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Start: Freitag 10.11.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.09.2018
München Pinakothek der Moderne: HELLA JO NGERIUS & LOUISE SCH OUWENBERG. BEYOND THE NEW
Bilder
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HELLA JONGERIUS & LOUISE SCHOUWENBERG. BEYOND THE NEW
PINAKOTHEK DER MODERNEDIE NEUE SAMMLUNG – THE DESIGN MUSEUM

10. NOVEMBER 2017 – 16. SEPTEMBER 2018 (PATERNOSTER-HALLE)

Die niederländische Produktdesignerin Hella Jongerius und die Designtheoretikerin Louise Schouwenberg sind eingeladen, für die Paternoster-Halle der Pinakothek der Moderne eine ortsspezifische Installation zu entwickeln. Die Neue Sammlung – The Design Museum präsentiert bereits seit 2015 ihr zehnmonatiges Ausstellungsformat für zeitgenössische Designpositionen in der zweigeschossigen Paternoster-Halle in der Pinakothek der Moderne, deren architektonische Besonderheit vor allem durch die stete Bewegung der beiden Paternosteraufzüge definiert wird.Hella Jongerius hat insbesondere durch ihre charakteristische Arbeitsweise, eine Verbindung aus Handwerk und industriellen Prozessen, sowie durch ihre markanten Textil- und Farbentwürfe internationale Anerkennung erlangt. Louise Schouwenberg ist Kunst- und Designtheoretikerin und leitet den Fachbereich für Contextual Design an der renommierten Design Academy in Eindhoven. Jongerius und Schouwenberg verfassten 2015 das Manifest „Beyond the New. A Search for Ideals in Design“, welches sie auf dem Salone del Mobile in Mailand vorstellten. Darin kritisieren sie das vorrangige Interesse der Produktindustrie an der Idee des ewig Neuen um der Neuheit willen und plädieren stattdessen für eine wahrhaftige kulturelle Innovation.Die Idee des Neuen wird in der Ausstellung nun auf das Museum und seine Sammlung übertragen. Wie ist Design hier definiert? Wie unterscheiden sich die Anforderungen des Marktes von denkulturellen Ansprüchen des Museums? Kann kulturelle Innovation im Museum verortet sein?  „Ja und Nein”, sagen Jongerius und Schouwenberg. „Auf der einen Seite ist das Museum der ideale Ort, um die vielfältigen kulturellen Bedeutungen von Design verständlich zu machen. Der Besucher kann hier nachvollziehen, welche Exponate zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung das Ergebnis einer kulturellen Innovation waren und im Laufe der Zeit nichts an Bedeutung eingebüßt haben. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, ob in einem Museum die Diskrepanz zwischen Design als kulturellem Artefakt und Design als kommerziellem Gut überzeugend veranschaulicht wird. Kann das Museum tatsächlich Erkenntnisse über die Bedeutung von Design im Alltagsleben der Menschen vermitteln, wenn die Objekte im musealen Kontext ihres Funktionswertes beraubt sind?”Ein thematischer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Aspekt des Sammelns und Ausstellens in der Neuen Sammlung – The Design Museum vor dem Hintergrund ihrer geschichtlichen Entwicklung. Anhand verschiedener Installationen wird beleuchtet, wie unterschiedliche Kontexte die Wertschätzung funktionaler Dinge beeinflussen können. Jongerius und Schouwenberg: “Designobjekte sind Vermittler zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Sobald man sich ihrer enormen Wirkung bewusst wird, erkennt man auch welche Entwürfe hochwertiger undbedeutungsreicher sind als andere.”

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Bilder:

- Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Die Neue Sammlung – The Design Museum
Foto / Photo: Roel van Tour

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg. Beyond the New. Installationsansicht.
Foto: Labadie / Van Tour
Start: Donnerstag 15.02.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 19.08.2018
München Deutsches Museum: energie.wenden
Bilder
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energie.wenden

Deutsches Museum München
Ausstellung vom 15. Februar bis 19. August 2018

Schon der Titel der neuen Sonderausstellung des Deutschen Museums ist eine Aufforderung: „energie.wenden“ heißt sie – und lässt ein hochpolitisches, kontroverses und komplexes Thema lebendig und anschaulich werden. Die Ausstellung ist ab 15. Februar 2017 auf der Museumsinsel zu sehen – und zu erleben. Der Ansatz ist für das Deutsche Museum etwas völlig Neues: Im Zentrum der Ausstellung steht ein multimediales Rollenspiel, bei dem die Besucher selbst die Entscheidungen zur Energiewende treffen.
 
Warum gerade dieses Thema? Generaldirektor Wolfgang M. Heckl erklärt, warum diese Ausstellung perfekt zum Deutschen Museum der Zukunft passt: „Die Energiewende ist eines der großen globalen Themen für das 21. Jahrhundert. Es stellt Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Technik gleichermaßen vor große Herausforderungen. Wir möchten mit der Ausstellung dazu beitragen, dieses Projekt voranzutreiben – und die Herausforderung zu bewältigen.“

Sabine Gerber, Leiterin der naturwissenschaftlichen Ausstellungen beim Deutschen Museum, ist stolz auf die Ausstellung – und auf das Rollenspiel: „Das eine Art Übungsraum für die Gesellschaft, eine Welt im Kleinen.“ Denn das Herzstück der Ausstellung ist ein Spiel, das die Besucher auf das „politische Parkett“ und in den zentralen Raum der Ausstellung führt. Dort begegnen ihnen auf großen Bildschirmen von Schauspielern dargestellte Akteure der Energiewende. Von einer Atomkraft-Lobbyistin bis zu einer Frau, die Wasserkraftwerke baut, von einem Bauern bis zu einem Techniker für das Stromnetz ist alles dabei. Und alle haben gute Argumente für ihre Sache. Es sind zwar Lobbyisten, aber sie wissen, wovon sie sprechen. Alle Akteure haben Forderungen an die Besucher – wie „Baut die Stromnetze aus!“ oder „Mehr Elektroautos!“ Die Besucher müssen in diesem Geflecht von Forderungen und Argumenten entscheiden, was für eine Energiewende sie wollen – und übernehmen praktisch die Rolle eines Politikers.

Für die Auswertungen dieser von den Besuchern gefällten Entscheidungen haben sich die Ausstellungsmacher einen liebenswert analogen Weg ausgedacht. Die Besucher bekommen am Anfang eine Karte in die Hand. Ihre Entscheidungen stanzen sie selbst in diese Karte. Und am Ende schiebt man die entstandene Lochkarte  in ein Lesegerät, das einem verrät, was für ein „Energiewende-Typ“ man ist. „Das macht richtig viel Spaß, erweitert aber gleichzeitig das Wissen um die Energiewende erheblich“, sagt Sarah Kellberg, Leiterin des Sonderausstellungsteams. Und Sabine Gerber ergänzt: „Die Ausstellung ist alles andere als trivial, denn das Thema ist es auch nicht. Auch deshalb haben wir uns einen spielerischen Zugang zu dem Thema ausgedacht.“ Auf dem Weg durch das „Spiel“ werden die Besucher immer wieder eingeladen, in die Themenfelder abzubiegen. Rechts und links des gelben Spielparcours befinden sich insgesamt neun Ausstellungsbereiche zu Themen wie Solar-, Wasser- und Windenergie, aber auch zu Mobilität oder zur Atomenergie.

Die Liste der beeindruckenden Exponate ist lang: Das erste davon sehen die Besucher schon im Museumsinnenhof. Eine große Blume mit Blütenblättern aus Solarzellen. Sie sammelt Sonnenenergie, dreht sich immer der Sonne zu und klappt abends ihre „Blütenblätter“ ein. Und sie ist mehr als ein Gag: Sie liefert im Jahr rund 4000 Kilowattstunden Strom – in etwa der Jahresverbrauch eines europäischen Durchschnittshaushalts.

In der Ausstellung selbst steht ein Tesla Roadster, der es als erstes Serien-Elektroauto 2012 einmal um die Welt geschafft hat. In 127 Tagen. Oder ein „Brandloch“ in einem Stück Metall, das sehr eindringlich die Kraft der Sonne dokumentiert – es wurde in einem Solarkraftwerk erzeugt. „Das Thema  Energiewende hat ganz viele Facetten“, erzählt Sarah Kellberg. Es geht um Themen wie „Smart Home“, Emissionshandel, Speichermedien und Radioaktivität. Und es geht eben nicht nur um die deutsche Energiewende, sondern um die Auswirkungen auf der gesamten Erde. Kellberg: „Die Energiewende ist eine Jahrhundertaufgabe. Und sie muss von der Gesellschaft getragen werden. Wir wollen mit der Ausstellung zeigen: Ja, die Energiewende ist möglich – aber wie? Die Ausstellung soll Orientierungswissen zur Verfügung stellen, aber auch zu Handlungen motivieren. Und zeigen, dass man etwas ändern kann.“

Sarah Kellberg lobt die Gestaltung der Ausstellung: „Dem Architekturbüro Space4 und der Medienproduktionsfirma teamstratenwerth ist es gelungen, die Vielschichtigkeit und Dichte des Ausstellungskonzeptes so aufzubereiten, dass den Besuchern eine Orientierung leichtfällt. Es gibt keine feste Besucherführung - aber klare Strukturen. Und ein tolles Raumkonzept.“

Auch sehr persönliche Gegenstände finden sich in der Ausstellung. Kellberg: „Wir haben eine Galerie ‚unsinniger Dinge‘ zusammengetragen, die uns Menschen für die Ausstellung geschenkt oder geliehen haben. Da kann man sich dann auch mal fragen, wozu ein batteriebetriebener jodelnder Flamingo aus Plüsch gut sein soll, wie viel Energie für seine Produktion aufgewendet worden ist und ob’s den denn wirklich für unser Leben braucht.“ Und es gibt auch ein Themenfeld zum Thema Mobilität, wo Menschen ihre tollen Freizeiterlebnisse teilen – aber sich auch überlegen können, mit welchen energetischen Kosten und welchem CO2-Ausstoß ihr letzter Urlaub bezahlt worden ist. Lieblingsinstallation von Sarah Kellberg ist ein Periskop, mit dem man über die Ausstellung hinwegblicken kann – und mit einer Handsteuerung selbst einen bestimmten Grad der Luftverschmutzung einstellen kann.

Und es gibt viele skurrile Dinge in der Ausstellung – wie zum Beispiel einen Atomenergie-Experimentierkasten für Kinder. „Gerade in Zusammenhang mit der Atomenergie wurde früher gern versprochen, man habe damit eine Lösung für alle Menschheitsprobleme gefunden“, sagt Kellberg. „Wir hingegen würden nie behaupten, eine globale Lösung für die Energiewende in der Ausstellung gefunden zu haben. Aber wir können sagen, wo etwas geklappt hat - und welche Möglichkeiten sich auftun.“ Die Ausstellung ist übrigens als internationale Wanderausstellung konzipiert. Die erste Station nach dem Deutschen Museum könnte Japan sein. Man hat dort bereits Interesse bekundet.


Deutsches Museum
Museumsinsel 1,
80538 München


Abbildungen:

1. Das Herzstück der Ausstellung: Die Besucher bewegen sich auf einem „politischen Parkett“ und müssen in einem Rollenspiel Entscheidungen treffen.

2. Verschiedene Akteure der Energiewende – vom Kraftwerksbetreiber bis zur Chemikerin – sprechen die Besucher auf dem Weg an. An den Spielstationen können die Besucher dann zum jeweiligen Thema eine Entscheidung treffen, die per Stanze in die Spielkarte gelocht wird.
Start: Freitag 23.02.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 29.07.2018
München Kunsthalle: DU BIST FAUST
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© Kunsthalle München, Foto: Michael Naumann /
DU BIST FAUST
Goethes Drama in der Kunst
23. Februar – 29. Juli 2018

Goethes ›Faust‹ ist das weltweit bekannteste Werk der deutschen Literatur. Seit seiner Veröffentlichung im frühen 19. Jahrhundert hat es unzählige Künstler fasziniert und zu eigenen Schöpfungen herausgefordert. Die Ausstellung »Du bist Faust. Goethes Drama in der Kunst« in der Kunsthalle München präsentiert zahlreiche Gemälde, Grafi ken, Skulpturen, Fotografien, Vertonungen und Filme von rund 70 Künstlern aus Europa und den USA wie Eugène Delacroix (1798–1863), Charles Gounod (1818–1893), Max Beckmann (1884–1950), Karl Lagerfeld (*1933), Sigmar Polke (1941–2010), Martin Scorsese (*1942), Anselm Kiefer (*1945) und Robert Mapplethorpe (1946–1989).
Die innovativ inszenierte Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch das Drama und macht sie zu Weggefährten Fausts auf seiner rastlosen Suche nach Sinn und Ziel des modernen Lebens.Goethes ›Faust‹ ist ein Menschheitsdrama von größter Aktualität: Der Pakt mit dem Teufel, die Liebesbegegnung mit Margarete, der Treuebruch, die Selbstbetäubung im orgiastischen Treiben der Walpurgisnacht, Margaretes soziale Ächtung, ihr verzweifelter Kindsmord, das tragische Ende im Wahnsinn – all diese Szenen haben die europäische Kulturgeschichte bis in die Gegenwart geprägt und in verschiedenen Ländern zu sehr unterschiedlichen Formen der Auseinandersetzung angeregt.
Für eine Kunstausstellung mit literarischem Thema ist »Du bist Faust« nicht nur in Bezug auf die Werkauswahl, sondern auch hinsichtlich der Präsentation ein Novum: Die Besucher betreten selbst die Bretter, die die Welt bedeuten, und werden zu Wegbegleitern Fausts, Margaretes und Mephistos. Durch die theatrale Ausstellungsgestaltung wird das Publikum Teil der Inszenierung und sieht sich unmittelbar mit den zentralen Fragen des Goethe-Dramas konfrontiert. Im Titel der Ausstellung »Du bist Faust« klingt an, dass uns Goethes Faust, Margarete und Mephisto den Spiegel vorhalten: Themen wie Verführbarkeit, Jugendwahn, Egoismus und ein unstillbarer Hunger nach mehr bestimmen auch unser Leben.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München
Start: Freitag 02.03.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 19.08.2018
München Haus der Kunst: Blind Faith - Zeitgenössische Kunst zwischen Intuition und Reflexion
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Blind Faith: Zeitgenössische Kunst zwischen Intuition und Reflexion

Ausstellung, von 02.03.18 — 19.08.18

Harte Tatsachen verlieren zunehmend an Gewicht in einer Zeit, in der sich in heutigen Gesellschaften ein Gefühl „blinden Vertrauens“ breit macht. Die Gegenwartskunst reagiert auf diese Tendenz, indem sie sich intensiv mit Körper und Geist beschäftigt: mit dem Viszeralen und dem Kognitiven. Die Ausstellung versammelt 28 international aufstrebende Künstler, die Konzepte von Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Meinung und Glauben mit den unterschiedlichsten Mitteln unter die Lupe nehmen:
Ed Atkins, Kader Attia, Olga Balema, Melanie Bonajo, Mariechen Danz, Cécile B. Evans, Andrea Éva Győri, Benedikt Hipp, Nicholas Hlobo, Marguerite Humeau, KAYA, Hanne Lippard, Wangechi Mutu, Otobong Nkanga, Naufus Ramírez-Figueroa, Jon Rafman, Mary Reid Kelley, Lili Reynaud-Dewar, Raphael Sbrzesny, Jeremy Shaw, Teresa Solar Abboud, Jol Thomson und David Zink Yi.

Die Ausstellung wird um ein ausführliches Programm an Live-Events, Performances und Vorträgen ergänzt sowie von einer Publikation begleitet.

Kuratiert von Julienne Lorz, Daniel Milnes und Anna Schneider


Fotos:
Mary Reid Kelley mit Patrick Kelley,
This is Offal, 2016
1-Kanal-Video, HD, Ton 12:30 Min

Ed Atkins,
Safe Conduct 2016,
3-Kanal HD Video mit Ton (Filmstandbild), 9:05 Min.
Courtesy the artist, Isabella Bortolozzi Galerie, Cabinet Gallery, Gavin Brown’s Enterprise, Dépendance
Start: Freitag 23.03.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.08.2018
Landsberg Stadtmuseum: „Ich sehe mich nicht, wie du mich siehst!“
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 „Ich sehe mich nicht, wie du mich siehst!“

Ausstellung vom 23. März bis 26. August 2018

Das Neue Stadtmuseum greift das Thema „Migration“ nicht nur deshalb auf, weil es spätestens seit der sogenannten Flüchtlingswelle in aller Munde und damit aktuell ist, sondern weil es auch ein Thema ist, das die Gesellschaft und das Zusammenleben der Menschen in Landsberg am Lech schon lange prägt. Die ganze Menschheitsgeschichte gleicht einer Geschichte der Migration – die Ausstellung fokussiert darum sehr breit auf Wanderungsbewegungen und Vielfalt als Grundlage von gesellschaftlicher Entwicklung.  Migration beinhaltet immer ein Aufeinandertreffen von Wertehorizonten, von Selbst- und Fremdbildern. Sie löst eine Auseinandersetzung mit dem Eigenen und Fremden aus. Häufig prägen Stereotype und Vorurteile die eigene Wahrnehmung und verzerren die Realität. So mancher könnte antworten: „Ich sehe mich nicht, wie du mich siehst!“
 
Diese Aufgabenstellung war Herausforderung für das P-Seminar Kunst des Dominikus-ZimmermannGymnasiums unter Leitung von Michael Gerngroß. Die Schüler haben das Museum in den vergangenen eineinhalb Jahren bei der Entwicklung der Ausstellung begleitet und sich zum Ziel gesetzt, Zuschreibungen zu hinterfragen und Wahrnehmungsmuster bewusst zu machen: Wie sehe ich mich selbst, wie sehe ich andere und wie sehen andere mich? Das P-Seminar nahm den Migrationshintergrund von Mitschülern und Freunden unter die Lupe. Es entstanden Kofferwelten und beeindruckende Porträtfotos. Eine Installation soll den Besucher damit überraschen, wie es sich anfühlt, unter Beobachtung zu stehen. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten!
 
Die Ausstellung vereint historische, aktuelle, künstlerische und kulturwissenschaftliche Schlaglichter auf ein breites Themenfeld und möchte zum Nachdenken anregen. Ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Verbindet uns nicht mehr als wir denken? Woran machen wir fest, dass jemand „fremd“ ist?

Neues Stadtmuseum,
Von-Helfenstein-Gasse 426,
86899 Landsberg am Lech


Abbildung: Reprovorlage Völkertafel Kammerhofmuseum
Start: Freitag 23.03.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.10.2018
München Literaturhaus: INS BLAUE
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INS BLAUE
NATUR IN DER LITERATUR

VOM 23.3. BIS ZUM 7.10.2018

EINE AUSSTELLUNG DES LITERATURHAUSES MÜNCHEN
GEFÖRDERT DURCH DIE KULTURSTIFTUNG DES BUNDES

Natur boomt – nicht nur in der Literatur. Je mehr wir uns von ihr entfremden, desto mehr sehnen wir uns nach ihr. Die neue Ausstellung im Literaturhaus München zeigt die »Natur in der Literatur« jenseits von Kitsch und Klischee als überraschend und verspielt, unheimlich und verführerisch. In zehn Kapiteln und einem »geheimen Garten« lässt sie die Besucher berühmte Texte in neuem Kontext entdecken und Neues von berühmten Autoren, darunter Goethe und Kafka, Bettina Brentano und Ingeborg Bachmann. Extra für die Ausstellung verfasste Texte und persönliche Naturstücke von mehr als 30 zeitgenössischen Autoren – darunter Eva Menasse und Teresa Präauer, Marcel Beyer und Martin Mosebach, Marion Poschmann und Anja Kampmann, Michael Fehr und Arno Geiger – laden ein, das eigene Verhältnis zur Natur unter verändertem Blickwinkel zu betrachten.

Leitung Literaturhaus: Tanja Graf
Kuratorin: Heike Gfrereis

Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München


Abbildungen:

Kräutergarten
Foto © Thomas Dashuber

Blüten
Foto © Thomas Dashuber

Naturstück von Teresa Präauer
Foto © Thomas Dashuber
Start: Dienstag 17.04.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Mittwoch 19.09.2018
München Lenbachhaus: Stephan Dillemuth
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Stephan Dillemuth

Ausstellung im Lenbachhaus München vom 17. April bis 19. September 2018

Stephan Dillemuth schlüpft in unterschiedliche Rollen: er ist der Maler, der rauchend der Inspiration harrt; der Fernsehmoderator, der ein Video von Stephan Dillemuth ankündigt; er ist Friedrich Nietzsche, der gegen Richard Wagner ätzt und – in seiner beständigsten Rolle – der Professor für Kunstpädagogik an der Münchener Akademie der Bildenden Künste. Die Rollen, die Künstler und Künstlerinnen in der Gesellschaft und im Kunstsystem übernehmen, sind Dreh­ und Angelpunkt für den in München und Bad Wiessee lebenden Künstler. Unter Verwendung einer ergebnisoffenen und häufig kollektiven Forschungsmethode, die er als „bohemistisch“ bezeichnet, nimmt er verschiedene Formen künstlerischer Lebensweisen wie die Lebensreformbewegung, die Münchner Boheme des angehenden 20. Jahrhunderts oder die Kunstakademie unter die Lupe, auch um sie auf Sinn und Zweck für die heutige Situation abzuklopfen. Als Kunststudent an den Akademien in Düsseldorf und Nürnberg wählte Dillemuth als Vorlage seiner Malereien regional spezifischen Kitsch wie Postkartenmotive von Paaren und Kindern in Tracht. Auch die Schönheitengalerie im Schloss Nymphenburg – bestehend aus 36 Porträts „schöner“ Frauen, die Joseph Karl Stieler im Auftrag König Ludwigs I. schuf – machte der junge Dillemuth sich zu eigen: Vorstellungen darüber, was schön oder hässlich sei, wurden damals unterden Vorzeichen des Punk auf den Kopf gestellt. Mit diesen Kategorien jonglierend malte Dillemuth 1985 für seine Schönheitsgalerie sämtliche Nymphenburger Porträts neu und spürte so dem ästhetischen Umbruch nach. Zugleich unterlief er mit seiner Motivwahl den Pathos männlicher Identität, mit dem gerade die deutsche neoexpressionistische Malerei quasi gleichbedeutend geworden war.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen:

Ausstellungsansicht
Stephan Dillemuth. Regulär 10 Euro. Ermäßigt 5, 2018, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus © VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Stephan Dillemuth
Der arge Weg zur Erkenntnis, 2012, Foto: Lenbachhaus © VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Stephan Dillemuth
The Pleasures Of Now, 2016 © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
Start: Donnerstag 19.04.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Donnerstag 19.07.2018
Fürstenfeldbruck: SYRIEN - Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit
Bilder
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SYRIEN
Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit

Fotografien von Yvonne v. Schweinitz aus den Jahren 1953 und 1960

Ausstellung vom 19. April bis 29. Juli 2018
Museum Fürstenfeldbruck

Das Museum Fürstenfeldbruck zeigt ab Donnerstag, 19. April 2018 im Kunsthaus die Ausstellung „SYRIEN. Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit“ mit Fotografien von Yvonne v. Schweinitz (1921-2015). Die Fotografin reiste 1953 und 1960 nach Syrien in die heute weitgehend zerstörten Städte Damaskus, Homs, Hama und Aleppo, mit Abstechern in die Wüstenoase Palmyra und ins Alawitengebirge. Ihr Weg führte sie weiter bis zur Kreuzritterburg „Krak des Chevaliers“ und an die nördliche Grenze zur Türkei, zum Simeonskloster, Qal’at Sim‘an.
Zu sehen sind über 70 S/W-Fotografien und zahlreiche Farbdiapositive, die Yvonne v. Schweinitz mit ihrer Rolleiflex und verschiedenen Kleinbildkameras aufgenommen hat. Ergänzendes Material bietet Einblick in die aktuelle, vom Bürgerkrieg erschütterte Situation in Syrien.

Syrien – das unbekannte Land
Mit der Ausstellung möchte das Museum ein Land in den Fokus stellen, dessen bedeutende Kultur und viele Jahrtausende währende Geschichte den meisten von uns wenig bekannt ist. Das aktuelle Bild von Syrien ist geprägt von der medialen Berichterstattung über den Bürgerkrieg mit unzähligen Toten, zerstörten Städten und Kulturdenkmälern und Millionen von Menschen auf der Flucht.
Die Ausstellung vergegenwärtigt den kulturellen Reichtum und die historische Bedeutung Syriens und möchte dazu auffordern, das Land und seine Menschen nicht aufzugeben.

Erstmals zu sehen: Syrien-Fotografien von Yvonne v. Schweinitz
Yvonne von Schweinitz, geb. Gräfin von Kanitz, wurde 1921 in Danzig geboren. Sie studierte Romanistik und Kunstgeschichte und war anschließend als Übersetzerin tätig. Ihre erste große Fotoreise führte sie 1952 durch den Maghreb. 1953 bereiste sie sieben Monate lang zusammen mit Kollegen, darunter auch der Journalist und Kameramann Hans v. Meiss-Teuffen, der für britische und US-amerikanische Auftraggeber arbeitete, mit dem Auto den Vorderen Orient: die Türkei, Syrien, Jordanien, Israel, Irak, Iran, Afghanistan und Pakistan. Ihre legendären Fotos brachte sie als Mitarbeiterin in das Atelier des bekannten Fotojournalisten Willy Pragher (1908-1992) in Freiburg i.Br. ein. 1957 heiratete sie Viktor v. Schweinitz. Ihren Beruf als Fotografin übt sie weiter aus. Auf ausgedehnten Reisen mit ihrem Mann nach Nordafrika, in den Nahen und Mittleren Osten und nach Südamerika entstanden zahlreiche Bildreportagen. Eine Auswahl ihre Syrien-Fotografien aus den Jahren 1953 und 1960 ist nun erstmals in einer eigenen Schau zu sehen.

Museum im Kunsthaus
Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6b
82256 Fürstenfeldbruck


Bildnachweis:

01_Damaskus_1953
Damaskus – Blick vom Minarett der Tekkiye Süleymans über den kanalisierten Barada nach Nordosten, 1953. Courtesy und © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin. Foto: Yvonne v. Schweinitz

03_Aleppo_1960
Aleppo – Blick von der Zitadelle aus dem „Königsfenster“ auf die Khosrowiya Moschee und Stadt, 1960. Courtesy und © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin. Foto: Yvonne v. Schweinitz

04_Aleppo_1960
Aleppo – Stadttor Maqam (Bab al-Maqam), 1960. Courtesy und © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin. Foto: Yvonne v. Schweinitz

05_Aleppo_1960_DIA
Aleppo – Busgarage in der Altstadt, 1960, Ektachrome. Courtesy und © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin. Foto: Yvonne v. Schweinitz
Start: Freitag 27.04.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 23.09.2018
München Stadtmuseum: Ehem. jüdischer Besitz
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„Ehem. jüdischer Besitz”
Erwerbungen des Münchner Stadtmuseums im Nationalsozialismus

Ausstellung vom 27. April bis 23. September 2018

Die Erforschung der Herkunft von Kunstwerken in den eigenen Sammlungsbestän den gehört zu den Schwerpunkten der wissenschaftlichen Arbeit des Münchner Stadtmuseums. Als erstes Museum in München widmet das Haus diesem Thema eine Ausstellung, in der auch die eigene Geschichte in der NS-Zeit beleuchtet wird. Die Präsentation versteht sich als Momentaufnahme in einem Prozess kontinuierlicher Aufarbeitung. Sie zeichnet die vielfältigen Biografien von ausgewählten Exponaten aus den unterschiedlichen Sammlungen des Museums nach. Dazu gehören Kunstgegenstände aus den Bereichen Grafik und Gemälde, Mode und Textilien sowie Kunsthandwerk und Möbel, aber auch Musikinstrumente und Marionetten. Anhand der Vielfalt der unterschiedlichen Sammlungsbeständewird das ganze Ausmaß der nationalsozialistischen Raubaktionen greifbar, die sämtliche Segmente des öffentlichen und privaten Lebens betrafen.Präsentiert werden Objekte mit gesicherten Provenienzen ebenso wie Werke, deren Herkunft bislang ungeklärt ist. Aufgrund der zumeist lückenhaften Quellenlage besteht hier weiterer Forschungsbedarf.
Vor diesem Hintergrund versucht die Ausstellung durch die öffentliche Präsentation der Gegenstände weiterführende Hinweise über die noch ungeklärten Herkunftsgeschichten der Kunstobjekte zu erhalten.Während der NS-Herrschaft erwarb das Münchner Stadtmuseum durch Schenkung, Ankauf oder Tausch über 20.000 Kunst- und Kulturgegenstände, von denen etwa 2.600 Objekte hinsichtlich ihrer Herkunftsgeschichte als kritisch einzustufen sind und bezüglich ihrer Provenienz näher untersucht werden müssen. Die Herkunft von rund 450 Artefakten konnte bereits eindeutig geklärt werden.
Die Ankaufspolitik des Hauses der Jahre 1933 bis 1945 und die Aktivitäten der damaligen Museumsleitung werden in der Ausstellung über ausgewählte Kunstwerke sowie historischeDokumente und Fotografien nachgezeichnet. Weit über die Geschichte des Museums hinaus werden so auch die Bedingungen des Kunsthandels während der Diktatur sichtbar: ein gut organisiertes Netzwerk städtischer Entscheidungsträger und ein funktionierendes Zusammenwirken der verschiedenen, an der systematischen Verfolgungspolitik des NS-Regimes beteiligten Institutionen in München und auf nationaler Ebene.
Bislang beherrschen Kunstwerke namhafter Künstler oder bedeutender jüdischer Kunsthändler und -sammler die Schlagzeilen zu diesem Thema, wie zuletzt der sogenannte „Schwabinger Kunstfund" um die Sammlung Hildebrand Gurlitts. Verstellt wird dadurch der Blick auf die alltäglichen und mitunter sehr privaten Kunst- und Kulturgegenstände, die gleichermaßen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Enteignungspolitik zum Opfer fielen. Denn von den Repressalien und dem staatlich organisierten Eigentumsentzug der Nationalsozialisten waren auchheute kaum noch bekannte jüdische Künstler, Gewerbetreibende und Privatpersonen betroffen, genauso wie politische Gegner des Regimes.
So wird die Geschichte der Entrechtung und Enteignung im „Dritten Reich" unvollständig bleiben, solange nicht auch dem Schicksal der „kleinen Leute" und dem aus kunsthistorischer Sicht weniger bedeutenden Kultur- und Kunstgegenständen die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Abbildungen:

Albrecht Adam, Gemälde „Im Atelier des Malers Albrecht Adam“ gekauft bei der Kunsthandlung Hugo Helbing
Öl auf Leinwand, 1854
© Münchner Stadtmuseum

Karteikarte zu einem Silberbecher von Johann Michael Ernst aus „beschlagnahmtem jüdischem Kunstgut“
Papier, 1940
© Münchner Stadtmuseum
Start: Freitag 04.05.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 22.07.2018
Dachau Neue Galerie: Wo mein Hut hängt - Zuhause zwischen den Kulturen
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Wo mein Hut hängt
Zuhause zwischen den Kulturen

Neue Galerie Dachau
Ausstellung vom 4. Mai bis 22. Juli 2018


Dass das Zuhause dort ist, wo gerade der eigene Hut hängt, ist eine Lebensweisheit aus der amerikanischen Popmusik. Doch nur im Schlager verwandelt sich jeder beliebige Ort im Handumdrehen in ein „sweet home“. Sich in unterschiedlichen Kulturen zurecht zu finden, ist meist mit der Frage nach der eigenen Identität verbunden und erfordert eine Positionierung. Dies muss nicht zwangsläufig mit einem Ortswechsel verbunden sein und nicht mit dem Empfinden von Verlust, sondern kann auch als Bereicherung erfahren werden. Für die meisten aber bedeutet es Fremdheit und Nichtzugehörigkeit bis hin zu Ausgrenzung und Diskriminierung.
Vor dem Hintergrund der aktuell geführten Debatte um Identität und den Begriff Heimat möchte die Ausstellung Anstoß sein, anhand der von den Künstlern präsentierten ‚Außenansichten‘ den Blick auf das Eigene, Gewohnte zu schärfen. Was prägt mein Denken: meine Herkunft, Hautfarbe, Tradition oder Religion? Und wie begegne ich Minderheiten?
Die Neue Galerie zeigt Arbeiten von Adidal Abou-Chamat, Vernon Ah Kee, Nadin Reschke, Nanni Schiffl-Deiler, Gülcan Turna und Alfred Ullrich, die die kulturelle Zerrissenheit bei sich und anderen zum Thema ihrer Arbeit machen. 

Neue Galerie Dachau
Konrad-Adenauer-Straße 20
85221 Dachau

Abbildungen:

Alfred Ullrich
Vergissmeinicht

Gülcan Turna
Spruchstickerein

Nanni Schiffl-Deiler
Naeim K. aus Afghanistan
Start: Donnerstag 17.05.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.03.2019
München Alpines Museum: gerade wild. Alpenflüsse
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gerade wild. Alpenflüsse
Sonderausstellung im Alpinen Museum

Vom 17. Mai 2018 bis zum 17. März 2019 zeigt der DAV die Sonderausstellung zu Alpenflüssen im Alpinen Museum auf der Praterinsel in München.


wild

Wilde Alpenflüsse wie den Tagliamento in Oberitalien, den Oberen Lech oder die Obere Isar gibt es nur noch wenige im Alpenraum. Sie sind ein bedeutender Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Tiere sowie ein faszinierender Erholungsraum für den Menschen.
Alpenflüsse sind wie Lebensadern in der Landschaft.
 

gerade

Heute sind Alpenflüsse meist begradigt, abgeleitet und aufgestaut.
Die Auen werden genutzt.
Die Fische werden durch Querbauwerke am Wandern gehindert.

 

Die Sonderausstellung „gerade wild. Alpenflüsse“ spielt eindrucksvoll mit dem Kontrast zwischen einem Wildfluss und einem begradigten, genutzten Fluss. Das Ausstellungsdesign ist ungewöhnlich, macht neugierig und lädt zum Entdecken ein.

Die Ausstellung ist Teil des Verbundprojektes „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“, an dem 18 Projektpartner beteiligt sind. Sie wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

Alpines Museum
Praterinsel 5,
80538 München


Abbildungen:

Die Ausleitung der Isar bei Krün. Das Wasser fließt in den Walchensee.
Foto: N. Schnitzer
Start: Donnerstag 17.05.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 14.10.2018
Museum Fürstenfeldbruck: Wald-Bilder
Bilder
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Wald-Bilder

Museum Fürstenfeldbruck
Gemäldeausstellung im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung „Identitäten“ des Museumsverbundes „Landpartie – Museen rund um München“

Ausstellung 17. Mai bis 14. Oktober 2018

Landschaft in der Malerei ist oft identifizierbar, doch nie identisch mit der vorgestellten Natur- oder Kulturlandschaft. Landschaftsbilder transportieren Vorstellungen und Befindlichkeiten, die mit der dargestellten Natur wenig zu tun haben. Insbesondere Waldlandschaften wurden seit der Zeit der Romantik um 1800 mit deutscher Kultur und Wesensart gleichgesetzt, eine Grundstimmung, die bis heute zum Ausdruck kommt. Das Motiv des „marschierenden“ deutschen Waldes, der für militärische Wehrhaftigkeit stehen soll, findet man in Gemälden der Romantik, ebenso wie auf Propagandabildern des 20. Jahrhunderts. Der wilde Wald, der als Versteck dient, kann eine Metapher für Freiheit und Widerstand sein. Im Märchenwald steht der Wald für Ängste, Mut, aber auch für Verwandlung.

Für viele Maler des 19. Jahrhunderts war die Waldeinsamkeit ein Symbol für Abkehr vom weltlichen Getriebe; sie diente ihnen als Anregung und Motiv für ihre idyllischen Landschaften.

Werke von Carl Spitzweg, Fritz von Uhde, Gabriele Münter, Gerhard Richter und vielen anderen Malern, Grafikern und Fotografen führen die Vielfalt der Wald- und Baummetaphorik vor Augen und spüren der Herkunft der Vorstellungen nach.


Museum Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildungen:

Paul Wilhelm Keller-Reutlingen (1854-1920)
Schafe im Wald
Öl auf Leinwand, 80x120 cm
Sparkasse Fürstenfeldbruck

Fritz Baer
Waldlandschaft
Öl/Karton, 47x58 cm
Museum Fürstenfeldbruck

Arthur Langhammer (1854-1901)
Die Reisigsammlerin, um 1890
Öl auf Leinwand, 74x100 cm
Sparkasse Dachau / Gemäldegalerie Dachau

Start: Freitag 18.05.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.10.2018
Museum Brandhorst: JUTTA KOETHER - TOUR DE MADAME
Bilder
JUTTA KOETHER - TOUR DE MADAME

Museum Brandhorst
18. Mai bis 21. Oktober 2018

Vor allem ist Jutta Koether Malerin. Angesichts ihrer vielgestaltigen künstlerischen Praxis, die zu wesentlichen Teilen auch aus Performances, Musik und literarischen, theoretischen und kritischen Texten besteht, mag diese Beobachtung überraschen. Doch die Ausstellung „Tour de Madame“ führt vor Augen, dass die Malerei Koethers künstlerische Landschaft wie ein Turm überragt und damit die Perspektive bietet, von der aus sich alles andere ordnen lässt. Und dazu ist die Ausstellung eine Grand Tour, eine Tour d’Horizon, eine Tour de Plaisir durch diese Landschaft, während der klar wird, dass die Malerei auch deswegen die prominente Position in Koethers Schaffen einnimmt, weil die Künstlerin sie anders denkt als viele ihrer Zeitgenossinnen und Zeitgenossen – nämlich eben nicht als isolierbares oder bloß historisches Phänomen, sondern als offene Bildfläche. So ist Koethers Malerei oft das, was Malerei in den vergangenen 35 Jahren selten war – ein Medium, um zu erzählen. Koether sucht dabei nicht allein die Analyse und Reflexion, sondern auch den Exzess und das Vergnügen, und sie stellt aus diesen Perspektiven positiv und konstruktiv konnotierte Bezüge zu einer Tradition der Malerei her, die nicht allein auf Referenzen zur Moderne beschränkt sind. Mit rund 150 Werken aus den Jahren von 1983 bis 2018 bietet „Tour de Madame“ zum ersten Mal einen systematischen und chronologischen Überblick über Koethers Malerei. Viele der in der Ausstellung gezeigten Werke und vor allem das Frühwerk sind Entdeckungen. Diese Bilder waren noch nie oder seit ihrer ursprünglichen Präsentation nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen. Die Zusammenführung aller Werkgruppen erlaubt dabei, Koethers Werk in seiner historischen Bedeutung zu erfassen: als groß angelegten Versuch, eine Gegen-Geschichte zu dem männlich dominierten Kanon der Moderne und Postmoderne zu entwerfen. Ihre Zugriffe auf Nicolas Poussin, Vincent van Gogh, Georgia O’Keeffe und andere sind dabei nicht historisierende Rückversicherungen, sondern Aktualisierungen einer Geschichte der Kunst, als deren Teil Koether sich selbstbewusst begreift. Konsequenz und Konsistenz ihres künstlerischen Schaffens lassen keinen Zweifel daran, dass Koether vor allem eines ist – eine der wichtigsten deutschen Malerinnen der letzten Jahrzehnte.

DER „TOUR DE MADAME“-ZYKLUS
Für den zentralen Raum im Untergeschoss des Museums
 Brandhorst hat Koether die Bildserie „Tour de Madame“ (2018) kon zipiert, die in Anordnung und Format auf Cy Twomblys monumentalen „Lepanto“-Zyklus (2001) antwortet. Mit der halbrunden architektonischen Gestaltung im Obergeschoss, die an eine Kirchenapsis erinnert, bildet der monumentale Zyklus
 einen Höhepunkt der ständigen Sammlungspräsentation im
 Museum Brandhorst. Basierend auf dem gleichen Grundriss wurden im Untergeschoss des Museums zwölf Glasscheiben installiert, die zu verschiedenen Blickwinkeln und zu einer Erfahrung des Raums einladen. Dort, gleichsam im Unterleib des Museums, führt uns Koether ihre Schlacht mit der Malerei- und Kunst geschichte vor Augen. In dieser Rückschau leuchten Motive und Dynamiken von
 Koethers Werdegang seit den frühen 1980er-Jahren auf. Die
 rote Farbe verleiht den Gemälden einen formalen und atmosphärischen Zusammenhalt und wird von zwei kleineren, tiefschwarzen und krustigen Bildern unterbrochen und damit in eine rhythmische Form gebracht. In einem der Bilder sehen wir runde Formen, die von Beginn an zum festen Bestand von Koethers
 
Werken gehören und die nun in einem überbordenden All-over die ganze Bildfläche in Beschlag genommen haben. Der Ausgangs- und Endpunkt des Zyklus ist ein Leichenzug, den Koether aus Nicolas Poussins „Die Beerdigung von Phocion“ (1648) entnommen hat. Bei Koether wird die Leinwand zum Leinentuch, das den aufgebahrten Körper bedeckt und dabei ein virtuoses Spiel leuchtender Glanzpunkte entfaltet. Der Topos vom Tod der Malerei, der die so utopischen wie rationalen Entwürfe der Moderne wie ein Gespenst begleitet hat, wird hier zu einem Tod „in“ der Malerei, der sich am Ende in einer verpixelten Variante wiederholt, die die mythologische Szene nur noch schemenhaft erahnen lässt. Das Gemälde erinnert an ihre „Bruised Grids“ und die Raster, die als Verzierung von Taschen oder Bänken oder als Motive ihre Gemälde seit den frühen 2000er-Jahren durchziehen und die sich zu autonomen Bildern verselbstständigten. Auch Cézanne, neben Malern wie Balthus, Freud, Poussin und van Gogh ein wichtiger Referenzpunkt für Koethers Praxis, taucht unter anderem in der Pose ihres Selbstporträts wieder auf, das auf Cézannes Bildnis von Madame Cézanne anspielt und über das Koether ihre Format füllenden Initialen „JK“ projiziert. Das zentrale Bild des Zyklus – eine Paraphrase von Balthus’
 „La Chambre“ (ca. 1953) – zeigt eine nackte weibliche Figur, die lasziv auf einem Bett liegt. Ihr Kopf ist nach hinten verdreht, beim Gesicht sind oben und unten vertauscht. Mit ihrer rechten Hand stützt sie sich ab, um mit ihrer Fußspitze ein Rasterbild aus dem Bild zu kicken. In dieser prekären Stellung hält sie mit ihrer Linken eine transparente Kugel in die Höhe – ein Balanceakt zwischen unten und oben, Schwerkraft und schwebender Leichtigkeit, Widerstand und Hingabe.   Mit dem Titel „Tour de Madame“ verweist sie auf ein weiteres gedankliches Vorbild, Michel de Montaigne. Seine Bibliothek und sein Arbeitszimmer waren auf dem Familienanwesen in einem Turm, dem „Tour de Montaigne“ untergebracht. Diesem gegenüber stand einmal der seiner Frau vorbehaltene Turm, der „Tour de Madame“. Eine zentrale These Montaignes’ ist, dass Denken nur in und durch Bewegung entsteht. Eine Bewegung, die in der Installation und den zwölf Werken aus „Tour de Madame“, ihrer Ballung an aus ihrem ¼uvre bekannten Bezügen, Themen und Motiven, zum Ausdruck kommt.

Museum Brandhorst
Theresienstraße 35a,
80333 München



Jutta Koether
Untitled, 1987
Öl auf Malkarton 18 x 24 cm
Courtesy of the artist and Galerie Buchholz, Berlin/Cologne/New York
Start: Samstag 19.05.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.11.2018
Bauernhofmuseum Jexhof: „Zwischen Disco, Minirock und Revolte: die 70er. Lebensgeschichten aus dem Brucker Land“
Bilder
Bilder
„Zwischen Disco, Minirock und Revolte: die 70er. Lebensgeschichten aus dem Brucker Land“

Bauernhofmuseum Jexhof

Ausstellung vom 19. Mai bis 04. Nove,ber 2018

Der Jexhof, das Bauernhofmuseum des Landkreises Fürstenfeldbruck bei Schöngeising, zeigt vom 19. Mai bis 4. November 2018 die Ausstellung „Zwischen Disco, Minirock und Revolte: die 70er. Lebensgeschichten aus dem Brucker Land“.

Rote Armee Fraktion, Ölpreisschock, Ostpolitik – viele Krisen und Verwerfungen haben die Gesellschaft in der Bundesrepublik in den 70er-Jahren bewegt. Es ist eine Umbruchphase, die schon in den 60ern ihren Anfang genommen hatte. Wie wurde dieser Abschnitt individuell erlebt, worin manifestierte sich im Leben des Einzelnen der vielbeschworene „wilde“ Zeitgeist? Der konkrete Blick auf Lebensgeschichten in der Region Fürstenfeldbruck soll die Vielfalt der sozialen Identitäten in den 70ern widerspiegeln und persönliche Erinnerungen als Teil des kollektiven Gedächtnisses freilegen. Die biografischen Zeitreisen werden in der Ausstellung durch ausgewählte persönliche Objekte aus Politik, Literatur, Kunst, Musik, Mode und Design greifbar.

Die Sonderausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des Museums, Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr (montags Ruhetag, außer an Feiertagen) und Sonn- und Feiertag von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Während dieser Öffnungszeiten sorgen die Wirtsleute in der historisch eingerichteten Stube oder davor im Garten mit Kaffee und Kuchen, Getränken und kleinen warmen Speisen bzw. Brotzeiten für das leibliche Wohl der Besucher.

Bauernhofmuseum Jexhof
82296 Schöngeising 


Start: Sonntag 17.06.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 23.09.2018
Franz Marc Museum Kochel: Bilder vom Lesen - Vom Lesen der Bilder
Bilder
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Bilder vom Lesen - Vom Lesen der Bilder

Ausstellung vom 17. Juni bis 23. September 2018

Lesende sind Ort und Zeit enthoben und in eine Phantasiewelt vertieft, die auch der Blick des Malers
nicht zu erreichen vermag. Diese Privatheit und Intimität bestimmen die Bilder von Lesenden, die
seit dem 18. Jahrhundert in der europäischen Malerei zum wichtigen Genre werden. Sie sind Thema
der Ausstellung »Lektüre«, die den Schwerpunkt auf das 20. Jahrhundert legt. Die Exponate von Auguste Renoir, Lovis Corinth, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke, Alberto Giacometti und Pablo Picasso bis zu Paul Klee und Cy Twombly nehmen die besondere – und für den Maler als Motiv besonders reizvolle – Selbstvergessenheit und Entrücktheit der Lesenden in den Blick. Auf einigen Bildern scheint sich jedoch auch das langsame Verschwinden dieser »Kulturtechnik« schon anzudeuten.



Künstler

Ernst Barlach, Max Beckmann, Walter Benjamin, Henri Cartier-Bresson, Daniel Chodowiecki, Lovis Corinth, Tacita Dean, Joseph Ducreux, Adolf Erbslöh, Alberto Giacometti, Armand  Giullaumin, Julio Gonzales, Erich Heckel, Candida Höfer, Karl Hofer, Alexander Kanoldt, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Paul Kleinschmidt, Pierre Klossowski, Henri Lebasque, Max Liebermann, Jean-Etienne Liotard, August Macke, Franz Marc, A. Marquet, Henri Matisse, Adolf Menzel, Gabriele Münter, Emil Nolde, Emil Orlik, Beate Passow, Pablo Picasso, Marcel Proust, Auguste Renoir, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Schönfeld, Rosemarie Trockel, Cy Twombly, Jaques Villeglé, Edouard Vuillard

Die Ausstellung wird durch Führungen mit Lesung und Vermittlungsprojekte für Kinder begleitet.


Franz Marc Museum         
Franz Marc Park 8-10                                                                                                                  
82431 Kochel a. See


Abbildungen:

August Macke - Elisabeth und Walterchen, 1912
Öl auf Leinwand, 89 x 71,5 cm
Kunstmuseum Bonn
Foto: Kunstmuseum Bonn, Reni Hansen

Erich Heckel - Lesendes Mädchen, 1913
Kunstmuseum Bonn
Foto: Kunstmuseum Bonn, Reni Hansen
Start: Freitag 29.06.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 27.01.2019
München Haus der Kunst: Generations Part 2 - Künstlerinnen im Dialog
Bilder
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Generations Part 2
Künstlerinnen im Dialog 

Die Werke von Frauen haben in der Sammlung Goetz seit Beginn einen besonderen Stellenwert. So wurden wichtige Einzelpositionen wie Yayoi Kusama, Rosemarie Trockel, Mona Hatoum oder Gruppierungen wie die Young British Artists schon früh aufgebaut und über die Jahre hinweg durch Neuerwerbungen erweitert. In ihrer Sammelleidenschaft ließ sich Ingvild Goetz von ihrem Interesse an gesellschaftspolitischen Themen, formal-ästhetischen Fragestellungen sowie künstlerischen Materialien leiten und blieb dabei stets für Neuentdeckungen offen. Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens präsentiert die Sammlung Goetz eine dreiteilige Ausstellung im eigenen Museum und im Haus der Kunst, die dem künstlerischen Schaffen von Frauen gewidmet ist und ihre Werke in einen generationsübergreifenden Dialog stellt.

Im zweiten Teil der Ausstellung im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst stehen die Erkundung des Körpers, das Ausloten seiner Grenzen und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Sexualität, Geschlecht und Identität in bewegten Bildern im Zentrum. Denn Videotechnik wird bereits seit ihren Anfängen als künstlerisches Medium zur Selbstreflexion und Dokumentation von Performances eingesetzt. Gezeigt werden Fotografien, Filme und Installationen von Künstlerinnen aus den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. 

Der Experimentalfilm „Kusama‘s Self-Obliteration“ (1967) dokumentiert die Performances und Nackt-Happenings, die Yayoi Kusuma in den 1960er-Jahren in New York aufgeführt hat. Leitmotiv der japanischen Künstlerin sind die Polka Dots, mit denen sie Menschen, Tiere und ihre Umgebung bedeckt. Ähnlich den spirituellen Vorstellungen des Buddhismus sind sie eine Metapher für die persönliche Entgrenzung und der Idee, eins zu werden mit dem Universum. „Kusama‘s Self Obliteration“ spiegelt den Geist der Hippie-Generation, die sich von den Zwängen bürgerlicher Lebens-, Sexual- und Moralvorstellungen befreien wollte. Begleitet von einem esoterischen Sound, beschleunigt oder verlangsamt der Film einzelne Sequenzen, arbeitet mit Überblendungen und Zoom-Effekten, sodass sich die Bilder gleichsam aufzulösen scheinen.

Die Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist erkundet auf eine spielerisch-sinnliche Art den menschlichen Körper und sein Lustempfinden. In ihrem Film „Pickelporno“ (1992) verfolgt sie das Liebesspiel zwischen einem Mann und einer Frau aus der Perspektive des Sexualpartners. Extreme Close-Ups von intimen Körperregionen wechseln sich ab mit Naturaufnahmen und psychedelischen Bildern. Durch die digitale Nachbearbeitung des Filmmaterials, ungewohnte Blickwinkel und eine intensive Farbigkeit versucht die Künstlerin, die körperliche Erregung sichtbar zu machen. Ein wesentliches Gestaltungselement ist die Filmmusik, die das Geschehen zu einem Höhepunkt treibt.

Den nackten Menschen in seiner Verletzlichkeit und Widersprüchlichkeit präsentiert die polnische Künstlerin Aneta Grzeszykowska. Ihr eigener Körper ist dabei nicht nur der Ausgangspunkt ihrer Arbeit, sondern dient ihr auch als künstlerisches Material für ihre Performances. Gleich zu Anfang des formal reduzierten Schwarzweißfilms „Headache“ (2008), sieht man die junge Frau, wie sie eine aus ihrem Mund heraushängende Lunte entzündet. In den folgenden Sequenzen erweckt sie dann den fragmentierten Körper mittels Trickfilmtechnik und Computeranimation in einem absurden Ballett zum Leben. Die einzelnen Körperteile finden dabei nicht zu einer Einheit, sondern werden zu widerstreitenden Elementen. 

Die rumänische Künstlerin Geta Brătescu arbeitete unter dem repressiven kommunistischen Regime lange Zeit im Verborgenen. Aufgrund der Einschränkungen durch die politische Situation konzentrierte sie sich auf den eigenen Körper als Gegenstand ihrer künstlerischen Praxis. In der Einsamkeit ihres Ateliers inszenierte sie Performances, die sie mit der Filmkamera oder fotografisch dokumentierte. Die Hände spielten dabei als künstlerisches Material und Medium eine besondere Rolle. So auch in dem Video „2 x 5“ (1993), in dem sie mit Neugierde die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten ihrer vom Alter gekennzeichneten Hände erkundet.

Um geschlechtliche Ambivalenz geht es in dem Video „Knackered“ (1996), der britischen Film-Regisseurin Sam Taylor-Johnson, das eine junge Frau nackt in schonungsloser Beleuchtung zeigt. Fast unbeweglich steht sie aufrecht mit herabhängenden Armen frontal zum Betrachter. Nur ihre Lippen bewegen sich wie zum Gesang. Doch nach wenigen Momenten wird deutlich, dass die Stimme, die zu hören ist, nicht von ihr stammen kann. Es handelt sich vielmehr um die Aufnahme eines gregorianischen Klageliedes, das der letzte bekannte Kastrat Alessandro Moreschi um die Jahrhundertwende im Vatikan gesungen hat. Durch die Verbindung eines androgynen Frauenkörpers mit der hellen Stimme eines Entmannten konstruiert Taylor-Johnson mit ihrem Video eine vieldeutige, irritierende Situation. 

Buchstäblich ins Innere des Körpers führt uns die Installation „Deep Throat“ (1996) der libanesischen Künstlerin Mona Hatoum. Sie projiziert auf den Teller eines gedeckten Tisches die endoskopischen Bilder einer Magenspiegelung. Der Titel bezieht sich auf den gleichnamigen Pornofilmklassikers, in dem die Hauptdarstellerin ausschließlich beim Oralverkehr sexuelle Lust empfindet. Hatoum verbindet diese männliche Wunschvorstellung mit den Bildern einer medizinischen Kamera, die nicht sexuell stimulieren, sondern Ekel hervorrufen. 

Kuratiert von Cornelia Gockel und Susanne Touw 

Mit Werken von Geta Brătescu, Nathalie Djurberg, Tracey Emin, Aneta Grzeszykowska, Mona Hatoum, Sam Taylor-Johnson, Yayoi Kusama, Ulrike Ottinger, Pipilotti Rist und Rosemarie Trockel

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Abbildungen:

Sam Taylor-Johnson
Knackered (Filmstill), 1996
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton)
© (Sam Taylor-Johnson) VG BILD-KUNST Bonn, 2018
Courtesy Sammlung Goetz, München

Mona Hatoum
Deep Throat, 1996
1-Kanal-Multimedia-Videoinstallation (Farbe, ohne Ton), Tisch mit Monitor
© the artist
Courtesy Sammlung Goetz, München
Foto: © (Wilfried Petzi) VG BILD-KUNST Bonn, 2018
Start: Donnerstag 05.07.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 30.06.2019
München: Museum fünf Kontinente
Bilder
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Fragende Blicke - Neun Zugänge zu ethnografischen Fotografien

München, Juni 2018. „Fragende Blicke. Neun Zugänge zu ethnografischen Fotografien“ lautet der Titel einer  am  5.  Juli  2018  beginnenden  Foto‐Ausstellung  im  Treppenhaus  des  Museums  Fünf  Kontinente.  54  historische  Originalfotografien  wurden  in  der  Sammlung  Fotografie  des  Museums  ausgesucht  und  in  Zusammenarbeit  von  Unterrichtenden  und  Studierenden  des  Instituts  für  Ethnologie  der  LudwigMaximilians‐Universität München ausgewertet und bearbeitet.
Die  Bilder  wurden  zwischen  1862  und  1956  von  Ethnologen,  Reisenden,  kolonialen  Akteuren  oder  in  Fotostudios aufgenommen. Ihre Entstehungsgeschichten und seinerzeit beabsichtigten Aussagen sind aus  heutiger Sicht nicht immer unproblematisch. Um ihren Betrachtern den historischen Rahmen klar werden zu  lassen und obendrein Einblicke in jene Zeit zu gewähren, als die Verschlüsse der analogen Kameras klickten,  haben  die  jungen  Ausstellungsmacher  von  der  Universität  sich  viele  Gedanken  um  Präsentation  und  Erläuterungstexte gemacht.
„Welche  Fragen  können  wir  heute  aus  ethnologischer  Perspektive  an  historische  Aufnahmen  richten,  welche Antworten dürfen wir erwarten?“ Diese Frage stellten die Ethnologen Paul Hempel (Institut für  Ethnologie, LMU München) und Anka Krämer de Huerta (Sammlung Fotografie, Museum Fünf Kontinente)  sich und neun Studierenden des LMU‐Praxisseminars „Ethnografisches Bildgedächtnis und museale (Re‐)  Präsentation“, das zur Keimzelle der Ausstellung werden sollte.
Es tat den alten Fotos gut, großformatig abgezogen zu werden. Plötzlich wurden Details sichtbar, die auf den  oft nur wenige Zentimeter großen Originalen vorher nur schwer zu erkennen waren. Neben den Bildinhalten  thematisierten die jungen Gastkuratoren auch die Hintergründe der Entstehung der Fotografien und fragten  nach den Gründen für öfter wiederkehrende Darstellungsweisen. Natürlich wurden auch die Menschen  ernst genommen, die einst sowohl vor als auch hinter der Kamera standen. So kristallisierten sich BildGeschichten heraus, die durch den alleinigen Blick aufs Foto selbst weiterhin verborgen geblieben wären.
„Die Recherchen waren intensiv. Es hat allen Freude bereitet, Darstellungen aus vielen verschiedenen  Regionen der Welt gründlich unter die Lupe zu nehmen und dann zum Sprechen zu bringen“, sagt Julia  Blumenschein,  die  im  sechsten  Semester  Ethnologie  und  und  vergleichende  Kultur‐  und  Religionswissenschaften an der Uni München studiert.
Wirkungsweise und Effekt einiger historischer Sterefotografien können die Besucher vor Ort ausprobieren.

Museum Fünf Kontinente
Maximilianstraße 42
80538 München

Abbildungen:

Junge Frau mit Kind im Tragetuch, Yamolemi mit Nichte Liehemi,
Foto: Meinhard Schuster und Otto Zerries, 1954,
Oberer Orinoko/Venezuela, Schwarz-Weiß-Abzug),
Museum Fünf Kontinente, Inv.Nr. FO-39-1-463

„Tanz in der Dämmerung“,
Foto: Heinrich Ubbelohde-Doering, 1932,
La Paz/Bolivien,
Museum Fünf Kontinente, ohne Inv.Nr.
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.