunden Rohmaterial über Maleika sichten“, berichtet Barfuss. Die langen Tage im Filmstudio starteten um 9 Uhr und endeten nie vor 3 Uhr früh. „Mitte November war ich dann so platt und überwältigt, dass ich kurzfristig entschied, noch einmal nach Kenia zu Maleika zurückzukehren. Aus einer Gepardenmutter mit sechs Babys war mittlerweile eine Gepardenfamilie mit drei Jungen geworden. Maleikas Nachwuchs war nun größer als die Mutter selbst und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann sie ihre Kinder in die Unabhängigkeit entlassen würde.“
Was Matto Barfuss und seine Kamerafrau Martina Jandova diesmal in der Masai Mara erlebten, „hat dem Film einen völlig neuen Rahmen und eine traurig berührende Faszination gegeben“, so Barfuss. „Es war oft sehr hart hinter der Kamera. Durch die Kameralinse bin ich permanent sehr nah dran – als würden sich die Gefühlsregungen meiner Schauspieler direkt in meine Seele katapultieren.“
Die berührende Geschichte, die wir jetzt in MALEIKA auf der Leinwand erleben, entstand an insgesamt 247 Drehtagen von 2013 bis 2016. Gefilmt wurde in revolutionärer Technologie mit RED-Epic-Kameras in 4K- und 5K-Auflösung. Schon die Erstellung des ersten Rohschnitts und schließlich des „nur noch“ 234 Minuten langen Director's Cut war laut Matto Barfuss „eine seelische Schlacht. Ich musste mich mit der Kunst des Weglassens anfreunden.“
„Aus dem Kinoprojekt ist nunmehr ein episches Filmwerk geworden: über Liebe, den Drang, einmal groß und glücklich zu werden, und über das Loslassen. Das kann unendlich schmerzhaft sein und hat mir als Kameramann manchmal sehr wehgetan. Es wurde gelacht, aber es sind auch viele Tränen geflossen. Die besten Geschichten schreibt eben das Leben. MALEIKA ist ein Film, der Empathie bei Tieren in einem völlig neuen Licht zeigt. Unsere Gesellschaft könnte viel daraus lernen.“
„Die langen Jahre in Afrika, die in aller Regel aus mindestens sechs Monaten pro Jahr im Busch bestehen, bedeuten auch, Dynastien aufsteigen und untergehen zu sehen“, betont der Filmemacher. „Manche Löwenrudel wurden groß und endeten mit einer Mutter und ihrem Sohn. Andere verschwanden für immer.“
Mit dem Kinofilm MALEIKA wird auch das Projekt „Bildung für ARTenschutz“ der gemeinnützigen Organisation „Leben für Geparden e.V.“ unterstützt.



INTERVIEW MIT MATTO BARFUSS

Wie kam es zu Ihrer ersten Begegnung mit Maleika im Jahr 2013?
Als ich Maleika traf, war sie Single und offenkundig auf Beutesuche. Wir waren schon einige Zeit unterwegs, als sie plötzlich spontan auf mein Filmauto sprang. Ganz vertraut saß sie über mir auf dem Dach und blickte in die Ferne – um dann genauso plötzlich mit einem Satz vom Auto zu hechten und loszurennen. Mein Masai-Freund und Fahrer raste querfeldein hinter Maleika her. Sie war viel schneller als wir. Nach rund zwei Kilometern wilder Jagd beschleunigte Maleika überraschend noch einmal. Wir dagegen gaben auf, stellten das Auto quer und ich filmte die letzte Phase einer spektakulären Jagd. Ein Gepard jagt in der Regel über maximal 800 Meter im Sprint, und ich habe viele Geparden kennen gelernt. Aber das war einfach einmalig!

Und warum sind Sie überzeugt, dass Maleika eine Urenkelin von Diana aus der Serengeti ist?
Mit der Gepardin Diana habe ich ab 1996 und zuletzt 2002 für insgesamt 25 Wochen auf allen Vieren zusammengelebt, als akzeptiertes Familienmitglied. Schon damals lebte ihre Tochter sehr viel weiter im Norden der Serengeti. Maleika und Diana haben erstaunlich viele Ähnlichkeiten und die Masai Mara ist der nördlichste Teil der Serengeti, also quasi das gleiche Gebiet.

Filmen in „freier Wildbahn“ ist natürlich eine einzige Herausforderung. Worin besteht die größte?
Filmen in den Weiten Afrikas bedeutet vor allem: Kampf gegen Staub, Hitze, oft Feuchtigkeit – und Energiemanagement. Mental gesehen geht es um Geduld und Einfühlungsvermögen. Da ist die akribisch genaue Vorbereitung der Drehs entscheidend. Noch zu Hause mache ich einen umfangreichen Technikcheck und überlege mir, wie ich das Equipment am besten vor zum Teil mikrofeinem Staub schütze. Das heißt natürlich: regelmäßig putzen. 2003 habe ich mal einen Teil einer sechswöchigen Produktion wegen Staub verloren, das prägt! Temperaturen bis zu 50 Grad und starke Regenfälle bringen die Kameraausrüstung an physikalische Grenzen. Ich produziere in 4K- und 5K-Auflösungen, so dass sich die Hitze wegen des gewaltigen Datenflusses weiter potenziert. Eine Herausforderung ist auch die Übertragung und Sicherung der riesigen Datenmassen – und die Energie, die ich dafür benötige. Während meiner sehr abgeschiedenen Produktionen arbeite ich mit meinem speziell ausgerüsteten Filmauto. Es ist mit Solarzellen ausgestattet, die 220 Watt erzeugen. Das reicht gerade eben aus. Für MALEIKA habe ich ein Filmcamp genutzt und den Strom über einen Generator erzeugt.

Wie muss man sich Ihren Alltag im Busch während der Dreharbeiten vorstellen?
Normalerweise beginnt ein Produktionstag um 4.45 Uhr mit einem kurzem Technikcheck und der ein oder anderen kleinen Nachbesserung am geschundenen Filmauto. Spätestens um 5.30 Uhr fahren wir los. Wenn über Nacht nichts Außergewöhnliches passiert ist, finden wir Maleika recht schnell. Oft müssen wir sie aber erst suchen, in seltenen Fällen dauert das Stunden oder sogar Tage. Sind wir wieder an der Gepardin dran, kommt die Kamera aufs Stativ und die Dreharbeiten beginnen. Maleika ist spontan und schnell, entsprechend muss ich frühzeitig die Situation einschätzen und handeln. Mit der linken Hand mache ich die Belichtung, mit der rechten die Schärfe und mit beiden die Kameraführung. Es gibt ja keine „Klappe, die zweite“, eine verpasste Szene ist unwiederbringlich verloren.
Gegen 18.30 Uhr geht die Sonne unter. Sofern Maleika einen sicheren Schlafplatz gefunden hat, brechen wir gegen 19 Uhr Richtung Filmcamp auf. Zuweilen wird es aber auch später. Sobald ich im Camp bin, heißt es sofort alle Akkus aufladen, Kameras putzen und vor allem Filmmaterial übertragen. Ich checke die Aufnahmen und beginne dann gegen 21 Uhr, das Material auf das Festplattenset A zu übertragen. Das dauert Stunden. Gegen 23.30 Uhr lege ich mich im Zelt schlafen. Schließlich klingelt der Wecker nachts um 1 Uhr, schlaftrunken kontrolliere ich die hoffentlich korrekte Übertragung auf die Festplatte. Danach wird das Backup-Festplattenset B angehängt und die nächste Übertragung beginnt. Bis zum Aufstehen am nächsten Morgen ist dann alles fertig.

Gab es beim Dreh Zwischenfälle oder heikle Situationen?
Die Produktion startete schon am dritten Tag mit einem Rippenbruch. Wir hatten unweit von Maleika drei junge Geparden entdeckt, bereit zur Jagd. „Schnell, in Position!“, feuerte ich den Fahrer an. Der Geländewagen setzte zum Spurt an, dann gab es eine Vollbremsung, weil sich die Hinterachse in einem Hyänenloch verkeilt hatte. Verzweifelt versuchte ich die schwere Kamera auf dem Stativ zu retten. Dabei knallte mein Oberkörper mit Wucht auf die Armaturen. Ich sah Sterne, dann kamen die Schmerzen. Zwei Rippen waren weich wie Butter. Ich musste wirklich oft die Zähne zusammenbeißen. Eine Produktion ging 47 Tage am Stück. Der Schlafmangel und die unablässige Konzentration hatten mich völlig ausgelaugt. Auf der achtstündigen Fahrt nach Nairobi wurde ich regelecht bewusstlos, dabei knickte mein Knopf nach links. Plötzlich ging eine Ziege über die Straße und mein Fahrer musste eine Vollbremsung machen. Ich kam mit einem fürchterlichen Drehschwindel zu mir, der mich monatelang handicapte. Der Rückflug war Horror. Ich war allein, hatte entsetzlich viel Gepäck und die ganzen Festplatten. Durch die Schwindelanfälle war mir permanent übel, zeitweise konnte ich kaum geradeaus gehen. Aber es ging trotzdem. In gewisser Weise hatte ich schon von Maleika gelernt: Aufgeben kommt nicht in Frage.

Wie nah sind Sie den Geparden tatsächlich gekommen?
Ich wollte Maleikas Geschichte authentisch erzählen, da durfte ich auf keinen Fall in Erscheinung treten. Deshalb habe ich auch bestimmt, mit nur einem Filmauto und einer Kamera zu drehen. Das war ein Risiko, denn viele Großproduktionen dieser Art arbeiten mit mehreren Autos und vielen Kamerapositionen. Dabei werden die Tiere aber oft gefährlich beeinträchtigt. Im Nachhinein kann ich sagen, dass gerade diese bewusste Entscheidung zur geringstmöglichen Beeinflussung die besondere Qualität von MALAIKA ausmacht. So vermitteln die Bilder viel mehr Nähe, sogar die Actionszenen. Und ich bin Maleika emotional sehr nahe gekommen. Bald fühlte ich, wenn sie traurig oder verzweifelt war und sie deshalb ungestüm oder übereilt handeln würde. All das konnte ich bei der Vorbereitung meiner Kameraarbeit berücksichtigen. Bei alldem lernte ich Maleika auch als Jägerin viel besser kennen. Das half uns als Team, schnell die beste Kameraposition zu finden. Oft sind wir bis zu zwei Kilometer vorausgefahren. So gelang es, insgesamt 47 großartige Jagden oft aus der Frontalen einzufangen.

Oft ergeben sich beim Dreh gefährliche und hochemotionale Situationen. Fällt es Ihnen schwer, nicht einzugreifen, wenn sich vor Ihrer Kamera Dramen abspielen?
Klare Antwort: Ja! Wenn so etwas passiert, ist das für mich die Hölle. Zum Beispiel, als die Gepardenfamilie einen reißenden Strom überquerte und Maleikas Sohn Marlo von einem Krokodil gepackt wurde. Im ersten Moment überlegte ich tatsächlich, meine Kamera nach dem Krokodil zu werfen. Und dann der Tag, an dem sich Maleika schwer verletzte und alles zuende schien. Natürlich habe ich überlegt einzugreifen. Maleika hatte ja noch fünf Junge, die sie säugen musste. Wir haben veterinärmedizinische Ratschläge eingeholt, aber es lief darauf hinaus, dass man vielleicht Maleika retten könnte, es dann aber um die Kinder schlecht bestellt sei. Ich glaube, es hat sehr geholfen, dass wir tagtäglich bei Maleika waren. Wie sie aus eigener Kraft – ganz ohne unsere Hilfe – ins Leben zurückkehrte, ist ein wichtiges dramaturgisches Moment im Film. Aber es hat mich wirklich Nerven gekostet!

Wie haben Sie aus über 250 Stunden Filmmaterial (von 2013 bis 2016) die endgültige Kinofassung erstellt? Wie geht man da im Schnitt vor?
Zuerst habe ich ein ausführliches Storyboard in 70 Kapiteln angefertigt, dann wochenlang Aufnahmen gesichtet und für jedes Kapitel einen Container mit 30 bis 40 Minuten Material erstellt. Ende 2015 war dann ein erster Rohschnitt von 10,5 Stunden fertig. Danach begann eine aufwühlende Arbeit, denn es ging darum, mich von vielen Lieblingsszenen und persönlichen, emotionalen Momenten zu trennen. So ging es nur zäh bis zu einer 352-Minuten-Version voran. Als ich mich entschloss, viel später einmal aus dem ganzen tollen Material eine Serie zu gestalten, war die psychologische Hürde genommen: Ich konnte mich auf die Filmgeschichte konzentrieren und auf für mich wichtige Episoden verzichten. Bis Juli 2016 hatten wir dann eine gut funktionierende 132-Minuten-Version. Von Fassung zu Fassung kamen dann mal vier oder auch nur zwei Minuten weg. Dazu kam bald mehr Tiefe in den Sound. Unsere Komponisten lieferten tolle Musik, wir mussten oft vor den Screens weinen. Dann, als der Schnitt fast stand, gab es unglaubliche Nachrichten von Maleika. Also sind wir quasi direkt aus dem Studio zu ihr nach Afrika aufgebrochen – und kamen mit über 36 Stunden Rohmaterial zurück. Am Ende haben wir nur drei Minuten davon verwendet! Aber für den Film sind sie ein Geschenk.
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 28.09.2017
DAS GRÜNE GOLD
Ab 05. Oktober 2017 im Kino
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Ackerland – das neue grüne Gold. Weltweit wächst die kommerzielle Nachfrage nach Anbauflächen für den globalen Markt, eine der lukrativsten neuen Spielflächen ist Äthiopien. In der Hoffnung auf große Exporteinnahmen verpachtet die äthiopische Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren. Der Traum von Wohlstand hat jedoch seine dunklen Seiten: es folgen Zwangsumsiedlungen riesigen Ausmaßes, über 1 Million Kleinbauern verlieren ihre Lebensgrundlage, die Böden werden überfordert – die Antwort ist eine Spirale der Gewalt im Angesicht einer paradoxen Umweltzerstörung. Denn zu dieser Entwicklung tragen auch Milliarden Dollar Entwicklungshilfe von Institutionen wie der EU und Weltbank bei. Und wer sich in den Weg stellt, erfährt die harte Hand der Regierung. Dies muss auch der junge äthiopische Umweltjournalist Argaw lernen, der seine Stimme erhebt – und sich damit selbst in Gefahr bringt.


Dokumentarfilm, Schweden/Deutschland/Finnland
Ein Film von Joakim Demmer


Transnationale Landinvestitionen als Konjunkturmaschine oder Ausverkauf des eigenen Landes. Die einen hoffen auf große Gewinne und Fortschritt, die anderen verlieren Existenz und Zuhause. Der erschreckenden Wahrheit auf der Spur trifft der schwedische Regisseur Joakim Demmer auf Investoren, Entwicklungsbürokraten, verfolgte Journalisten, kämpfende Umweltaktivisten und vertriebene Bauern. Ein ungeheuerlicher Real-Thriller, der von den scheinbar entlegenen Ecken Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen direkt auf unseren Esstisch führt.


- Regiekommentar -
Die Arbeit an DAS GRÜNE GOLD wurde durch eine scheinbar alltägliche Szene am Flughafen von Addis Abeba vor Jahren ausgelöst. Während ich auf meinen Flug spät nachts wartete, sah ich zufällig müde Arbeiter auf der Rollbahn, die Nahrungsmittel in ein Flugzeug nach Europa luden. Und zur gleichen Zeit war ein anderes Team damit beschäftigt, Nahrungsmittelhilfe aus einem zweiten Flugzeug zu entladen. Ich habe ein bisschen gebraucht, um die tragende Bedeutung hinter der Szene zu begreifen – dieses von Hungersnot geplagte Land, in dem Millionen von Nahrungsmittelhilfe abhängig sind, exportiert tatsächlich Nahrung zu uns.
Die Fassungslosigkeit über das Paradox machte bald einem anderen Gefühl Platz – Wut. Wut gegen die Ungerechtigkeit, dass hunderttausenden Kleinbauern ihr Land geraubt wird, das sie und ihre Ahnen seit Generationen bearbeiten, nur um zu sehen, wie es ausländischen Investoren von der anderen Seite der Welt überlassen wird. Es ist eine unerträgliche Ungerechtigkeit, wie die Existenzgrundlagen dieser Menschen ruiniert werden, das heißt, sie verlieren nicht nur die Möglichkeit, ihre Familien zu ernähren, sondern sie kämpfen auch mit dem Verlust ihrer Kultur und Identität.
Die Wut richtet sich auch gegen die Ahnungslosigkeit, den Zynismus und manchmal auch die reine Dummheit von internationalen Institutionen wie der EU, DFID und der Weltbank. Deren Bestrebungen können oft gut sein, aber in diesem Fall fördern sie letztendlich eine Diktatur und eine desaströse Entwicklung mithilfe unserer Steuergelder, statt den Menschen vor Ort zu helfen.
Ich fühlte auch Scham, als ich mir klar wurde, wie eng Landraub mit uns verbunden ist. Der Zucker in meinem Kaffee, die Baumwolle in meinem T-Shirt und sogar die Blumen für meine Mutter könnten leicht von gestohlenem Land stammen. Unsere Unternehmen, Banken und Pensionsfonds investieren alle in Land. In der komplexen Welt der Globalisierung könnte die Verantwortung so verzettelt sein, dass sie sich scheinbar auflöst. Trotzdem gibt es immer Menschen, die den Preis zahlen, und ihr Schicksal ist real.
Selbst wenn dieses Projekt eine Reise ins Dunkle war, war es auch ein großes Privileg, so viele wunderbare und mutige Menschen in Äthiopien, Südsudan, Kenia und Kambodscha kennenzulernen. Trotz der oft großen Risiken trafen wir immer auf Menschen, die bereit waren, beim Film mitzumachen oder ihn zu unterstützen. Manche haben bereits einen sehr hohen Preis gezahlt. Ihre Motivation speist sich aus der Hoffnung, dass ihre Stimmen gehört werden und die Ungerechtigkeit eines Tages ein Ende finden wird. Das bringt für uns Filmemacher eine große Verantwortung mit sich – dass möglichst viele Menschen von ihren Schicksalen erfahren. Meine persönliche Hoffnung ist es, dass wir ihr Vertrauen verdient haben.
Joakim Demmer


- Der Regisseur Joakim Demmer -
Joakim Demmer, geboren und aufgewachsen in Schweden, begann nach seinem Studium der Fotografie als Kameramann und Cutter zu arbeiten. Sein Regiestudium an der Deutschen Filmund Fernsehakademie Berlin (dffb) schloss er mit dem Dokumentarfilm TOD IN GIBRALTAR ab, mit dem er für den FIRST STEPS Award, den Deutschen Nachwuchspreis, nominiert wurde. Joakim Demmer arbeitet als Regisseur, Produzent und Kameramann mit Sitz in Berlin und Malmö.
Filmografie (Auswahl)
2016 DAS GRÜNE GOLD
2016 IM LAND DER SAMEN – DIE LETZTEN RENTIERNOMADEN
2014 DER SONNENKÖNIG DER MASSAI
2008 FREMDE KINDER: MATADORA PAOLA (TV-Dokumentarfilmreihe, 3sat)
2006 FREMDE KINDER: GATICA AM FLUSS (TV-Dokumentarfilmreihe, 3sat)
2004 ANNA LINDH UND IHR MÖRDER (Dokumentation/Arte)
2003 TOD IN GIBRALTAR


- Die Protagonisten -

ARGAW ASHINE
Argaw ist ein junger und mutiger äthiopischer Umweltjournalist – und einer der Hauptcharaktere des Films. Argaw beschließt, als erster die aktuellen Ereignisse in seinem Land anzuprangern. Wir folgen ihm auf seiner persönlichen Suche nach Wahrheit. Während er Beweise von Vertreibungen sammelt, entdeckt Argaw, dass etwas Fürchterliches in der Region Gambela vor sich geht. Mit ihm gemeinsam reisen wir in diesen entfernten Teil Äthiopiens an der Grenze zum Südsudan. Argaw entdeckt, dass die Regierung ein Entwicklungsprogramm als Vorwand für Vertreibungen missbraucht, um das Land für Investoren freizumachen. Schließlich wird Argaw selbst gezwungen, aus seinem Land zu fliehen, da die Polizei ihn unter Druck setzt, seine Quellen preiszugeben. Die Geschichte des Umweltjournalisten Argaw verdeutlicht die Wichtigkeit von Medien, die frei von der Kontrolle der Regierung und Unternehmen arbeiten können.

OMOT AGWA OKWOY
Omot ist Mitarbeiter des Gambela Nationalparks, der alles daran setzt, den Park vor Investoren zu schützen.
Als wir Omot 2010 zum ersten Mal treffen, arbeitet er im Nationalpark in Gambela und steht kurz davor, sich seinen Traum zu verwirklichen: daraus den zweitgrößten Park Afrikas nach Serengeti zu machen. Aber 2011 werden Teile des Parks an einen ausländischen Investor verpachtet, was zu Zwangsvertreibungen von lokalen Bauern führt. Omot kritisiert den Verkauf des Landes und warnt vor den Folgen, weshalb er entlassen und ihm der Mund verboten wird. 2015 wird Omot verhaftet und ist bis heute im Gefängnis inhaftiert.

IVAN HOLMES
Britischer Investor und zugleich Landwirt, der nach Äthiopien vor Jahren kam und neue Landwirtschaftstechnologien in der Region von Bale (400 km von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt) einführte. Neben dem Zweck, Nahrung für hungrige Menschen im Land zu produzieren, gibt Ivan zu, dass er auch von einer Abenteuerlust angetrieben wird. Trotz etlicher Anfangsschwierigkeiten haben es ihm sein Vorgehen und sein Respekt für die Einheimischen ermöglicht, 1000 Hektar kulturfähiges Land erfolgreich zu bewirtschaften. Ivan glaubt, dass Äthiopien einen starken kommerziellen Landwirtschaftssektor braucht, um genug Nahrung für seine eigene Bevölkerung zu produzieren, aber das kann seiner Meinung nach nur von Menschen mit einer Farmermentatlität erreicht werden, und nicht von einem Investor…


- Was ist Landraub? -
Stellen Sie sich vor, Sie würden eines Tages vom Lärm eines Bulldozers aufwachen und man sagt Ihnen, dass Sie und Ihre Familie das Land, auf dem Sie seit Generationen leben, zu verlassen haben. Und wenn Sie sich weigern, werden Sie gewaltsam dazu gezwungen oder ins Gefängnis gesteckt. Für tausende Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika wird dies zur bitteren Realität.
Die Jagd nach dem grünen Gold hat fast jeden Winkel des Erdballs erfasst. Bald werden Investoren über 55 Millionen Hektar Ackerland kontrollieren – das entspricht einer Fläche, die größer als Deutschland ist. Am stärksten betroffen sind die ärmsten Länder wie Äthiopien. Und bei einigen dieser Verkäufe handelt es sich um sogenannten Landraub: Deals, die ohne die freie, vorherige und informierte Zustimmung der Gemeinden, denen das Land gehört, abgeschlossen wurden. Oftmals ist das Resultat, dass Kleinbauern gezwungen werden, ihr Zuhause zu verlassen und ihre Familien ihre Lebensgrundlage verlieren.
Dabei sind es nicht nur wirtschaftliche Kräfte, die nach mehr Kulturland drängen, sondern sogar unsere Rentenkassen investieren weltweit in Landwirtschaft und Entwicklungsprogramme, die von unseren Steuergeldern finanziert werden.
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 21.09.2017
MEIN LEBEN – EIN TANZ
Ab 28. September 2017 im Kino
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Das Comeback der Flamenco-Ikone LA CHANA. 
Ein Film von Lucija Stojevic. 
Mit Antonia Santiago Amador alias LA CHANA u.a.


"Ich war zum Tanzen geboren. Nächtelang lag ich wach und spielte die Rhythmen in meinem Kopf durch, bis sie ein Teil von mir wurden." Antonia Santiago Amador war unter dem Namen "La Chana" eine der großen Stars in der Flamenco-Welt. Weltweit begeisterte sie das Publikum in den 60er und 70er Jahren mit ihrem einzigartigen Tanz-Stil. Selbst der britische Schauspielstar Peter Sellers, mit dem sie zusammen in "Bobo ist der Größte" zu sehen war, lud sie zu sich nach Hollywood ein. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verschwand La Chana jedoch plötzlich von der Bildfläche. Nach fast 30 Jahren Bühnenabstinenz beginnt La Chana aus Liebe zum Flamenco mit der Arbeit an ihrem Bühnen-Comeback und schenkt dem Zuschauer einen tiefen und doch kurzweiligen Einblick in ihr Leben, auf und hinter der Bühne.
Der Dokumentarfilm MEIN LEBEN - EIN TANZ feierte seine Deutschland-Premiere auf dem Dokfest München 2017 und wurde 2016 auf mehreren renommierten Dokumentarfilmfestivals, u.a. dem IDFA, mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.


PRESSESTIMMEN ZU „MEIN LEBEN: EIN TANZ”
"Allein die Präsenz dieser Frau macht den Film zu einem Erlebnis.“ - kino-zeit.de
"Im Kino gewesen. Getanzt!“ - programmkino.de
"Das bewundernswerte Portrait einer starken Frau [...] Bravo!“ - The Hollywood Reporter
"Kraftvoll und lebendig - ab der 1. Minute!" - Variety


Lucija Stojevic, die Regisseurin und Produzentin von „Mein Leben - Ein Tanz”, wurde in Kroatien geboren und zog im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie nach Österreich. Während ihres Architektur-Studiums in Edinburgh entdeckte się ihre Leidenschaft für den Film und begann ein Film-Studium in Prag. Nach erfolgreichem Abschluss zog es się nach Barcelona, wo się für einige Film-Produktionsfirmen arbeitete und auch als Video-Journalistin, u.a. für The Guardian, tätig war. Durch die Arbeit an „Mein Leben - Ein Tanz” gründete sie ihre Produktionsfirma Noon Films, mit der się nun an mehreren Langfilmprojekten arbeitet.
FILMOGRAPHIE
Buch & Regie
2018 Hunger Brothers (in Entwicklung, Dokumentarfilm)
2016 Mein Leben - Ein Tanz (Originaltitel: LA CHANA, Dokumentarfilm)
2015 Junkyard Palace (Dokumentarfilm)


AUSZEICHNUNGEN
IDFA Dokumentarfilmfestival 2016 – Gewinner Publikumspreis für MEIN LEBEN - EIN TANZ


REGIE-STATEMENT VON LUCIJA STOJEVIC
La Chanas Geschichte stellt eine Reihe von Themen in den Mittelpunkt, die eine aktuelle Relevanz haben: Als La Chana sich dem Ende ihrer physischen Möglichkeiten nähert, muss sie sich neu erfinden. Sie lässt den Zuschauer hierbei nah an sich ran und fordert ihn heraus, sich mit besonderen Themen wie dem Altern, dem plötzlichen Verlust von etwas Identitätsstiftendem und Liebgewonnenem sowie Akzeptanz und Neu-Erfindung zu konfrontieren. Dabei hat La Chanas Vergangenheit auch eine wichtige soziale Relevanz: Sie schenkt uns seltene und intime Einblicke in ihre Welt und wie sie diese als Frau wahrnimmt.
Durch ihre zutiefst persönliche Geschichte, gewinnen wir einen Eindruck über die Rolle und den Stellenwert von Roma-Frauen in der spanischen Gitano-Kultur und was es für Frauen heißt, sowohl häuslichem Missbrauch ausgesetzt zu sein als auch marginalisiert zu werden.
In diesem Film thematisieren wir das Thema des Missbrauchs sehr vorsichtig, um sicher zu gehen, dass wir nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen, verallgemeinern oder unsere Protagonistin einem Risiko aussetzen. Unser Ansatz war es, sehr nah an Chanas individueller und emotionaler Erfahrung von häuslichem Missbrauch zu bleiben: Ihre Einsamkeit, Hilflosigkeit, Isolation und das Gefühl, dass sie in einem Teufelskreis gefangen war, in dem sie ihr eigenes Umfeld paradoxerweise sowohl unterstütze als auch einsperrte.
Ich glaube, dass es überaus wichtig ist, Geschichten aus dem Leben von Frauen zu erzählen und in diesem Dokumentarfilm konnten wir die wunderbare Geschichte einer starken Frau erzählen, der es gelang, durch ihre Kunst einen Überlebenswillen zu entwickeln. Ich hoffe, dass diese Geschichte auch junge Frauen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, dazu ermutigt, für ihre Träume zu kämpfen.
Quelle: Verleih
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 14.09.2017
KÖRPER UND SEELE
Ab 21. September 2017 im Kino
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Die introvertierte Maria (Alexandra Borbély) und ihr neuer Kollege Endre (Géza Morcsányi) stellen durch einen Zufall fest, dass sie Nacht für Nacht denselben Traum teilen. Verwirrt und erstaunt über diese intime Verbindung suchen die beiden zaghaft auch tagsüber die Nähe des anderen.


Ein Film von Ildikó Enyedi
Mit Géza Morcsányi und Alexandra Borbély


Der Berlinale-Gewinner erzählt die außergewöhnliche Liebesgeschichte zweier verletzter Seelen in einer kunstvollen Bildsprache und mit einem feinsinnig-lakonischen Humor. Die beiden Hauptdarsteller beeindrucken mit ihrem zarten und zugleich intensiven Spiel.
KÖRPER UND SEELE ist ein magisches Arthouse-Highlight, das nicht nur die Berlinale-Jury überzeugte, sondern auch zum Publikumsliebling des Festivals avancierte. Der Film wurde auf der diesjährigen Berlinale zudem mit dem Fipresci-Preis des Internationalen Verbandes der Filmkritik und dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet.

INHALT

Maria (ALEXANDRA BORBÉLY), die neue Qualitätskontrolleurin am Schlachthof, wird von allen Seiten kritisch betrachtet: Sie bewegt sich seltsam steif, fast roboterhaft, hat einen starren Blick, ist einsilbig und unzugänglich und sie meidet jeden Kontakt mit ihren Kollegen. In der Kantine setzt sie sich allein an einen Tisch, obwohl Personalchef Jenő (ZOLTÁN SCHNEIDER) ihr zuwinkt. So eine werde nur Probleme machen, sagt er zu Endre (GÉZA MORCSÁNYI), dem Leiter des Schlachthofs.
Doch der ist sofort interessiert an dieser attraktiven, aber eigenartigen jungen Frau – ohne zu wissen warum. Sein Versuch, sie beim Small Talk in der Kantine kennenzulernen, scheitert: zu schroff sind ihre Antworten, zu unbeholfen ist ihr Auftreten. Schon bald wagt er einen zweiten Anlauf, diesmal auf Bitten der Kollegen: Denn Maria ist bei der Arbeit extrem penibel. Sie stuft die Rinder schon als zweitklassig ein, wenn eine Fettschicht zwei Millimeter breiter ist als vorgeschrieben. Endre ist ein integrer Mann, aber so genau müsse man ja auch nicht alles nehmen, findet er. Doch auch hier dringt er nicht zu Maria durch.
Nach einem Diebstahl am Schlachthof befragt die Psychologin Klára (RÉKA TENKI) mehrere Mitarbeiter und stellt dabei etwas Seltsames fest: Endre und Maria hatten in der Nacht zuvor denselben Traum. Darin streifen sie friedlich durch einen verschneiten Wald – als Hirsch und Hirschkuh, die zärtlich und in inniger Harmonie miteinander leben, frei und würdevoll, im Einklang mit der Natur. Endre versucht das als Zufall herunterzuspielen, doch er ist aufgewühlt – wie auch Maria.
Am nächsten Tag stellen die beiden fest, dass sie in der Nacht wieder denselben Traum hatten. Sie beginnen, ihre nächtlichen Erlebnisse füreinander aufzuschreiben und sie dem anderen als endgültigen Beweis vorzulegen. Denn beide wollen die Zuneigung und Nähe, die sie in ihren Träumen füreinander empfinden, nicht einfach ignorieren. Vorsichtig versuchen sie sich auch in der Realität näher zu kommen, in ganz kleinen Schritten. Doch wie soll das diesen beiden Menschen gelingen – bei all den Widerständen, die sie in sich spüren, bei all den Wunden in ihren Seelen?
Endre hat mit der Liebe längst abgeschlossen, hat sich nach vielen Enttäuschungen in ein einsames, tristes, aber risikofreies Leben zurückgezogen – ein Leben zwischen Arbeitsplatz, Fast-Food-Restaurant, Krämerladen und Fernsehcouch. Er ist verschlossen, hat Angst vor Zurückweisung. Und auf keinen Fall möchte sich dieser alternde Mann mit dem gelähmten Arm vor einer jungen Frau lächerlich machen.
Marias Probleme sind noch viel größer: Sie leidet unter einem Ordnungszwang, räumt nicht nur jeden Krümel vom Tisch, sondern merkt sich jeden Satz, jedes Ereignis und sortiert alles in ihrem phänomenalen Gedächtnis nach Datum und Reihenfolge. Nur Menschen passen nicht in diese Ordnung: Maria hat Angst vor Begegnungen und vor allem vor Berührungen.
Dennoch treffen sich Endre und Maria immer wieder, gehen miteinander essen versuchen sogar, nebeneinander einzuschlafen, um sich nicht nur im Traum nahe zu sein. Wirkung zeigen bei Maria allerdings erst die Ratschläge ihres alten Kinderpsychologen. Sie findet ein Lied, das ihre Seele öffnet, und sie trainiert, Berührungen zu ertragen.
Maria baut ihre inneren Widerstände immer weiter ab. Doch als sie bereit ist, sich Endre zu öffnen, nimmt ihre zarte Beziehung zueinander eine neue, dramatische Wendung.


REGIEKOMMENTAR VON ILDIKÓ ENYEDI
CONDITIO HUMANA
In all meinen Projekten kommt die Geschichte als allerletztes. Dieser Film begann, wie alle meine anderen Filme, mit dem Wunsch, meine Sicht auf die conditio humana, die menschliche Natur und die Bedingungen des Menschseins zu teilen, auf die Art und Weise, wie wir unser Leben leben. Außerdem wollte ich von Anfang an eine überwältigende, leidenschaftliche Liebesgeschichte erzählen – auf so wenig überwältigende und leidenschaftliche Weise wie möglich.
Ich lese viele Gedichte, das ist mein Refugium, und der wahre Ausgangspunkt war ein Gedicht der ungarischen Dichterin Ágnes Nemes Nagy. Diese vier Zeilen dienten als Motto für das Drehbuch:

The heart, a sputtering flame to light,
the heart, in mighty clouds of snow,
and yet inside, while flakes sear in their flight,
like endless flames of a burning city glow.

Ich bin ein eher zurückgezogener Mensch, und deshalb weiß ich, was sich unter einer ruhigen, grauen Oberfläche verbergen kann. Wie viel Schmerz, Verlangen oder Leidenschaft – der Heroismus des Alltags. Wenn ich die Straße entlanggehe und in die Gesichter der Menschen sehe, weiß ich immer: Selbst hinter dem langweiligsten, einfältigsten, plumpsten Gesicht kann sich Erstaunliches verbergen. Deshalb wollte ich irgendwie dieses Gefühl vermitteln: nichts an der Oberfläche, aber so viel im Inneren!



ANTRIEBE, SITUATIONEN UND FRAGEN
Die zentrale Idee für die Storyline kam in einem einzigen Moment: Wie wäre es, jemandem zu begegnen, der nachts dasselbe träumt wie man selbst? Wie würde man reagieren? Wäre man begeistert? Würde man Angst bekommen? Oder es lustig finden? Oder ziemlich aufdringlich? Oder vielleicht – romantisch? Situationen, die als Antriebe wirken, sind das Beste für einen Film. Situationen, die Fragen aufwerfen, auf die man unbedingt eine Antwort erhalten möchte, die dann wieder neue Fragen aufwirft. Wenn man den Schock erstmal überwunden hat, was würde man mit den neuen Erkenntnissen anfangen? Würde man sein Herz dieser anderen Person öffnen? Aber was, wenn man überhaupt kein romantischer Mensch ist? Wenn man bei jedem Gedanken an esoterischen Mist erschaudert? Wie wäre es für jemanden, der sich schwer tut, mit seinen Gefühlen umzugehen? Wie würde man dem Fremden begegnen, mit dem man in der Nacht zuvor zarte Träume geteilt hat? Würde man tagsüber dieselbe Nähe und Zuneigung herzustellen versuchen? Was wäre, wenn das überhaupt nicht funktionieren würde? Wenn man noch nicht mal die erste, missratene Verabredung halbwegs überstehen würde? Und die zweite Verabredung eine Katastrophe würde? Und die dritte besonders erbärmlich? Würde man dann aufgeben? Und wenn man aufgäbe, würde man das aushalten? Könnte man mit dem Wissen leben, dass die Person, die einem nachts ein Seelenverwandter ist, tagsüber fremd bleibt? Würde man da nicht einfach sterben? Diese Fragen führen uns durch den Film bis zum letzten Moment, denn selbst da gibt es noch eine Frage, auf die man wartet.


VERWUNDET AM MODERNEN ARBEITSPLATZ
Der Schlachthof im Film ist kein archaisches, blutgetränktes Schlachthaus. Er ist ein ordentlicher, wohlorganisierter moderner Arbeitsplatz, an dem gewissenhaft alle Vorschriften eingehalten werden. Er ist der Spiegel unserer westlichen Gesellschaft. Seitdem wir die tröstenden, stützenden Rituale der Religion verloren haben (zumindest die meisten von uns), sind wir ratlos, wie wir mit den wichtigsten Momenten unseres Lebens umgehen sollen: Geburt, Liebe, Tod. Das Ritual, das Wissen, dass man einen heiligen Moment erlebt, hat früher geholfen, diese Momente zur Gänze auszuleben. Seit dieses solide Gerüst verlorengegangen ist, versucht die Gesellschaft mit diesen Momenten auf praktische Weise umzugehen. Das verwandelt einen selbst in ein Objekt, und es verwandelt geliebte Menschen in Objekte. Ich weiß das, denn ich habe drei Kinder in einem Krankenhaus zur Welt gebracht, eines davon habe ich wegen eines medizinischen Fehlers verloren, der viel mit dieser unmenschlichen Praktikabilität zu tun hatte. Und ich habe meinen Vater während der letzten drei Monate seines Lebens im Labyrinth des Gesundheitswesens begleitet. Alles, was ich erlebt habe, hat mich zutiefst verletzt. Wenn ich sehe, wie diese Tiere in Lastwägen am Schlachthof ankommen, denke ich nicht nur an ihren Tod, sondern auch an ihr vorangegangenes Leben. Dieses enge, eingeschränkte Leben der Tiere, denen vollständig die Erfüllung vorenthalten wird, die darin liegt, ihre Instinkte ausleben zu dürfen.
Meine beiden Helden, Endre und Maria, sind nicht nur introvertiert. Sie sind Verwundete. Ihre Handicaps sind Ausdruck ihrer inneren, mentalen Gesundheit. Sie reagieren auf ihre Umwelt (und damit meine ich nicht den Schlachthof, sondern die Gesellschaft im Allgemeinen), die nicht für sie gemacht ist – oder für irgendjemand anderen.


IM SCHLACHTHOF
Wir haben eine Woche lang im Schlachthof gedreht und natürlich waren wir auch während der Vorbereitung oft dort. Der Besitzer ist ein Selfmademan, er begann als Metzger und hat sich dann hochgearbeitet. Er hat das Gebäude selbst entworfen, stellt persönlich sämtliche Mitarbeiter ein. Unsere ganze Crew war berührt von dem natürlichen, instinktiven Respekt und der Zärtlichkeit, mit der die Arbeiter die Tiere behandeln. Wie sie sie berühren, mit ihnen sprechen. Nach der Ankunft verbringen die Rinder einen Tag im Schlachthof, bevor sie getötet werden.
Am erschütterndsten war nicht das Töten, das Aufschneiden oder wie ein sehr komplexes Wesen in wenigen Minuten in ein Objekt verwandelt wird. Am schrecklichsten war, wie die Tiere friedlich da saßen, ganz still, und darauf warteten, getötet zu werden. Ihre Augen. Was ich da sah, diese unausgesprochene Brüderlichkeit, diese Verbindung zwischen Ermordetem und Mörder, zwischen Tieren und Arbeitern, hatte etwas von dem Wissen der früheren Stammeskulturen: Sie jagten das Tier, töteten es und dankten ihm für das Fleisch. Sie dankten dem Tier dafür, dass es sie am Leben hielt.



EINE WICHTIGE LEKTION FÜRS LEBEN
Es war sehr mutig vom Besitzer, uns zu empfangen. Er ist dadurch das Risiko eingegangen, von verschiedenen Seiten angegriffen zu werden. Abseits der Arbeitszeiten hatten wir jegliche Freiheiten (Tiere werden nur an drei Tagen der Woche geschlachtet, an den übrigen Tagen wird das Fleisch verarbeitet). Nachdem wir den Schlachthof wieder verlassen hatten, wurde alles desinfiziert. Dennoch mussten wir Sanitärkleidung tragen und unsere Schuhe abdecken.
Aber er machte auch deutlich, dass er uns nicht erlauben würde, mit den Tieren „herumzuspielen“: Zum Beispiel hätte er die Rinder unseretwegen niemals ein zweites Mal aus den Fahrzeugen aussteigen und die Rampe herunterlaufen lassen. Ich habe diesen Mann sofort in mein Herz geschlossen. Als er später gesehen hatte, wie wir arbeiten, entwickelte sich eine echte, herzliche Freundschaft zwischen ihm und unserer Crew.
Bevor wir zum Schlachthof fuhren, saßen wir zusammen und besprachen, welche Erfahrung vor uns liegt. Mein Kameramann Máté Herbai und ich waren schon oft dort, aber viele Teammitglieder haben einen solchen Ort zum ersten Mal gesehen. Um die Erfahrung abzuschließen, aßen wir zu Mittag in einem nahegelegenen Restaurant, das ebenfalls dem Besitzer gehört. Uns wurde ein Ragout serviert, dessen Fleisch von den Tieren stammte, die im Schlachthof getötet wurden – Tiere, die wir davor gesehen hatten. Ich denke, das war für alle eine wichtige Lektion fürs Leben: schlussendlich zu erfahren, wie das leckere Essen auf den Teller kommt. Wir sollten wissen, wie das Steak auf dem Tisch landet, so wie wir wissen sollten, wie unser iPhone oder neue Kleidung hergestellt werden. Und dann, mit diesem Wissen, sollten wir entscheiden, was wir essen, was wir kaufen, wie wir unser Leben leben.



ALEXANDRA BORBÉLY ALS MARIA
In Ungarn haben viele Menschen, die sie aus dem Theater kennen, Alexandra Borbély im Film gar nicht erkannt. Die Reaktionen lauteten typischerweise: „Wer ist diese erstaunliche junge Schauspielerin? Die habe ich noch nie gesehen!“ Der Film zeigt die bemerkenswerte Bandbreite ihres Könnens. Im wahren Leben und den meisten ihrer Rollen ist Alexandra Borbély eine ausgelassene, extrovertierte, dynamische, heiße, erotische junge Frau. Ich weiß auch nicht, wieso ich dachte, dass sie die richtige sei – vielleicht weil ich großes Vertrauen in ihr Talent habe. Ich denke, sie ist nicht einfach nur eine sehr gute Schauspielerin, sondern sie ist eine der wenigen großen Schauspielerinnen. Sie musste tief in sich hineintauchen und diese Maria aus ihrem Inneren erschaffen. Es war für mich einzigartig zu sehen, wie sie arbeitet. Ich hatte in meiner Karriere immer wieder das Glück, mit großartigen Schauspielern arbeiten zu können (beispielsweise den beiden besten Tarkowskij-Schauspielern), aber Alexandra bei der Arbeit zuzusehen war etwas, das ich noch nie erlebt hatte. Dieser scheinbar einfache Film war der schwierigste, fragilste von allen. Jeder, der dabei war, vom Requisiteur bis zum Oberbeleuchter, musste sich in jeder Sekunde auf die innere Antriebskraft des Films konzentrieren. (Ich könnte hier davon berichten, wie wir die Salz- und Pfefferstreuer gecastet haben oder welch lustige Diskussionen wir darüber geführt haben, was Plastik, Metall und Holz jeweils repräsentieren etc.). Als Alexandra diese Maria in sich entdeckt hatte, konnte sie nichts mehr falsch machen. Ihre Rolle ist besonders anspruchsvoll, da sie in den schwierigsten, wichtigsten Szenen allein ist und keine Energie aus der Reaktion ihres Spielpartners ziehen kann. Marias Charakter durchläuft einen tiefen Wandel, eine Art emotionalen und sinnlichen Lernprozess.
Sie riskiert viel, als sie ihren sicheren Panzer verlässt und ins Leere tritt. Sie durchläuft diesen gefährlichen Prozess in scheinbar einfachen Handlungen: wenn sie Kartoffelpüree anfasst, Pornos anschaut etc. Es lag an Alexandras Leistung, dass sich diese einfachen Szenen gleichzeitig mit Spannung, Sinnlichkeit, Erotik und Humor aufluden. Ich bin ihr sehr dankbar und hoffe, dass dieser Film ein größeres Publikum auf ihr Talent aufmerksam macht.


GÉZA MORCSÁNYI ALS ENDRE
Unser Hauptdarsteller Géza Morcsányi ist in Ungarn sehr bekannt, allerdings nicht als Schauspieler. Er leitete zwanzig Jahre lang den wichtigsten Verlag und prägte so die ungarische Literaturszene entscheidend. Er nahm sich der Karrieren seiner Autoren mit großem Wissen, Geschmack, Feingefühl, Autorität und Sorgfalt an.
Er arbeitete mit einigen der Größten und sie wurden seine Freunde: Nobelpreisträger Imre Kertész, Péter Esterházy. Géza Morcsányi ist eine starke, charismatische Person, die viel mit unserer Figur Endre gemein hat: den Anstand, die Integrität, den trockenen Humor, die große Persönlichkeit. Er hat alles, was nötig ist, damit dieser alternde, gelähmte Mann, der sein Leben lang an einem derart unglamourösen Ort gearbeitet hat, zu unserem Helden werden kann.
Ich habe einmal die kluge Definition eines Hollywood-Produzenten gelesen, was einen Filmstar ausmacht: Stärke und Verletzlichkeit (denken Sie nur an Humphrey Bogart …). Géza hat beides.
Ich wollte eine große, leidenschaftliche Liebesgeschichte erzählen. Dafür braucht man Helden, denen man sich auf eine tiefe und komplexe Weise nahe fühlen kann. Unsere beiden Hauptdarsteller haben das mit radikal unterschiedlichen Mitteln erreicht, so wie sie ja auch radikal unterschiedliche Hintergründe haben. Doch sie haben ihre Aufgabe perfekt erfüllt, jedenfalls für mich.
Géza erinnerte mich vom Typ her an Clint Eastwood in GRAN TORINO: Ein Mann, der überzeugt war, dass er zu alt sei, dass er aus allem raus sei – und dann zeigt, dass das Gegenteil der Fall ist, und das Leben eines jungen Mannes rettet. Auch unser Endre riskiert eine Menge, als er seine erbärmliche Komfortzone verlässt: einen endlosen Kreislauf aus Arbeitsplatz, Fast-Food-Restaurant und zwei Bieren vor dem Fernseher. Als er sich Maria öffnet, riskiert er, sich lächerlich zu machen und die letzten Reste seines Selbstwertgefühls zu zerstören.
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Donnerstag 07.09.2017
PORTO
Ab 14. September 2017 im Kino
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Porto, die alte portugiesische Hafenstadt mit ihrer mysteriösen, fast morbiden Atmosphäre ist der Ort, an dem Jake (Anton Yelchin) und Mati (Lucie Lucas) aufeinandertreffen. Beide sind fremd in der Stadt, beide sind Außenseiter, und beide sind auf der Suche. Als sie sich begegnen, ist es Anziehung, ja, Liebe auf den ersten Blick. Fremd, doch zugleich vertraut, stürzen sie sich Hals über Kopf in eine Affäre. Es ist nur eine einzige Nacht, die sie miteinander verbringen. Aber die Zeit scheint still zu stehen. Mit Blicken, Gesten und Worten schaffen sie eine geheimnisvolle und doch unauflösbare Verbindung. Die Vergangenheit lässt sich nicht zurückholen, aber die glücklichen und leidvollen Erinnerungen hinterlassen bei beiden ihre Spuren. Für immer.
PORTO ist der erste Spielfilm des amerikanisch-brasilianischen Regisseurs Gabe Klinger, gleichzeitig einer der letzten von Anton Yelchin (STAR TREK, ONLY LOVERS LEFT ALIVE), der im Juni 2016 auf tragische Weise ums Leben kam. Entstanden ist der Film unter der Mitwirkung von Jim Jarmusch (DEAD MAN, BROKEN FLOWERS) als Ausführender Produzent. Seine Weltpremiere feierte PORTO auf dem Internationalen Filmfestival San Sebastian, weitere Festivaleinladungen u. a. zum 60. BFI London Film Festival, dem Zürich Filmfestival und den 50. Internationalen Hofer Filmtagen folgten.
Bereits 2013 gewann Gabe Klinger bei den 70. Internationalen Filmfestspielen von Venedig den VENEZIA CLASSICI AWARD für den besten Dokumentarfilm (DOUBLE PLAY: JAMES BENNING AND RICHARD LINKLATER).
"The presence of the late Anton Yelchin amplifies the bittersweet melancholy of Gabe Klinger's graceful romantic miniature ... A film that's in love with love, in love with cinema, and concerned that neither is built to last." (Variety)

Ein Film von Gabe Klinger
Mit Anton Yelchin, Lucie Lucas, Françoise Lebrun, Paulo Calatré u.a.

ANTON YELCHIN (JAKE)
Anton Yelchin begann seine Schauspiel-Karriere im Alter von 9 Jahren und hat in über 30 Filmen mitgespielt. Sein Durchbruch gelang ihm durch eine Rolle in der Serie EMERGENCY ROOM und dem Film HEARTS IN ATLANTIS, für den er den Young Artist Award gewann. Zu seiner Filmografie zählt Jim Jarmuschs ONLY LOVERS LEFT ALIVE; J.J. Abrams STAR TREK: INTO DARKNESS und Nick Cassavetes ALPHA DOG. In LIKE CRAZY, der auf dem Sundance Festival den Grand Jury Preis gewann, spielte Anton Yelchin an der Seite von Jennifer Lawrence und Felicity Jones und neben Nicolas Cage spielte er in THE DYING OF THE LIGHT von Paul Schrader, so wie in WEG MIT DER EX von Joe Dante und in Jeremy Sauliers GREEN ROOM. Yelchin starb am 19. Juni 2016 im Alter von 27 Jahren an den Folgen eines schweren Autounfalls.

LUCIE LUCAS (MATI)
Lucie Lucas ist seit Ihrer Kindheit Schauspielerin und hat schon bei mehreren Theaterstücken, Fernsehserien und Filmen mitgespielt. Dazu zählen der Spielfilm 15 ANS ET DEMI mit Daniel Auteuil und LE MISSIONAIRE. Seit 2010 spielt sie den Hauptcharakter in der beliebten Fernsehserie CLEM von TF1. Lucas hatte einige nennenswerte Rollen, z.B. in THE LITTLE MURDERS OF AGATHA CHRISTIE, LE PIGEON oder der französischen Comedy-Serie NON CHERS VOISINS, die immer noch läuft. PORTO ist ihr erster englisch-sprachiger Film und ihre erste große Rolle in einem Spielfilm.

GABE KLINGER (REGISSEUR)
Gabe Klinger ist ein preisgekrönter Filmemacher, Professor und Autor. Seine umjubelte Dokumentation DOUBLE PLAY gewann 2013 auf dem Filmfest Venedig einen Löwen in der Kategorie „Beste Dokumentation“ und wurde auf über 100 Events und Tagungen aufgeführt, darunter das SXSW, dem Rotterdam Filmfestival, dem Internationalen Dokumentationen Filmfest Kopenhagen (CPH:DOX), dem Toronto International Filmfestival und dem IFC Center. Klingers Artikel aus seiner Zeit als Filmkritiker wurden in der Sight & Sound, dem Film Comment und Cinema Scope veröffentlicht. Klinger hat an der Universität Illinois und dem Columbia College den Studiengang Film unterrichtet.

JIM JARMUSCH (EXECUTIVE PRODUCER)
Jim Jarmusch ist Regisseur, Musiker, Filmproduzent und eine der größten Ikonen des Welt- und Independent-Kinos. Seinen Durchbruch hatte er 1984 mit dem Spielfilm STRANGER THAN PARADISE, der auf dem Cannes Filmfestival mit der Camera d´Or ausgezeichnet und zu einem seiner berühmtesten amerikanischen Filme wurde. Zu seinen Werken zählen außerdem Klassiker wie DOWN BY LAW, DEAD MAN, GHOST DOG und BROKEN FLOWERS. Seine letzen beiden Filme ONLY LOVERS LEFT ALIVE und PATERSON wurden auf den Filmfestivals in Cannes, Toronto und New York gezeigt und überall auf der Welt vertrieben.
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Donnerstag 31.08.2017
EINE FANTASTISCHE FRAU
Ab 07. September 2017 im Kino
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Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat  ihretwegen seine Familie verlassen. Als die beiden nach Marinas Geburtstagsfeier nach Hause kommen, bricht Orlando plötzlich zusammen und reagiert nicht mehr. Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen.
Die Ereignisse überschlagen sich: Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert, Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus, die gemeinsame Wohnung  soll  sie  möglichst rasch verlassen. Für Marina beginnt ein Kampf, den sie längst hinter sich gelassen glaubte, ein Kampf um ihre Liebe und ihr Recht auf Trauer, den sie mit der ihr eigenen Kraft und Energie angehen wird.

Ein Film von Sebastian Lello
Mit: Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco u.a.


Interview mit Sebastian Lelio

Wie würden Sie Ihre Herangehensweise an„Eine fantastische Frau“ beschreiben?
In gewisser Weise sollte mein neuer Film seiner Hauptperson  gleichen. Wie Marina sollte  er keine  Scheu vor dem Vergnügen kennen und wie sie eine mitreißende und leuchtende Oberfläche besitzen. Im besten Fall ein erzählerischer und visueller Genuss, aufgeladen mit grundsätzlichen menschlichen Fragen.

Warum war es Ihnen wichtig, dass Marina, die Hauptfigur Ihres Films, transsexuell ist?
Weil  alles,  was  der  Hauptfigur  passiert,  dadurch  verstärkt wird.  Ihre  Einsamkeit  genauso  wie  ihre  emotionale  Kraft. Die  Tatsache,  dass  Marina  transsexuell  ist,  verändert  die Geschichte, macht sie bewegender, intensiver. Natürlich habe ich mich bereits zu einem frühen Zeitpunkt, noch weit  vor  der  Drehbuchphase,  mit  Transsexuellen getroffen. Schließlich erzählte mir jemand von Daniela Vega, einer jungen Schauspielerin und Sängerin. Zunächst habe ich sie ausschließlich als Beraterin in Erwägung gezogen. Als ich sie dann zum ersten Mal sah, war ich hin- und weg von ihrer Präsenz und ihrer Anmut. Wir haben stundenlang geredet, ich war wirklich überwältigt. Letztendlich war ich mir erst nach dieser Begegnung sicher, dass ich diesen Film  wirklich machen wollte, und zwar mit einem realen Charakter: Ich wusste auch, dass ich den Film nur mit einer transsexuellen Schauspielerin drehen würde oder eben gar nicht. Wahrscheinlich hatte ich Daniela damals bereits im Hinterkopf, aber es war zu früh, um mir das selbst einzugestehen. Also haben wir uns erst einmal weiter per Skype ausgetauscht, monatelang. Ich lebte damals in Berlin, sie in Santiago. Währenddessen schrieb ich am Drehbuch, und wir redeten und redeten, ich habe ihr viele Fragen gestellt.
Daniela Vega hat viel über Diskriminierungen gesprochen, über die Spannungen und Aggressionen in unterschiedlichen Situationen. Sie hat auch darüber gesprochen, wie sich Gewalt zeigt: ganz direkt oder auch subtil und wie sich Menschen dazu verhalten. Das alles ist, neben tausend anderen Dingen, ins Drehbuch eingeflossen.

Wann haben Sie endgültig beschlossen, Daniela Vega als Marina zu besetzen?
Unmerklich  wurde aus Daniela Marina und  aus Marina Daniela. Als ich die erste Fassung des Drehbuchs fertig hatte, wusste ich, dass ich Daniela in der Rolle der Marina wollte. Ich habe ihr dann das Drehbuch geschickt und sie gefragt, ob sie Marina spielen und den Film tragen wolle - war vollkommen überrascht. Sie las das Script, ging tanzen und danach sagte sie zu.

Daniela Vega war keine sehr erfahrene Schauspielerin, haben Sie das als Risiko gesehen?
Sie hatte ein paar Rollen am Theater gespielt und auch einen kleineren Film gedreht, und sie  ist eine lyrische Sängerin - kurzum: Sie  ist eine Künstlerin. Zugleich sehr jung und unerfahren. Das war natürlich eine Herausforderung, für sie und für mich. Denn sie trägt den Film auf ihren Schultern. Dabei geht es um alles oder nichts!

Sie ist ja in fast jeder Einstellung zu sehen.
Nur  nicht am Anfang, da sieht man erst ihren Geliebten, dann wechselt die Perspektive. Daniela musste Tanzen und Autofahren lernen, sie hatte ein gewaltiges physisches Trainingsprogramm. Sie musste Unterricht für Popgesang nehmen, denn Pop war nicht ihr Metier. Sie ist die Protagonistin, sie tanzt, singt, stemmt sich gegen den Wind, bewältigt einfach alles. Das emotionale Spektrum der Rolle ist enorm – eine große Aufgabe für eine Schauspielerin.

Unter welchen Bedingungen leben Transsexuelle  in Chile?
Im Film wird  Marina von einer Kommissarin wie eine Kriminelle behandelt. Ein Polizist spricht sie mit männlichem Namen an. Das ist brutal, und es entspricht der Realität. Daniela Vega reist  mit einem Pass, in dem ihr männlicher Geburtsname steht. Sie konnte ihren Namen bisher gesetzlich nicht ändern, auch jetzt nicht, wo sie viel in der Welt unterwegs ist und das Land mit diesem Film vertritt.

Sie engagiert sich in vielen Talkshows für die Rechte von Transsexuellen.
Ja, aber ohne einer Organisation anzugehören. Die Zeit war irgendwie reif für diesen Film, er landete in Chile genau in dem Moment, in dem die Gesellschaft sich für etwas Neues zu öffnen schien. „Eine fantastische Frau“ wurde sehr gut aufgenommen,  hatte viel öffentliche Aufmerksamkeit, das hat mich selbst überrascht. Ich hatte viel mehr Ablehnung und Kontroversen erwartet.

Dabei ist „Eine fantastische Frau“ keineswegs ein Debattenfilm.
Diese Ebene wollte ich überwinden. Manchmal sind Thesen-Filme  notwendig, aber  ich selbst möchte sie nicht machen. Die Hauptfigur meines Films ist transsexuell, und das zwingt den Film dazu, selbst in jeder Hinsicht „trans“ zu sein. Man könnte sagen – es ist ein Film mit multipler Identität. Er ist nicht auf irgendetwas reduzierbar, man kann ihm kein Label aufdrücken, ich glaube, er ist ein Film gegen Labels, der Film urteilt nicht über Marina, die Hauptfigur, er hebt sie hervor, er erforscht sie, manchmal feiert er sie.

Lassen Sie uns über die visuelle Sprache Ihres Films reden. Auffällig sind die häufigen Close-Ups, und anders als etwa in „Gloria“ benutzen Sie ganz offensichtlich keine Handkamera.
Richtig, in diesem Film überhaupt nicht. Dieser Film ist anders. Ich betrachte ihn als „trojanisches Pferd“, falls man das als positiven Begriff nutzen kann: Er sieht aus wie ein Film, ist unter ästhetischen Gesichtspunkten attraktiv, vielleicht sogar prachtvoll, mit einer schönen visuellen Handschrift – und  in seinem Zentrum steht eine transsexuelle Frau. Die klassische filmische Anmutung kollidiert mit einer leider immer noch nicht klassischen Film-Figur. Das meine ich mit „trojanischem Pferd“. Einer Stadt wird ein Geschenk gemacht, es sieht schön aus, aber in seinem Inneren befindet sich etwas anderes. Damit müssen die Beschenkten nun klarkommen, sie haben das Geschenk akzeptiert. Aber anders als in der Sage handelt es sich hier nicht um einen Verrat. Das Innere des trojanischen Pferds ist in diesem Fall eine Einladung, tiefer zu gehen. Marina  ist eigentlich eine kubistische Figur. Sie oszilliert die ganze Zeit über, sie sieht in jeder Einstellung anders  aus.  Was  die  Close-Ups betrifft: In dieser Hinsicht stimme ich Ingmar Bergman zu, der sagte, es gibt keine komplexere Landschaft als das menschliche Gesicht. Das ist der Kosmos.

Was sehen Sie in Marinas Gesicht?
Abgesehen von seiner Schönheit sehe ich auch die große, hochwirksame kinematographische Präsenz. Kino ist dann am besten, wenn das, was man sieht,  nicht genau das ist, was man sieht - so paradox es klingt. Man sieht etwas und zugleich etwas anderes, etwas, das man hineinprojiziert. Und Marina hat die perfekte Präsenz dafür, weil sie sich ständig verändert. Die Wahrnehmung, die wir von ihr haben, bleibt in Veränderung, sie  ist sehr feminin, sie ist sehr maskulin, sie ist sehr schön, sie kann sehr herb sein, man möchte sie küssen, man würde sie nie küssen, man denkt, sie ist verrückt, dann wieder hält man sie für vollständig vernünftig. Man kann überall hingelangen mit ihr. Das  ist fantastisch! Ich spreche immer von der Figur, nicht von Daniela Vega. Und ich glaube, diese oszillierende Präsenz ist pures Kino.

Sie haben eine deutsche Co-Produzentin, Maren Ade, wie kam es dazu?
Darauf bin ich sehr stolz, und ich kannte sie vor ihrem Film „Toni Erdmann“! Maren Ade und Janine Jackowski, ihre Partnerin in der gemeinsamen Firma Komplizen Film, hatten  „Gloria“ gesehen. Sie mochten ihn und luden mich zum Lunch ein. Ich war zu dieser Zeit viel in Berlin und die beiden signalisierten mir ihr Interesse an meinem nächsten  Film. Sie liebten das Script, und sie waren die besten Partner, die ich mir hätte wünschen können. Dann kam „Toni Erdmann”! Ich verehre diesen Film, und habe mich sehr gefreut für Maren Ade und Komplizen Film. Toll, dass sie nun Teil meines Films sind. Die gesamte Post-Produktion wurde übrigens auch in Berlin gemacht.

Sie haben einmal gesagt, Sie lieben Frauen, solange sie singen oder Autofahren...
Ja, das war ein Spaß. Aber wahr ist: Ich liebe sie. Und ja, Frauen singen oft in meinen Filmen. Die Musik ist mir sehr wichtig.  Marina singt zu Beginn einen  Salsa, „Periódico de ayer“ von Héctor Lavoe. Die Arie „Ombra mai fu“ am Ende des Films stammt aus Händels Oper „Xerxes“. Es ist eine Arie voller Dankbarkeit für einen Baum, seinen Schatten,- seine Freundlichkeit, es ist eine sehr schöne Arie. Ist die Liebe zu Bäumen nicht etwas sehr Deutsches?


Biographie Sebastian Lelio

Sebastián Lelios erster, gleich vielfach ausgezeichneter Film „La sagrada familia” (2006), erlebte seine Premiere beim San Sebastián Film Festival. „Navidad” wurde mit Unterstützung der Cannes Cinéfondation Residence geschrieben und feierte 2009 seine Premiere bei der Director’s Fortnight. „El año del tigre” wurde beim Locarno Film Festival 2009 präsentiert. Sebastián Lelio erhielt in der Folge ein Guggenheim-Stipendium sowie die Unterstützung des Berliner Künstlerprogramms DAAD. Sein vierter Spielfilm „Gloria” bescherte ihm den internationalen Durchbruch und seiner Hauptdarstellerin Paulina García einen Silbernen Bären als beste Schauspielerin bei der Berlinale 2013.
„Gloria” repräsentierte Chile bei der Oscar-Verleihung  und beim Goya Filmpreis. Das National Board of Review wählte ihn als einen der fünf besten Filme des Jahres aus; zudem wurde er für den Independent Spirit Award for Best International Film nominiert. „Eine fantastische Frau” wurde durch die Berlinale Residency unterstützt. Der Film ist eine Koproduktion von Fabula (Chile), Participant Media (USA), Komplizen Film (Deutschland), Muchas Gracias (Chile) und Setembro Cine (Spanien).
Sein erster englischsprachiger Spielfilm „Disobedience”, mit Rachel Weisz, Rachel McAdams und Alessandro Nivola in den Hauptrollen, befindet sich gerade in der Postproduktion.
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