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Start: Freitag 19.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.01.2018
Dachau Bezirksmuseum: 500 Jahre Reformation
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Bezirksmuseum Dachau

500 Jahre Reformation
Zur Geschichte der Protestanten im Dachauer Land

19. Mai 2017 bis 28. Januar 2018

Die öffentliche Kritik Martin Luthers an den kirchlichen Missständen, insbesondere am Ablasshandel, verbreitete sich infolge der Erfindungen im Buchdruck im ganzen deutschsprachigen Raum wie ein Lauffeuer. Sie traf den Nerv der Menschen und stieß zunächst auch in Bayern auf Sympathien.
Die Bauern im Landgericht Dachau blickten über den Lech auf die blutigen Kämpfe ihrer unterdrückten Standesbrüder. Auch in den Hofmarken und Klöstern gärte es: 1528 wurden die adeligen Brüder Augustin und Christoph Perwanger, Anhänger der Täufer-Bewegung und Hofmarkbesitzer von Günzlhofen und Vogach, als Ketzer hingerichtet. Im Kloster Altomünster begeisterte sich Johannes Hausschein, genannt Oecolampadius für die reformatorische Sache und auf Schloss Odelzhausen finden wir in Johannes Mathesius, den ersten Biografen Martin Luthers.
Was als Widerspruch begann, endete mit der Abspaltung der evangelischen Kirche. Doch Bayern blieb gemäß dem Grundsatz cuius regio, eius religio katholisch. Erst in Folge des Religionsedikts von 1803 wanderten protestantische Familien aus der Pfalz ins Dachauer Land ein. Barbara Strohms Tagebuch verrät, wie sie sich fühlte, als sie zusammen mit ihren Eltern 1819 Wagenried im Landgericht Dachau erreichte: in einem fremden Land und nicht katholisch. Damals entstanden in Kemmoden und Lanzenried die ersten evangelischen Kirchenbauten. Doch war der Weg zum toleranten Miteinander nicht selten mühevoll. Man wolle wohl auch lieber ächt katholische Dornen, Disteln und Sümpfe, als ketzerische Wiesen und Futterkräuter haben, vermutete der Protestant Friedrich Nicolai auf seiner Reise durch das Bayernland im Jahr 1781.
Schließlich wurde durch die gewaltigen Flüchtlings- und Vertriebenenströme nach dem Zweiten Weltkrieg die konfessionelle Spaltung allerorten greifbar. In Dachau und Karlsfeld machten die Protestanten nun fast ein Viertel der Bevölkerung aus. Wie aber erging es den andersgläubigen Fremden, wie den alteingesessenen Katholiken? Zuwanderung, Vorurteile, Ausgrenzung und Integration fanden damals statt.
Die Ausstellung geht der regionalen Historie mit vielen interessanten Objekten nach, darunter Ablassbriefen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, einer frühen Ausgabe der Lutherbiografie von Johannes Mathesius aus dem Jahr 1570 und Filmausschnitten über die protestantischen Neusiedler aus der Pfalz.
Zu Beginn der kalten Jahreszeit wird die Ausstellung um das Thema ›Protestantische Weihnachtszeit‹ ergänzt.
Zur Ausstellung erscheint ein informativer Begleitband.


Bezirksmuseum Dachau
Augsburger Straße 3
85221 Dachau
Start: Dienstag 01.08.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.01.2018
München Jüdisches Museum: Never Walk Alone - Jüdische Identitäten im Sport
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Ausstellung vom 15. April 2017 bis 07. Januar 2018

Ernst Emanuel Simon verließ den Berliner Sport Club nach antisemitischen Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg. Er trat 1918 dem Jüdischen Turn- und Sportverein Bar Kochba bei. Neben seinem Medizinstudium in Würzburg wurde er 1919 Berlin-Brandenburgischer Meister sowie 1921 Bayerischer Meister im 800-Meter-Lauf. Er war Mitbegründer des Makkabi-Weltverbandes und wanderte 1924 nach Palästina aus. Dort setzte er sich für die Institutionalisierung des Sportunterrichtes ein. Er war Mitorganisator der ersten Makkabiade 1932, den ersten jüdischen Weltsportspielen in Palästina. Vor allem war er ein Pionier der Sportmedizin. Sein Foto beim Zieleinlauf im August 1919 ist das Eröffnungsbild der Ausstellung Never Walk Alone. Jüdische Identitäten im Sport.In den beiden Ausstellungsebenen positionieren sich Sportlerinnen und Sportler und Fans jüdischer Herkunft in der Sportarena. Die Konzentration auf einzelne Biografien erlaubt es einerseits, die Selbstwahrnehmung der Sportlerinnen und Sportler zu betrachten und andererseits auch Zuschreibungen von außen offenzulegen. Die Anfänge der Sportbegeisterung sind ebenso Thema wie die facettenreichen 1920er Jahre sowie Ausgrenzung und Verfolgung während des Nationalsozialismus. Der Bogenwird von jüdischen Überlebenden in den Displaced-Person Camps der deutschen Nachkriegszeit über sportliche Positionierungen von Deutschen jüdischer Herkunft in der Emigration gespannt; bis hin zu athletischen Leistungen, die in den letzten Jahren Beiträge zum lokalen Sportgeschehen liefern.Der Titel der Ausstellung Never Walk Alone ist inspiriert von dem Lied You'll Never Walk Alone, das ursprünglich für das Musical Carousel geschrieben wurde. Der Liedtexter Oscar Hammerstein II. und der Komponist Richard Rodgers, übrigens beide jüdisch-amerikanischer Herkunft, vermitteln hierin Zugehörigkeit, Motivation, Trost und Unterstützung für die Protagonistin. In den Sportarenen ist die Idee der Singenden — inzwischen nicht mehr nur beim FC Liverpool — vergleichbar.

Jüdisches Museum München
St.-Jakobs-Platz 16
80331 München

Fotos:
- Der Läufer Ernst E. Simon | Berlin, um 1919 | Familie Simon, Israel
- Die Ringer Julius (links) und Hermann Baruch vor der Sammlung ihrer Medaillen, Pokale und Urkunden | Bad Kreuznach, um 1927 | Baruch-Archiv, Wiesbaden
Start: Donnerstag 03.08.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.12.2017
Rosenheim: PHARAO - LEBEN IM ALTEN ÄGYPTEN
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Ausstellung vom 24. März bis 03. Dezember 2017

Zwischen Menschen und Göttern, zwischen Himmel und Erde. Gewaltige Grabanlagen und steinerne Monumente königlicher Allmacht, die den Himmelsaufstieg des Pharaos und seine Eingliederung in den Kreislauf der Sonne symbolisieren. Hier lebten Menschen, die arbeiteten und feierten, an Kulten und Kriegen teilnahmen, liebten und litten, Kinder zeugten und starben.

Vom 24. März bis 03. Dezember 2017 dreht sich im AUSSTELLUNGSZENTRUM LOKSCHUPPEN in Rosenheim alles um die legendären Pharaonen und ihr Reich, das Alte Ägypten. Die Ausstellung eröffnet einen neuartigen Blick auf die älteste Hochkultur der Welt.

Was hielt diese Gesellschaft über Jahrtausende zusammen? Wer erkämpfte Ägyptens Größe? Wer baute die monumentalen Grabanlagen, Tempel und Paläste?

Über 300 originale, bis zu 4.500 Jahre alte Artefakte vermitteln eine einmalige „Aura“ der Geschichte‍‍(n). Detailgetreue Modelle und spannende Medienstationen machen das Leben im Alten Ägypten erfahrbar. Erleben Sie eine Kultur, die im Kreislauf von fruchtbarer Überschwemmung und sengender Trockenheit, in Zeiten des Umbruchs und des Aufstiegs über sich hinaus wuchs.

Lüften Sie die Geheimnisse. Erleben Sie die Faszination. Entdecken und verstehen Sie die mächtige Welt der Pharaonen.

Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Roemer- und Pelizeaus-Museum Hildesheim, dem Universitätsmuseum Aberdeen und MuseumsPartner  Die Kunstspedition.


Ausstellungszentrum Lokschuppen | Rathausstr. 24 | 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9 – 18 Uhr | Sa, So, Fei: 10 – 18 Uhr
Information und Buchung: Tel.: 08031 365 9036 | E-Mail: lokschuppen@vkr-rosenheim.de
www.lokschuppen.de

Fotos:
Kopf eines Königs
Basalt, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statue des sitzenden Nefer-ihi
Rosengranit, Altes Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Relief eines stehenden Mannes mit Stabstrauß
Kalkstein, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Statuetten des Amenophis III. und der Teje
Ebenholz und Gold, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Bronzefigur einer Katze
Bronze, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statuette einer Frau
Holz, Altes Königreich
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob
Start: Freitag 04.08.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 05.11.2017
München Literaturhaus: OSKAR MARIA GRAF - Rebell, Weltbürger, Erzähler
OSKAR MARIA GRAF
Rebell, Weltbürger, Erzähler

Zum ersten Mal seit über 20 Jahren ist er mit einer großen Schau in München neu zu entdecken: Oskar Maria Graf (1894–1967), der Rebell, Weltbürger und große Erzähler. Im Mittelpunkt seines Schreibens und unserer Ausstellung: die Zeit des Exils und die Frage nach der »wahren Heimat«.
Schreiben war für Graf ein politischer Akt, ob in München, Wien, Brünn oder New York, wo er über 30 Jahre seines Lebens verbrachte. Sein Hauptwerk »Das Leben meiner Mutter«, von Thomas Mann als »einzigartiges Monument der Liebe und der Pietät« gepriesen, ist dort entstanden. Als Erzähler beschwört
er Landschaften der Erinnerung; in seiner Überzeugung gegen jede Art von Ideologie steht Graf fest wie ein Baum, sein Leben lang. Ein Baum bildet daher das Zentrum der der Ausstellung.

Flucht, Exil, Aufbrechen, Ankommen – diese großen Themen spiegelten sich in den beeindruckenden und berührenden Fotografien von Herlinde Koelbl. Sie zeigt Geflüchtete nach ihrer Ankunft in Deutschland, Italien oder Griechenland, zeigt Aufnahmen des Wartens, des Sich-Einrichtens in einer unbestimmt langen Zwischenzeit.

Und auch unsere neue Ausstellung beschäftigt sich mit diesen Themen, denn die Lebensgeschichte des bayerischen Rebellen Oskar Maria Graf (1894–1967) ist eine Geschichte der Emigration. Seine langjährige Staatenlosigkeit und sein Rückzug in die sprachliche Isolation bieten Anknüpfungspunkte für die heutigen weltpolitischen Fragen nach Flucht und Asyl.
Die Ausstellung zeigt Oskar Maria Graf als internationalen und modernen Schriftsteller. Im Mittelpunkt steht sein Leben und Schreiben in den Jahren des Exils und die Frage nach der »wahren Heimat«. Oskar Maria Graf und seine Frau Mirjam lebten von 1933 bis 1938 in Wien und Brünn und ab 1938 in New York. Schreiben war für Graf ein politischer Akt. Sein Hauptwerk »Das Leben meiner Mutter«, von Thomas Mann als »einzigartiges Monument der Liebe und der Pietät« gepriesen, ist in New York  entstanden. Als Erzähler beschwört er Landschaften der Erinnerung; in seiner Überzeugung gegen jede Art von Ideologie steht Graf fest wie ein Baum, sein Leben lang. Ein Baum bildet daher das Zentrum der der Ausstellung.

Der Besucher folgt bei seinem Weg durch die Ausstellung den Stationen einer Emigration. Begleitet von Oskar Maria Grafs biografischem Weg, werden die in den jeweiligen Phasen wichtigen Themen inszeniert. Die Räume und Denkbilder ermöglichen eine überzeitliche Auseinandersetzung mit den großen Konzepten Politik, Vernetzung, Erinnerung, Sprache und Heimat. Zugleich entfaltet das erzählerische Werk Oskar Maria Grafs seine ganze Kraft, indem die Themen anhand von literarischen Werken versinnbildlicht werden. Neben den politischen Artikeln und der Lyrik sowie dem New York Roman »Flucht ins Mittelmäßige« nimmt der große autobiografische Roman »Das Leben meiner Mutter« eine zentrale Rolle ein.

Eine Ausstellung des Literaturhauses München in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek und der Monacensia
Kulturpartner: Bayerischer Rundfunk
Leitung Literaturhaus: Tanja Graf
Kuratorinnen: Laura Mokrohs und Karolina Kühn
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Elisabeth Tworek, Prof. Waldemar Fromm, Prof. Wilfried F. Schoeller
Gestaltung und Szenografie: unodue{ münchen
Audiobegleitung: Friedrich Ani
Filmberatung: Andreas Ammer

Mit freundlicher Unterstützung durch die Freunde und Förderer des Literaturhauses München

Mo-Mi & Fr 11-19 Uhr
Do 11-21.30 Uhr
Sa/So/Feiertage 10-18 Uhr
Start: Samstag 23.09.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Mittwoch 17.01.2018
Penzberg Sammlung Campendonk: Tiefenlicht
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Max Ernst: La mer, 1925, 48,5 x 44 cm ©VG Bild-Kunst, Bonn 2017
TIEFENLICHT
Malerei hinter Glas von August Macke bis Gerhard Richter
Ausstellung vom 23.9.2017 bis zum 7.1.2018

Mit dieser Ausstellung zeigt das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk die erste umfassende Schau von Hinterglasbildern des 20. sowie 21. Jahrhunderts. Zu entdecken sind fragile Arbeiten von überraschender Strahlkraft, die sich stilistisch weit von der traditionellen Hinterglasmalerei entfernt haben. Das Licht, das sich auf magische Art in den Bildern fängt, macht in den Werken ein leuchtendes und doch nuanciertes Spiel von Farben und Formen erlebbar.

Um die Bandbreite und den Variantenreichtum der modernen Hinterglasmalerei anzudeuten, zeigt die Ausstellung Werke aus dem Zeitraum von 1912 bis zu den Zeitgenossen, die auch mit Lichtkästen, Videoarbeiten und Installationen hieran anschließen.

Als „Tiefenlicht“ wird das Phänomen von ungewöhnlichem Glanz und Strahlkraft der Farbe speziell in der Hinterglasmalerei bezeichnet, die sich dem Glas als Bildträger verdankt. Die Ambivalenz von Oberflächenglanz und Transparenz, Lichtbrechung und Reflexen verleiht den Werken durch die innige Verbindung von Glas und Farbe „ein seltsam funkelndes Leben“. Hervorgerufen wird es durch den unmittelbaren Kontakt der rückwärtig auf das Glas aufgebrachten Farbe, die das Licht in besonderer Weise reflektiert.

Die Hinterglasmalerei ist als künstlerische Technik der Klassischen Moderne weitgehend unbekannt und kaum erforscht. Dabei wurde sie als nicht-akademische Anregung von vielen und namhaften Künstlern aufgenommen, um ihre besonderen Möglichkeiten auszuloten – vom frei spielerischen Experiment bis zur höchsten technischen Vollendung. Auch zeitgenössische Maler zeigen an der Hinterglasmalerei ein besonderes Interesse.

Die Ausstellung ist Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes zur Hinterglasmalerei der Klassischen Moderne von 1905 bis 1955, das die VolkswagenStiftung dem Museum Penzberg ermöglicht.

Werke von folgenden Künstlern sind in der Ausstellung zu sehen:

modern
Erich Buchholz, Heinrich Campendonk, Walter Dexel, Willi Dirx, Max Ernst, Josef Horn, Floris Jespers, Ida Kerkovius, Hanns Lamers, Edith van Leckwijck, August Macke, Josef Mader, Carlo Mense, Reinhold Nägele, Erwin Pohl, Valentine Prax, Albert Schamoni, Oskar Schlemmer, Werner Schriefers, Arnold Topp, Marianne Uhlenhuth, Nell Walden, Ernst Weiers, Max Wendl

zeitgenössisch

Florian L. Arnold, Juschi Bannaski, Michael Burges, Gabriella Gerosa, Marina Herrmann, Herbert Nauderer, Jochem Poensgen, Gerhard Richter, Thilo Westermann, Bernd Zimmer

Museum Penzberg —
Sammlung Campendonk
Am Museum 1, 82377 Penzberg
(Ehemalige Karlstraße 61)
Start: Freitag 06.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.01.2018
Münchner Stadtmuseum: Adolphe Braun
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Adolphe Braun. Ein europäisches Photographie-Unternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert

6. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Der Franzose Adolphe Braun (1812-1877) zählt zu den erfolgreichsten Fotografen im Europa des 19. Jahrhunderts. Mit einer mehr als 300 Aufnahmen umfassenden Serie von Blumenstillleben gelang ihm1855 auf der Pariser Weltausstellung der künstlerische Durchbruch. Von 1860 an fotografierte Braun mit seiner großformatigen Kamera die alpinen Landschaften und Städte der Schweiz, die gelegentlich von Gustave Courbet als Vorlagen für Gemälde verwendet wurden. Nicht nur in der französischen und deutschen Kunst von Claude Monet, Rosa Bonheur, Eugène Fromentin, Ernest Meissonier oder Anselm Feuerbach waren die Fotografien von Braun als Studien beliebt, auch die amerikanische Stilllebenmalerei von William Harnett verdankt dem Elsässer wesentliche Impulse. Die Tradition des Familienunternehmens wurde nach dem Tode von Adolphe Braun von dem Sohn Gaston Braun weitergeführt, der spektakuläre Fotokampagnen von Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan sowie in Ägypten anläßlich der Eröffnung des Suez-Kanals 1869 realisierte. Ein Sonderkapitel stellt die Zusammenarbeit von Braun mit dem bayerischen Königshaus unter Ludwig II. für die Einrichtung der Königsschlösser Linderhof und Herrenchiemsee dar.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München


Bilder:

Adolphe Braun, Schafherde, 1860-1862, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Adolphe Braun, Chrysanthemen, um 1855, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Gaston Braun und Amédée Mouilleron, Sphinx und Pyramiden von Gizeh, 1869, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum
Start: Freitag 13.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 18.02.2018
Bernried Buchheim Museum: NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
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NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
13. Oktober bis 18. Februar 2018

NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
Dass eine ländliche Hauskunst aus Bayern, Böhmen und Schlesien impulsgebend für die Moderne gewesen
sein soll, klingt absurd. Dass es aber doch wahr ist, kehrt der Autor der ersten Monographie über den
»Blauen Reiter« hervor: Lothar-Günther Buchheim. Den Malern der Künstlervereinigung des »Blauen
Reiters« habe die Hinterglasmalerei mit ihrer »volksliedhaft kraftvollen Formensprache«, ihren
leuchtenden Farben und der vereinfachten Perspektive Inspiration gegeben. Mit ihrem »Almanach« hätten
sie die künstlerische Botschaft aus den Dörfern aufgegriffen und weitergetragen.
Als Expressionist im Geiste der »Brücke« und des »Blauen Reiters« kaufte Buchheim Hinterglasbilder des
19. Jahrhunderts. Bei den Darstellungsinhalten seiner Sammlungsstücke handelt es sich nahezu
ausnahmslos um Gnadenbilder und Andachtsbilder. Eine besondere Gruppe bilden die »Nonnenspiegel«,
bei denen die Darstellungen hinter Glas von einer Metallbeschichtung hinterfangen sind. Den Nonnen
dienten sie zur Sündenverschleierung. Während sie die Heiligendarstellungen erblickten, konnten sie sich
doch am Rande eitel selbst in Betracht nehmen. Als Künstler malte Buchheim schließlich seine eigenen
»Heiligen« hinter Glas: Clowns, Akrobaten und Zirkustiere. Das Material ist ihm Quell herrlichster Phantasie
und Experimentierfreude. Die Ausstellung im Buchheim Museum spürt seiner Beschäftigung mit dem
Thema in ganzer Breite nach – und sie lädt die Besucher dazu ein, sich gleich vor Ort unter fachlicher
Betreuung selbst in dieser spannenden Technik auszuprobieren.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung:
Lothar-Günther Buchheim
"Bimbina und Kompanie – dieZirkuswunderschweine", 1945/46
Buchheim Museum
Start: Donnerstag 26.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.04.2018
Museum Fürstenfeldbruck: „…dann brach der Krieg herein!“
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Sonderausstellung „…dann brach der Krieg herein!“
Grafische Arbeiten aus der Sammlung Kretschmer 1900-1918
26. Oktober 2017 bis 15. April 2018

Der europäische Kunstbetrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts war zum großen Teil geprägt vom Austausch zwischen den Kulturnationen. Fast alle Maler und Grafiker verbrachten einige Zeit in der Kunstmetropole Paris. In den großen Ausstellungen in Berlin und München fanden sich neben deutschen auch Künstler aus zahlreichen anderen europäischen Ländern. Walther Klemm (1883-1957), Margarethe Geibel (1876-1955), Karel Vik (1883-1964) und andere bedeutende Grafikkünstler zeichneten ein idyllisches Bild der Welt vor dem Ersten Weltkrieg mit traditionsreichen Städten, romantischen Landschaften und intakter Natur.

Der Erste Weltkrieg beendete jäh eine lebendige europäische Kunstszene und veränderte Leben und künstlerische Arbeit vieler Künstler nachhaltig. Der Kunstbetrieb – sofern er überhaupt noch stattfand – verlagerte sich auf die nationale Ebene. Insbesondere die Grafik diente allen Regimen als Propagandainstrument. Waren die Bestrebungen in der Kunst Deutschlands vor dem Krieg vom Stolz auf kulturelle Errungenschaften, auf Respekt vor Denkern und Künstlern geprägt, wurden aus bedeutenden Personen und Kunstwerken nun deutsch-nationale Leitbilder, mit deren Hilfe man einen Anspruch auf eine Vormachtstellung in der Welt abzuleiten suchte.

Viele Künstler waren Kriegsteilnehmer, manche auch offizielle Kriegsberichterstatter, und dokumentierten das Grauen des Krieges mehr oder weniger deutlich. In der Kunst Erich Gruners, Josef Weiszs, Raimund Moslers und vieler anderer fanden erschütternde Kriegserlebnisse bis in die 20er Jahre ihren Niederschlag. Die künstlerische Reflektion war zwar subjektiv, dennoch gab es Gemeinsamkeiten. Das Kunstschaffen änderte sich mit dem Krieg radikal - die Unbeschwertheit hatte es auf immer verloren.

Dr. Hans Kretschmer (1913-1992) war nicht nur ein beliebter Fürstenfeldbrucker Arzt, sondern auch ein passionierter Kunstkenner. Jede freie Minute widmete er seiner Tätigkeit als Sammler, ständig auf der Suche nach neuen Stücken. Kretschmer hinterließ über 3000 Blätter - Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen-  aus der Frühzeit druckgrafischer Verfahren im 15. Jahrhundert bis weit in das 20. Jahrhundert hinein. 2005 übereignete die Familie die Sammlung an das Museum Fürstenfeldbruck. Für die aktuelle Ausstellung wurden von mehr als 30 Künstlern über 100 Blätter aus den Entstehungsjahren 1900-1918 ausgewählt.

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Bildnachweis:

01 Brücke, Walther Klemm (1883-1957), Farbholzschnitt, Museum Fürstenfeldbruck

02 Kriegsgefangenen-Lager Krasnojarsk, Otto Schmatt, Farbholzschnitt, 1917, Museum Fürstenfeldbruck

03 Soldaten im Schützengraben, aus „Kriegstagebuch“, Erich Gruner (1881-1966), 1915, Holzschnitt, Museum Fürstenfeldbruck
Start: Dienstag 31.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.04.2018
München Lenbachhaus: Gabriele Münter
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Gabriele Münter Gasse in Tunis, 1905 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Gabriele Münter Abstrakt, 1914 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Gabriele Münter Buddha-Legende, 1931 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017.
Gabriele Münter

Bevor Gabriele Münter sich der Malerei zuwandte, hatte sie bereits fotografiert, um 1900 und zwar
zum ersten Mal in den USA. Bald wird sie anfangen zu malen, fast täglich, ihr Leben lang. Und Gabriele Münter geht ins Kino! Sie war eine offene und experimentierfreudige Künstlerin, vieles, was sie geleistet hat, ist bisher nur wenig wahrgenommen worden, weil ihr Werk meist durch den engen Fokus ihrer Biografie und ihrer Beziehung zu Kandinsky interpretiert wurde.
Bis heute sind daher fast nur ihre Bilder aus der Zeit des »Blauen Reiter« im Zentrum der Aufmerksamkeit gewesen. Und so ist der Name Münter vorwiegend mit dem deutschen Expressionismus assoziiert, mit Murnau und dem Münter­ Haus. Münters Werk ist jedoch deutlich facettenreicher, fantasievoller und stilistisch breitgefächerter als bisher bekannt. Mit der ihr im Lenbachhaus gewidmeten Ausstellung wollen wir diese reduzierte Rezeption ihrer Arbeit erweitern. Wir wollen die Komplexität und Eigenständigkeit von Münters Schaffen anhand kunsthistorischer Fragen sichtbar machen und neu bewerten.
Im Mittelpunkt der Schau wird ihr malerisches Oeuvre stehen, welches in verschiedenen thematischen Sektionen präsentiert wird. Von den klassischen Gattungen wie Porträt und Landschaft über Interieur, Abstraktion bis hin zum »Primitivismus« werden wir das reiche Gesamtwerk der Künstlerin vorstellen.
Da Münter ihre künstlerische Laufbahn mit der Fotografie begann, was nachhaltige Spuren in ihrer Malerei hinterließ, werden wir auch eine kleine Sektion dieser Technik widmen. Wir zeigen daher Fotografien, die sie 1899/­1900 während ihrer Reise in die USA geschaffen hat. Zudem wird ihr frühes Interesse für das neue Medium »Film« durch Filmstationen dokumentiert. Ein großer Teil der 130 Gemälde in der Ausstellung wurde noch nie oder letztmals vor Jahrzehnten der Öffentlichkeit präsentiert. Er stammt aus dem Nachlass der Künstlerin, der sich inder Gabriele Münter­ und Johannes Eichner ­Stiftung befindet. Diese Werke werden durch internationale und selten ausgestellte Leihgaben ergänzt.
Die Ausstellung wird durch die Städtische Galerie im Lenbachhaus und durch die Gabriele Münter­ und Johannes Eichner­ Stiftung erarbeitet und findet anlässlich des 140. Geburtstags von Gabriele Münter und des 60. Jubiläums ihrer Schenkung 1957 von Werken der Blaue Reiter ­Künstler an das Lenbachhaus statt.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
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