Zeige Veranstaltungen...
Wochenende morgen heute
Suche nach Veranstaltungen
2020
-
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
+
Sa
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
Mo
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Start: Samstag 28.03.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.10.2020
Museum Penzberg: RASENGLÜCK - Die Erfindung des Elfmeterschießens
Bilder
Ab 19. Mai 2020 Eröffnung!!!

Museum Penzberg
RASENGLÜCK - Die Erfindung des Elfmeterschießens

Ausstellung vom 19. Mai bis (verlängert) 04.10.2020

Wussten Sie, dass das Elfmeterschießen als Spielentscheidung in Penzberg erfunden wurde?

Vor genau 50 Jahren reichte der Penzberger Schiedsrichter Karl Wald den sogenannten „Elfmeter-Antrag“ beim Bayerischen Fußballverband ein – der Rest ist Sportgeschichte. Bis dato entschied der Münzwurf über den Ausgang eines Fußballspiels. Ausgehend von der Person Karl Wald eröffnen sich in der Ausstellung verschiedene Aspekte zu den historischen Gegebenheiten, psychologischen Faktoren und aktuellen Debatten um faire Entscheidungen im Sport. Die unparteiische Figur des Schiedsrichters steht dabei im Fokus.

Kunstrasen, ein Kickertisch und ein Tor lassen das Erdgeschoss zum Fußballplatz werden. Zugleich feiert der 1.FC Penzberg sein 100-jähriges Bestehen. Der Geschichte und Bedeutung der Sportvereine für die Bergarbeiterstadt Penzberg wird ein eigenes Ausstellungskapitel gewidmet.
Greg Colson, Andreas Gursky, Rudi Kargus, Christoph Niemann, Regina Schmeken, Janina Stübler, Günther Uecker

Kunstwerke ergänzen in einem zweiten Ausstellungsteil das Universum rund um den Fußball. Die immense Kraft, die hinter einem Schuss steckt, vermittelt Christoph Niemann mit einem Augenzwinkern in dem Sunday Sketch „World Cup“. Auch Künstler wie Günther Uecker und Greg Colson blicken humorvoll auf den populären Sport. Ob in Fotografien, als Keramik oder tatsächlich in einem Sonnensystem, sicher ist, dass der Fußball im Zentrum steht. Ungewöhnliche Aufnahmen von Stadien, Spielern und Spiel zeigen die Fotografien von Andreas Gursky und Regina Schmeken.

Über zwei Stockwerke entfaltet sich ein künstlerischer Fußball-Kosmos.

Abbildung:

Christoph Niemann, Sunday Sketch (World Cup) 2018
© Christoph Niemann, 2020
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Dienstag 12.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 13.09.2020
Museum Fünf Kontinente München: Collecting Japan. Philipp Franz von Siebolds Vision vom Fernen Osten
Bilder
Museum Fünf Kontinente München
Collecting Japan. Philipp Franz von Siebolds Vision vom Fernen Osten

Ausstellung vom 12. Mai bis (verlängert) 13. September 2020

Die Japan-Sammlung Philipp Franz von Siebolds gehört zu den wichtigsten Beständen des Museums Fünf Kontinente. Erstmals seit mehr als hundert Jahren wird sie in dieser Auswahl in München und mit solchem Aufwand präsentiert. Nicht nur Japaner sind von ihr fasziniert, denn die Sammlung ist wie eine Zeitkapsel, in der sich Japans Edo-Zeit authentisch erhalten hat.

Die achteckige Schachtel enthält eine Vielzahl fein bemalter Muscheln, jede einzelne eine eigene Miniatur. Sie stammt aus dem Japan der Edo-Zeit (1603-1868). Diese Kostbarkeit und eine Fülle von Lack- und Schildpattarbeiten, Elfenbeinschnitzereien und Porzellan, filigran gearbeiteten Buddhafiguren, sakralen Räuchergefäßen, riesigen Rollbildern mit Kunstmalereien und reich verzierten Textilien bis hin zu Spielzeugfiguren und Materialproben sind in der Sonderausstellung zu sehen. Mit etwa 300 Einzelobjekten, alle gesammelt von Philipp Franz von Siebold (1796–1866), einem Würzburger Mediziner und Naturwissenschaftler in niederländischen Diensten, bietet sie als Kooperationsprojekt mit dem National Museum of Japanese History in Sakura (Präfektur Chiba) einen imposanten Einblick in weltliches wie religiöses Kunsthandwerk Japans. Die Besucher*innen haben Gelegenheit, sich mit der Geschichte des Sammlers und seiner Zeit auseinanderzusetzen, die Ordnungsprinzipien, nach welchen er seine Sammlung aufstellte zu erkunden und seinen enzyklopädischen Ansatz zu hinterfragen, mit dem er Japan für den Westen erfassbar machen wollte.

Philipp Franz von Siebold war als Stabsarzt in niederländischen Diensten einer der ersten Europäer, die das „Land der aufgehenden Sonne“ besuchten, das seit den 1630er-Jahren seine Außenbeziehungen stark kontrollierte und reglementierte. In Japan kennt ihn heute jedes Kind – in seiner Heimat bisher nur wenige Experten und Ostasien-Enthusiasten. Seine beiden Aufenthalte in Japan von 1823 bis 1830 und 1859 bis 1862 waren geprägt von fleißiger Wissenschaftlichkeit. Einerseits profitierten japanische Patienten wie Ärzte von Siebolds praktischen wie theoretischen Kenntnissen der westlichen Medizin. Andererseits wurde er 1828 wegen des verbotenen Besitzes geographischer Karten von Japan der Spionage bezichtigt und schließlich auf Lebenszeit ausgewiesen.

Siebold ließ sich zunächst in Leiden nieder, veröffentlichte Werke zur Natur- und Volkskunde Japans und stellte seine bisher gesammelten Objekte im eigenen Haus aus, zu dem er der Öffentlichkeit Zugang gewährte. Diese Praxis wurde zum Paten für ein erstes ethnographisches Museum Europas.

Nach der Aufhebung seiner Verbannung 1858 ergab sich die Möglichkeit zu einem zweiten mehrjährigen Aufenthalt in Japan. Wiederum konnte er eine Sammlung von großer Zahl wie Qualität anlegen. Nach seiner Rückkehr bot man ihm in München die Möglichkeit zu ihrer Aufstellung. Acht Jahre nach seinem Tod 1866 kaufte der bayerische Staat im Jahr 1874 diese für die damalige „Königliche Ethnographische Sammlung“ an und stellte die eindrucksvollen Objekte in einer Sonderabteilung mit der Bezeichnung „Das Siebold´sche Japan-Museum“ auf. Siebold selbst hatte seine Sammlung 1864 in einem Brief an König Ludwig II. von Bayern gelobt: „Dieselbe übertrifft in vieler Hinsicht meine erste frühere Sammlung“. Es verwundert also nicht, dass sogar das japanische Kaiserpaar 2017 eine Ausstellung mit den Münchner Exponaten besuchte.

Das Museum Fünf Kontinente präsentiert die im Haus verwahrte Siebold´sche Sammlung, indem es ein historisches Konzept Siebolds aufgreift und mit moderner Ausstellungstechnik umsetzt. Das Ergebnis ist eine großangelegte Schau, die ihren Besucher*innen einen tiefen Einblick vermittelt. Die Schönheit, Qualität und Einzigartigkeit der Sammlung ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Ein speziell für Kinder entwickeltes Begleitheft rundet den Gesamteindruck ab.

Museum Fünf Kontinente
Staatliche Museen in Bayern
Maximilianstraße 42
80538 München

Abbildung:
Eine Servierschüssel in Kranichform. (Foto: MFK, Nicolai Kästner)
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Dienstag 12.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 29.11.2020
München Haus der Kunst: Franz Erhard Walther - Shifting Perspectives
Bilder
München Haus der Kunst
Franz Erhard Walther - Shifting Perspectives

Ausstellung vom 12. Mai bis (verlängert) 29. November 2020

Franz Erhard Walther (* 1939 in Fulda) – Träger des Goldenen Löwen der Venedig Biennale 2017 - ist eine Schlüsselfigur der Abkehr vom Bild seit der europäischen Nachkriegszeit. Jenseits des klassischen Verständnisses von Skulptur und Malerei formulierte er einen völlig neuen Werkbegriff, der den Betrachter als Akteur mit einbezieht.

Bereits in seinem Frühwerk beschäftig Walther sich in unterschiedlichen Medien mit dem Zufälligen und dem Prozessualen als Gestaltungsprinzipien. Gleichzeitig wurde Stoff ein bis dahin ungebräuchliches künstlerisches Material bei Walther zum Innovationsträger, aus dem die Aktivierungsobjekte hervorgingen. Mit dem Schlüsselwerk der Vier Körperformen (1963) wird der Körper zum Motiv. Es entsteht der Erste Werksatz (1963–1969), der aus 58 aktivierbaren Stücken besteht, die den Betrachter in außergewöhnliche zwischenmenschliche Situationen versetzen. Mit ihm erlebt Walther 1969 seinen Durchbruch, als er den Werksatz anlässlich der Ausstellung „Spaces“ im New Yorker MoMA präsentiert. Unter dem Einfluss der Pop Art werden Walthers Textilien zusehends farbiger. In den Wandformationen der 1980er-Jahre erzielt er eine unvergleichbare Verschränkung von Malerei, Skulptur und Architektur, die sich bis heute fortsetzt.

Die Exponate können zum Teil angezogen oder betreten werden. Das Verständnis des Betrachters von einer traditionellen Bildlogik wird auf diese Weise herausgefordert. Der Körper wird hierbei zum Medium, indem er Lebensprozesse in Bilder überführt. Im großen Saal der Ausstellung finden täglich Werkaktivierungen statt. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, teilzunehmen und ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Walthers Werk zu machen.

Kuratiert von Jana Baumann

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Franz Erhard Walther Foundation.

Abbildung:
Franz Erhard Walther
Versuch, eine Skulptur zu sein, 1958
Collection of The Franz Erhard Walther Foundation
Foto: Egon Halbleib
Franz Erhard Walther Foundation Archives
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 15.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.10.2020
Museum Fürstenfeldbruck: Bezaubernd. Magie und Zauberkunst
Bilder
Die Museen im Freistaat dürfen wieder öffnen!

Museum Fürstenfeldbruck
Ausstellung: Bezaubernd. Magie und Zauberkunst
Ab Freitag, 15. Mai bis voraussichtlich Sonntag, 11. Oktober 2020

Bereits ab Freitag, 15. Mai 2020 zeigt das Museum Fürstenfeldbruck die Ausstellung „Bezaubernd. Magie und Zauberkunst“. Sie entführt in die geheimnisvolle Welt der Magie, des Okkultismus und der Zauberkunst. Magisch aufgeladene Objekte und Gemälde aus den verschiedensten Epochen von der Barockzeit bis in die Gegenwart werden die Besucher*innen verzaubern. Präsentiert werden Werke herausragender Künstler wie Carl Spitzweg, der Alchemisten und Sterndeuter augenzwinkernd skizzierte, Gabriel von Max und Albert von Keller, die sich mit okkulten Phänomen beschäftigten. Zauberrollen, Amulette, Hokuspokus-Literatur, Plakate von Zaubershows und Zauberkästen sind nur einige Objekte, die die vielen Facetten von Magie und Zauberkunst andeuten. Die Besucher*innen können selbst aktiv werden, das eine oder andere Kunststücke ausprobieren und sich von magischen Effekten in den Bann ziehen lassen.

Faszination „Zauber und Magie“
Die Ausstellung spannt den Bogen von schwarzer und weißer Magie, religiösem Wunderglauben, vom Becherspiel und den Tricks der Scharlatane über Wahrsager*innen, Salonzauber, Geisterbeschwörungen des fin de siècle bis hin zu modernen Bühnenshows, in denen gehobene Unterhaltungskunst dargeboten wird. Anhand von Illusionen, magischen Kunstfiguren und beeindruckenden Zauberutensilien geht die Ausstellung der „Faszination des Unerklärlichen“ nach.

Zur Ausstellung sind Führungen, Zaubervorstellungen und ein museumspädagogisches Programm (unter Wahrung der erforderlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen) geplant. Es erscheint eine reichbebilderte Begleitpublikation. Auch ein virtueller Rundgang – ergänzt mit professionellen Zauberkunststücken – wird angeboten.

Abbildung:
Schichtls Original Metamorphosen, 1906
Farblithographie William Rohde,
kaschiert auf Leinen
Münchner Stadtmuseum
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 15.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.01.2021
Murnau Franz Marc Museum: Franz Marc - Die Skulpturen
Bilder
Franz Marc Museum
Franz Marc - Die Skulpturen

Ausstellung vom 15. Mai 2020 bis 31. Januar 2021

Franz Marc hat sechzehn Skulpturen geschaffen, eine neben seinem malerischen und graphischen Oeuvre kleine, aber wichtige Werkgruppe. Sie entstand zwischen 1904 und 1914. Die Skulpturen sind im Zusammenhang mit den motivischen und thematischen Interessen zu sehen, die Franz Marc zur gleichen Zeit in der Malerei verfolgte. Parallel zu den Skulpturen entstanden Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde seiner skulpturalen Motive. 
 
Die Ausstellung „Franz Marc. Die Skulpturen“ entstand in Kooperation mit dem Kunstmuseum Moritzburg in Halle (Saale), das die Idee zu einer gemeinsamen Ausstellung der Skulpturen Franz Marcs spontan aufgegriffen und ihre Umsetzung in jeder Hinsicht kooperativ unterstützt hat. Ergänzt durch wenige Leihgaben aus dem Lenbachhaus in München und dem Schlossmuseum Murnau verfügen das Franz Marc Museum in Kochel am See und das Kunstmuseum Moritzburg gemeinsam über fast alle Skulpturen, die Marc geschaffen hat. Dazu gehören nicht nur die Bronzegüsse, sondern auch seine Entwürfe in Wachs, sowie die Steinskulpturen, so dass die Ausstellung einen breiten Überblick über Franz Marcs skulpturales Werk gibt.
 
Für die plastische Arbeit Franz Marcs spielten auch biographische Faktoren eine Rolle. So modellierte Marc seine mehrfarbige Schafsplastik in Wachs zwischen 1905 und 1907, als er die Sommermonate auf der Staffelalm verbrachte und dort auch Schafe zeichnete und malte. Während seines ersten Sommers in Sindelsdorf 1908, mit Blick über hügelige Wiesen mit weidenden Pferden, entstand die Skulptur Zwei Pferde. Nach dem endgültigen Umzug von München nach Sindelsdorf, 1910, wo die im Haus lebenden Katzen ihm im Atelier Gesellschaft leisten, schuf Marc 1912 eine Katze in Stein. Dagegen entstanden die Zwei Bären erst 1910, im Rückgriff auf mehrere Skizzen,1 die der Maler 1907 im Berliner Zoo gemacht hatte. 
 
Die Skulptur Zwei Pferde ist mit wichtigen schriftlichen Äußerungen des Malers verbunden. Im Rückblick auf das vergangene Jahr schrieb Franz Marc am 29. Dezember 1908 an Maria Franck: „ …ich denke … mit dem kleinen Lot Befriedigung über das, was ich in diesem Jahr gearbeitet habe und mit dem Bewusstsein meines Könnens, zu dem nicht zum wenigsten in diesen Weihnachtstagen eine Pferdegruppe aus Wachs beiträgt, die ich in kurzen 2 Tagen in Pasing modelliert habe – fein, das kann ich Dir schwören. Ich werde jetzt jedenfalls versuche, mir mit Bronze-Plastiken Geld zu machen…“2 Anfang 1909 ließ Marc zwei Güsse dieser Skulptur anfertigen und 1910 wurden „Zwei Pferde“ in dem von Reinhard Piper herausgegebenen Buch „Das Tier in der Kunst“ abgebildet. Franz Marc schrieb einen Essay für diese Publikation, seinen ersten theoretischen Text, in dem er seine zentrale künstlerische Intention formulierte: „Ich sehe kein glücklicheres Mittel zur Animalisierung der Kunst …als das Tierbild. Darum greife ich danach. Was wir anstreben, könnte man eine Animalisierung des Kunstempfindens nennen … . Meine Plastik ist ein tastender Versuch nach derselben Richtung. Das Kreisen des Blutes in den beiden Pferdekörpern, ausgedrückt durch die mannigfachen Parallelismen und Schwingungen der Linie.“3 Beide Quellen lassen die Bedeutung der Pferdeplastik für Marc erkennen. Sie zeigen, dass der Künstler sich klar darüber war, dass ihm mit dieser Skulptur ein Schritt in die künstlerische Richtung gelungen war, die er in seiner Malerei bisher vergeblich verfolgte. Damit kommt der plastischen Arbeit Marcs 1908/9 die Funktion eines Katalysators zu, eines Vorläufers der bedeutenden Gemälde, die Marc ab 1910 schuf.
 
Natürlich setzte Marc sich auch mit der zeitgenössischen Skulptur auseinander. So ist bei seinem großen weiblichen Torso in Bronze der Einfluss Auguste Rodins unverkennbar. Bei seiner Tierplastik wird dagegen ein neuer Ansatz deutlich. Im Unterschied etwa zu August Gauls Skulpturen, die die Tiere in einer natürlichen Haltung zeigen, sind die Darstellungen Marcs durch eine abstrakte Vorstellung geprägt. Position und Bewegung der Tiere fügen sich einem imaginären, übergreifenden Rhythmus der Natur ein, ausgedrückt durch „die mannigfachen Parallelismen und Schwingungen der Linie.“ 
 
Die in Kochel am See gezeigten vierzehn Skulpturen werden am 3. Juli 2020 zum Ausgangspunkt für einen Studientag über Franz Marcs plastische Arbeit, zu dem Kunsthistoriker und Restauratoren zusammenkommen.  Nachmittags sind vier öffentliche Vorträge mit folgenden Referenten geplant:  Annegret Hoberg (Lenbachhaus, München) Felicia Leu (Franz Marc Museum, Kochel am See) Hans-Jörg Ranz (Bayerisches Nationalmuseum, München) Cornelia Wieg (Kunstmuseum Moritzburg, Halle / Saale)
 
Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel a. See 

Abbildung:

Franz Marc, Panther, 1908-09,
Franz Marc Museum, Franz Marc Stiftung,
Dauerleihgabe der Erbengemeinschaft nach Maria Marc,
Foto: collecto.art
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Donnerstag 28.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.10.2020
München Literaturhaus: THOMAS MANN: DEMOCRACY WILL WIN!
Bilder
THOMAS MANN: DEMOCRACY WILL WIN!

Literaturhaus München
Ausstellung vom 28. Mai bis 04. Oktober 2020

    »Es ist mit der Selbstverständlichkeit der Demokratie in aller Welt eine zweifelhafte Sache geworden. Es ist die Stunde gekommen für eine Selbstbesinnung der Demokratie, für ihre Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewußtmachung – mit einem Wort: für ihre Erneuerung im Gedanken und im Gefühl.«
    THOMAS MANN: VOM ZUKÜNFTIGEN SIEG DER DEMOKRATIE, 1938

»Es ist ein schreckliches Schauspiel, wenn das Irrationale populär wird«, so Thomas Mann 1943 in seiner berühmten Rede in der Library of Congress. Wie er dagegenhielt – das ist von inspirierender Aktualität. Denn heute erleben wir, dass die Grundwerte der Demokratie wieder in Frage gestellt werden, dass Populismus und Nationalismus unsere demokratische Gesellschaft massiv unter Druck setzen. Die Ausstellung »Thomas Mann: Democracy will win!« versteht sich als konkreter Beitrag zur aktuellen Debatte auf beiden Seiten des Atlantiks.

    »Es handelt sich um die Lebensbedingungen unserer Kinder. Daß wir Fünfzigjährigen das Europa noch sehen werden, in dem unsere Kinder wohnen sollen, wohnen wollen, ist kaum wahrscheinlich. Aber wir können […] wirken helfen, daß es werde.«
    THOMAS MANN: »ZUM I. PANEUROPA-KONGRESS IN WIEN«, 1926

Das Thomas Mann House in Pacific Palisades bildet das räumliche und metaphorische Zentrum der Ausstellung. Der weltberühmte Exilant warb von hier aus, im »Weißen Haus des Exils« (Frido Mann), für ein neues Demokratieverständnis. Heute steht das Haus wieder im Dienste des intellektuellen Austauschs und der transatlantischen Verständigung.

    »Ich habe keine Furcht um das endgültige Schicksal der Demokratie, trotzdem sie ihren Sieg in Europa durch ihre eigene moralische Schwäche gefährdet […] aber die Demokratie ist ewig menschlich […].«
    THOMAS MANN: »BOTSCHAFT AN AMERIKA«, 1938

Der erste Teil der Ausstellung stellt die politische Biografie Thomas Manns in ihrer Entwicklung vom Monarchisten zum wirkmächtigen Gegner des Nationalsozialismus und engagierten Kämpfer für die Demokratie vor. Fotografien, Texte, Auszüge aus den berühmten Radioansprachen »An die deutschen Hörer!« und Originalexponate zeichnen seine intellektuellen, politischen und räumlichen Wege nach.

    »Wir alle tragen Verantwortung, gemeinsam jede und jeder von uns für dieses Land, welches unser aller gemeinsames Zuhause ist«.
    IGOR LEVIT, STARPIANIST«

Der zweite, multimediale Teil schlägt einen Bogen zur Gegenwart. Was macht einen politischen Menschen aus? Wie wird man zum Demokraten? Wie verteidigt man seine Haltung? Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, Filme und Interviews, Tweets und Zitate von Persönlichkeiten aus Politik und Pop, Literatur und Gesellschaft – wie Greta Thunberg oder Sa¨a Stani¨ić, Donald Trump oder Barack Obama, Igor Levit oder Edward Snowden – veranschaulichen die Virulenz der Fragestellung: Wie können wir die Demokratie als einzige mögliche Gesellschaftsform verteidigen und nachhaltig stärken? Eine Aufgabe, die heute – in Zeiten der globalen Migration, des Klimawandels, der neuen Pandemien – wichtiger ist denn je.

Die Begriffe HERKUNFT, ZEITGEIST, BEKENNTNIS, HANDELN und VERANTWORTUNG strukturieren die Ausstellung – und zeigen die Ambivalenzen, die selbst ein demokratisches System nicht aufheben kann. Thomas Manns Leben bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um sich mit der Lage und Zukunft der Demokratie zu beschäftigen – und dabei an Manns Diktum festzuhalten: »DEMOCRACY WILL WIN!«

    »Von diesem Tag an wird eine neue Vision unser Land regieren. Von diesem Tag an wird es nur noch ‚America first‘ heißen, ‚America first‘.«
    DONALD TRUMP IN DER ANTRITTSREDE ANLÄSSLICH SEINER AMTSEINFÜHRUNG, 20. JANUAR 2017

    »Not ‚America First’ but ›Democracy First‹ and ›Human Dignity First‹ is the slogan which will really lead America to first place in the world […].«
    THOMAS MANN IM INTERVIEW IN GREENSBORO DAILY NEWS, 31. OKTOBER 1941


Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München


Abbildungen:

THOMAS MANN: »DEMOCRACY WILL WIN!«
ZEITGEIST // IN DER AUSSTELLUNG (Gestaltung: unodue{)
Foto: © Catherina Hess


Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Samstag 30.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 18.10.2020
Buchheim Museum Bernried: WAHRHEITSMALEREI - EXPRESSIVER REALISMUS AUS DER SAMMLUNG HIERLING
Bilder
Buchheim Museum Bernried
WAHRHEITSMALEREI - EXPRESSIVER REALISMUS AUS DER SAMMLUNG HIERLING

Ausstellung vom 30. Mai bis 18. Oktober 2020

Der Sammler
Joseph Hierling wohnt 5 Kilometer entfernt vom Buchheim Museum in Tutzing. Er wurde 1942 in München geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre wurde er Fernsehkameramann. Er war Personalratsvorsitzender beim Bayerischen Rundfunk und Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst in Bayern. 1981-1994 führte er zudem eine Galerie in München. 1990 bis 2002 war er Leiter der Film- und Fernsehproduktion beim Bayerischen Fernsehen. Seine Sammlung baute Hierling über die Jahrzehnte hinweg und in enger Zusammenarbeit mit dem Marburger Kunsthistoriker Rainer Zimmermann (1920-2009) auf, der als Wiederentdecker des »Expressiven Realismus« gilt.

Sammlung
Zimmermann würdigte die Sammlung Joseph Hierling als »größte und qualitätsvollste Kollektion von Gemälden des Expressiven Realismus«. Lothar-Günther Buchheim, der Gründer dieses Museums, fand einst die Vorstellung »bestrickend«, ihre Bilder in der Nähe seiner Expressionistensammlung ausgestellt zu wissen. Noch im Wachsen begriffen, umfasst die Sammlung von Joseph Hierling derzeit über 1.280 Gemälde und einige Skulpturen von über 300 Künstlern des »Expressiven Realismus«.

Ausstellung
Die Präsentation ist, dem Motto Buchheims folgend, ein »Fest fürs Auge«! 88 Werke von 53 Künstlerinnen und Künstlern wurden für die Ausstellung ausgelesen. Die Künstlerbiografien sind an den Werken zu finden. Im benachbarten Expressionistensaal hängen die »Gemälde der Brücke« aus den Sammlungen Gerlinger und Buchheim. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Für Buchheim ist der Expressionismus keine abgeschlossene Epoche, im Gegenteil: Er vertritt die Ansicht, dass der Begriff die widerstrebenden Grundtendenzen verkörpere, die für die gesamte Kunst der Moderne bis zur Gegenwart maßgeblich sind: das Suchen nach der »dingbezogenen Form« und das »autonome Gestalten mit frei erfundenen Zeichen«.

Expressiver Realismus
In diesem Spannungsfeld zwischen Realismus und Abstraktion agierten auch die Vertreter des »Expressiven Realismus«. Die Künstler dieser zwischen den beiden Weltkriegen im deutschsprachigen Raum vorherrschenden künstlerischen Strömung wurden zwischen 1890 und 1914 in Deutschland und Österreich geboren. München war neben Berlin, Dresden und Stuttgart ihre wichtigste Begegnungsstätte.
Die Entdeckung des »Expressiven Realismus« steht immer noch am Anfang. Die Künstlerinnen und Künstler dieser »Verschollenen Generation« erlebten ihre Erfolge in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Nach Verfemung durch die Nationalsozialisten erlitten sie in der Nachkriegszeit eine zweite Diskriminierung. In Auseinandersetzung mit Impressionismus, Expressionismus und neuer Sachlichkeit waren sie in den Weimarer Jahren (1918-1933) zu einer von malerischen Valeurs und kompositorischer Schönheit geprägten Malerei gelangt. Dies passte nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in das Bild einer nach reiner Abstraktion strebenden Kunstgeschichte. Der »Expressive Realismus« galt dann als rückständig. Dabei stand er in seiner Zeit genau für das Gegenteil: für einen Fortschritt der Kunstgeschichte!
1920 galt der Expressionismus als »tot«, seine abstrahierenden Stilisierungen drohten zu leeren Formeln zu verkommen. Eine neue Generation trat an, um dem »Spiritualismus« des Expressionismus einen »neuen Realismus« entgegenzusetzen. Die breite Bewegung betrieb eine neue Hinwendung zur Wirklichkeit, aber auch eine Wiederbelebung malerischer Qualitäten. Viele Einflüsse vorangegangener Strömungen wurden aufgegriffen und zu einer neuen Synthese verbunden. Die Tonigkeit und die Pastosität des Impressionismus wurden wiedererweckt und mit Ausdrucksformen des Expressionismus vermengt. In seiner Wirklichkeitsnähe kommt der »Expressive Realismus« der »Neuen Sachlichkeit« nahe, jedoch lässt er deren kühle Distanz beiseite. Die Künstler des »Expressiven Realismus« lassen den Ersten Weltkrieg hinter sich. Ihre »Wahrheitsmalerei« öffnet sich den Themen des Lebens meist mit sonnigem Mitgefühl und Freude an Schönheit. Diesem Ethos folgen die Kapitelgliederung von Ausstellung und Katalog: ›Stadt‹, ›Land‹, ›Nackte‹, ›Interieurs‹, ›Blumen‹, ›Männer‹ und ›Frauen‹ im Saal sowie ›Kinder‹ auf der Galerie eine Etage höher.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1,
D-82347 Bernried

Abbildung:
Erich Glette, Blumentisch mit Mädchen, 1936,
Sammlung Joseph Hierling
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 19.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.01.2021
München Stadtmuseum: Ready to go! Schuhe bewegen
Bilder
München Stadtmuseum

Ready to go! Schuhe bewegen
Ausstellung vom 15. November 2019 – verlängert bis 17. Januar 2021

Die Schau bietet einen Rundgang mit kulturhistorischen und soziologischen Aspekten, wobei anhand von ca. 500 Paar Schuhen immer wieder die Emotionen im Vordergrund stehen, die entsprechende Fußbekleidung hervorrufen kann.

Der Schuh als Statussymbol dient dem Träger/der Trägerin als auch den Betrachtern gleichermaßen als bewundernswertes Objekt. Absatzschuhe des Barock und Rokoko erhöhten ihre Träger demonstrativ über das einfache Volk. Heute machen Designerschuhe von Dior, Ferragamo, Manolo Blahnik, Christian Louboutin oder Stuart Weitzmann glücklich. Schuhe fungieren als Machtsymbol oder als Zeichen bzw. Statement einer Gruppenzugehörigkeit. Hier kommen Boots aus der Raver-Gothic- Szene zu Wort. Die Bedeutung der Fußbekleidung für die Gender-Thematik schlägt den Bogen von der knabenhaften Frau in Budapestern zur damenhaften Drag Queen in High Heels.

Auch der Voyeur steht im Fokus, der in der Betrachtung der entsprechenden Fußbekleidung Erregung und Befriedigung erfährt. Als Fetisch lässt der Schuh Sammlerherzen höher schlagen und verlangt absolute Hingabe. Pumps dienen als Symbol weiblicher Fußbekleidung als Mittel der Verführung, während Stöckelschuhe als übersteigertes Reizobjekt Lust und Pein bereiten können. Die Parallelität von Schnürstiefeln und Schnürkorsagen zeigt die optische Faszination für enge und kurvige Silhouetten. Im Namen der Erotik werden für kleine zierliche Füße Schmerzen und Fußverstümmelung in Kauf genommen, was in China der Lotus- oder Lilienfuß demonstriert, ist in der westlichen Mode der Hallux Valgus.

Es liegt in der Natur der Sache, Schuhe als Gebrauchsgegenstand und Fortbewegungsmittel zu beleuchten. Hier reduziert sich die Bedeutung von Fußbekleidung und ihre ursprüngliche Funktion weitgehend auf den Schutz und den Halt beim Stehen und Gehen und stellt den Träger / die Trägerin in den Mittelpunkt. Die Beispiele reichen vom historischen Wanderschuh bis zum aktuellen Schuhwerk eines Geflüchteten. Materialien der Kriegs- und Notzeit wie alte Gummireifen, Kork, Stroh, Holz und Nägel werden Baumpilzen, Mais, zerriebenen Steinen und Tierhufen gegenüber gestellt, mit welchen heute Künstlerinnen und Künstler und Designerinnen und Designer experimentieren.

Neben dem vielfältigen hauseigenen Sammlungsbestand werden als Kontrast 35 herausragende und zum Teil bizarre Schuhobjekte internationaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert, welche die Thesen und Aussagen der Schau abstrahieren: Amber Ambrose, Irene Andessner, Aya Feldman, Cristina Franceschini, Joyce de Gruiter, Xavier G-Solis, Zaha Hadid, JANTAMINIAU, Kaarina Kaikkonen, Kenneth Kirschner, Rachel de Kler, Kobi Levi, Alice van Opstal, Caro Peirs, Peter Popps, Svenja Ritter, Iris Schieferstein, Tali Sorit, Kermit Tesoro, Joyce Verhagen, Betony Vernon, Sousan Youssouf, Erwina Ziomkowska.

In Kooperation mit der Kulturvermittlung und der Fachstelle Inklusion gibt es Stationen, die den Besucherinnen und Besuchern das Thema Schuhe durch Hören, Tasten und Laufen näher bringen sollen. Inklusive Angebote sollen hierbei als Selbstverständlichkeit wahrgenommen werden und sich dem Publikum als neue Sinnes-Erfahrung erschließen.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:
„Rucke di guh, Blut ist im Schuh“
Schuhe für Lotosfüße,
um 1900 Plateau-Heels, 1989
© Münchner Stadtmuseum
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Mittwoch 24.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 30.08.2020
München Kunsthalle: Thierry Mugler: Couturissime
Bilder
Bilder
Kunsthalle München
Thierry Mugler: Couturissime

Ausstellung vom 03. April bis 30. August 2020

Die Kunsthalle München präsentiert erstmals in Deutschland eine Ausstellung über den französischen Modeschöpfer Thierry Mugler. Sie wurde initiiert und produziert vom Montreal Museum of Fine Arts (MMFA) in Kooperation mit der Maison Mugler, die das Couture-Erbe des Designers restauriert hat. Kuratiert wurde die Schau von Thierry-Maxime Loriot unter der Leitung von Nathalie Bondil, Generaldirektorin und Hauptkuratorin des Montreal Museum of Fine Arts.Die spektakulär inszenierte Retrospektive stellt das facettenreiche Werk des visionären Couturiers, Regisseurs, Fotografen und Parfümeurs vor. Sie versammelt mehr als 150 zwischen 1977 und 2014 entstandene Haute-Couture- und Prêt-à-porter-Outfits, Bühnenkostüme und Accessoires, Videos, Fotografien, Entwurfszeichnungen und Archivmaterialien.
Etwa 100 Werke berühmter Modefotografen von Helmut Newton (1920–2004) bis David LaChapelle (*1963), die Muglers Kreationen in Szene gesetzt haben, runden die Ausstellung ab. In den frühen 1970er-Jahren revolutionierte der als klassischer Balletttänzer ausgebildete Mugler die Mode, indem er den fließenden Bohemien-Looks der Hippie-Zeit futuristische und komplex konstruierte Schnitte sowie skulpturale oder elegante körperbetonte Silhouetten entgegensetzte. Mit seinen Entwürfen verlieh Mugler den Menschen, die er einmal als »zerbrechliche, schöne Geschöpfe« bezeichnete, heroische Stärke. In Zeiten des Cocooning, des Rückzugs aus der als unüberschaubar und bedrohlich empfundenen Welt ins häusliche Privatleben, schuf Mugler mit Anleihen aus der Welt der Tiere und Mythen ebenso wie aus dem Universum moderner Technik und Architektur glamouröse Panzer, die Frauen in Superheldinnen verwandelten.
Er experimentierte dabei mit innovativen Materialien wie Metall, Plexiglas, Kunstpelz, Vinyl oder Latex. »Mein einziges Maß ist die Maßlosigkeit«, sagte Mugler über seine extravaganten Kreationen. Seine Entwürfe wurden von Stars wie Diana Ross (*1944), Liza Minelli (*1946), David Bowie (1947–2016), Céline Dion (*1968) oder Lady Gaga (*1986) getragen, ebenso schuf er Kostüme unter anderem für die Touren und Videos von Stars wie Beyoncé (*1981).Überall auf der Welt gewann Mugler Mitarbeiter für die Umsetzung seiner fantastischen Ideen – darunter Autolackierer und Lederhandwerker, Drucktechniker und Fotografen, Wissenschaftler und Künstler. Charakteristisch für seine Mode ist eine raffinierte Mischung von Hoch- und Populärkultur, in der veredelte Haute Couture und Drag-Show-Drama zusammentreffen. Sie bewegt sich zwischen Elitismus und Massenwirksamkeit, zwischen Tradition und Transgression.
Als brillanter Geschichtenerzähler mit einer Vorliebe für theatralische Performances hat Mugler einige der spektakulärsten Modenschauen seiner Zeit inszeniert. Er entwarf Kostüme für die von der Comédie-Française und dem Festival d’Avignon verantwortete Inszenierung von Shakespeares Macbeth sowie für die Zumanity-Show des Cirque du Soleil und brachte seine eigenen Revuen wie die Mugler Follies in Paris und The Wyld im Berliner Friedrichstadt-Palast auf die Bühne. Als Fotograf und Regisseur schuf er den Videoclip »Too Funky« des britischen Sängers George Michael (1963–2016), sowie Kurzfilme mit Isabelle Huppert (*1953) und Juliette Binoche (*1964). Sein Werk zeichnet sich durch zahlreiche weitere Kooperationen mit den Größen der Kunstwelt aus – unter anderem mit dem Filmemacher Álex de Iglesia (*1965), Innenarchitektin Andrée Putman (1935–2013) und bekannten Fotografen wie Helmut Newton (1920–2004), Guy Bourdin (1928–1991), Dominique Issermann (*1947), Herb Ritts (1952–2002), Ellen von Unwerth (*1954), David LaChapelle (*1963) und Pierre & Gilles (*1950 und *1953). Die Ausstellung präsentiert die verschiedenen Aspekte von Muglers Schaffens in acht Akten.

Kunsthalle München,
Theatinerstr. 8,
80333 München

Abbildungen:

© Kunsthalle München,
Foto: Michael Naumann / Tiefenpixel

© Kunsthalle München,
Foto: Michael Naumann / Tiefenpixel
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Mittwoch 24.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 06.09.2020
Murnau Schlossmuseum: SCHATTENZEITEN - Künstler zwischen Anpassung und Widerstand
Bilder
Schlossmuseum Murnau
SCHATTENZEITEN - Künstler zwischen Anpassung und Widerstand

Ausstellung vom 12.Mai bis 06. September 2020

2016 gab die Gemeinde Murnau eine Studie zur Erforschung der politischen und gesellschaftlichen Geschichte Murnaus zwischen 1919 und den 1950er-Jahren in Auftrag.
Die daraus entstandene Dokumentation, die im ersten Stock präsentiert wird, nimmt das Schloßmuseum zum Anlass, sich in seiner Sonderausstellung mit künstlerischen Positionen zwischen Anpassung und Widerstand auseinanderzusetzen.
Mit düsteren Vorahnungen des 19. Jahrhunderts führt die Ausstellung hin zu Werken von Franz Marc, Paul Klee, Käthe Kollwitz, Otto Dix, Carl Rabus, Cuno Fischer, Max Beckmann, Gabriele Münter u. a. Die Zeitspanne reicht von der Revolution und Räterepublik 1918/19 über zwei Weltkriege und Wirtschaftskrisen bis hin zum geteilten Deutschland. Lebenssituationen und Handlungsweisen des 20. Jahrhunderts stehen dabei unmittelbar den zeitgenössischen Positionen von Hans Angerer, Rita de Muynck und Nikolaus Lang gegenüber.
Die ausgewählten kurzen Lebensphasen sind dabei explizit als Bruchstücke, als aus Lebenslinien herausgebrochene Momentaufnahmen formuliert, die Verhaltensweisen und Entscheidungen, selbstbestimmt oder erzwungen, beleuchten. Sie entwickeln sich chronologisch, führen zwischendurch jedoch auch wieder zurück und nehmen auf Vorangegangenes Bezug. So ergeben sich immer wieder neue Bezüge: Francisco de Goya
und Hans Angerer, Käthe Kollwitz und Max Klinger, Rita de Muynck und Albrecht Dürer.
Jedes Künstlerschicksal hat sich unter verschiedenen Voraussetzungen auf seine ganz eigene Weise entwickelt, entsprechend der Herkunft, der Familie, den Erfahrungen von Freunden, einem wachen Umfeld oder den alarmierenden Zeichen, die rechtzeitig gedeutet wurden. Die von Francisco de Goya dokumentierten „Desastres de la guerra“ sind über die Jahrhunderte hinweg dieselben geblieben. Sie ziehen sich als Motive in Variationen bis ins 21. Jahrhundert durch. Die Würde des Menschen scheint nach wie vor antastbar.

So werden täglich sicher mehr als tausend Menschen ermordet und wieder tausende deutscher Männer werden an den Mord gewöhnt. Und das alles ist noch ein Kinderspiel gegen das, was in Polen und Rußland geschieht. Darf ich denn das erfahren und trotzdem in meiner geheizten Wohnung am Tisch sitzen und Tee trinken? Mache ich mich dadurch nicht mitschuldig?
Was sage ich, wenn man mich fragt: Und was hast Du während dieser Zeit getan?

                                                      Helmuth James Graf von Moltke, 21. Oktober 1941

Schloßhof 2-5,
82418 Murnau am Staffelsee

Abbildung:

1. Francisco de Goya, Torheit der Angst,
Blatt 2 aus den „Los Proverbios“, 1815-1824, Radierung (Detail),
Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie, Frankfurt,
Foto: © Städel Museum, ARTOTHEK
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Mittwoch 24.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.02.2021
München Lenbachhaus: Slawomir Elsner
Bilder
Lenbachhaus München
Slawomir Elsner

Ausstellung vom 12. Mai 2020 bis 07. Februar 2021

Slawomir Elsners (geb. 1976) zeichnerische Auseinandersetzung mit zwei zentralen Gemälden aus dem künstlerischen Umkreis des Blauen Reiter ist eng verwoben mit seiner eigenen künstlerischen Annäherung an die Frage, warum manche Kunstwerke bedeutender, berühmter und bekannter erscheinen mögen als andere.

Wer schreibt die Kunstgeschichten; was wird darin aufgenommen und was bewusst oder unbewusst anderweitig verortet; wer ist "Star" in einer Sammlung, einer Ausstellung oder einer Hängung; und besitzen diese Fragen an und die Kategorisierung von künstlerischen Arbeiten überhaupt noch Relevanz?

Alexej von Jawlenskys Gemälde "Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff" von 1909 ist eines der bekanntesten und beliebtesten Werke in der Sammlung des Blauen Reiter im Lenbachhaus, während Marianne von Werefkins "Der Tänzer Alexander Sacharoff" aus dem gleichen Jahr in der Fondazione Marianne von Werefkin in Ascona zu Hause ist und erstmals in der Ausstellung "Lebensmenschen" 2019/20 hier vor Ort zu sehen war.

Direkt eingebunden in die Sammlung Blauer Reiter des Lenbachhauses lassen Elsners präzise und mit spitzem Stift gezeichnete Arbeiten die verschwommene Erinnerung an die Originalvorlage bewusst aufleben, die im Fall von Jawlenskys Gemälde lediglich an einer anderen Stelle im Museum hängt, und im Fall von Werefkins Arbeit bis Februar diesen Jahres 2020 hier ausgestellt war.

Dabei kopiert Elsner nicht etwa die bekannten Vorbilder, sondern setzt sich intensiv in seiner ganz eigenen Technik Strich für Strich mit ihnen auseinander. Lediglich das Format der beiden Gemälde behält er während seines vielschichtigen Abstraktionsprozesses bei.

Scheinbare Gegensätze wie Präzision und Unschärfe, Detail und Distanz, Vergessen und Erinnern vereinen sich dabei in Slawomir Elsners Intervention und verweisen auf ihre Zusammengehörigkeit und die graduelle Achse, die diese Pole verbindet.

Kuratiert von Anna Straetmans

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildung:

Slawomir Elsner
Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff, 2019, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Sammlung KiCo
(nach Alexej von Jawlensky, 1909, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München)
Foto: Sebastian Schobbert
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Mittwoch 24.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 18.10.2020
München Lenbachhaus: SHEELA GOWDA. IT.. MATTERS
Bilder
Lenbachhaus München
SHEELA GOWDA. IT.. MATTERS

Ausstellung vom 31. März bis 18. Oktober 2020

Sheela Gowda (*1957 in Bhadravati, Indien) lebt und arbeitet inBengaluru. Das Lenbachhaus zeigt ihre erste museale Einzelausstellung in Deutschland.Für ihre raumfüllenden Installationen verwendet Gowda landesspezifische Materialien, die durch Beschaffenheit, Farbe oder Geruch eine narrative Atmosphäre erzeugen und zugleich metaphorische Kraft entfalten. Der künstlerische Einsatz von Kuhdung, Kumkum-Pulver, Kokosfasern, Haaren, Nadeln, Fäden, Steinen, Teerfässern oder Abdeckplanen verbindet Vorstellungen von Handwerk und von Alltagsgebrauch mit poetischer Aufladung und bezieht sich auf das städtische wie ländliche Leben in Indien.Arbeitsbedingungen, Produktionskreisläufe, urbane Infrastruktur, traditionelles und modernes Leben sind Themen in Sheela Gowdas Kunst. Sie spürt die Materialien auf, die diese Themen repräsentieren, und setzt sie in Werke mit narrativem und assoziativem Bezug um. Dabei erzählen die Materialien und ihr gestalterischer Einsatz Geschichten, die mit kultisch-spirituellem Gebrauch einerseits und mit dem wirtschaftlich-funktionalen Nutzen ihrer Verwertung anderseits zusammenhängen. Fragen nach Arbeitsleistung sind den Werken ebenso eingeschrieben wie die Rituale des täglichen Lebens in vorindustriellen und heutigen Traditionen.In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren arbeitete Sheela Gowda mit Ölmalerei, die ihre späteren Themen bereits enthielt. Das Alltagsleben der indischen Mittelschicht, Konflikte von Frauen im Arbeits-wie privaten Leben sowie über die Medien vermittelte Bilder politischer und sozialer Spannungen waren früh Gegenstand ihresgesellschaftskritischen Denkens. Ab 1992 setzte sie Kuhdung als gestalterisches Mittel zunächst für Bilder, dann auch räumlich-installativ ein, bevor sie sich anschließend neuen Materialien zuwendete.Kuhdung als künstlerisches Material geht für Sheela Gowda mit politischem Bewusstsein einher: Die im hinduistischen Indien als heilig verehrte Kuh wird von der derzeitigen Regierung als Mittel der Stimmungsmache instrumentalisiert, um einem Hindu-Nationalismus neue Nahrung zu geben,der in den frühen 1990er Jahren die politische Bühne betrat. Gowda verleiht dem allgegenwärtigen Dung von Kühen durch ihren künstlerischen Einsatz neue Brisanz.Die Ausstellung zeigt mehrere Werkphasen: Am Beginn stehen die ersten Kuhdung-Gemälde von 1992. Sie werden hier erstmals in Europa gezeigt. Installationen aus Teerfässern, Gewürzmahlsteinen, Haar, Holz sowie Medienbilder führen Gowdas künstlerischen Weg fort. Ihre neueste, eigens für das Lenbachhaus geschaffene Arbeit aus Kuhdung bedeutet eine Wiederkehr von dessen Relevanz in der aktuellen innenpolitischen Konfliktsituation.Sheela Gowda war vertreten bei den Biennalen in São Paulo 2014, Gwangju 2014, Kochi 2012, Venedig 2009, Sharjah 2009, Lyon 2007 sowie bei der documenta 12, 2007. Einzelausstellungen fanden u.a. statt: 2019 im BombasGens, Valencia, und im HangarBicocca, Mailand; 2017 in der Ikon Gallery, Birmingham; 2015 im Para Site, Hongkong; 2014 in der daad Galerie, Berlin, im IMMA, Dublin, und im Centre international d'Art et du Paysage, Vassivière; 2013 in der Lunds Konsthall, Lund, und im Van Abbemuseum, Eindhoven, und 2010 im Office for Contemporary Art, Oslo.Kuratiert von Eva Huttenlauch

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildung:

Sheela Gowda
Making of "And...", 2007
© Sheela Gowda
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Donnerstag 25.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 13.09.2020
Pinakothek der Moderne: K. H. HÖDICKE. EINE RETROSPEKTIVE
Bilder
Pinakothek der Moderne
K. H. HÖDICKE. EINE RETROSPEKTIVE

Ausstellung vom 18.Juni bis 13. September 2020

Der Maler K.H. Hödicke (*1938 Nürnberg) zählt zu Beginn der 1960er-Jahre zu den Wortführern einer kleinen Gruppe ungestümer jugendlicher Querdenker, die die Malerei revolutionieren wollen. Kaum dass die deutsche Nachkriegsmoderne wieder Anschluss an internationale künstlerische Tendenzen der Abstraktion gefunden hat, begehren sie gegen diese neuerliche Doktrin auf und halten mit einer Renaissance der für obsolet erklärten figurativen Malerei dagegen. Die retrospektiv angelegte Ausstellung K.H. Hödicke in der Staatlichen Graphischen Sammlung München gibt einen Einblick in ein nahezu unerschöpfliches künstlerisches Werk und demonstriert in der Zusammenschau von Zeichnung, Gemälde und Skulptur, dass K.H. Hödicke heute zweifellos zu den Klassikern gehört, sein Jahrzehnte übergreifender Werklauf aber hat seine Frische und Aktualität bewahrt.1957 war der jugendliche Hödicke mit seiner Familie nach Berlin gekommen. Zuvor hatte er die prägenden Jahre seiner Kindheit und Jugend nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in München verbracht. Hier macht der Farbenrausch der Künstlergruppe Der Blaue Reiter bei seinen vielen Besuchen im Lenbachhaus tiefen Eindruck auf ihn. Daneben entdeckt und begeistert er sich in der Pinakothek für die malerische Freiheit der alten Meister. Künstlerische Maxime, die sein eigenes Schaffen zukünftig bestimmen werden.1959 beginnt er in Berlin ein Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, das er 1964 mit dem Diplom abschließt. Die durch den Eisernen Vorhang in eine Ost- und eine Westzone geteilte ehemalige Metropole Berlin steht in diesen Zeiten in besonderem Maß auch kulturell im Fadenkreuz gegensätzlicher politischer Interessen der Großmächte. Gerade erst haben inmitten der politischen Eiszeit des Kalten Kriegs Tachismus, Informel und Abstrakter Expressionismus als universelle Bildsprachen einer freien westlichen Welt die Malklassen westdeutscher Akademien erobert, um alsbald zu einem akademischen Stil zu erstarren, da begehren einzelne junge Studenten wie Hödicke mit provozierend realistischen Bildwelten gegen diese verordnete reglementierte Freiheit zur Abstraktion auf. Mit seinen überraschend unverbrauchten zeitgenössischen Bildwelten setzt sich Hödicke wie auch andere Künstler seiner Generation abrupt von der Vätergeneration der Abstrakten ab. Seine frühen auf Motivextrakte konzentrierten Großstadtsujets, die er mit Reflexionen betitelt, zeichnen seine unverkennbare Handschrift aus. Gemalt mit einem dynamisch-fließenden Gestus, der zwischen Form und Nichtform oszilliert, erstrahlen sie in einer leuchtend-expressiven Farbigkeit.

Zehn Jahre später wird K.H. Hödicke 1974 selbst zum Professor an die Westberliner Hochschule für Bildende Künste berufen. Seine direkte Malerei sollte prägend werden für eine ganze Generation nachfolgender Künstler, die in den 1980er-Jahren als Neue Wildefirmieren. K.H. Hödicke selbst lebt und arbeitet noch immer in der Stadt, deren insulares Eigenleben er so lange schätzte.Seine Malerei zählt heute, jenseits flüchtiger Phänomene, zu den gesetzten Größen der jüngeren Kunstgeschichte und aktuell zu den wichtigen Referenzen für junge künstlerische Positionen der Gegenwart.Die Münchner Retrospektive K.H. Hödickestellt zentrale Werkphasen des Künstlers ab den frühen 1960er-Jahren vor. Erstmals hat Hödicke damit einem Kurator die Möglichkeit gegeben, die in seinem Besitz befindlichen Werke über einen Zeitraum von zwei Jahren vollständig zu sichten, Werkgruppen zu bündeln und unter bestimmten kuratorischen Aspekten thematisch zusammenzustellen. Beispielsweise veranschaulicht ein „Informel-Saal“ neben dem Bruch auch seine fortgesetzte produktive Auseinandersetzung mit der gegenstandslosen Malerei. Oder eine „Berlin-Suite“ veranschaulicht, dass er nicht als Berlin-Chronist zu verstehen ist. Eher ist es ein genuines Lebensgefühl, das ihn an dieser Stadt fasziniert und das er dokumentiert.Im Fokus der Ausstellung stehen K.H. Hödickes großformatige Malereien auf Papier der 1970er- und 1980er-Jahre, in denen er über zwei Jahrzehnte hinweg seine künstlerischen Recherchen festhält. Er spricht von ihnen auch als „Trainingsläufe“, in denen er Motive komponiert, in Serien variiert und während des Arbeitsprozesses zu immer neuen künstlerischen Lösungen kommt. Den Malereien auf Papier gehen sogenannte DIN-A4-Zeichnungenaus den späten 1960er- bis späten 70er-Jahren voraus, die im Werklauf der kleinformatigen Zeichnungen eine Sonderstellung einnehmen. Ihre Bildideen erscheinen wie ein Zeitdokument dieses Jahrzehnts. Mit mehr als 140 Zeichnungen, von denen 80 Blätter in der Ausstellung zu sehen sind, ist der vorliegende Katalog DIN A4 ausschließlich dieser Werkgruppe gewidmet.Komplettiert werden die Papierarbeiten durch eine Auswahl seiner sogenannten Croquis-Studienauf vorgefundenen Kartonpappen, die in einer kurzen intensiven Schaffenszeit in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren entstehen. In diesen Studien reduziert Hödicke einmal mehr sein Kolorit und bringt mit wenigen Pinselstrichen eine Bildidee auf den Punkt.

Der Fülle an Werken auf Papier wird eine konzentrierte Auswahl malerischer Hauptwerke aus der Serie Reflexionen aus der Mitte der 1960er-Jahre und Spiegelungenaus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren gegenübergestellt, ergänzt um einige wenige charakteristische Gemälde der 1980er- und frühen 1990er-Jahre sowie nicht zuletzt einer Gruppe kleinformatiger Bronzen.

Pinakothek der Moderne
Barer Str. 40,
80333 München

Abbildung:

K. H. Hödicke
Monumentale Stadtansicht, 1976
Mischtechnik auf Papier
606 x 897 mm
Foto: Staatliche Graphische Sammlung München
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Donnerstag 25.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 31.10.2020
Pinakothek der Moderne: AUGUST SANDER. SARDINIEN 1927
Bilder
Pinakothek der Moderne
AUGUST SANDER. SARDINIEN 1927

Ausstellung bis Oktober 2020

Die Stiftung Ann und Jürgen Wilde in der Pinakothek der Moderne zeigt ab Mai 2020 aus ihren Sammlungsbeständen ein seltenes Konvolut von originalen Fotografien von August Sander, die dieser während einer Italienreise im Jahr 1927 aufgenommen hatte.August Sander (1876 –1964) gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Sehens der 1920er- und 1930er-Jahre. Mit seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ nimmt er eine herausragende Position innerhalb der Fotografiegeschichte des vergangenen Jahrhunderts ein.Wenige Jahre bevor er mit dem Bildband „Antlitz der Zeit“ (1929), dem Ankündigungsband zu seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“, als Porträtist der Gesellschaftsordnung der Weimarer Republik bekannt wurde, unternahm er 1927 mit dem befreundeten Schriftsteller und Italienliebhaber Ludwig Mathar (1882–1958) eine gemeinsame Reise nach Italien. Mathar hatte 1926 seine Reisebeschreibung „Primavera. Frühlingsfahrten ins unbekannte Italien“ veröffentlicht und plante ein Buch über die wenig bekannte Insel Sardinien. Im Frühjahr 1927 durchstreiften der Schriftsteller und der Fotograf für mehrere Wochen das zu dieser Zeit noch wenig bereiste Eiland, das als geheimnisvolles, unbequemes und geradezu exotisches Reiseziel galt.Mit Zug und Postauto bewegten sich Sander und Mathar von der Hauptstadt Cagliari ausgehend von Süden nach Norden über die Insel. Sie besichtigten historische Sehenswürdigkeiten wie Kirchenbauten oder landestypische Nuraghen und besuchten entlegene Dörfer und Ortschaften. Durch den befreundeten Maler Filippo Figari erhielten sie Kontakt zur ländlichen Bevölkerung und konnten religiöse Traditionen und Bräuche unmittelbar erleben. Für die beim Münchner F. Bruckmann Verlag mit Ludwig Mathar geplante, aber nicht realisierte Buchveröffentlichung nahm August Sander über dreihundert Fotografien von Architektur, Landschaft, Menschen und Brauchtum auf. Sie zeigen Sanders respektvoll aufmerksamen Zugang zu Situationen des alltäglichen Lebens und lassen die besonderen Eigenheiten von Landschaft, Bauwerken und Bevölkerung sichtbar werden. Sanders Fotografien stellen ein einzigartiges künstlerisches und ethnografisches Bildzeugnis Sardiniens dar, das von Ludwig Mathar als „ein berückend schwermütiges, ein geschichtlich rätselhaftes, ein künstlerisch eigenartiges, ein volkstümlich urwüchsiges Land“ beschrieben wurde.Die Sammlungspräsentation zeigt 25 originale Abzüge der Sardinienserie aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Sie entstammen einem von Ludwig Mathar angelegten Erinnerungsalbum, das Ann und Jürgen Wilde 1975 aus dem Nachlass des Schriftstellers erwarben und 1995 erstmals in einer Kabinettausstellung und einem Begleitbuch veröffentlichten. Ergänzt wird die Sammlungspräsentation mit Dokumenten, Archivalien und historischen Buchpublikationen, die den Entstehungs- und Überlieferungszusammenhang der Fotografien illustrieren.

Pinakothek der Moderne
Barer Str. 40,
80333 München

Abbildung:

August Sander, Bauernkinder, Iglesiente (?), 1927
Foto: Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Pinakothek der Moderne, München
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln/VG Bild-Kunst Bonn 2020
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 26.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.10.2020
Buchheim Museum Bernried: GAYMANNS VIRUS-VISIONEN
Bilder
Buchheim Museum Bernried
GAYMANNS VIRUS-VISIONEN

Ausstellung vom 26. Juni bis 11. Oktober 2020

Am 26. Juni wird Peter Gaymann 70 Jahre alt. Zur Feier des Tages sollte ursprünglich eine Retrospektive des deutschen Großmeisters der komischen Zeichnung im Buchheim Museum eröffnet werden. Doch so ein Fest lässt sich in Corona-Zeiten schlecht feiern – oder haben Sie schon einmal mit Gesichtsmaske ein Glas Wein getrunken?

Aber Gaymann lässt uns nicht im Stich. Jeden Tag fließt dem Künstler ein aquarelliertes Trostpflaster aus der Hand. Die Serie kommentiert satirisch den Verlauf der Corona-Pandemie. Am Anfang der Ausgangsbeschränkungen steht der Hahn, der mit verschmitztem Lächeln einen mit Weinflaschen gefüllten Einkaufswagen vor sich herschiebt, dazu die Sprechblase: »Klopapier ist aus!«; einige Wochen später, in der Phase der Lockerungen, versucht ein Familienvater, voll bepackt mit Klopapier, dieses an der Supermarktkasse gegen Grillfleisch umzutauschen; und dann wieder das Huhn, das in einer Talkshow zum Besten gibt, dass es zusammen mit den Seinen nun zur Grillsaison freiwillig zu Hause bliebe.

Über 80 Blätter dieser »Virus-Visionen« werden nun anstelle der Retrospektive im Buchheim Museum gezeigt. Aber auch auf Gaymanns große Geburtstagsschau »Who the Gack is Gaymann?« müssen wir nicht verzichten. Sie wird, wenn der Virus es will, im kommenden Jahr zu sehen sein.

Zum Thema der Ausstellung ist das Buch »Typisch Corona! Peter Gaymanns Tagebuch« im Belser Verlag erschienen. Dieses und weitere Veröffentlichungen Gaymanns sind im Museumsshop erhältlich.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 10.07.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.02.2021
Museum fünf Kontinente München: Tikimania. Bernd Zimmer, die Marquesas-Inseln und der europäische Traum von der Südsee
Bilder
Tikimania. Bernd Zimmer, die Marquesas-Inseln und der europäische Traum von der Südsee

Museum fünf Kontinente
Ausstellung vom 10. Juli 2020 bis 28. Februar 2021

München, Juli 2020. „Tikimania. Bernd Zimmer, die Marquesas-Inseln und der europäische Traum von der Südsee“ lautet der Titel der am 10. Juli 2020 beginnenden Sonderausstellung im Museum Fünf Kontinente. „Tikimania“ präsentiert Werke des Malers Bernd Zimmer zusammen mit Südsee-Objekten aus dem Museum Fünf Kontinente. Das erzeugt Kontraste, ergibt Harmonien und erschafft ein völlig neues Zusammenspiel von europäischer Kunst und ozeanischer Kultur. Der 1948 in Planegg bei München geborene Bernd Zimmer ist einer der wichtigsten Vertreter der „Heftigen Malerei“. 1973 zog der Verlagsbuchhändler und Buchgestalter, Philosoph und Religionswissenschaftler nach West-Berlin, eine ideale Insel-Umgebung für die aufblühende Szene einer später als „Junge Wilde“ bezeichneten Malerbewegung. In Kreuzberg gründete er 1977 mit Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé und weiteren Künstler*innen die „Galerie am Moritzplatz“. Mit großer gestischer Vehemenz und starker Farbsinnlichkeit entwickelte sich eine neue expressive Malerei. 1980 gelang der künstlerische Durchbruch. Die Ausstellung „Heftige Malerei“ im Berliner „Haus am Waldsee“ machte ihn als Gegenwartskünstler international bekannt und erfolgreich. Zimmers Landschaftsbilder waren und sind ein Resultat seines ganz spezifischen Sehen-Könnens und seiner äußerst präzisen Beobachtungsgabe. Auf vielen Reisen hat er diese Talente entwickelt, vermehrt und vervollkommnet. 1995 bereiste Bernd Zimmer mit einem Frachtschiff die Inselgruppe der Marquesas in der Südsee, seine Beobachtungsgabe, die Sensibilität für Farben, Licht und kulturelle Bedingungen immer im Gepäck. Er hat seine Eindrücke nicht vor Ort aquarelliert oder Gesehenes skizziert, sondern bewegende Stimmungen als Erinnerungsbilder in sich selbst gespeichert, um sie nach seiner Rückkehr künstlerisch umzusetzen. Der Mythos von der Südsee, der Traum von idealen Insel-Landschaften und lustbetonten, glücklichen Menschen war eines seiner Reisemotive. Er machte sich auf die Suche nach Orten, die schon den Maler Paul Gauguin oder Schriftsteller wie Herman Melville auf den Marquesas-Inseln inspiriert hatten. Der polynesische Ausdruck „tiki“ bezeichnet eine menschenähnliche, oft mit übernatürlichen Qualitäten versehene Gestalt. Tiki-Figuren sind meist aus Holz, Knochen oder Zahn geschnitzte bzw. aus Stein gehauene Skulpturen. Die Mehrzahl der von den Marquesas inspirierten Werke Bernd Zimmers zeigt (mindestens) einen Tiki. Der Appeal dieser eindrucksvollen Figuren, die mit ihrer Verbreitung und starken Präsenz zu den wichtigsten und alles durchdringenden künstlerischen Äußerungen der Marquesaner gehören, aber auch die westlichen Imaginationen von den Marquesas-Inseln, die sich seit der europäischen „Entdeckung“ wie ein roter Faden bis in die Gegenwart ziehen, haben der Ausstellung den augenzwinkernden Titel „Tikimania“ gegeben. Am Beispiel von Bernd Zimmers Kunstwerken, den Marquesas-Objekten der Sammlung des Museums Fünf Kontinente und den kreativen Neuschöpfungen des amerikanischen Tiki-Pop wird gezeigt, was ein Tiki alles sein kann. 
Neben Figürlichkeit und Materialität der Tiki waren es (vermeintliche) Charakteristika der marquesanischen Kultur, welche westliche Vorstellungen und Phantasien anregten und in Form einer „Mania“ oder Obsession bis heute immer wieder aufgriffen. Sehnsüchte nach dem unberührten Paradies einerseits und Abscheu vor den vermeintlichen Inseln der Kannibalen andererseits hatten bereits Melville und Gauguin bewegt. „Tikimania“ spürt der europäischen Rezeption nach und setzt die Werke Bernd Zimmers mit Geschichte und Kultur der Marquesas-Inseln und wirkmächtigen westlichen Phantasien in Beziehung. Nicht von ungefähr bildete Wassily Kandinsky 1912 im berühmten Almanach „Der Blaue Reiter“ einen reich beschnitzten Stelzentritt von den Marquesas aus im Museum Fünf Kontinente verwahrten Sammlungen ab.

Museum Fünf Kontinente
Maximilianstraße 42
80538 München


Abbildung:
Bernd Zimmer: Tiki. Ua Pou, 1996
© Bernd Zimmer, VG Bild-Kunst Bonn, 2020
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Sonntag 12.07.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.02.2021
Franz Marc Museum Kochel: Anselm Kiefer - Opus Magnum
Bilder
Franz Marc Museum Kochel
Anselm Kiefer - Opus Magnum

Ausstellung vom 12. Juli 2020 bis 21. Februar 2021

Unter dem Titel Opus Magnum, hat Anselm Kiefer 2016 sechs großformatige Fotografien und dreiundzwanzig Vitrinen zusammengefasst. Wie Zeitkapseln enthalten diese Glasbehälter die verschiedenen Topoi seines Werks. Die durchsichtigen Schreine umfassen ein komplexes, assoziationsreiches Ensemble von Dingen und Bedeutungen. Sie sind zugleich transparent und dicht, leicht und schwer. Von diesem Themenreichtum ausgehend fragt die Ausstellung nach der wichtigen Rolle von literarischen, mythologisch und biblischen Topoi im Werk Anselm Kiefers und stellt den Vitrinen kurze assoziative Texte von zeitgenössischen Schriftstellern, darunter Marion Poschmann, Christoph Ransmayr und Ferdinand von Schirach, gegenüber. Über diesen literarischen Zugang werden die immer gleichen und stets aufs Neue variierten Motive Anselm Kiefers neu beleuchtet. Mit Georg Baselitz und Gerhard Richter gehörte Anselm Kiefer zu den deutschen Künstlern, die, während oder kurz nach Nationalsozialismus und Weltkrieg in Deutschland geboren, sich einem allgemeinen Schweigen über die jüngste Vergangenheit entgegenstellten: “Ich lebte unter Leuten, die alle dabei waren und nicht darüber reden wollten. Diese Zeit war ein leerer Raum.“, beschrieb er selbst die Situation. In engem Zusammenhang mit diesem Blick auf die Geschichte stehen Kiefers ideengeschichtliche Verwurzelung in der Romantik und die Verbindung von Mythologie und Moderne, die sein Werk charakterisiert.
 
Franz Marc Museum         
Franz Marc Park 8-10                                                                                                   
82431 Kochel a. See    


Abbildung:
Anselm Kiefer, Das Sonnenschiff (Detail), o.J.
Franz Marc Museum, Kiefer-Sammlung Grothe, © Anselm Kiefer,
Foto: Collecto.art
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 17.07.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.04.2021
München Theatermuseum: REGIETHEATER - EINE DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTE
Bilder
REGIETHEATER - EINE DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTE

Theatermuseum München
Ausstellung vom 17. Juli 2020 bis 11. April 2021

OTTO BRAHM - MAX REINHARDT - LEOPOLD JESSNER - FRITZ KORTNER - GUSTAF GRÜNDGENS - PETER ZADEK - PETER STEIN - CLAUS PEYMANN

Regietheater – ein Reizwort der deutschsprachigen Theatergeschichte. Es polarisiert seit über 100 Jahren die Menschen auf und hinter der Bühne und im Zuschauerraum wie in der Kritik. Die konservative Gruppe, die an Bewährtem festhalten will, führt die Werktreue im Munde, ein zentraler Begriff in der Diskussion darüber, was Regietheater darf und was nicht.

Der 1968er Generation, auf deutschsprachigen Bühnen vertreten durch Peter Zadek, Claus Peymann oder Peter Stein, wird gern das Monopol des Regietheaters zugeschrieben, als sei es ihre  Erfindung. Doch eine der heftigsten Diskussionen um dieses Thema entfachte sich bereits 1919 bei der Premiere von Friedrich Schillers Wilhelm Tell in der Inszenierung von Leopold Jessner.

Regiegenerationen sollten diese Ausstellung und ihre begleitende Publikation ursprünglich heißen, was für einen weiter gefassten Fokus verworfen wurde. Dennoch ist festzustellen, dass innovative Entwicklungen in der Geschichte der deutschsprachigen Regie sich häufig in Konfrontationen der Generationen herausgebildet haben; diesen Spuren wird gefolgt.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, beginnt bei Otto Brahm und Max Reinhardt, der in Abwendung von seinem geistigen Mentor sein eigenes Theater zu profilieren suchte. Bei diesem wiederum begannen Fritz Kortner und Gustaf Gründgens ihre Karrieren und suchten in Abgrenzung zu ihm ihren eigenen künstlerischen Weg. Fritz Kortners Regieassistent war einmal Peter Stein, der ihn später eher skeptisch sah, dagegen von dessen Vorläufer Max Reinhardt szenographische Spielideen übernahm.

Optisch unterstrichen wird diese Geschichte vor allem durch Bühnenbildentwürfe, da das szenographische Material weitaus ergiebiger ist, als das Fotomaterial der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts – aus technischen Gründen – sein kann. Umfängliche Recherchen führen Original-Grafiken zusammen aus Sammlungen in Köln, Wien, Berlin, Salzburg, Saarbrücken und München.

Deutsches Theatermuseum,
Galeriestr. 4a (Hofgartenarkaden),
80539 München
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Samstag 01.08.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Dienstag 15.12.2020
Kunstraum Schwifting: 100 Jahre INGEBORG WEIGAND
Bilder
Kunstraum Schwifting
100 Jahre INGEBORG WEIGAND

Ausstellung vom 01. Agust bis 15. Dezember 2020
Die Ausstellung ist geöffnet nach Vereinbarung und an den Veranstaltungsabenden und endet am 15. Dez. 20.


Am Samstag 1. August 2020 um 15 Uhr eröffnet Sonia Fischer vom Neuen Stadtmuseum Landsberg die Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag der expressionistischen Malerin Ingeborg Weigand und wird eine Einführung in den antifaschistischen Zyklus und das Werk von IW geben.

"Wirkliche Maler sind rar geworden und die Verwirrung  über das, was Malerei sein soll, ist groß.... Ingeborg Weigand malt so deutlich und mitteilsam, wie sie sich mitverantwortlich fühlt für die Menschen und Vorstellungen, denen sie farbige Gestalt gibt. Die malerischen Werte aus Farben, Licht, Konturen, kräftigem Strich und fein verteiltem Malmaterial sind immer für die Sache, für die Bildaufgabe, für die Ansprache an andere Menschen da.Solche Malerei kann das lebendige der organischen Erscheinung wie unvergänglich vor uns stellen. Sie kann Ideen und Gefühlen Leben verleihen, Geschichte und Gestorbene wieder erwecken und die Gedanken nicht nur begleiten, sondern bildhaft machen."
Dr. Richard Hiepe


Vita INGEBORG WEIGAND

1920 in Hannover geboren
Jugendzeit in Düsseldorf verbracht
Besuch der Textil- und Webeschule in Krefeld
Mal- und Zeichenschule in Düsseldorf
Während des Hitlerfaschismus muss sie ihre Ausbildung unterbrechen
Vater im KZ – Esterwegen und Dachau
Nach dem Krieg siedelt die Malerin nach München über, dort absolviert sie die Akademie der bildenden Künste
Ausstellungen in verschiedenen Städten Europas.
1967 nimmt sie eine Lehrtätigkeit an einer Münchener Kunstschule auf
Ab 1972 eigenes Mal- und Zeichenstudio für Frauen in München und
Ab 1976  auch in Schwifting bei Landsberg
Ausstellungen im Stadtmuseum Landsberg und in der Galerie Raasch
Regelmäßige Beteiligungen im: Kunstsalon, Haus der Kunst, München Galerie der Künstler, München
Berufsverband Bildender Künstler, München
1995 stirbt Ingeborg Weigand in Schwifting
2005 – Gedächtnisausstellung im NeuenStadtmuseum Landsberg
2010 – Anlässlich des 15. Todestages und 90. Geburtstages zeigt der KUNSTRAUM SCHWIFTING die Bilder und Zeichnungen von Ingeborg Weigand

Publikation:
Illustrationen zu den Bänden von Ernest Hemingway, Nelly Sachs, Elsa Triolet, August Strindberg, Emil Zola, Charles Dickens, Rodja Weigand, Franziska Sellwig, Gustav Flaubert und im Landsberger Lesebuch

1976, Kunstband über die Malerin Ingeborg Weigand mit einem Vorwort von Dr. Richard Hiepe
1995, Bildband über die Malerin Ingeborg Weigand mit Einführungen von Dr. Maria Rüger und Rudij Bergmann sowie Gedichten von Franziska Sellwig und Rodja Weigand

KUNSTRAUM SCHWIFTING,
Kirchberg 9,
86940 Schwifting bei Landsberg am Lech,
Ruf 0 81 91 - 12 101

Abbildung: Portrait Sellwig
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 04.09.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 14.02.2021
München Haus der Kunst: Michael Armitage
Bilder
Bilder
Haus der Kunst München

Michael Armitage
Ausstellung vom  04. September 2020 bis 14. Februar 2021

Der junge britisch-kenianische Maler Michael Armitage (geb. 1984 in Nairobi, Kenia) ist binnen kürzester Zeit zu einer der spannendsten Stimmen der Gegenwartsmalerei avanciert. In seinen großformatigen, farblich nuancierten Ölgemälden verbindet er europäische und ostafrikanische Themen und Maltraditionen. Inspiration erwächst ihm aus tagespolitischen Ereignissen, Popkultur, Folklore und persönlichen Erinnerungen, die er zu mythisch aufgeladenen und traumhaft anmutenden Bildern verwebt. Mit „Paradise Edict“ hat Michael Armitage, der im Herbst mit dem renommierten Ruth-Baumgarte-Preis ausgezeichnet wird, seine bislang umfassendste Präsentation in einem Museum, und zugleich seine erste in Deutschland.

Auf das durch die europäische Kunstgeschichte geschulte Auge wirken die Gemälde von Michael Armitage anziehend und seltsam vertraut wie bei einem Déjà-vu Erlebnis. In kompositorischen Elementen, Motiven oder Farbkombinationen findet sich die Ikonografie von Tizian, Francisco de Goya, Édouard Manet, Paul Gauguin, Vincent Van Gogh oder Egon Schiele wieder. So thematisiert der in Kenia aufgewachsene und an der Slade School of Art und der Royal Academy of Arts in London ausgebildete Maler geschickt den europäischen Blick und den damit verbundenen Exotismus in der Betrachtung des Anderen. Ebenso inspirierend für seine Palette und Symbolik sind die Werke ostafrikanischer Künstler, denen in der Präsentation im Haus der Kunst im Sinne einer Hommage ein eigener Raum gewidmet ist.

Kuratiert von Anna Schneider


Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München


Abbildungen:

Michael Armitage
Baboon, 2016
Oil on Lubugo bark cloth
59 1/16 x 78 3/4 in. (150 x 200 cm)
© Michael Armitage. Photo © White Cube (Ben Westoby)

Michael Armitage
Accident, 2015
Oil on Lubugo bark cloth
67 x 87 in. (170.2 x 221 cm)
© Michael Armitage. Photo © White Cube (George Darrell)

Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 23.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.04.2021
München Haus der Kunst: Cyrill Lachauer
Bilder
Bilder
Haus der Kunst München

Cyrill Lachauer „I am not sea, I am not land“
Ausstellung vom 23.Oktober 2020 bis 11. April 2021


Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten als dystopische Weiterentwicklung zu den utopischen Räumen in seinem letzten Film „Dodging Raindrops – A Seperate Reality“ geschaffen. Dabei beschäftigt er sich mit der Idee von Land in den verschiedensten Ausformungen. Denn Land kann Heimat bedeuten und Wurzeln geben, es kann ein nährendes Stück Land sein, aber auch als Idee von Nation zu In- und Exklusion führen. Land kann man besitzen oder mit ihm leben, man kann es wegnehmen, zerstören und anderen den Zugang verwehren.

So begegnen wir in „I am not sea, I am not land“ einem US-Amerikaner, der nach Berlin geflohen ist, um einer langjährigen Gefängnisstrafe zu entgehen, drei Diamantensuchern in Südafrika, einem queeren Parkarbeiter im Yosemite National Park oder dämonischen Ritualen der Raunächte in der Alpenregion. Lachauer bleibt dabei nicht der distanzierte Beobachter hinter der Kamera, sondern stellt, indem er gesellschaftspolitische Themen zu Geschlecht, Identität, sozialer Klasse und Nation aufgreift, auch seine eigene Position in Frage.

Er bezieht sich auf das 1567 entstandene Gemälde „The land of Cockaigne“ von Peter Brueghel dem Älteren. Darin entwirft der Maler ein Schlaraffenland (engl. Cockaigne) als utopisch-ironischen Gegenentwurf zur alltäglichen Härte des bäuerlichen Lebens.

Kuratiert von Cornelia Gockel und Susanne Touw

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen:

Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Filmstill: Amerika)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Fotografie: Landless)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
© 2020 kultkomplott.de | Impressum
Nutzungsbedingungen & Datenschutzerklärung
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.