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Start: Freitag 25.10.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 19.07.2020
München Haus der Kunst: Theaster Gates: Black Chapel
Bilder
Theaster Gates: Black Chapel

Ausstellung im Haus der Kunst
Vom 25.10.2019 bis 19.07.2020

Der US-amerikanische Künstler Theaster Gates (*1973) schlägt mit seinem Werk eine Brücke zwischen Kunst und Leben. Er fasziniert mit spannungsgeladenen Raumkonstellationen, mit denen er das Beziehungsgeflecht zwischen der stereotypen Repräsentation Schwarzer Kultur und den dahinter liegenden Machtstrukturen sichtbar macht. Unter Einbezug einer vielgestaltigen Praxis, die Skulptur, Installation, Film, Performance, Improvisation, musikalische Komposition und Aktionen im urbanen Raum einschließt, verwandelt Theaster Gates Räume in Orte der künstlerischen Intervention, und damit in potentielle Plattformen für politischen, kulturellen und sozialen Wandel.

Für die sechste Ausgabe der Serie „Der Öffentlichkeit“ hat Theaster Gates die raumgreifende Installation „Black Chapel“ entwickelt. Das vielteilige Werk reagiert auf die repräsentative Architektur der 800 Quadratmeter großen Mittelhalle des Haus der Kunst, indem es ihr ein komplexes, politisch wie spirituell aufgeladenes Narrativ entgegensetzt: zwei große Pavillons sowie Vitrinen beherbergen eine Vielzahl an Skulpturen, Fotografien und Dokumenten. Darüber hinaus zeigen riesige, rotierende Leuchttafeln Fotografien aus den Archiven der ikonischen Johnson Publishing Company. Erstmalig wurde dieses Bildmaterial in den Magazinen „Ebony“ und „Jet“ veröffentlicht – zwei Publikationen mit Kultstatus, die maßgeblich zur Verbreitung Schwarzer Kultur in den Vereinigten Staaten beitrugen. Das Zusammenspiel von Skulptur und Fotografie eröffnet einen Raum, der Fragen zu Schwarzer Geschichte, Spiritualität und Repräsentation thematisiert und visuell neu formuliert.

In der benachbarten Archivgalerie macht Theaster Gates zudem die Plattensammlung von Jesse Owens zugänglich, die sich in seinem Besitz befindet. Der Athlet Jesse Owens (1913-1980) wuchs zu Zeiten der strikten Rassentrennung in den USA auf und wurde entsprechend wenig gewürdigt. Auf der Olympiade in Berlin holte der Ausnahmesportler 1936 unter den Augen Adolf Hitlers mehrere Goldmedaillen. Seine Erfolge wurden von der umstrittenen Regisseurin und Fotografin Leni Riefenstahl festgehalten, die dort den Propagandafilm „Olympia“ drehte. Das Material ist nun als Teil eines neu entstandenen Films des Künstlers zu sehen und ermöglicht einen kritischen Blick auf die rassistische Bildpolitik.

Die Wege von Jesse Owens und Leni Riefenstahl kreuzten sich erneut im Jahr 1972, als beide abermals zur Olympiade nach München reisten. Die Annäherung an die Lebensgeschichte von Jesse Owens über den Sound der mehr als 1800 Platten umfassenden Sammlung und deren Rezeption sowie das Aufeinanderprallen der rassistischen Ideologien der USA und Deutschlands, die Jesse Owens' Lebenszeit prägten, sind im Kontext der belasteten Geschichte des Haus der Kunst besonders aufschlussreich.

Während der Laufzeit der Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König, mit Beiträgen von Romi Crawford, Anna Schneider und Hamza Walker im Gespräch mit Theaster Gates.

Kuratiert von Anna Schneider

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München


Abbildung:
Photo: Moneta J. Sleet, Jr. for Ebony, 1958
Courtesy Johnson Publishing Company, LLC. All rights reserved.
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Start: Freitag 25.10.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.03.2020
Dachau Gemäldegalerie: Philipp Röth 1841–1921. Ein Romantiker unter den Landschaftsmalern
Bilder
Philipp Röth 1841–1921. Ein Romantiker unter den Landschaftsmalern

Ausstellung vom 25.Oktober 2019 bis 08. März 2020
Dachau Gemäldegalerie

Der gebürtige Darmstädter Philipp Röth (1841–1921) war ein Landschaftsmaler der Münchner Schule. Seine atmosphärischen Landschaftsidyllen zeigen feinmalerisch ausgeführte Pastoralen, ländliche Szenerien mit Gänsehirtinnen, Schäfern und Kuhhirten unter hohen Wolkenhimmeln. In sanften Stimmungen gibt er bevorzugt die weiten Landschaften seiner Heimat in der Rhein-Main-Ebene, das Dachauer Land und die weite Seenplatte südlich von München wieder. Wasser, Himmel und Erde vereinen sich in seinen Bildern zu einem Schauspiel von elementarer Größe. Am Beginn der Industrialisierung gemalt, beschwören seine traumverlorenen Bilder die Schönheit und Größe eines Lebens in Einklang mit der Natur.
Philipp Röth erfuhr eine erste Ausbildung in der Zeichenschule von August Lucas (1803–1863) und bei dem Generalinspektor der Kgl. Gemäldegalerie Darmstadt, Karl Ludwig Seeger (1808–1866). Danach begann er ein einjähriges Studium an der Kgl. Kunstschule in Karlsruhe bei Johann Wilhelm Schirmer (1807–1863). 1861 nahm er Privatunterricht bei Paul Weber (1823–1916) mit dem ihn, schon durch die Heirat mit dessen Tochter Pauline, eine lebenslange Freundschaft verband. 1862 übersiedelte der junge Maler nach Düsseldorf. Von dort aus unternahm er schon während der 1860er-Jahre Reisen nach Dachau, München, Berchtesgaden, ins Salzkammergut und nach Dresden. 1871 entschied sich Philipp Röth für die bayerische Kunstmetropole und ließ sich als freischaffender Landschaftsmaler in München nieder. Seine Landschaftsidyllen fand er im Münchner Umland, bevorzugt bei Dachau, Bruck und Bernried.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten erwarb er sich in den 1890er-Jahren als Freiluftmaler eine angesehene Position in der Münchner Kunstszene. 1903 ernannte ihn Prinzregent Luitpold zum Ehrenprofessor der Kgl. Kunstakademie. Nicht nur die angesehenen Münchner Galerien Helbig und Heilmann verkauften erfolgreich seine Werke, auch in den Kunstvereinen und Internationalen Kunstausstellungen der Künstlergenossenschaften in ganz Deutschland wurden seine Bilder gezeigt. Philipp Röth starb 1921 in seinem Haus in Gern. Nach dem Zweiten Weltkrieg widmete ihm die Stadt München ihren ältesten Baum, eine mehr als 300 Jahre alte Linde: die sogenannte Röth-Linde.

Die Gemäldegalerie stellt über 100 Jahre nach der letzten großen Einzelausstellung des Künstlers, die noch zu Lebzeiten stattfand mit über 100 Gemälden und Graphiken wieder eine große Retrospektive zusammen. Mitgewirkt hat Dr. Bettina Best, die mit dem Sammler Wilhelm Grovermann das Werkverzeichnis Röths erarbeitet hat.


Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 3
85221 Dachau


Abbildungen:
1. Philipp Röth
Sommerlandschaft, 1894

2. Philipp Röth
Wuermkanal bei Gern, 1895




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Start: Freitag 15.11.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.06.2020
München Stadtmuseum: Ready to go! Schuhe bewegen
Bilder
Ready to go! Schuhe bewegen

Ausstellung vom 15. November 2019 bis 21. Juni 2020
Münchner Stadtmuseum

Die Schau bietet einen Rundgang mit kulturhistorischen und soziologischen Aspekten, wobei anhand von ca. 500 Paar Schuhen immer wieder die Emotionen im Vordergrund stehen, die entsprechende Fußbekleidung hervorrufen kann.Der Schuh als Statussymbol dient dem Träger / der Trägerin als auch den Betrachtern gleichermaßen als bewundernswertes Objekt. Absatzschuhe des Barock und Rokoko erhöhten ihre Träger demonstrativ über das einfache Volk. Schuhe fungieren als Machtsymbol oder als Zeichen bzw. Statement einer Gruppenzugehörigkeit. Hier kommen Boots aus der Raver-Gothic-Szene zu Wort. Die Bedeutung der Fußbekleidung für die Gender-Thematik schlägt den Bogen von der knabenhaften Frau in Budapestern zur damenhaften Drag Queen in High Heels. Auch der Voyeur steht im Fokus, der in der Betrachtung der entsprechenden Fußbekleidung Erregung und Befriedigung erfährt. Als Fetisch lässt der Schuh Sammlerherzen höher schlagen und verlangt absolute Hingabe. Pumps dienen als Symbol weiblicher Fußbekleidung als Mittel der Verführung, während Stöckelschuhe als übersteigertes Reizobjekt Lust und Pein bereiten können. Die Parallelität von Schnürstiefeln und Schnürkorsagen zeigt die optische Faszination für enge undkurvige Silhouetten. Im Namen der Erotik werden für kleine zierliche Füße Schmerzen und Fußverstümmelung in Kauf genommen, was in China der Lotus- oder Lilienfuß demonstriert, ist in der westlichen Mode der Hallux Valgus.Es liegt in der Natur der Sache, Schuhe als Gebrauchsgegenstand und Fortbewegungsmittel zu beleuchten. Hier reduziert sich die Bedeutung von Fußbekleidung und ihre ursprüngliche Funktion weitgehend auf den Schutz und den Halt beim Stehen und Gehen und stellt den Träger / die Trägerin in den Mittelpunkt. Die Beispiele reichen vom fragmentierten mittelalterlichen Kinderschuhbis zum aktuellen Schuhwerk eines Geflüchteten. Materialien der Kriegs- und Notzeit wie alte Gummireifen, Kork, Stroh, Holz und Nägel werden Baumpilzen, Mais, zerriebenen Steinen und Tierhufen gegenüber gestellt, mit welchen heute Künstlerinnen und Künstler und Designerinnen und Designer experimentieren.

Neben dem vielfältigen hauseigenen Sammlungsbestand werden als Kontrast etwa 30 herausragende und zum Teil bizarre Schuhobjekte internationaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert, welche die Thesen und Aussagen der Schau abstrahieren.In Kooperation mit der Kulturvermittlung und der Fachstelle Inklusion gibt es Stationen, die den Besucherinnen und Besuchern das Thema Schuhe durch Hören, Tasten und Laufen näher bringensollen. Inklusive Angebote sollen hierbei als Selbstverständlichkeit wahrgenommen werden und sich dem Publikum als neue Sinnes-Erfahrung erschließen.Für die Ausstellung ist eine abbildungsreiche Publikation bei Edition Braus geplant, die an der Museumskasse und im Online-Shop erhältlich sein wird.

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Isabella Belting, Sammlungsleiterin Mode / Textil

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München


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Start: Samstag 16.11.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.03.2020
Bernried Buchheim Museum: PAULA MODERSOHN-BECKER. AUFBRUCH IN DIE MODERNE
Bilder
PAULA MODERSOHN-BECKER.
AUFBRUCH IN DIE MODERNE

Ausstellung vom 16. November 2019 bis 08. März 2020
Buchheim Museum

»Paula Modersohn-Becker gehört ohne Frage zu den bedeutendsten Erscheinungen des deutschen Expressionismus. [...] Früh schon, in Paris, nahm sie die Lehre Cézannes auf und gab klar gebaute und erfühlte Form, als die Brückemaler ihrer Stilmittel noch recht ungewiss waren.« Diese Eloge auf die Malerin stammt von Museumsgründer Lothar-Günther Buchheim. Ihm war bewusst, dass es noch vor den »Brücke«-Künstlern eine Pionierin gab, die die Moderne von Paris nach Deutschland holte. Die in Dresden und Bremen aufgewachsene Künstlerin nennt, ähnlich den Künstlern der Dresdner Gruppe, jedoch gut fünf Jahre vor ihnen, das »Wesenhafte«, das »Monumentale« und die »Größe der Form« als Leitbegriffe. Nun soll das Werk der frühen Avantgardistin im Buchheim Museum durch eine große Ausstellung umfassend gewürdigt werden. Durch eine vergleichende Betrachtung mit Werken der »Brücke« sowie gemeinsamen Vorbildern wird die Pionierfunktion der jungen Frau für die deutsche Moderne eindrücklich erlebbar gemacht.

Im Buchheim Museum wird sie nun durch eine vergleichende Betrachtung mit Werken der »Brücke«-Künstler in besonderer Weise erlebbar gemacht. Zugleich wird ein weiterer Horizont zu dem Thema geboten. Es zeichnet die Malerin aus, dass sie ihr Werk in intensivem Dialog mit anderen Künstlern entwickelte. Ihr früher Aufbruch 1900 nach Paris förderte sie dabei. Modersohn-Beckers heraus-ragende Stellung in der Kunstgeschichte der Moderne wird entsprechend auch im nationalen und internationa-len Vergleich zur Darstellung gebracht.Neben 30 Gemälden von Modersohn-Becker und 15 Arbeiten der »Brücke«-Künstler Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Mueller und Nolde finden sich daher stichprobenartig auch Werke von Künstlern, mit denen sie sich auseinandersetzte. Dazu gehören Jeanna Bauck, die von ihr bewunderte Lehrerin in Berlin; ihr Gesprächs-partner, Worpsweder Künstlerkollege und Ehemann Otto Modersohn; Max Liebermann, der das deutsche Kunst-geschehen nach 1900 dominierte; Camille Corot, der als Hauptvertreter der Schule von Barbizon die Worps-weder Künstler inspirierte; Paul Cézanne, der mit seinem strukturierten Bildaufbau die postimpressionistische Moderne in Frankreich begründete; Auguste Rodin, den Modersohn-Becker wegen seiner Akt aquarelle für den »größten Lebenden« hielt; Vincent van Gogh, dem sie sich bezüglich Strichführung, Flächenauffassung und bäuerlicher Sujets verwandt fühlte; sowie die »Nabis«- Künstler Édouard Vuillard und Maurice Denis, zu denen sie einen persönlichen Kontakt unterhielt.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried

Abbildung:
Paula Modersohn-Becker,
Stillleben mit Goldfischglas, 1906/1907, Pappe,
Von der Heydt-Museum Wuppertal
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Start: Freitag 22.11.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.03.2020
Zürich: FIKTION KONGO
Bilder
FIKTION KONGO
Kunstwelten zwischen Geschichte und Gegenwart

Die Demokratische Republik Kongo ist heute weltweit berühmt für ihre vibrierende Kunstszene. Nirgendwo sonst in Afrika ist das künstlerische Schaffen so vielfältig, kreativ und am Puls der Zeit. Doch auch in der Vergangenheit entstanden eindrucksvolle Masken, Figuren und Designstücke, die zu den Ikonen der Kunst Afrikas gehören. Erstmals werden historische Werke und Fotografien in einer Ausstellung zur Kunst aus dem Kongo Werken zeitgenössischer Kunst gegenübergestellt. Dabei will «Fiktion Kongo» einen einseitigen westlichen Blick auf die Kunst des Kongos vermeiden und stellt daher renommierte kongolesische Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart ins Zentrum, wie Sammy Baloji, Michèle Magema, Monsengo Shula und Sinzo Aanza. Die Ausstellung zeigt, wie Kunstschaffende –früher wie heute –sich kritisch mit den Auswirkungen von Kolonialzeit, Missionierung und Welthandel auseinandersetzen.
Seit dem Entdeckerzeitalter über die koloniale Eroberung bis heute dient Kongo als Projektionsfläche sowohl westlicher als auch afrikanischer Ideen und Fiktionen. Die kongolesische Geschichte und Kunst zeichnen sich bereits früh durch die enge Verflechtung und den kreativen Austausch von Ideen, Formen und Objekten in einer globalisierten Welt aus. Zugleich manifestieren sich in der Kunst auch die Folgen von Kolonialismus, Missionierung und Ausbeutung von Rohstoffen. Diese transkulturellen und postkolonialen Themen sind nicht nur für die Vergangenheit von Bedeutung, sondern heute mehr denn je brisant. In der Ausstellung wird deshalb die historische Perspektive mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen aus dem Kongo und der Diaspora in Bezug gesetzt.
Ausgangspunkt der Ausstellung sind Objekte und Fotografien, die der Kunstethnologe Hans Himmelheber (1908-2003) von seiner Reise 1938/9 aus dem Kongo mitbrachte, und die nun – teils zum ersten Mal – öffentlich präsentiert werden. Die farbigen Masken, wirkmächtigen Statuen und kunstvoll gestalteten Dinge des täglichen Gebrauchs zeugen von der Ästhetik und Bedeutung des künstle-rischen Schaffens der damaligen Zeit. Sein fotografischer Nachlass ist eine einmalige Momentauf-nahme der ästhetischen und kulturellen Praxis im Kongo der 1930er Jahre und dokumentiert die gesellschaftlichen Umbrüche während der Hochphase der belgischen Kolonialherrschaft. Das schrift-liche und visuelle Archiv von Hans Himmelheber, das seit kurzem am Museum Rietberg angesiedelt ist, spiegelt aber auch seine eigenen, vom damaligen Zeitgeist geprägten Vorstellungen über den Kongo wider.

Archiv Hans Himmelheber und Forschungsprojekt
Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Archiv von HansHimmelheber (1908-2003), das in den letzten Jahren am Museum Rietberg entstand und mittlerweile über 750 Objekte, 15‘000 Fotografien und den schriftlichen Nachlass des deutschen Kunstethnologen umfasst. Der in Heidelberg geborene promovierte Arzt und Ethnologe unternahm zwischen 1933 und 1976 insgesamt vierzehn Reisen in die Côte d’Ivoire, den Kongo, nach Liberia und Alaska. Himmelhebers Studien zur Künstlerpersön-lichkeit, zum Maskenwesen oder zum Werkverfahren liefern bis heute wichtige Impulse für die Beschäftigung mit der Kunst Afrikas. Himmelheber war aber nicht nur Wissenschaftler und Fotograf, sondern zugleich auch immer Sammler und Händler. Die Ausstellung präsentiert die ersten Ergebnisse des neuen Forschungsprojektes «Hans Himmelheber –Kunst Afrikas und verflochtene Wissensproduktion», das als Kooperation zwischen dem Museum Rietberg und dem Historischen Seminar der Universität Zürich vom Schweizerischen Nationalfonds von 2018 bis 2022 finanziert wird.
In Anlehnung an das Konzept der Kunstwelten (art worlds) von Howard S. Becker verstehen die Kuratorinnen Kunst nicht nur als Produkt eines einzelnen Schöpfers, sondern als Resultat eines Netzwerkes von verschiedensten über mehrere Kontinente verteilten Akteuren, die alle an der Herstellung, Verwendung, aber auch –wie Hans Himmelheber –an der Weitergabe und Vermarktung sowie an der Wissensproduktion und Imagination derselben beteiligt sind. «Fiktion Kongo» bringt somit die Herstellung und den Gebrauch von Kunst im Kongo mit dem internationalen Kunstmarkt sowie die koloniale Geschichte und aktuelle Fragen der Restitution zusammen.

Museum Rietberg
Gablerstrasse 15,
8002 Zürich,
Schweiz


Abbildung:
Maske kifwebe.
Künstler der Songye-Region, vor 1939, Holz, Farbpigmente, 45,5 × 22,5 × 20,5 cm.
Museum Rietberg Zürich,
Geschenk Barbara und Eberhard Fischer, erworben von Hans Himmelheber
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Start: Freitag 29.11.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 29.03.2020
München Haus der Kunst: Innenleben
Bilder
Innenleben.
Njideka Akunyili Crosby, Leonor Antunes, Henrike Naumann, Adriana Varejão

Ausstellung Haus der Kunst vom 29. November 2019 bis 29. März 2020

Unsere Gegenwart zeichnet sich durch eine zunehmende Veräußerung des Inneren aus. Ohne Scham und Skrupel werden Privatleben und Intimsphäre in sozialen Medien veröffentlicht und bewertet. Trotz dieser neuen Dimension eines fast pornografischen Exhibitionismus des Einzelnen, wird  zunehmend unklarer, welche politischen Haltungen, historische Verkettungen, aber auch welche psychischen Zustände und sozialen Bindungen die Identität des Einzelnen tatsächlich ausmachen.

Was geschieht also in unserem Inneren? Ausgehend vom kunsthistorischen Sujet der Interieurmalerei untersucht die Ausstellung Innenleben die Textur transnationaler und multipler, gleichzeitig auch komplexer und fragil gewordener Identität. Die fundamentale Frage nach den Bedingungen von Innen und Außen, sowie die Verhandlung von deren Grenzen stehen im Zentrum der Ausstellung. Der besondere Fokus liegt auf Positionen, die den Innenraum nicht als eskapistischen Rückzugsort behandeln, sondern ihn in seiner Fähigkeit, kaleidoskopartig die Facetten der äußeren Welt aufzufächern, als diskursiven Raum zur Schau stellen. In den Arbeiten der Künstlerinnen spielen Migration und transkulturelle Identität genauso eine Rolle wie historische Verstrickungen. Sie befassen sich mit dem Innenraum sowohl in der Imagination, wie auch mit dem Innenraum als reales Setting, mit dem Innenraum als privatem Rückzugs- und Schutzraum genauso wie mit seinem Potential, den gesellschaftlichen und politischen Zeitgeist zu reflektieren und zu verändern.

Njideka Akunyili Crosby (*1983 in Enugu, Nigeria) verhandelt in ihren großformatigen, dynamisch gemusterten und farbkräftigen Gemälden auf Papier das komplexe kulturelle Terrain, das sich aus einem Leben zwischen zwei Welten - ihrer Wahlheimat Amerika und ihrer Heimat Nigeria – formt. Inspiriert von Fotografie, Mode, Architektur und Design sowie ihrer eigenen Familiengeschichte zeigen Akunyili Crosbys Werke oft häusliche Räume, die die faszinierende Imagination eines neuen afropolitischen Lebensgefühls visualisieren. Für Leonor Antunes (*1972 in Lissabon, Portugal) stehen Migration und Transformation von Form und Ideen über zeitliche und geografische Räume hinaus im Zentrum. Ausgangspunkt für ihre eleganten, auf intensiven Recherchen beruhenden, teilweise  ortsspezifischen Skulpturen und Interventionen ist die Auseinandersetzung mit Kunst, Design und Architekturgeschichte. Insbesondere stellt das gesellschaftstransformierende Potential der Moderne eine besondere Inspiration für sie dar.  Adriana Varejão (*1964 in Rio de Janeiro, Brasilien) hingegen thematisiert in ihren viszeralen Skulpturen und Gemälden die Präsenz der durch Gewalt geprägten, kolonialen Geschichte Brasiliens. Vielfach verwendet sie das Motiv der Mauer, der Grenze zwischen Innen und Außen, aus deren brüchig gewordener Textur die unterdrückte, gewaltgeladene Vergangenheit in die Gegenwart zu quellen scheint. Der Omnipräsenz der Vergangenheit widmet sich auch die ausgebildete Bühnenbildnerin Henrike Naumann (*1984 Zwickau, Deutschland), die sich in ihren immersiven Rauminstallationen mit der deutsch-deutschen Vergangenheit und rechtsextremer Ideologie beschäftigt. Sie untersucht die Mechanismen der Radikalisierung und erkundet, wie diese sich im Raum manifestieren.

Die Werke aller Künstlerinnen verbindet, dass sie den Innenraum als Rahmen nutzen, um Bilder für vielschichtige Identitäten zu finden.

Kuratiert von Anna Schneider.

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildung:
Leonor Antunes
Alterated Climbing Form III
Copyright: Leonor Antunes
Courtesy: the artist and Marian Goodman Gallery
Photo: Nick Ash
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Start: Samstag 30.11.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 01.03.2020
Penzberg: ZEN, ZERO & CO
Bilder
ZEN, ZERO & CO
Abstrakt seit 1949

Ausstellung Museum Campendonk Penzberg
Vom 30.11.2019 bis 01.03.2020

„ZEN, ZERO & CO – abstrakt seit 1949“ ist eine Hommage an die Großen der Abstraktion und eine geistreiche Erforschung dessen, was im Laufe der letzten sieben Jahrzehnte daraus geworden ist. Dazu werden die Schätze einer bisher verborgenen Privatsammlung erstmals ins Rampenlicht gestellt. Kombiniert mit hochkarätigen Leihgaben und eigenen Sammlungsschwerpunkten des Museums Penzberg werden rund 100 Arbeiten – Grafiken, Gemälde und Skulpturen – die Ästhetik von Rhythmus, Farbe und Form spürbar machen. Dieses sinnliche Kunsterlebnis macht zugleich die zeitlose Modernität der gegenstandlosen Meisterwerke aus.
Unter dem Eindruck des Krieges und der Kulturdiktatur der Nationalsozialisten wagten im München des Jahres 1949 sieben Künstler einen Neuanfang: Willi Baumeister, Rolf Cavael, Gerhard Fietz, Rupprecht Geiger, Willy Hempel, Brigitte Meier-Denninghoff und Fritz Winter hatten sich mit der Gruppe ZEN 49 das Ziel gesetzt, auf „der Tradition des Blauen Reiters fußend“ die abstrakte Malerei einem breiteren Publikum zugänglich und damit verständlicher zu machen.
ZERO war eine Düsseldorfer Künstlergruppe, die 1958 von Heinz Mack und Otto Piene gegründet wurde, 1961 kam Günther Uecker hinzu. Mack und Piene sahen die Nachkriegskunst „mit einem Übermaß an Ballast befrachtet“. Die Künstler suchten einen neuen Anfang, eine „Stunde Null“, die von der Vergangenheit unbelastet sein sollte. Sie wollten dem Drama des Zweiten Weltkriegs und seinen Gräueln eine reine, heile Welt entgegensetzen.
Die Ausstellung geht von diesen bedeutenden Vertretern der deutschen Nachkriegskunst aus. Sie wird aber auch aufzeigen, welche Entwicklungen aus ZEN 49 und ZERO hervorgegangen sind und was aus dem hoffnungsvollen Neubeginn geworden ist. Dabei werden exemplarisch Linien bis in die Gegenwart gezeichnet.
Im Zentrum steht dabei eine umfangreiche, noch nie öffentlich gezeigte Privatsammlung mit Arbeiten von Künstlern beider Gruppierungen und ihrem Umfeld. Ergänzt werden diese Exponate durch eigene Sammlungsbestände sowie Leihgaben weiterer Sammler, Institutionen und Künstler.


Museum Penzberg —
Sammlung Campendonk
Am Museum 1,
(Ehemalige Karlstraße 61)
82377 Penzberg

Abbildung:
Fritz Winter, Mit weißer Linie 1970, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
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Start: Samstag 30.11.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 01.03.2020
Penzberg: ZEN, ZERO & CO abstrakt seit 1949
Bilder
ZEN, ZERO & CO 
abstrakt seit 1949

„ZEN, ZERO & CO – abstrakt seit 1949“ ist eine Hommage an die Großen der Abstraktion und eine geistreiche Erforschung dessen, was im Laufe der letzten sieben Jahrzehnte daraus geworden ist. Dazu werden die Schätze einer bisher verborgenen Privatsammlung erstmals ins Rampenlicht gestellt. Kombiniert mit hochkarätigen Leihgaben und eigenen Sammlungsschwerpunkten des Museums Penzberg werden rund 100 Arbeiten – Grafiken, Gemälde und Skulpturen – die Ästhetik von Rhythmus, Farbe und Form spürbar machen. Dieses sinnliche Kunsterlebnis macht zugleich die zeitlose Modernität der gegenstandlosen Meisterwerke aus.
Unter dem Eindruck des Krieges und der Kulturdiktatur der Nationalsozialisten wagten im München des Jahres 1949 sieben Künstler einen Neuanfang: Willi Baumeister, Rolf Cavael, Gerhard Fietz, Rupprecht Geiger, Willy Hempel, Brigitte Meier-Denninghoff und Fritz Winter hatten sich mit der Gruppe ZEN 49 das Ziel gesetzt, auf „der Tradition des Blauen Reiters fußend“ die abstrakte Malerei einem breiteren Publikum zugänglich und damit verständlicher zu machen.
ZERO war eine Düsseldorfer Künstlergruppe, die 1958 von Heinz Mack und Otto Piene gegründet wurde, 1961 kam Günther Uecker hinzu. Mack und Piene sahen die Nachkriegskunst „mit einem Übermaß an Ballast befrachtet“. Die Künstler suchten einen neuen Anfang, eine „Stunde Null“, die von der Vergangenheit unbelastet sein sollte. Sie wollten dem Drama des Zweiten Weltkriegs und seinen Gräueln eine reine, heile Welt entgegensetzen.
Die Ausstellung geht von diesen bedeutenden Vertretern der deutschen Nachkriegskunst aus. Sie wird aber auch aufzeigen, welche Entwicklungen aus ZEN 49 und ZERO hervorgegangen sind und was aus dem hoffnungsvollen Neubeginn geworden ist. Dabei werden exemplarisch Linien bis in die Gegenwart gezeichnet. 

Im Zentrum steht dabei eine umfangreiche, noch nie öffentlich gezeigte Privatsammlung mit Arbeiten von Künstlern beider Gruppierungen und ihrem Umfeld. Ergänzt werden diese Exponate durch eigene Sammlungsbestände sowie Leihgaben weiterer Sammler, 
Institutionen und Künstler. Kuratiert wird die Schau von Katja Sebald und Museumsleiterin Freia Oliv mit Unterstützung von Anne Götzelmann.

Museum Penzberg — Sammlung Campendonk
Am Museum 1 (ehemalige Karlstraße 61)
82377 Penzberg

Abbildung:
Günther Uecker, ohne Titel, 1970
Copyright VG Bild-Kunst,
Bonn 2019
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Start: Donnerstag 05.12.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 01.03.2020
Murnau Schlossmueseum:
Bilder
Bilder
 "VERLOREN – DOCH NICHT VERGESSEN!"
Emanuel von Seidl zum 100. Todesjahr

Ausstellung im Schlossmuseum Murnau
Vom 5.Dezember 2019 bis 01.März 2020

Emanuel von Seidl, Architekt aus München, entdeckte Murnau in den Jahren ab 1891. Der Sommerfrischeort am Staffelsee wurde ihm zur zweiten Heimat, zum „gelobten Land“, wie er es einmal formulierte. Ab 1901 errichtete er sich auf den Südhängen Murnaus mit Blick auf das Moos und die Berge ein Landhaus im Heimatstil und einen Park im englischen Landschaftsstil.

Das Schloßmuseum Murnau hatte sich bereits 1993, im Jahr seiner Eröffnung, dem Architekten eine Sonderausstellung gewidmet, der für diverse Auftraggeber rund um Murnau Landsitze und Gärten geschaffen und die Verschönerung des Ortes Murnau von 1905 bis 1913 initiiert hat. 26 Jahre sind seit der ersten Ausstellung vergangen, in welchen sich manches getan hat. Bislang unbekannte Dokumente und Pläne sowie aktuelle Forschungen haben neue Erkenntnisse gebracht, die nun im Mittelpunkt der Winterausstellung 2019/2020 stehen. Doch Emanuel von Seidl war nicht nur ein erfolgreicher Architekt, sondern auch ein weltgewandter Gastgeber, bei dem Künstler, Unternehmer, Freunde und Familie ein- und ausgingen. Aus dieser glanzvollen Zeit bis zu seinem Tod 1919 sind vier Gästebücher erhalten, die sich heute in der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek München befinden und 2018 auf Initiative des Schloßmuseums Murnau digitalisiert werden konnten.

So ist es nun erstmals möglich, die Gästebücher in digitaler Form durchzublättern und sich einen Überblick über Seidls gesellschaftlich reiches Leben in Murnau zu verschaffen.

„Verloren – doch nicht vergessen!“, schrieb eine ehemalige Bewohnerin einer Seidl-Villa rückseitig auf eine Fotografie ihres Wohnhauses. Es ist das Bestreben der Ausstellung, das Verlorene wieder sichtbar zu machen und Impulse für eine nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Architekten und seinen Werken zu geben.

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5
D-82418 Murnau


Abbildungen:

„Die letzte Pappel“, 2. Januar 1904, Eintrag von Hans Beat Wieland aus dem Gästebuch I, S. 34,
Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek München, Inv. 7927

„Schön war’s meiner Seel, / Beim Seidl Emanuel“, 1904, Eintrag von Hans Beat Wieland aus dem Gästebuch I, S. 35,
Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek München, Inv. 7927
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Start: Freitag 06.12.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.03.2020
München Kunsthalle: Die Fäden der Moderne
Bilder
Bilder
Die Fäden der Moderne
Matisse, Picasso, Miró ... und die französischen Gobelins

Ausstellung vom 6. Dezember 2019 bis 8. März 2020
in der Kunsthalle München

Zum ersten Mal in Deutschland präsentiert die Kunsthalle München Tapisserien, die in der Pariser Manufacture des Gobelins nach Entwürfen der namhaftesten Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts entstanden – unter ihnen Henri Matisse, Pablo Picasso, Le Corbusier, Joan Miró und Louise Bourgeois. Anhand einer Vielzahl großformatiger Wandbehänge spannt die Ausstellung den Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die Gegenwart und zeigt, wie überraschend modern das noble Handwerk der Gobelin-Weberei tatsächlich ist.

 

TRADITION & INNOVATION

Die Ausstellung präsentiert einen nahezu unbekannten Aspekt im Schaffen zahlreicher moderner Künstler von Weltruhm: Auf der Grundlage der jahrhundertealten Webtechnik haben sie sich der Tapisserie zugewandt und die Kunst der »Bildwirkerei« immer wieder neu interpretiert. In der unter Ludwig XIV. (1638–1715) gegründeten Manufacture des Gobelins sowie in weiteren französischen Werkstätten entstanden nach den Vorlagen der Künstler nicht nur Tapisserien, sondern auch Möbel und Bodenteppiche von herausragender Qualität – von denen ebenfalls Beispiele in der Ausstellung zu sehen sind.

 

TEXTILE MEISTERWERKE

In enger Zusammenarbeit mit den Webern werden in den Manufakturen bis heute einzigartige textile Meisterwerke geschaffen, die sich durch die Verbindung von künstlerischem Einfallsreichtum und handwerklicher Virtuosität auszeichnen. Dabei werden die alten Techniken der Garnherstellung, des Färbens sowie des Webens und Knüpfens nahezu unverändert angewandt. Von der künstlerischen Vorlage bis zum fertigen Objekt nimmt die Herstellung eines großen Gobelins nach wie vor tausende Arbeitsstunden in Anspruch.

Kunsthalle München
Theatinerstraße 8,
80333 München
Fünf Höfe



Abbildungen:
Joan Miró (1893–1983)
Komposition Nr.1, Frau am Spiegel, 1966
Manufacture des Gobelins
306 × 455 cm, Wolle
Sammlung Mobilier national
© Successio Miró / VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Mobilier national

Jean Messagier (1920–1999)
Die Gleichförmigkeit des schönen Wetters, 1971
Manufacture des Gobelins
294 × 586 cm, Wolle
© Jean Messagier, VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Isabelle Bideau
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Start: Freitag 20.12.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 23.02.2020
München Stadtmuseum: Gesichter der Stadt. Videoporträts von Kurt Benning und Hermann Kleinknecht
Bilder
Gesichter der Stadt. Videoporträts von Kurt Benning und Hermann Kleinknecht

Ausstellung im Münchner Stadtmuseum
Vom 20.Dezember 2019 bis 23. Februar 2020

1996 entwickelten die Künstler Kurt Benning (1945-2017) und Hermann Kleinknecht (geb. 1943) das Langzeitprojekt „Videoporträts“. Ihr Konzept bestand darin, Protagonisten der Münchner Kunstszene, aber auch Menschen aus allen sozialen Klassen, unterschiedlichen Berufsgruppen und jeden Alters darüber sprechen zu lassen, was sie bewegt. Entsprechend vielfältig sind die (Selbst-)Darstellungen, die sich nicht nur im Gesprochenen, sondern auch in Stimme, Gestik und Körpersprache manifestieren. Durch die Vielzahl und die Unterschiedlichkeit der Porträtierten geben die „Videoporträts“ einen Querschnitt durch die Münchner Gesellschaft unserer Zeit. Unter der Überschrift "Bilder für Alle" stellt die Ausstellung ergänzend einige offene, "demokratische" Porträtprojekte von Kerstin Schuhbaum, Barbara Donaubauer / Ulrike Frömel, Jadranka Kosorcic, Gabriele Drexler und Timo Dufner vor. Diese zeitgenössischen Arbeiten ergänzen die umfangreichen, stark historisch geprägten Porträtbestände der Sammlungen des Münchner Stadtmuseums und suchen neue Wege der Repräsentation der Bürger*innen zwischen Individuum und Typus.

Münchner Stadtmuseum
Sankt-Jakobs-Platz 1,
80331 München

Abbildung:
(01) Kurt Benning und Hermann Kleinknecht: Videoporträt Inga Tränkler,
ehemaliges Fotomodell (Filmstill) München 22.01.2001, Länge: 53 Minuten
© Stiftung Kurt Benning; H. Kleinknecht
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Start: Freitag 17.01.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 19.04.2020
Fürstenfekdbruck: non konform – Russische Kunst aus der Sammlung Breitscheidel
Bilder
Museum Fürstenfeldbruck - Museum im Kunsthaus
non konform – Russische Kunst aus der Sammlung Breitscheidel

Ausstellung vom 17. Januar bis 19. April 2020

Als Gegenbewegung zum staatlich diktierten sozialistischen Realismus entwickelten sich in der Sowjetunion ab den 1950er Jahren verschiedene Kunstrichtungen, die unter dem Sammelbegriff Nonkonformismus zusammengefasst werden. Während systemkonforme Künstler zahlreiche Privilegien genossen, erhielten die nonkonformen, d.h. unangepassten Kunstschaffenden keinerlei staatliche Anerkennung. Nach dem Zerfall der Sowjetunion Ende der 1980er Jahre entspannte sich die Situation. Obwohl sich die Schranken zwischen Ost und West lockerten, schränkten staatliche Behörden die künstlerische Freiheit weiterhin ein. Mittlerweile gelingt es einer zweiten Generation nonkonformistischer Künstler, sich in Russland und im Westen zu behaupten. Anhand von etwa 70 ausgewählten, überwiegend figurativen Kunstwerken aus der Sammlung der Fürstenfeldbrucker Künstlerin Lusine Breitscheidel gibt die Ausstellung Einblicke in die Entwicklung und oft sehr persönlichen Positionen dieser unbekannten russischen Kunstszene jenseits der Stereotypen und zeigt deren erstaunliche Vielfalt.

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6,
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildung:
Vladimir Kurdyukov
Die ewige Frage des Don Quichote, 1999
Sammlung Breitscheidel
Fotografie: Wolfgang Pulfer
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Start: Samstag 18.01.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.03.2020
München Galerie Zink: Rosilene Luduvico / Johannes Nagel - Alabaster – zwischen Traum und Wirklichkeit
Bilder
Rosilene Luduvico / Johannes Nagel
Alabaster – zwischen Traum und Wirklichkeit

Galerie Zink Waldkirchen zeigt vom 18. Januar bis 15. März 2020 neue Arbeiten der brasilianischen Malerin Rosilene Luduvico (*1969, Espirito Santo, Brasilien) und des in Halle lebenden Künstlers Johannes Nagel (*1979, Halle).
Die seltsam, teils bizarr geformten Porzellanobjekte des 1979 geborenen Johannes Nagel muten ob ihrer feinen Materialität beinahe wie Haut an und wirken trotz ihres Gewichts auf ungewöhnliche Weise zart und tastend. Nagel ist einer der führenden jungen Künstler im Bereich der Keramik. Spektakulär sind seine Objekte, unkonventionell sein Umgang mit dem Material: Mit seinen Händen gräbt er Formen und Tunnelsysteme in mit verdichteten Sand gefüllte Kisten, ohne dabei zu sehen, wo und wie er gräbt. Ausschließlich seine Hände geben dabei Form und Richtung vor, begrenzt von den Maßen der Kiste und Länge und Umfang des Arms des Künstlers. Der so entstehende Hohlkörper wird anschließend mit flüssigem Porzellan ausgegossen; übrig bleibt eine Positivform.  Johannes Nagel stellt so den Prozess der Formfindung in der Keramik auf den Kopf und schafft damit seine feinen, poetische Objekte.
Ähnlich zart und fragil wirken die Gemälde von Rosilene Luduvico und sind deshalb ein überraschendes, aber elegantes Match mit den Objekten von Nagel. Ihre Figuren und Portraits wirken wie aus Alabaster geschnitten, mit weichen Zügen und fast transparenter Haut; Menschen im Moment des Schlafes, noch halb in der Realität und schon halb im Traum. Ihre zarten, äußerst sensiblen Arbeiten erzeugen gemalte sehnsuchtsvolle Augenblicke der Stille und transportieren tiefe menschliche Gefühle, ganz im Sinne der romantischen Kunsttheorie; kleinste Figuren, die sich in großen Landschaften beinahe aufzulösen scheinen, oder die Beobachtungen von Schlafenden führen dem Betrachter die Schönheit und Ruhe, aber auch die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz vor. Luduvicos Bildsprache ist dabei weit davon entfernt, illustrativ oder realistisch zu sein und unterwirft sich weder der europäischen Malereitradition, noch der ihrer Heimat.  Mit zarten, häufig lasierenden Farben und feinem, überlegtem Pinselstrich erhalten die Malereien eine zarte Poesie und Schönheit.

Galerie Zink
Michael Zink

Waldkirchen 2
92358 Waldkirchen in der Oberpfalz 

Abbildung:
Johannes Nagel
Unfold Vessel (Porcelain 2), 2015
porcelain_53x40x45cm
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Start: Freitag 31.01.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.06.2020
München: Kapsel 11 & Kapsel 12
Bilder
Bilder
Kapsel 11 / Capsule 11: Sung Tieu. Zugzwang
&
Kapsel 12 / Capsule 12: Monira Al Qadiri. Holy Quarter

In Kapsel 11 wird unter dem Titel „Zugzwang“ eine umfangreiche Neuproduktion der deutsch-vietnamesischen Künstlerin Sung Tieu (geb. 1987 in Hai Duong, Vietnam) präsentiert, ihre bislang größte und umfassendste Arbeit. Die multimediale Rauminstallation untersucht die psychologischen Auswirkungen von Verwaltungsapparaten und die Politik der daraus resultierenden Design-Ästhetiken.
Tieu nimmt die Inneneinrichtungen von Einwanderungsbehörden, Einwohnermeldestellen und modernen Strafvollzugsanstalten zum Ausgangspunkt. Die Sitzgruppen aus Edelstahl stammen von einem Gefängnisausstatter in England. Die Ähnlichkeit dieser Einrichtungsbestandteile mit der Ausstattung von Wartezimmern in Verwaltungsgebäuden ist auffallend. Der Ausstellungsraum wird von diesen Sitzgruppen, zwei großen, von der Künstlerin entworfenen Regalen, sowie gerahmten Dokumenten beherrscht – Asylanträge, Wohnsitz-Anmeldungen und Einbürgerungsformulare. Basierend auf anthropologischen Studien über den Verwaltungsapparat, hat Tieu die Dokumente bearbeitet und verändert, so dass sie sich keinem bestimmen Staat zuordnen lassen und die zugrundeliegende Logik deutlich wird: worüber ein Antragsteller in einem bestimmten Zusammenhang Auskunft gibt, wird auf mögliche Risiken und künftige Kosten für den Staat geprüft und kann auf diese Weise dem Antragsteller zum Nachteil werden. Dadurch legt Tieu die Widersprüche, Ungereimtheiten und Willkür offen und demonstriert, wie diese Elemente in die Subjektivität des Einzelnen eingreifen – wie sie all jene, die sich den Regeln dieser Räume nicht fügen, zu kontrollieren suchen und in die Grauzonen der Legalität treiben.
Mal intim, dann wieder bombastisch fügt sich eine Mehrkanal-Sound-Installation in diese skulpturale Inszenierung ein: Richard Wagners Ouvertüre zum „Tannhäuser“ bringt Tieu mit Alltagsgeräuschen aus teils öffentlichen, teils privaten Räumen in Berührung: von Tastaturen, Mausklicks, Tuckern, Telefonen und weißem Rauschen. Es entsteht eine vielschichtige Tonlandschaft, in der Gegensätze wie eine elaborierte Komposition von Wagner und Geräusche aufeinandertreffen.
In „Zugzwang“, genauso wie in Tieus weiterer künstlerischer Praxis, werden Themen der nationalen Geschichtsschreibung und der transnationalen Migration von Bevölkerungsgruppen offensichtlich. Das abstrahierte Bild eines Waldstücks, wo die Künstlerin die Grenze von Tschechien nach Deutschland 1992 überschritt, hat sie in große Spiegelelemente eingraviert. Durch das anschließende Einbürgerungsverfahren hat die Künstlerin die Wege der Regulierung kennen gelernt und den Zugzwang, unter den der gewaltige Verwaltungsapparat das Individuum setzt.

Mit Monira Al Qadiri (geb. 1983 in Dakar, Senegal) widmet das Haus der Kunst einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Golfregion die Kapsel 12 in der Südgalerie. Für diese Präsentation hat Al Qadiri eine vielteilige Skulpturengruppe sowie einen neuen virtuosen Film produziert. Dessen Titel, „Holy Quarter“, bezieht sich auf die weltweit größte Wüstenregion „Empty Quarter“ zwischen Saudi-Arabien, Oman, Jemen und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Al Qadiri wuchs in Kuwait auf und zählt zu einer Generation, der die rasante Transformation des jungen Nationalstaats – von ältesten Lebensformen über die seit den 1960er-Jahren massiv geförderte Ölwirtschaft hin zu einem wichtigen Akteur der Geopolitik – in die Biografie eingeschrieben ist. Ihre Arbeit nimmt in den Bildenden Künsten die Rolle eines Seismografen für eine zwangsglobalisierte Welt ein. Seit Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit befasst Al Qadiri sich mit der Zerrissenheit als einer Folge von Wohlstand, Religionsvorstellungen und magischem Denken.
„Holy Quarter“ nimmt seinen Ausgangspunkt mit der Geschichte des britischen Forschungsreisenden St. John Philby, der in den 1930er-Jahren die Wüstenregion „Empty Quarter“ durchquerte, auf der Suche nach den Ruinen einer antiken Stadt. Statt eines ‚Atlantis des Sandes‘ fand er jedoch die Überreste eine „Vulkans“, der sich in Wirklichkeit als einer der größten Einschlagkrater von Meteoriten erwies. Der Oman ist eins der größten Einschlaggebiete für Meteoriten, und viele Fossilien in seiner Landschaft sind Millionen Jahre alt. Die Drehorte von „Holy Quarter“ befinden sich alle in dieser Region, einige von ihnen sind mythenumwoben. Sie stehen somit für eine Verbindung mit dem Weltall und dem Ursprung der Erde sowie für die Suche nach einer fehlenden empirischen Gewissheit.
Die Wüste als einer der ältesten und unberührtesten Lebensräume dient Al Qadiri als Ort der Spurensuche nach dem Sinn der Existenz. Ihre bisherige Kritik gesellschaftlicher Zukunftsvisionen führt sie nun zur Beschäftigung mit der Vergangenheit der Heimatregion, als Gegenentwurf zu wirtschaftspolitischen Missständen oder aber Widersprüchen von konservativen Strukturen und neuen Technologien.

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen
Kapsel 11:
Sung Tieu, Remote Viewing, 2017
“Remote Viewing” installation view at Nha San, Hanoi, 2017
Courtesy: the artist
Photo: Sung Tieu

Kapsel 12
Majlis Al Jinn
Ms_2981
MECET Middle East Caving Expeditionary Team
Album
20th January, 2012
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Start: Freitag 31.01.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.06.2020
München Haus der Kunst: Kapsel 11: Sung Tieu. Zugzwang
Bilder
Kapsel 11: Sung Tieu. Zugzwang

Ausstellung im Haus der Kunst vom 31. Januar bis 21. Juni 2020

Kapsel 11 präsentiert eine umfangreiche Neuproduktion der deutsch-vietnamesischen Künstlerin Sung Tieu (geb. 1987 in Hai Duong, Vietnam), ihre bislang größte und umfassendste Arbeit.

Unter dem Titel Zugzwang untersucht die multimediale Rauminstallation die psychologischen Auswirkungen von Verwaltungsapparaten und die Politik der daraus resultierenden Design-Ästhetiken. Dabei unterzieht Tieu die modernen Formen bürokratischer Zirkulation und Regulation einer kritischen akustischen und visuellen Untersuchung. Die Inneneinrichtungen von Anwaltskanzleien, Einwanderungsbehörden, Einwohnermeldestellen und modernen Strafvollzugsanstalten zum Ausgangspunkt nehmend, demonstriert Tieu, wie diese Formen der Architektur in die Subjektivität des Einzelnen eingreifen – wie sie all jene, die sich den Regeln dieser Räume nicht fügen, zu kontrollieren suchen und teilweise in die Grauzonen der Legalität treiben. Bestehend aus Klang, Textdrucken, Skulpturen, Zeichnungen, Erinnerungsstücken und objets trouvés, konstituiert diese neue Auftragsarbeit eine bestimmte Denkweise, die sich aus den sich wandelnden politischen und gesellschaftlichen Umgebungen der Künstlerin speist.

Mal intim, dann wieder bombastisch fügt sich eine Mehrkanal-Sound-Installation in diese skulpturale Inszenierung ein: Richard Wagners Ouvertüre Tannhäuser zum Ausgangspunkt nehmend, modifiziert die Klanginstallation die bekannte Melodie durch den Einsatz von Alltagsgeräuschen. Es entsteht eine vielschichtige Tonlandschaft, welche das intendierte Gesamtkunstwerk unterbricht und dessen Quelle verborgen hält. Zudem sind Drucke von manipulierten behördlichen Dokumenten im gesamten Ausstellungsraum platziert. Sie basieren auf anthropologischen Untersuchungen bürokratischer Prozesse und regeln die fiktive Lebensrealität derjenigen Individuen, die diese Dokumente adressieren. Die Installation schafft einen Raum der Instabilität und legt offen, wie Regierungen führender Industrienationen das Prinzip „form follows function“ pervertiert haben, um zivilen Ungehorsam gegen den bürokratischen Apparat noch vor seiner Entstehung zu verhindern.

In Zugzwang, genauso wie in Tieus weiterer künstlerischer Praxis, werden Themen der nationalen Geschichtsschreibung und der transnationalen Migration von Bevölkerungsgruppen offensichtlich, die sich mit den limitierten Wegen der legalen Regulierung und den gewaltigen Verwaltungsapparaten konfrontiert sehen, welche durch den globalen Kapitalismus legitimiert werden.

Der erste Katalog zu Sung Tieus künstlerischer Arbeit erscheint im Haus der Kunst sowie bei Nottingham Contemporary anlässlich ihrer umfangreichen parallel stattfindenden Einzelausstellungen in Deutschland und Großbritannien.

Kuratiert von Damian Lentini

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildung:
Sung Tieu, Loveless, 2019
“Loveless” installation view at Piper Keys, London, 2019
Courtesy: the artist and Piper Keys
Photo: Mark Blower
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Start: Freitag 07.02.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 14.06.2020
München Stadtmuseum: Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850-1930
Bilder
Vorbilder / Nachbilder.
Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850-1930

Ausstellung vom 7. Februar bis 14. Juni 2020

“Vorbilder / Nachbilder” – die beiden Doppelworte verweisen in ihrem Gegenüber auf Bezüge zwischen Bildern und auf eine Bildproduktion, bei der auf bereits vorliegende Bilder zurückgegriffen wird. In den Kunstakademien und Kunstgewerbeschulen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts dienten Fotografien als „Vorlagen” oder „Vorbilder”; als solche fungierten sie als ein eigener didaktischer Bildtypus. Fotografische Vorlagen waren wichtige Hilfsmittel in der kreativen Praxis angehender Künstlerinnen und Künstler; im Zuge ihrer Verwendung entstanden im Kunst-Unterricht „Nachbilder”: Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken. Und die benutzten Fotografien bilden ihrerseits in gewisser Weise nach, was in ihnen mit dem Auge der Kamera „aufgenommen” ist.

Im Archiv der Universität der Künste Berlin hat sich eine umfangreiche und wertvolle fotografische Lehrsammlung bewahrt, die bis in die 1850er Jahre zurückreicht und an Vorgängereinrichtungen, der Berliner Kunstakademie und der führenden Kunstgewerbeschule, entstanden ist. Mit ihren ungefähr 25.000 fotografischen Einzelblättern, zu denen Konvolute und Alben hinzukommen, ist sie innerhalb Deutschlands einzigartig. Lange Zeit über wenig beachtet konnte sie in den zurückliegenden Jahren archivarisch und wissenschaftlich aufgearbeitet werden. In der vom Münchner Stadtmuseum vorbereiteten Ausstellung wird sie der interessierten Öffentlichkeit erstmals in größerem Rahmen gezeigt.

Die Welt der „Vorlagen” und „Vorbilder”, Muster und Modelle, die für die künstlerische Ausbildung vom 16. Jahrhundert an typisch ist, war sehr vielgestaltig. Gipse, Kupferstiche, Fotografien, Zeichnungen und Modelle gehörten dazu, aber – im Fall der Berliner Kunstakademie und Kunstgewerbeschule – etwa auch architektonische Details am Schulgebäude, ein Beet mit Pflanzen und zeitweilig sogar eine Kleintier-Haltung. Noch im Neubau der Berliner Kunstakademie von 1902 befand sich ein Antikensaal, der mit Gipsabgüssen bestückt war. Auch Fotografien wurden frühzeitig – seit circa 1855 – erworben, gesammelt und benutzt.

Um der besseren Handhabbarkeit willen montierte man die Fotografien auf Karton, der seine Schutzfunktion zum Teil auch langfristig erfüllt hat: Beschädigungen an den überlieferten fotografischen Vorlagen, wie Risse und Fehlstellen, sind meist an den Rändern zu finden, nicht auf dem Bild. Bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts hinein wurden die „Vorbilder” im Alltag des Unterrichts verwendet. In den Schulbibliotheken der Vorgängereinrichtungen lagen sie bereit und konnten in die Ateliers entliehen werden; sie wurden durch Erwerbungen ergänzt, aber auch abgenutzt und ausgesondert. Seit den 1930er Jahren geriet die ganze Sammlung außer Gebrauch, aber nicht in Verlust. Aufgrund der fast gänzlich ausgebliebenen Nutzung über viele Jahrzehnte hinweg weisen die Fotografien zwar manche Gebrauchsspuren aus älterer Zeit auf, haben sich aber insgesamt zu einem nicht geringen Teil in gutem bis sehr gutem Zustand erhalten.

Inzwischen sind sie wertvoll geworden; heute ist selten, was früher alltäglich war. Als die Fotografien „Vorbilder” waren, kam es auf das Motiv an, nicht auf den Fotografen oder die ästhetische Umsetzung – es handelte sich um Lehrmittel. Der Stellenwert der Fotografie innerhalb der Bildkünste ist inzwischen ein ganz anderer. Heute fallen die Namen bekannter Fotografen ins Auge, und die Fotografie wird als eigenständige Kunstgattung wahrgenommen.

Zu den gebräuchlichsten Bildmotiven gehören Kunstreproduktionen, Landschaften, Naturstudien (Wasser, Wolken, Bäume, Pflanzen, Felsen etc.), Architektur, Stillleben (Früchte, Glas etc.), Porträts, Genreszenen / Lebende Bilder, Akte und Tierstudien sowie Orient- und Historiendarstellungen. Die Vorlagenstudien – in Frankreich als „Études d‘après nature” verbreitet – stammen von bekannten europäischen und amerikanischen Fotografen wie Fratelli Alinari, Ottomar Anschütz, Karl Blossfeldt, Adolphe Braun, Eugène Cuvelier, Georg Maria Eckert, Constantin Famin, Wilhelm von Gloeden, Albert Renger Patzsch, Jakob August Lorent, Gustave le Gray, James Robertson, Henry Peach Robinson, F. Albert Schwartz, Giorgio Sommer oder Carleton Watkins.
Eine Ausstellung des Münchner Stadtmuseums in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin.





Abbildung:
Gustave Le Gray: Le Brick, Zweimaster im Mondschein, 1856,
Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin
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Start: Dienstag 18.02.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 23.08.2020
München: Radio-Aktivität: Kollektive mit Sendungsbewusstsein
Bilder
Radio-Aktivität
Kollektive mit Sendungsbewusstsein

Die Ausstellung „Radio-Aktivität“ betrachtet ausgehend von Bertolt Brechts Radiotheorie ästhetisch-politische Kollektive, die eigene Organe und Kommunikationswege schufen. „Es ist eine sehr schlechte Sache“, sagte Brecht 1932 über den Zustand des neuen Mediums Radio. „Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.“ Zehn Jahre nach den ersten öffentlichen Radiosendungen war Brecht desillusioniert und schlug vor, den Rundfunk umzufunktionieren, von einem Distributions- in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Dieser sollte nicht nur aussenden, sondern auch empfangen, die Zuhörer_innen nicht nur zum Hören bringen, sondern sie zu Sprecher_innen und  Produzent_innen machen. Seine Überlegungen zu einem „Aufstand der Hörer“ formulierte Brecht genau zu der Zeit, als das Radio in Deutschland verstaatlicht und zunehmend auch zu Propagandazwecken instrumentalisiert wurde.
Beginnend mit den 1960er Jahren wurde Brechts Radiotheorie wieder heftig diskutiert. Der Grundgedanke seiner Kritik war weiterhin aktuell: Wer hat Deutungshoheit? Wer spricht und zu wem wird gesprochen? Die Utopie schrankenloser und herrschaftsfreier Kommunikation elektrisierte. Der Fokus der Ausstellung liegt auf Projekten der 1920er-30er und 1960er-70er Jahre. In dieser Zeit gründeten sich verschiedene Kollektive, deren Ziel es war, Sprache und die Gesellschaftsordnung nicht als gegeben hinzunehmen, sondern sie neu zu denken und Formen antinationaler und internationaler Kommunikation zu schaffen.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildung:
Wilhelm Heise
Verblühender Frühling – Selbstbildnis als Radiobastler, 1926,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München,
Foto: Lenbachhaus © Wilhelm Heise bzw. Rechtsnachfolge
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Freitag 28.02.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Bernried Buchheim Museum: PAULA MODERSOHN-BECKER. AUFBRUCH IN DIE MODERNE
Bilder
PAULA MODERSOHN-BECKER.
AUFBRUCH IN DIE MODERNE

Ausstellung vom 16. November 2019 bis 08. März 2020
Buchheim Museum

»Paula Modersohn-Becker gehört ohne Frage zu den bedeutendsten Erscheinungen des deutschen Expressionismus. [...] Früh schon, in Paris, nahm sie die Lehre Cézannes auf und gab klar gebaute und erfühlte Form, als die Brückemaler ihrer Stilmittel noch recht ungewiss waren.« Diese Eloge auf die Malerin stammt von Museumsgründer Lothar-Günther Buchheim. Ihm war bewusst, dass es noch vor den »Brücke«-Künstlern eine Pionierin gab, die die Moderne von Paris nach Deutschland holte. Die in Dresden und Bremen aufgewachsene Künstlerin nennt, ähnlich den Künstlern der Dresdner Gruppe, jedoch gut fünf Jahre vor ihnen, das »Wesenhafte«, das »Monumentale« und die »Größe der Form« als Leitbegriffe. Nun soll das Werk der frühen Avantgardistin im Buchheim Museum durch eine große Ausstellung umfassend gewürdigt werden. Durch eine vergleichende Betrachtung mit Werken der »Brücke« sowie gemeinsamen Vorbildern wird die Pionierfunktion der jungen Frau für die deutsche Moderne eindrücklich erlebbar gemacht.

Im Buchheim Museum wird sie nun durch eine vergleichende Betrachtung mit Werken der »Brücke«-Künstler in besonderer Weise erlebbar gemacht. Zugleich wird ein weiterer Horizont zu dem Thema geboten. Es zeichnet die Malerin aus, dass sie ihr Werk in intensivem Dialog mit anderen Künstlern entwickelte. Ihr früher Aufbruch 1900 nach Paris förderte sie dabei. Modersohn-Beckers heraus-ragende Stellung in der Kunstgeschichte der Moderne wird entsprechend auch im nationalen und internationa-len Vergleich zur Darstellung gebracht.Neben 30 Gemälden von Modersohn-Becker und 15 Arbeiten der »Brücke«-Künstler Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Mueller und Nolde finden sich daher stichprobenartig auch Werke von Künstlern, mit denen sie sich auseinandersetzte. Dazu gehören Jeanna Bauck, die von ihr bewunderte Lehrerin in Berlin; ihr Gesprächs-partner, Worpsweder Künstlerkollege und Ehemann Otto Modersohn; Max Liebermann, der das deutsche Kunst-geschehen nach 1900 dominierte; Camille Corot, der als Hauptvertreter der Schule von Barbizon die Worps-weder Künstler inspirierte; Paul Cézanne, der mit seinem strukturierten Bildaufbau die postimpressionistische Moderne in Frankreich begründete; Auguste Rodin, den Modersohn-Becker wegen seiner Akt aquarelle für den »größten Lebenden« hielt; Vincent van Gogh, dem sie sich bezüglich Strichführung, Flächenauffassung und bäuerlicher Sujets verwandt fühlte; sowie die »Nabis«- Künstler Édouard Vuillard und Maurice Denis, zu denen sie einen persönlichen Kontakt unterhielt.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried

Abbildung:
Paula Modersohn-Becker,
Stillleben mit Goldfischglas, 1906/1907, Pappe,
Von der Heydt-Museum Wuppertal
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Start: Sonntag 08.03.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 13.09.2020
Kochel: Franz Marc - Die Skulpturen
Bilder
Bilder
Franz Marc Museum - Die Skulpturen

Ausstellung Franz Marc Museum Kochel
Vom 08. März bis 13.September 2020

Franz Marc hat fünfzehn Skulpturen geschaffen, eine kleine, aber wichtige Werkgruppe, die parallel zu seinem malerischen und graphischen Oeuvre entsteht. Marcs Skulpturen spiegeln die wechselnden Interessen und Themen des Künstlers. So modelliert Marc seine große Schafsplastik und einzelne Schafe 1906 – 1908, als er die Sommermonate auf der Staffelalm verbringt. Seine bekannteste Skulptur, Zwei Pferde, entsteht 1909, während er seinen Text „Über das Tiermotiv in der Kunst“ schreibt. Nach Marcs Umzug von München nach Sindelsdorf, wo die im Haus lebenden Katzen ihm im Atelier Gesellschaft leisten, arbeitet Marc an einer Katze in Stein.
 
Marc setzt sich mit der zeitgenössischen Skulptur auseinander. So ist bei seinem großen Akt in Bronze der Einfluss Auguste Rodins unverkennbar. Ebenso deutlich wird aber sein neuer Ansatz bei der Tierplastik. Im Unterschied etwa zu August Gauls Skulpturen, die die Tiere in einer natürlichen Haltung zeigen, sind die Darstellungen Marcs durch eine abstrakte Vorstellung geprägt. Position und Bewegung der Tiere fügen sich einem imaginären, übergreifenden Rhythmus der Natur ein. 
 
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Kunstmuseum Moritzburg in Halle. Beide Museen verfügen gemeinsam über fast alle Skulpturen, die Marc geschaffen hat. Dazu gehören auch die Entwürfe in Wachs, sowie seine Steinskulpturen. Dieser erstmalige Überblick über Marcs plastisches Werk wird zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Teil seines Oeuvres im Rahmen eines Studientages genutzt werden.

Franz Marc Museum         
Franz Marc Park 8-10                                                                                                   
82431 Kochel a. See 

Abbildungen:

Franz Marc, Frauentorso, 1910 (posthumer Guß von 1969),
Franz Marc Museum, Franz Marc Stiftung,
Schenkung der Miterbengemeinschaft nach Etta Stangl,
Foto: Collecto.art

Franz Marc, Pferd (Teilguß), (1908/09), posthum,
Franz Marc Museum, Franz Marc Stiftung,
Foto: Collecto.art
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Start: Sonntag 17.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.10.2020
Kochel: Anselm Kiefer - Opus Magnum
Bilder
Bilder
Anselm Kiefer - Opus Magnum

Ausstellung Franz Marc Museum Kochel
Anselm Kiefer - Opus Magnum

Unter dem Titel Opus Magnum, hat Anselm Kiefer 2016 sechs großformatige Fotografien und dreiundzwanzig Vitrinen zusammengefasst. Wie Zeitkapseln enthalten diese Glasbehälter die verschiedenen Topoi seines Werks. Die durchsichtigen Schreine umfassen ein komplexes, assoziationsreiches Ensemble von Dingen und Bedeutungen. Sie sind zugleich transparent und dicht, leicht und schwer. Von diesem Themenreichtum ausgehend fragt die Ausstellung nach der wichtigen Rolle von literarischen, mythologisch und biblischen Topoi im Werk Anselm Kiefers und stellt den Vitrinen kurze assoziative Texte von zeitgenössischen Schriftstellern, darunter Marion Poschmann, Christoph Ransmayr und Ferdinand von Schirach, gegenüber. Über diesen literarischen Zugang werden die immer gleichen und stets aufs Neue variierten Motive Anselm Kiefers neu beleuchtet. Mit Georg Baselitz und Gerhard Richter gehörte Anselm Kiefer zu den deutschen Künstlern, die, während oder kurz nach Nationalsozialismus und Weltkrieg in Deutschland geboren, sich einem allgemeinen Schweigen über die jüngste Vergangenheit entgegenstellten: “Ich lebte unter Leuten, die alle dabei waren und nicht darüber reden wollten. Diese Zeit war ein leerer Raum.“, beschrieb er selbst die Situation. In engem Zusammenhang mit diesem Blick auf die Geschichte stehen Kiefers ideengeschichtliche Verwurzelung in der Romantik und die Verbindung von Mythologie und Moderne, die sein Werk charakterisiert.
 
Franz Marc Museum         
Franz Marc Park 8-10                                                                                                   
82431 Kochel a. See 

Abbildungen:

Anselm Kiefer, Athanor, 2014,
Franz Marc Museum, Kiefer-Sammlung Grothe,
© Anselm Kiefer,
Foto: Collecto.art

Anselm Kiefer, Liliths Töchter, o.J.,
Franz Marc Museum, Kiefer-Sammlung Grothe,
© Anselm Kiefer,
Foto: Collecto.art
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