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Start: Samstag 19.05.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.11.2018
Bauernhofmuseum Jexhof: „Zwischen Disco, Minirock und Revolte: die 70er. Lebensgeschichten aus dem Brucker Land“
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„Zwischen Disco, Minirock und Revolte: die 70er. Lebensgeschichten aus dem Brucker Land“

Bauernhofmuseum Jexhof

Ausstellung vom 19. Mai bis 04. Nove,ber 2018

Der Jexhof, das Bauernhofmuseum des Landkreises Fürstenfeldbruck bei Schöngeising, zeigt vom 19. Mai bis 4. November 2018 die Ausstellung „Zwischen Disco, Minirock und Revolte: die 70er. Lebensgeschichten aus dem Brucker Land“.

Rote Armee Fraktion, Ölpreisschock, Ostpolitik – viele Krisen und Verwerfungen haben die Gesellschaft in der Bundesrepublik in den 70er-Jahren bewegt. Es ist eine Umbruchphase, die schon in den 60ern ihren Anfang genommen hatte. Wie wurde dieser Abschnitt individuell erlebt, worin manifestierte sich im Leben des Einzelnen der vielbeschworene „wilde“ Zeitgeist? Der konkrete Blick auf Lebensgeschichten in der Region Fürstenfeldbruck soll die Vielfalt der sozialen Identitäten in den 70ern widerspiegeln und persönliche Erinnerungen als Teil des kollektiven Gedächtnisses freilegen. Die biografischen Zeitreisen werden in der Ausstellung durch ausgewählte persönliche Objekte aus Politik, Literatur, Kunst, Musik, Mode und Design greifbar.

Die Sonderausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des Museums, Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr (montags Ruhetag, außer an Feiertagen) und Sonn- und Feiertag von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Während dieser Öffnungszeiten sorgen die Wirtsleute in der historisch eingerichteten Stube oder davor im Garten mit Kaffee und Kuchen, Getränken und kleinen warmen Speisen bzw. Brotzeiten für das leibliche Wohl der Besucher.

Bauernhofmuseum Jexhof
82296 Schöngeising 


Start: Freitag 29.06.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 27.01.2019
München Haus der Kunst: Generations Part 2 - Künstlerinnen im Dialog
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Generations Part 2
Künstlerinnen im Dialog 

Die Werke von Frauen haben in der Sammlung Goetz seit Beginn einen besonderen Stellenwert. So wurden wichtige Einzelpositionen wie Yayoi Kusama, Rosemarie Trockel, Mona Hatoum oder Gruppierungen wie die Young British Artists schon früh aufgebaut und über die Jahre hinweg durch Neuerwerbungen erweitert. In ihrer Sammelleidenschaft ließ sich Ingvild Goetz von ihrem Interesse an gesellschaftspolitischen Themen, formal-ästhetischen Fragestellungen sowie künstlerischen Materialien leiten und blieb dabei stets für Neuentdeckungen offen. Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens präsentiert die Sammlung Goetz eine dreiteilige Ausstellung im eigenen Museum und im Haus der Kunst, die dem künstlerischen Schaffen von Frauen gewidmet ist und ihre Werke in einen generationsübergreifenden Dialog stellt.

Im zweiten Teil der Ausstellung im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst stehen die Erkundung des Körpers, das Ausloten seiner Grenzen und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Sexualität, Geschlecht und Identität in bewegten Bildern im Zentrum. Denn Videotechnik wird bereits seit ihren Anfängen als künstlerisches Medium zur Selbstreflexion und Dokumentation von Performances eingesetzt. Gezeigt werden Fotografien, Filme und Installationen von Künstlerinnen aus den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. 

Der Experimentalfilm „Kusama‘s Self-Obliteration“ (1967) dokumentiert die Performances und Nackt-Happenings, die Yayoi Kusuma in den 1960er-Jahren in New York aufgeführt hat. Leitmotiv der japanischen Künstlerin sind die Polka Dots, mit denen sie Menschen, Tiere und ihre Umgebung bedeckt. Ähnlich den spirituellen Vorstellungen des Buddhismus sind sie eine Metapher für die persönliche Entgrenzung und der Idee, eins zu werden mit dem Universum. „Kusama‘s Self Obliteration“ spiegelt den Geist der Hippie-Generation, die sich von den Zwängen bürgerlicher Lebens-, Sexual- und Moralvorstellungen befreien wollte. Begleitet von einem esoterischen Sound, beschleunigt oder verlangsamt der Film einzelne Sequenzen, arbeitet mit Überblendungen und Zoom-Effekten, sodass sich die Bilder gleichsam aufzulösen scheinen.

Die Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist erkundet auf eine spielerisch-sinnliche Art den menschlichen Körper und sein Lustempfinden. In ihrem Film „Pickelporno“ (1992) verfolgt sie das Liebesspiel zwischen einem Mann und einer Frau aus der Perspektive des Sexualpartners. Extreme Close-Ups von intimen Körperregionen wechseln sich ab mit Naturaufnahmen und psychedelischen Bildern. Durch die digitale Nachbearbeitung des Filmmaterials, ungewohnte Blickwinkel und eine intensive Farbigkeit versucht die Künstlerin, die körperliche Erregung sichtbar zu machen. Ein wesentliches Gestaltungselement ist die Filmmusik, die das Geschehen zu einem Höhepunkt treibt.

Den nackten Menschen in seiner Verletzlichkeit und Widersprüchlichkeit präsentiert die polnische Künstlerin Aneta Grzeszykowska. Ihr eigener Körper ist dabei nicht nur der Ausgangspunkt ihrer Arbeit, sondern dient ihr auch als künstlerisches Material für ihre Performances. Gleich zu Anfang des formal reduzierten Schwarzweißfilms „Headache“ (2008), sieht man die junge Frau, wie sie eine aus ihrem Mund heraushängende Lunte entzündet. In den folgenden Sequenzen erweckt sie dann den fragmentierten Körper mittels Trickfilmtechnik und Computeranimation in einem absurden Ballett zum Leben. Die einzelnen Körperteile finden dabei nicht zu einer Einheit, sondern werden zu widerstreitenden Elementen. 

Die rumänische Künstlerin Geta Brătescu arbeitete unter dem repressiven kommunistischen Regime lange Zeit im Verborgenen. Aufgrund der Einschränkungen durch die politische Situation konzentrierte sie sich auf den eigenen Körper als Gegenstand ihrer künstlerischen Praxis. In der Einsamkeit ihres Ateliers inszenierte sie Performances, die sie mit der Filmkamera oder fotografisch dokumentierte. Die Hände spielten dabei als künstlerisches Material und Medium eine besondere Rolle. So auch in dem Video „2 x 5“ (1993), in dem sie mit Neugierde die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten ihrer vom Alter gekennzeichneten Hände erkundet.

Um geschlechtliche Ambivalenz geht es in dem Video „Knackered“ (1996), der britischen Film-Regisseurin Sam Taylor-Johnson, das eine junge Frau nackt in schonungsloser Beleuchtung zeigt. Fast unbeweglich steht sie aufrecht mit herabhängenden Armen frontal zum Betrachter. Nur ihre Lippen bewegen sich wie zum Gesang. Doch nach wenigen Momenten wird deutlich, dass die Stimme, die zu hören ist, nicht von ihr stammen kann. Es handelt sich vielmehr um die Aufnahme eines gregorianischen Klageliedes, das der letzte bekannte Kastrat Alessandro Moreschi um die Jahrhundertwende im Vatikan gesungen hat. Durch die Verbindung eines androgynen Frauenkörpers mit der hellen Stimme eines Entmannten konstruiert Taylor-Johnson mit ihrem Video eine vieldeutige, irritierende Situation. 

Buchstäblich ins Innere des Körpers führt uns die Installation „Deep Throat“ (1996) der libanesischen Künstlerin Mona Hatoum. Sie projiziert auf den Teller eines gedeckten Tisches die endoskopischen Bilder einer Magenspiegelung. Der Titel bezieht sich auf den gleichnamigen Pornofilmklassikers, in dem die Hauptdarstellerin ausschließlich beim Oralverkehr sexuelle Lust empfindet. Hatoum verbindet diese männliche Wunschvorstellung mit den Bildern einer medizinischen Kamera, die nicht sexuell stimulieren, sondern Ekel hervorrufen. 

Kuratiert von Cornelia Gockel und Susanne Touw 

Mit Werken von Geta Brătescu, Nathalie Djurberg, Tracey Emin, Aneta Grzeszykowska, Mona Hatoum, Sam Taylor-Johnson, Yayoi Kusama, Ulrike Ottinger, Pipilotti Rist und Rosemarie Trockel

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Abbildungen:

Sam Taylor-Johnson
Knackered (Filmstill), 1996
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton)
© (Sam Taylor-Johnson) VG BILD-KUNST Bonn, 2018
Courtesy Sammlung Goetz, München

Mona Hatoum
Deep Throat, 1996
1-Kanal-Multimedia-Videoinstallation (Farbe, ohne Ton), Tisch mit Monitor
© the artist
Courtesy Sammlung Goetz, München
Foto: © (Wilfried Petzi) VG BILD-KUNST Bonn, 2018
Start: Donnerstag 05.07.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 30.06.2019
München: Museum fünf Kontinente
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Fragende Blicke - Neun Zugänge zu ethnografischen Fotografien

München, Juni 2018. „Fragende Blicke. Neun Zugänge zu ethnografischen Fotografien“ lautet der Titel einer  am  5.  Juli  2018  beginnenden  Foto‐Ausstellung  im  Treppenhaus  des  Museums  Fünf  Kontinente.  54  historische  Originalfotografien  wurden  in  der  Sammlung  Fotografie  des  Museums  ausgesucht  und  in  Zusammenarbeit  von  Unterrichtenden  und  Studierenden  des  Instituts  für  Ethnologie  der  LudwigMaximilians‐Universität München ausgewertet und bearbeitet.
Die  Bilder  wurden  zwischen  1862  und  1956  von  Ethnologen,  Reisenden,  kolonialen  Akteuren  oder  in  Fotostudios aufgenommen. Ihre Entstehungsgeschichten und seinerzeit beabsichtigten Aussagen sind aus  heutiger Sicht nicht immer unproblematisch. Um ihren Betrachtern den historischen Rahmen klar werden zu  lassen und obendrein Einblicke in jene Zeit zu gewähren, als die Verschlüsse der analogen Kameras klickten,  haben  die  jungen  Ausstellungsmacher  von  der  Universität  sich  viele  Gedanken  um  Präsentation  und  Erläuterungstexte gemacht.
„Welche  Fragen  können  wir  heute  aus  ethnologischer  Perspektive  an  historische  Aufnahmen  richten,  welche Antworten dürfen wir erwarten?“ Diese Frage stellten die Ethnologen Paul Hempel (Institut für  Ethnologie, LMU München) und Anka Krämer de Huerta (Sammlung Fotografie, Museum Fünf Kontinente)  sich und neun Studierenden des LMU‐Praxisseminars „Ethnografisches Bildgedächtnis und museale (Re‐)  Präsentation“, das zur Keimzelle der Ausstellung werden sollte.
Es tat den alten Fotos gut, großformatig abgezogen zu werden. Plötzlich wurden Details sichtbar, die auf den  oft nur wenige Zentimeter großen Originalen vorher nur schwer zu erkennen waren. Neben den Bildinhalten  thematisierten die jungen Gastkuratoren auch die Hintergründe der Entstehung der Fotografien und fragten  nach den Gründen für öfter wiederkehrende Darstellungsweisen. Natürlich wurden auch die Menschen  ernst genommen, die einst sowohl vor als auch hinter der Kamera standen. So kristallisierten sich BildGeschichten heraus, die durch den alleinigen Blick aufs Foto selbst weiterhin verborgen geblieben wären.
„Die Recherchen waren intensiv. Es hat allen Freude bereitet, Darstellungen aus vielen verschiedenen  Regionen der Welt gründlich unter die Lupe zu nehmen und dann zum Sprechen zu bringen“, sagt Julia  Blumenschein,  die  im  sechsten  Semester  Ethnologie  und  und  vergleichende  Kultur‐  und  Religionswissenschaften an der Uni München studiert.
Wirkungsweise und Effekt einiger historischer Sterefotografien können die Besucher vor Ort ausprobieren.

Museum Fünf Kontinente
Maximilianstraße 42
80538 München

Abbildungen:

Junge Frau mit Kind im Tragetuch, Yamolemi mit Nichte Liehemi,
Foto: Meinhard Schuster und Otto Zerries, 1954,
Oberer Orinoko/Venezuela, Schwarz-Weiß-Abzug),
Museum Fünf Kontinente, Inv.Nr. FO-39-1-463

„Tanz in der Dämmerung“,
Foto: Heinrich Ubbelohde-Doering, 1932,
La Paz/Bolivien,
Museum Fünf Kontinente, ohne Inv.Nr.
Start: Freitag 14.09.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 27.01.2019
München Haus der Kunst: Jörg Immendorff - Für alle Lieben in der Welt
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Jörg Immendorff: Für alle Lieben in der Welt

Haus der Kunst München
Ausstellung vom 14. September 2018 bis 27. Januar 2019

Die Ausstellung schlägt den vollständigen Bogen von Immendorffs Anfängen an der Akademie über die gesellschaftspolitisch-agitatorische Werkphase der 1960er bis frühen 1980er-Jahre hin zu den allegorisch verschlüsselten Gemälden der letzten Schaffensperiode. Statt streng der Chronologie zu folgen, sind die nahezu 200 Werke und Skulpturen in dieser Retrospektive in Kapitel gegliedert und zeigen so die entscheidenden Schwerpunkte der Werkentwicklung.  Das Gemälde eines Babys mit roter Haut und Blumenstrauß aus dem Jahr 1966 gab der Ausstellung den Titel: „Für alle Lieben in der Welt“. Es ist Teil einer umfangreicheren Serie, die Babies unterschiedlicher Herkunft zeigt, pausbäckig und lachend, auf Einfachheit getrimmt „als Zeichen für Liebe und Frieden“ (Jörg Immendorff).

Mit seiner damaligen Lebensgefährtin Chris Reinecke verwirklichte Immendorff (1945-2007) von 1968 bis 1970 unter dem Etikett „Lidl“ neodadaistische Kunstaktionen. Für „Lidl“ – ein Fantasiebegriff der, mehrmals wiederholt, das Geräusch einer Babyrassel nachahmt – luden Immendorff und Reinecke in einen angemieteten Ausstellungsraum in der Düsseldorfer Altstadt und führten Happenings auf. Bei einer dieser Aktionen beschoss Immendorff, bekleidet mit Babymaske und Höschen, aus einer Pappkanone das Publikum mit Papierkügelchen, die Botschaften trugen wie „hapmi lieb“, oder auch, erneut, „Für alle Lieben in der Welt“.  Die Provokation bestand genau darin, dass Immendorff und Reinecke mit „Lidl“ den Themen Vietnamkrieg, Wettrüsten, Atomkraft und Umweltaktivismus, mit denen die Studentenrevolution atmosphärisch aufgeladen war, etwas betont Kindliches, Verspieltes entgegenhielten.

Hinter dieser vermeintlichen Naivität gab es konkrete Bezüge zum Zeitgeschehen. Mit „Sport-Lidl“-Wettkämpfen beispielsweise protestierten Immendorff und Reinecke 1969 gegen die Olympischen Spiele, die 1972 in München ausgetragen werden sollten: Reinecke in der Disziplin Weitsprung, Immendorff in 100-Meter-Lauf.  Während seiner Ausbildung an der Akademie in Düsseldorf erfuhr Immendorff besondere Förderung durch Joseph Beuys, der dem erst zwanzigjährigen Schüler eine Ausstellung bei Schmela in Düsseldorf vermittelte. Immendorff seinerseits war von „seinem Professor, dessen Ausstrahlung, dem von ihm propagierten Freiheitsbegriff und dessen Glaube an die bewusstseinsverändernde Kraft der Kunst tief beeindruckt“ (Harald Szeemann) und brachte dies in seinen Gemälden durch Bezüge zum Beuys’schen Werk zum Ausdruck („Kleine Reise [Hasensülze]“, 1990). In dem 1978 begonnenen Zyklus „Café Deutschland“, der auf 19 großformatige Gemälde anwuchs, ist Beuys selbst präsent, ebenso andere bekannte Persönlichkeiten aus Ost und West, samt ihren jeweiligen Machtsymbolen.

Diese Szenen mit Bertold Brecht, Helmut Schmidt, Erich Honecker und A.R. Penck in einem Café als utopischer Begegnungsstätte leuchtete Immendorff dramatisch aus wie expressionistische Theaterstücke.  Politisch motivierte Gemälde bilden einen weiteren Komplex der Ausstellung. Sie spielen ebenfalls mit formalem Dilettantismus und enthalten direkte Aussagen zum politischen Tagesgeschehen der Bundesrepublik. Der Mauerfall würde sich nicht durch die Politik herbeiführen lassen, sondern müsse durch das Volk angestoßen werden, glaubte Immendorff. In seinem Werk hatte er die ‚Naht‘ zwischen Ost und West zum Thema erhoben. Am 9. November 1989 wurde dieser Teil seines Werks über Nacht historisch. Immendorff avancierte zum visionären Maler der deutschen Teilung und Wiedervereinigung. Themen und Tonlage ändern sich mit einer 1998 diagnostizierten Nervenkrankheit, die Immendorff auch zu einer veränderten Malweise brachte; er führte zuletzt den Pinsel nicht selbst, sondern die Regie über die Bildgestaltung. Seine Frau Oda Jaune, selbst eine bekannte Künstlerin, sagt über diese Entwicklung, Immendorff habe zwei Hände verloren, jedoch acht gewonnen.

In diese Phase gehören Schlüsselwerke wie „Letztes Selbstporträt I - Das Bild ruft“ (1998), das Hans Baldung Grien entliehene Vanitas-Motiv einer auf zwei Weltkugeln balancierenden Läuferin („Ohne Titel“, 2000) und „Selbstporträt nach dem letzten Selbstporträt“ (2007). Aus dem Spätwerk sind die politischen und gesellschaftlichen Botschaften allmählich entwichen.

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München

Abbildungen:

Jörg Immendorff
Eßt deutsche Äpfel, 1965
Dispersionsfarbe auf Leinwand
100 x 100 cm
Sammlung Wild, Heidelberg
© Estate of Jörg Immendorff, Courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

Jörg Immendorrf
Hört auf zu malen, 1966
Kunstharz auf Leinwand
135 x 135 cm
Collection Van Abbemuseum, Eindhoven
© Estate of Jörg Immendorff, Courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

Jörg Immendorff
Selbstbildnis, 1980
Öl auf Leinwand
150 x 150 cm
Slg. Stoffel c/o
Pinkothek der Moderne, München
© Estate of Jörg Immendorff, Courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York
Start: Samstag 15.09.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 25.11.2018
Dachau Neue Galerie: Mojé Assefjah / Anne Sterzbach
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Mojé Assefjah / Anne Sterzbach

Neue Galerie Dachau
Ausstellung vom 15. September bis 25. November 2018

Die in Teheran geborene Mojé Assefjah (*1970) verbindet in ihren Bildern westliche und östliche Bildtraditionen. In Anknüpfung an die italienische Frührenaissance schafft sie mit breitem Pinselstrich in traditioneller Eitemperamalerei in subtiler Farbgebung Landschaften zwischen Figuration und Abstraktion. Ihre Bilder spannen einen Rahmen auf, durch den man wie durch ein Fenster in einen Bildraum blickt, in dem sich fließende Formen entfalten.
So opulent die Bilder Assefjahs erscheinen, so zurückgenommen wirken dagegen die Installationen der Nürnberger Künstlerin Anne Sterzbach (*1969), die sich nichtsdestoweniger in Ihrer Eigenart behaupten. Ihre mit minimalem Materialaufwand hergestellten, oft aus alltäglichen Kleinigkeiten aus dem Kurzwarenhandel bestehenden Installationen auf Wänden und Boden reagieren auf den Raum wie auf die Bilder Assefjahs und setzen farbige Akzente, Linien, Impulse. Ihre sorgfältig ausbalancierten und äußerst präzisen Setzungen wirken klar und geordnet, ja puristisch, verwandeln den Raum vollständig und entfalten eine ungeahnte Poesie.

Neue Galerie Dachau
Konrad-Adenauer-Straße 20
85221 Dachau

Abbildungen:
Fotos Anne Sterzbach: Annette Kradisch
Start: Samstag 29.09.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.02.2019
Buchheim Museum: SCHMIDT-ROTTLUFF. FORM, FARBE, AUSDRUCK!
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SCHMIDT-ROTTLUFF. FORM, FARBE, AUSDRUCK!

Ausstellung Buchheim Museum Bernried
Vom 29. September 2018 bis 03. Februar 2019

Unmittelbar und unverfälscht" – so wird im „Brücke“-Programm von 1906 die eigentümliche Ausdrucksform der Künstlergruppe beschrieben. Keines ihrer Mitglieder hat dieses Motto so kompromisslos umgesetzt wie Karl Schmidt-Rottluff. Von einer „erschreckenden Konsequenz" sei seine Kunst, meint „Brücke“-Chronist und Museumgründer Lothar-Günther Buchheim bewundernd; und Fritz Bleyl, Gründungsmitglied der „Brücke“, erkennt schon früh, dass der stattliche, bebrillte junge Mann über die malerische „Pranke des Löwen“ verfüge. Diesem epochalen Großmeister des Expressionismus widmet das Buchheim Museum nun eine umfangreiche Retrospektive der besonderen Art.

Dank des Zusammentreffens der Sammlungen Gerlinger und Buchheim im Buchheim Museum kann der gesamte Schaffenszeitraum von 1899 bis 1974 mit über 200 herausragenden Werken belegt werden. Neben einer Auswahl an 27 Gemälden sind auch 37 Aquarelle, 8 Farbkreidezeichnungen, und weitere Arbeiten auf Papier sowie 20 Schmuckstücke und 8 Skulpturen des farb- und formgewaltigen Künstlers zu sehen.

Die Ausstellung präsentiert zwei eng zusammengehörende Seiten des Phänomens Schmidt-Rottluff: die formal-künstlerische; und die biografisch-persönliche, die bei dem als verschlossen geltenden Künstler bislang weitgehend im Dunkeln lag.

So erleben die Besucher einerseits eine Schule des Sehens, in der die Formen und Farben als Elemente künstlerischen Ausdrucks vor Augen geführt werden: die flirrenden Strichlagen, die der junge, begabte „Brücke“-Mitbegründer dem Repertoire des Impressionismus entnimmt; die „wild erregte, zuckende Pinselschrift“, die laut Buchheim charakteristisch für Schmidt-Rottluffs Phase des „monumentalen Impressionismus“ ist, sowie die klar strukturierten, oftmals konturierten Farbfelder des Expressionismus, die Schmidt-Rottluff, zunehmend seiner malerischen Mittel bewusst, zu Zeichen subjektiven Empfindens verdichtet, und schließlich die bis ins hohe Alter fortwährende koloristische Steigerung der malerischen Wirkungskraft.

Andererseits wird in der Museumsschau die Persönlichkeit vorgestellt, die in der Kunst ihre Ausdrucksmittel findet. Bislang unbekannte Zeugenaussagen vermitteln authentische Einblicke in das Leben des Künstlers, die dieser zu Lebzeiten immer verwehrte. Neben den „Brücke“-Kollegen kommen auch ihm nahestehende Kunsthistoriker und persönliche Freunde zu Wort. Hinter dem erratischen Genius wird so der suchende, ehrgeizige, intelligente, mitfühlende oder liebende Mensch sichtbar, der allenthalben in den Kunstwerken aufscheint – nicht nur im malerischen, zeichnerischen und druckgrafischen Werk, sondern auch in den skulpturalen und kunsthandwerklichen Arbeiten, die oftmals in einem noch viel intensiveren Bezug zum Privaten stehen.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried

Abbildung:
Karl Schmidt-Rottluff, Gehöft im Abendlicht, 1906, Öl auf Karton @ Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
Start: Freitag 05.10.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 20.01.2019
München: Elizaveta Porodina – Smoke and Mirrors
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Elizaveta Porodina – Smoke and Mirrors

Kabinettausstellung im Münchner Stadtmuseum
5. Oktober 2018 – 20. Januar 2019

Die in München lebende Modefotografin Elizaveta Porodina (geb.1987, Moskau) hat sich längst in
den internationalen Hochglanzmagazinen einen Namen gemacht. Ihre skurrilen und schrillen
Inszenierungen für namhafte Modelabels erschienen in der Vogue und im Harper's Bazaar; auf
Instagram kann sie sich über eine große Anzahl von Followern freuen.
Eine Auswahl aus dem vielseitigen Repertoire der Fotografin sind in der Kabinettausstellung
vertreten. Kuratiert von der Sammlung Fotografie, werden Bilder und Werkgruppen zu sehen sein,
die über die reine, angewandte Praxis der Modefotografie hinausgehen. Vielmehr handelt es sich
um Portraits, die von seelischer Zerrissenheit und düsteren Vorahnungen geprägt sind. Porodina
beschäftigt sich in ihren Lichtbildern mit der unüberwindbare Distanz zu ihren Mitmenschen und
Methoden der Verstellung – so nah man sich auch stehen mag, so nah die Kamera auch an ihr
Motiv heran treten kann, sichtbar werden häufig nur die Grenzen. Diese sinnbildliche Barriere
nimmt die Fotografin mit ihren Studiotechniken und Hilfsmitteln auf: um malerische Effekte zu
erzielen verwendet sie milchige und fettige Glasscheiben oder setzt geschickt
Bewegungsunschärfen und Mehrfachbelichtungen ein, um Störeffekte zu erzeugen. Ob Schwarz-
Weiß oder in Farbe, keines ihrer Bilder bietet einen direkten und offenen Zugang zum
Dargestellten und so entwickeln sich die Figuren in ihren Bilder zu Projektionsflächen für
Narrationen, Fanatasien und Selbstreflexionen.
Porodina greift neben surrealistischen Stilelementen, Darstellungsmodi der klassischen
Modefotografie auf, sei es das Licht und die Accessoires eines Edward Steichen oder Techniken
der Bildmanipulation und Verfremdungsstrategien, die an Erwin Blumenfeld erinnern. Mit diesen
teils dadaistischen Anleihen gelingt es Porodina einen eigenen wiedererkennbaren Stil zu
entwickeln, der sich insbesondere durch die intime, träumerische und entrückte Stimmung der
Bilder auszeichnet.

Biografie:
1987 geboren in Moskau, Russland
2000 Umzug nach München
2006 - 2011 Studium und Abschluss in Klinischer Psychologie, Ludwig-Maximilians-Universität
München
2011 - 2013 Studium und Arbeit im Bereich der Psychotherapie in München 
2013 - bis heute Fotokünstlerin und Modefotografin

Ausstellungen:
2016 Helmut Newton Retrospective, FOAM, Amsterdam
2016 Bikini Diaries: Elizaveta Porodina's Dark Iconography, Galerie Max Weber, Berlin
2017 Das Bilderbuch der Elizaveta Porodina, OstLicht, Wien

Kuratorin der Kabinettausstellung:
Katharina Zimmermann, Stipendiatin der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:

Ohne Titel, 2018
© Elizaveta Porodina


Start: Dienstag 09.10.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Donnerstag 07.02.2019
München Lenbachhaus: PHANTASTISCH! Alfred Kubin und der Blaue Reiter
Bilder
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PHANTASTISCH! Alfred Kubin und der Blaue Reiter

Häufig wird der österreichische Zeichner Alfred Kubin (1877-1959) als ein Gründungsmitglied des Blauen Reiter genannt, seine konkreten Beziehungen zu diesem Künstlerkreis sind jedoch so gut wie unbekannt. Die Ausstellung zeichnet erstmals mit einer Fülle von Werken, Dokumenten und Fotografien die komplexen persönlichen und künstlerischen Verflechtungen nach: Es ist fast völlig in Vergessenheit geraten, dass Kubins erste Ausstellung in München und sein berühmtes, aufsehenerregendes Frühwerk mit den drastischen Visionen von Trieb- und Zwangsvorstellungen,die Einblicke „in die Dunkelkammer der modernen Seele” erlaubten, 1904 von Wassily Kandinsky in der Künstlervereinigung Phalanx präsentiert wurde. Fünf Jahre später – Kubin hatte eine Phase des Umbruchs hinter sich, seinen Roman Die andere Seite niedergeschrieben und war von München nach Zwickledt in Oberösterreich gezogen – wurde er 1909 zur Neuen Künstlervereinigung München um Kandinsky, Münter, Jawlensky und Werfekin hinzugezogen. Auch nach der Abspaltung des Blauen Reiter 1911 wurde Kubin umgehend in einem Brief von Gabriele Münter zum Mitmachen aufgefordert. Jetzt waren es die seelischen, phantastischen und traumhaften Dimensionen, die die Künstlerfreunde an Kubins neuartigen, kalligraphisch flüssigenTuschfederzeichnungen faszinierten. Bei der 2. Blauer Reiter-Ausstellung präsentierte er vielfigurige Szenen, die in beunruhigend irrationaler Weise einen Teppich des Lebens ausbreiten, wobei oft ein geheimnisvolles „Zwischenreich” aufscheint. Es ist diese geistige Dimension, der sich etwa auch Kandinsky, Franz Marc oder Paul Klee in ihren Werken verbunden fühlten.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen

Alfred Kubin
Der Luftgeist, 1912
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Foto: Lenbachhaus
© Eberhard Spangenberg, München/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Alfred Kubin
Eindringlinge, um 1902/03, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Foto: Lenbachhaus
© Eberhard Spangenberg, München/VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Start: Dienstag 09.10.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.02.2019
München Lenbachhaus: PHANTASTISCH! Alfred Kubin und der Blaue Reiter
Bilder
PHANTASTISCH! Alfred Kubin und der Blaue Reiter
München Lenbachhaus
Austellung vom 9. Oktober 2018 bis 17. Februar 2019

Häufig wird der österreichische Zeichner Alfred Kubin (1877-1959) als ein Gründungsmitglied des Blauen Reiter genannt, seine konkreten Beziehungen zu diesem Künstlerkreis sind jedoch so gut wie unbekannt. Die Ausstellung zeichnet erstmals mit einer Fülle von Werken, Dokumenten und Fotografien die komplexen persönlichen und künstlerischen Verflechtungen nach: Es ist fast völlig in Vergessenheit geraten, dass Kubins erste Ausstellung in München und sein berühmtes, aufsehenerregendes Frühwerk mit den drastischen Visionen von Trieb- und Zwangsvorstellungen,die Einblicke „in die Dunkelkammer der modernen Seele” erlaubten, 1904 von Wassily Kandinsky in der Künstlervereinigung Phalanx präsentiert wurde. Fünf Jahre später – Kubin hatte eine Phase des Umbruchs hinter sich, seinen Roman Die andere Seite niedergeschrieben und war von München nach Zwickledt in Oberösterreich gezogen – wurde er 1909 zur Neuen Künstlervereinigung München um Kandinsky, Münter, Jawlensky und Werfekin hinzugezogen. Auch nach der Abspaltung des Blauen Reiter 1911 wurde Kubin umgehend in einem Brief von Gabriele Münter zum Mitmachen aufgefordert. Jetzt waren es die seelischen, phantastischen und traumhaften Dimensionen, die die Künstlerfreunde an Kubins neuartigen, kalligraphisch flüssigenTuschfederzeichnungen faszinierten. Bei der 2. Blauer Reiter-Ausstellung präsentierte er vielfigurige Szenen, die in beunruhigend irrationaler Weise einen Teppich des Lebens ausbreiten, wobei oft ein geheimnisvolles „Zwischenreich” aufscheint. Es ist diese geistige Dimension, der sich etwa auch Kandinsky, Franz Marc oder Paul Klee in ihren Werken verbunden fühlten.
Kuratiert von Annegret Hoberg

Abbildung:

Alfred Kubin
Eindringlinge, 1914, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Foto: Lenbachhaus
© Eberhard Spangenberg, München/VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Start: Donnerstag 18.10.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.10.2018
Wessling: Uta Sasgen – Pastellmalerei „Die Jahre wie die Wolken gehn…“
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Uta Sasgen – Pastellmalerei „Die Jahre wie die Wolken gehn…“

Die Pastelltechnik ist in Deutschland nicht sehr weit verbreitet. Die Haftung der Pigmente auf dem Papier ist schwach, Pastelle sind sehr empfindlich und erfordern im wahrsten Sinn ein großes Maß an Fingerspitzengefühl.
Uta Sagen hat viele Jahre in Weßling gelebt. 2006 zog sie nach Meiling und begann damit ihre neue Umgebung malerisch intensiv zu erkunden. Ihre Bilder waren bisher nur vereinzelt in den Weihnachtsausstellungen im Pfarrstadel zu sehen. Zum ersten Mal zeigt Uta Sasgen ihre Werke (Pastellkreide auf Papier) in einer eigenen Ausstellung. Die Motive zeigen weite Himmel, Landschaften ohne Menschen, und alte, oft verlassene Häuser. Die Bilder entstehen auf den Wegen rund ums Aubachtal. Es sind Momentaufnahmen von den unscheinbaren Dingen, die durch die kräftigen Pastellfarben unser Innerstes berühren.


Ausstellung vom 19.10. bis 28.10 2018, Öffnungszeiten: Do/Fr/Sa 15.00 bis 18.00 Uhr, So 14.00 bis 18.00 Uhr

Pfarrstadl Wessling
Am Kreuzberg 3,
82234 Weßling
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