Zeige Veranstaltungen...
Wochenende morgen heute
Suche nach Veranstaltungen
2020
-
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
+
Mi
Do
Fr
Sa
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
Mo
Di
Mi
Do
Ergebnisse
Ergebnissanzeige zurücksetzen
Start: Freitag 17.01.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 19.04.2020
Fürstenfeldbruck: non konform – Russische Kunst aus der Sammlung Breitscheidel
Bilder
DAS MUSEUM IST GESCHLOSSEN



Museum Fürstenfeldbruck - Museum im Kunsthaus
non konform – Russische Kunst aus der Sammlung Breitscheidel

Ausstellung vom 17. Januar bis 19. April 2020

Als Gegenbewegung zum staatlich diktierten sozialistischen Realismus entwickelten sich in der Sowjetunion ab den 1950er Jahren verschiedene Kunstrichtungen, die unter dem Sammelbegriff Nonkonformismus zusammengefasst werden. Während systemkonforme Künstler zahlreiche Privilegien genossen, erhielten die nonkonformen, d.h. unangepassten Kunstschaffenden keinerlei staatliche Anerkennung. Nach dem Zerfall der Sowjetunion Ende der 1980er Jahre entspannte sich die Situation. Obwohl sich die Schranken zwischen Ost und West lockerten, schränkten staatliche Behörden die künstlerische Freiheit weiterhin ein. Mittlerweile gelingt es einer zweiten Generation nonkonformistischer Künstler, sich in Russland und im Westen zu behaupten. Anhand von etwa 70 ausgewählten, überwiegend figurativen Kunstwerken aus der Sammlung der Fürstenfeldbrucker Künstlerin Lusine Breitscheidel gibt die Ausstellung Einblicke in die Entwicklung und oft sehr persönlichen Positionen dieser unbekannten russischen Kunstszene jenseits der Stereotypen und zeigt deren erstaunliche Vielfalt.

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6,
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildung:
Vladimir Kurdyukov
Die ewige Frage des Don Quichote, 1999
Sammlung Breitscheidel
Fotografie: Wolfgang Pulfer
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 31.01.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.06.2020
München: Kapsel 11 & Kapsel 12
Bilder
Bilder
Kapsel 11 / Capsule 11: Sung Tieu. Zugzwang
&
Kapsel 12 / Capsule 12: Monira Al Qadiri. Holy Quarter

In Kapsel 11 wird unter dem Titel „Zugzwang“ eine umfangreiche Neuproduktion der deutsch-vietnamesischen Künstlerin Sung Tieu (geb. 1987 in Hai Duong, Vietnam) präsentiert, ihre bislang größte und umfassendste Arbeit. Die multimediale Rauminstallation untersucht die psychologischen Auswirkungen von Verwaltungsapparaten und die Politik der daraus resultierenden Design-Ästhetiken.
Tieu nimmt die Inneneinrichtungen von Einwanderungsbehörden, Einwohnermeldestellen und modernen Strafvollzugsanstalten zum Ausgangspunkt. Die Sitzgruppen aus Edelstahl stammen von einem Gefängnisausstatter in England. Die Ähnlichkeit dieser Einrichtungsbestandteile mit der Ausstattung von Wartezimmern in Verwaltungsgebäuden ist auffallend. Der Ausstellungsraum wird von diesen Sitzgruppen, zwei großen, von der Künstlerin entworfenen Regalen, sowie gerahmten Dokumenten beherrscht – Asylanträge, Wohnsitz-Anmeldungen und Einbürgerungsformulare. Basierend auf anthropologischen Studien über den Verwaltungsapparat, hat Tieu die Dokumente bearbeitet und verändert, so dass sie sich keinem bestimmen Staat zuordnen lassen und die zugrundeliegende Logik deutlich wird: worüber ein Antragsteller in einem bestimmten Zusammenhang Auskunft gibt, wird auf mögliche Risiken und künftige Kosten für den Staat geprüft und kann auf diese Weise dem Antragsteller zum Nachteil werden. Dadurch legt Tieu die Widersprüche, Ungereimtheiten und Willkür offen und demonstriert, wie diese Elemente in die Subjektivität des Einzelnen eingreifen – wie sie all jene, die sich den Regeln dieser Räume nicht fügen, zu kontrollieren suchen und in die Grauzonen der Legalität treiben.
Mal intim, dann wieder bombastisch fügt sich eine Mehrkanal-Sound-Installation in diese skulpturale Inszenierung ein: Richard Wagners Ouvertüre zum „Tannhäuser“ bringt Tieu mit Alltagsgeräuschen aus teils öffentlichen, teils privaten Räumen in Berührung: von Tastaturen, Mausklicks, Tuckern, Telefonen und weißem Rauschen. Es entsteht eine vielschichtige Tonlandschaft, in der Gegensätze wie eine elaborierte Komposition von Wagner und Geräusche aufeinandertreffen.
In „Zugzwang“, genauso wie in Tieus weiterer künstlerischer Praxis, werden Themen der nationalen Geschichtsschreibung und der transnationalen Migration von Bevölkerungsgruppen offensichtlich. Das abstrahierte Bild eines Waldstücks, wo die Künstlerin die Grenze von Tschechien nach Deutschland 1992 überschritt, hat sie in große Spiegelelemente eingraviert. Durch das anschließende Einbürgerungsverfahren hat die Künstlerin die Wege der Regulierung kennen gelernt und den Zugzwang, unter den der gewaltige Verwaltungsapparat das Individuum setzt.

Mit Monira Al Qadiri (geb. 1983 in Dakar, Senegal) widmet das Haus der Kunst einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Golfregion die Kapsel 12 in der Südgalerie. Für diese Präsentation hat Al Qadiri eine vielteilige Skulpturengruppe sowie einen neuen virtuosen Film produziert. Dessen Titel, „Holy Quarter“, bezieht sich auf die weltweit größte Wüstenregion „Empty Quarter“ zwischen Saudi-Arabien, Oman, Jemen und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Al Qadiri wuchs in Kuwait auf und zählt zu einer Generation, der die rasante Transformation des jungen Nationalstaats – von ältesten Lebensformen über die seit den 1960er-Jahren massiv geförderte Ölwirtschaft hin zu einem wichtigen Akteur der Geopolitik – in die Biografie eingeschrieben ist. Ihre Arbeit nimmt in den Bildenden Künsten die Rolle eines Seismografen für eine zwangsglobalisierte Welt ein. Seit Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit befasst Al Qadiri sich mit der Zerrissenheit als einer Folge von Wohlstand, Religionsvorstellungen und magischem Denken.
„Holy Quarter“ nimmt seinen Ausgangspunkt mit der Geschichte des britischen Forschungsreisenden St. John Philby, der in den 1930er-Jahren die Wüstenregion „Empty Quarter“ durchquerte, auf der Suche nach den Ruinen einer antiken Stadt. Statt eines ‚Atlantis des Sandes‘ fand er jedoch die Überreste eine „Vulkans“, der sich in Wirklichkeit als einer der größten Einschlagkrater von Meteoriten erwies. Der Oman ist eins der größten Einschlaggebiete für Meteoriten, und viele Fossilien in seiner Landschaft sind Millionen Jahre alt. Die Drehorte von „Holy Quarter“ befinden sich alle in dieser Region, einige von ihnen sind mythenumwoben. Sie stehen somit für eine Verbindung mit dem Weltall und dem Ursprung der Erde sowie für die Suche nach einer fehlenden empirischen Gewissheit.
Die Wüste als einer der ältesten und unberührtesten Lebensräume dient Al Qadiri als Ort der Spurensuche nach dem Sinn der Existenz. Ihre bisherige Kritik gesellschaftlicher Zukunftsvisionen führt sie nun zur Beschäftigung mit der Vergangenheit der Heimatregion, als Gegenentwurf zu wirtschaftspolitischen Missständen oder aber Widersprüchen von konservativen Strukturen und neuen Technologien.

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen
Kapsel 11:
Sung Tieu, Remote Viewing, 2017
“Remote Viewing” installation view at Nha San, Hanoi, 2017
Courtesy: the artist
Photo: Sung Tieu

Kapsel 12
Majlis Al Jinn
Ms_2981
MECET Middle East Caving Expeditionary Team
Album
20th January, 2012
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 31.01.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.06.2020
München Haus der Kunst: Kapsel 11: Sung Tieu. Zugzwang
Bilder
Aufgrund der aktuellen Umstände im Zusammenhang mit dem COVID-19-Virus bleibt das Haus der Kunst zunächst bis zum 20. April 2020 für Besucher*Innen geschlossen.

Kapsel 11: Sung Tieu. Zugzwang

Ausstellung im Haus der Kunst vom 31. Januar bis 21. Juni 2020

Kapsel 11 präsentiert eine umfangreiche Neuproduktion der deutsch-vietnamesischen Künstlerin Sung Tieu (geb. 1987 in Hai Duong, Vietnam), ihre bislang größte und umfassendste Arbeit.

Unter dem Titel Zugzwang untersucht die multimediale Rauminstallation die psychologischen Auswirkungen von Verwaltungsapparaten und die Politik der daraus resultierenden Design-Ästhetiken. Dabei unterzieht Tieu die modernen Formen bürokratischer Zirkulation und Regulation einer kritischen akustischen und visuellen Untersuchung. Die Inneneinrichtungen von Anwaltskanzleien, Einwanderungsbehörden, Einwohnermeldestellen und modernen Strafvollzugsanstalten zum Ausgangspunkt nehmend, demonstriert Tieu, wie diese Formen der Architektur in die Subjektivität des Einzelnen eingreifen – wie sie all jene, die sich den Regeln dieser Räume nicht fügen, zu kontrollieren suchen und teilweise in die Grauzonen der Legalität treiben. Bestehend aus Klang, Textdrucken, Skulpturen, Zeichnungen, Erinnerungsstücken und objets trouvés, konstituiert diese neue Auftragsarbeit eine bestimmte Denkweise, die sich aus den sich wandelnden politischen und gesellschaftlichen Umgebungen der Künstlerin speist.

Mal intim, dann wieder bombastisch fügt sich eine Mehrkanal-Sound-Installation in diese skulpturale Inszenierung ein: Richard Wagners Ouvertüre Tannhäuser zum Ausgangspunkt nehmend, modifiziert die Klanginstallation die bekannte Melodie durch den Einsatz von Alltagsgeräuschen. Es entsteht eine vielschichtige Tonlandschaft, welche das intendierte Gesamtkunstwerk unterbricht und dessen Quelle verborgen hält. Zudem sind Drucke von manipulierten behördlichen Dokumenten im gesamten Ausstellungsraum platziert. Sie basieren auf anthropologischen Untersuchungen bürokratischer Prozesse und regeln die fiktive Lebensrealität derjenigen Individuen, die diese Dokumente adressieren. Die Installation schafft einen Raum der Instabilität und legt offen, wie Regierungen führender Industrienationen das Prinzip „form follows function“ pervertiert haben, um zivilen Ungehorsam gegen den bürokratischen Apparat noch vor seiner Entstehung zu verhindern.

In Zugzwang, genauso wie in Tieus weiterer künstlerischer Praxis, werden Themen der nationalen Geschichtsschreibung und der transnationalen Migration von Bevölkerungsgruppen offensichtlich, die sich mit den limitierten Wegen der legalen Regulierung und den gewaltigen Verwaltungsapparaten konfrontiert sehen, welche durch den globalen Kapitalismus legitimiert werden.

Der erste Katalog zu Sung Tieus künstlerischer Arbeit erscheint im Haus der Kunst sowie bei Nottingham Contemporary anlässlich ihrer umfangreichen parallel stattfindenden Einzelausstellungen in Deutschland und Großbritannien.

Kuratiert von Damian Lentini

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildung:
Sung Tieu, Loveless, 2019
“Loveless” installation view at Piper Keys, London, 2019
Courtesy: the artist and Piper Keys
Photo: Mark Blower
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 07.02.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 14.06.2020
München Stadtmuseum: Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850-1930
Bilder
Das Münchner Stadtmuseum ist von Samstag, 14. März 2020 bis voraussichtlich Sonntag, 19. April 2020 vorübergehend geschlossen.

Das städtische Museum leistet damit wie alle weiteren städtischen Kultureinrichtungen, die Treffpunkte zahlreicher Menschen sind, seinen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Verbreitung.

Bereits gebuchte Führungen oder Veranstaltungen werden storniert und die Teilnahmegebühren zurückerstattet. Bitte wenden Sie sich per Telefon oder Mail an die Stellen, bei denen Sie Ihre Buchung getätigt haben.


Vorbilder / Nachbilder.
Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850-1930

Ausstellung vom 7. Februar bis 14. Juni 2020

“Vorbilder / Nachbilder” – die beiden Doppelworte verweisen in ihrem Gegenüber auf Bezüge zwischen Bildern und auf eine Bildproduktion, bei der auf bereits vorliegende Bilder zurückgegriffen wird. In den Kunstakademien und Kunstgewerbeschulen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts dienten Fotografien als „Vorlagen” oder „Vorbilder”; als solche fungierten sie als ein eigener didaktischer Bildtypus. Fotografische Vorlagen waren wichtige Hilfsmittel in der kreativen Praxis angehender Künstlerinnen und Künstler; im Zuge ihrer Verwendung entstanden im Kunst-Unterricht „Nachbilder”: Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken. Und die benutzten Fotografien bilden ihrerseits in gewisser Weise nach, was in ihnen mit dem Auge der Kamera „aufgenommen” ist.

Im Archiv der Universität der Künste Berlin hat sich eine umfangreiche und wertvolle fotografische Lehrsammlung bewahrt, die bis in die 1850er Jahre zurückreicht und an Vorgängereinrichtungen, der Berliner Kunstakademie und der führenden Kunstgewerbeschule, entstanden ist. Mit ihren ungefähr 25.000 fotografischen Einzelblättern, zu denen Konvolute und Alben hinzukommen, ist sie innerhalb Deutschlands einzigartig. Lange Zeit über wenig beachtet konnte sie in den zurückliegenden Jahren archivarisch und wissenschaftlich aufgearbeitet werden. In der vom Münchner Stadtmuseum vorbereiteten Ausstellung wird sie der interessierten Öffentlichkeit erstmals in größerem Rahmen gezeigt.

Die Welt der „Vorlagen” und „Vorbilder”, Muster und Modelle, die für die künstlerische Ausbildung vom 16. Jahrhundert an typisch ist, war sehr vielgestaltig. Gipse, Kupferstiche, Fotografien, Zeichnungen und Modelle gehörten dazu, aber – im Fall der Berliner Kunstakademie und Kunstgewerbeschule – etwa auch architektonische Details am Schulgebäude, ein Beet mit Pflanzen und zeitweilig sogar eine Kleintier-Haltung. Noch im Neubau der Berliner Kunstakademie von 1902 befand sich ein Antikensaal, der mit Gipsabgüssen bestückt war. Auch Fotografien wurden frühzeitig – seit circa 1855 – erworben, gesammelt und benutzt.

Um der besseren Handhabbarkeit willen montierte man die Fotografien auf Karton, der seine Schutzfunktion zum Teil auch langfristig erfüllt hat: Beschädigungen an den überlieferten fotografischen Vorlagen, wie Risse und Fehlstellen, sind meist an den Rändern zu finden, nicht auf dem Bild. Bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts hinein wurden die „Vorbilder” im Alltag des Unterrichts verwendet. In den Schulbibliotheken der Vorgängereinrichtungen lagen sie bereit und konnten in die Ateliers entliehen werden; sie wurden durch Erwerbungen ergänzt, aber auch abgenutzt und ausgesondert. Seit den 1930er Jahren geriet die ganze Sammlung außer Gebrauch, aber nicht in Verlust. Aufgrund der fast gänzlich ausgebliebenen Nutzung über viele Jahrzehnte hinweg weisen die Fotografien zwar manche Gebrauchsspuren aus älterer Zeit auf, haben sich aber insgesamt zu einem nicht geringen Teil in gutem bis sehr gutem Zustand erhalten.

Inzwischen sind sie wertvoll geworden; heute ist selten, was früher alltäglich war. Als die Fotografien „Vorbilder” waren, kam es auf das Motiv an, nicht auf den Fotografen oder die ästhetische Umsetzung – es handelte sich um Lehrmittel. Der Stellenwert der Fotografie innerhalb der Bildkünste ist inzwischen ein ganz anderer. Heute fallen die Namen bekannter Fotografen ins Auge, und die Fotografie wird als eigenständige Kunstgattung wahrgenommen.

Zu den gebräuchlichsten Bildmotiven gehören Kunstreproduktionen, Landschaften, Naturstudien (Wasser, Wolken, Bäume, Pflanzen, Felsen etc.), Architektur, Stillleben (Früchte, Glas etc.), Porträts, Genreszenen / Lebende Bilder, Akte und Tierstudien sowie Orient- und Historiendarstellungen. Die Vorlagenstudien – in Frankreich als „Études d‘après nature” verbreitet – stammen von bekannten europäischen und amerikanischen Fotografen wie Fratelli Alinari, Ottomar Anschütz, Karl Blossfeldt, Adolphe Braun, Eugène Cuvelier, Georg Maria Eckert, Constantin Famin, Wilhelm von Gloeden, Albert Renger Patzsch, Jakob August Lorent, Gustave le Gray, James Robertson, Henry Peach Robinson, F. Albert Schwartz, Giorgio Sommer oder Carleton Watkins.
Eine Ausstellung des Münchner Stadtmuseums in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin.





Abbildung:
Gustave Le Gray: Le Brick, Zweimaster im Mondschein, 1856,
Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Dienstag 18.02.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 23.08.2020
München: Radio-Aktivität: Kollektive mit Sendungsbewusstsein
Bilder
Radio-Aktivität
Kollektive mit Sendungsbewusstsein

Die Ausstellung „Radio-Aktivität“ betrachtet ausgehend von Bertolt Brechts Radiotheorie ästhetisch-politische Kollektive, die eigene Organe und Kommunikationswege schufen. „Es ist eine sehr schlechte Sache“, sagte Brecht 1932 über den Zustand des neuen Mediums Radio. „Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.“ Zehn Jahre nach den ersten öffentlichen Radiosendungen war Brecht desillusioniert und schlug vor, den Rundfunk umzufunktionieren, von einem Distributions- in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Dieser sollte nicht nur aussenden, sondern auch empfangen, die Zuhörer_innen nicht nur zum Hören bringen, sondern sie zu Sprecher_innen und  Produzent_innen machen. Seine Überlegungen zu einem „Aufstand der Hörer“ formulierte Brecht genau zu der Zeit, als das Radio in Deutschland verstaatlicht und zunehmend auch zu Propagandazwecken instrumentalisiert wurde.
Beginnend mit den 1960er Jahren wurde Brechts Radiotheorie wieder heftig diskutiert. Der Grundgedanke seiner Kritik war weiterhin aktuell: Wer hat Deutungshoheit? Wer spricht und zu wem wird gesprochen? Die Utopie schrankenloser und herrschaftsfreier Kommunikation elektrisierte. Der Fokus der Ausstellung liegt auf Projekten der 1920er-30er und 1960er-70er Jahre. In dieser Zeit gründeten sich verschiedene Kollektive, deren Ziel es war, Sprache und die Gesellschaftsordnung nicht als gegeben hinzunehmen, sondern sie neu zu denken und Formen antinationaler und internationaler Kommunikation zu schaffen.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildung:
Wilhelm Heise
Verblühender Frühling – Selbstbildnis als Radiobastler, 1926,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München,
Foto: Lenbachhaus © Wilhelm Heise bzw. Rechtsnachfolge
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 06.03.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 02.08.2020
München Haus der Kunst: Franz Erhard Walther - Shifting Perspectives
Bilder
Franz Erhard Walther
Shifting Perspectives

Ausstellung im Haus der Kunst
vom 06. März bis 02. August 2020

Franz Erhard Walther ist eine Schlüsselfigur der konzeptuellen Abkehr vom Bild in den europäischen Nachkriegsavantgarden. Jenseits des Tafelbilds und eines klassischen Verständnisses von Skulptur formulierte er einen völlig neuen Werkbegriff – insbesondere durch Einbeziehung des Betrachters als Akteur. Walther selbst hat die Elemente Ort, Zeit, Raum, Körper und Sprache als seine künstlerischen Mittel bezeichnet.

Die Geste eines radikalen Ikonoklasmus, die auf die Revision der Erzählstrategien der Moderne zielt, steht am Anfang seines mehr als sechs Jahrzehnte umspannenden ¼uvres. Ein junger Mann mit zerzaustem Haar und mit Farbklecksen überzogener Kleidung sitzt im Schneidersitz barfuß vor einer silbernen Schüssel und speit mit hoch erhobenem Kopf ein Mehl-Wasser-Gemisch. Franz Erhard Walther nannte die mit Licht und Schatten atmosphärisch inszenierte fotografische Aufnahme dieser ersten Aktion im Alter von 19 Jahren „Versuch eine Skulptur zu sein, Speier“ (1958). Diese frühe Arbeit enthält bereits die gesamte Essenz von Wal-thers zukünftigem Werk und seinem radikal erweiterten Spektrum künstlerischer Praxis. Vor dem inneren Auge des Betrachters entsteht die Gestalt einer in Stein gemeißelten Skulptur; Walther unterwandert diese Vorstellung jedoch bereits mit einem lebenden Bild von sich selbst als Akteur.

Der 1939 im hessischen Fulda geborene Franz Erhard Walther ist immer Bestandteil der internationalen Kunstszene gewesen. Dennoch war sein Werdegang durchaus von Ablehnung und Widerstand geprägt. Die visionäre Tragweite seines künstlerischen Entwurfs wird einer breiten Öffentlichkeit erst heute in der Rückschau bewusst, wie die Verleihung des Goldenen Löwen anlässlich der Biennale von Venedig 2017 belegt.

Die Retrospektive im Haus der Kunst zeichnet die bis heute ungebrochen in die Kunstszene ausstrahlende Entwicklung seines Werks anhand von 250 Arbeiten und zahlreichen Zeichnungen nach.
Bereits im gegen Ende der 1950er-Jahre einsetzenden Frühwerk werden Werkideen zum Imaginativen und Prozessualen deutlich. Schon die ersten, intensivfarbigen Wortbilder wie „museum“, „ich bin draußen“, „SAMMLUNG“ oder „NEW YORK“ weisen bereits weit über das während der Ausbildung in der Klasse für Typografie an der Werkkunstschule Offenbach Erlernte hinaus. Im Bewusstsein seiner Außenseiterposition formuliert Walther mit ihnen frühzeitig, wenngleich unbewusst, eine scharfsinnige Kritik am Kunst-betrieb. John Baldessari kreiert seine institutionskritischen Sprachbilder wie „Pure Beauty“ oder „Clement Greenberg“ an der West Coast, welche die Vorherrschaft der East Coast mit New York als Ort der Deutungshoheit über die Moderne zum Thema haben, ein Jahrzehnt später. Durch die documenta II (1959) und ihrem Versuch einer erneuten Öffnung hin zur internationalen Avantgarde, kam Walther in Berührung mit Originalen des US-amerikanischen Action-Painting, des Abstrakten Expressionismus sowie des deutschen Informel. An der Düsseldorfer Kunstakademie konnte er in der Klasse von K. O. Götz in freigeistiger Atmosphäre im Formlosen die Form suchen. Er überführt das Gestische der informellen Malerei in die Geste als Handlung. Die menschliche Vorstellungskraft als wesentliche Quelle sowohl des Handelns als auch der Formgebung ist eine seiner Leitideen.

In den von größter Experimentierfreude geprägten frühen Jahren verleiht Walther einer schier unerschöpflichen Vielzahl von Bild-begriffen Gestalt. Er löst sich von einer dominanten Autorschaft, indem das Prinzip der Zufälligkeit die Bildgestaltung definiert: hierfür verwendet er Kaffee, Pflanzenöl, Leim oder Sojasoße auf Papier und Pappen. In weiteren Arbeitsprozessen wie Aufstellen, Stapeln und Aneinanderreihen wie bei „Sechs Maschinenpappen mit Ölrand“ (1962) beschäftigt er sich mit der Veränderbarkeit des Raumes durch serielle bzw. formale Anordnung von Objekten. Dabei wird das Prozessuale und die Handlung als Konstante deutlich.

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München


Abbildung:
Franz Erhard Walther
Gelbe Skulptur, 1969/79
Baumwollstoff, Holz
305 x 800 x 60 cm, 16-teilig
Franz Erhard Walther Foundation
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Sonntag 08.03.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 13.09.2020
Kochel: Franz Marc - Die Skulpturen
Bilder
Bilder
Aus aktuellem Anlass:
Ab Dienstag, 17. März 2020 bleibt das Museum vorübergehend geschlossen!



Franz Marc Museum - Die Skulpturen

Ausstellung Franz Marc Museum Kochel
Vom 08. März bis 13.September 2020

Franz Marc hat fünfzehn Skulpturen geschaffen, eine kleine, aber wichtige Werkgruppe, die parallel zu seinem malerischen und graphischen Oeuvre entsteht. Marcs Skulpturen spiegeln die wechselnden Interessen und Themen des Künstlers. So modelliert Marc seine große Schafsplastik und einzelne Schafe 1906 – 1908, als er die Sommermonate auf der Staffelalm verbringt. Seine bekannteste Skulptur, Zwei Pferde, entsteht 1909, während er seinen Text „Über das Tiermotiv in der Kunst“ schreibt. Nach Marcs Umzug von München nach Sindelsdorf, wo die im Haus lebenden Katzen ihm im Atelier Gesellschaft leisten, arbeitet Marc an einer Katze in Stein.
 
Marc setzt sich mit der zeitgenössischen Skulptur auseinander. So ist bei seinem großen Akt in Bronze der Einfluss Auguste Rodins unverkennbar. Ebenso deutlich wird aber sein neuer Ansatz bei der Tierplastik. Im Unterschied etwa zu August Gauls Skulpturen, die die Tiere in einer natürlichen Haltung zeigen, sind die Darstellungen Marcs durch eine abstrakte Vorstellung geprägt. Position und Bewegung der Tiere fügen sich einem imaginären, übergreifenden Rhythmus der Natur ein. 
 
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Kunstmuseum Moritzburg in Halle. Beide Museen verfügen gemeinsam über fast alle Skulpturen, die Marc geschaffen hat. Dazu gehören auch die Entwürfe in Wachs, sowie seine Steinskulpturen. Dieser erstmalige Überblick über Marcs plastisches Werk wird zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Teil seines Oeuvres im Rahmen eines Studientages genutzt werden.

Franz Marc Museum         
Franz Marc Park 8-10                                                                                                   
82431 Kochel a. See 

Abbildungen:

Franz Marc, Frauentorso, 1910 (posthumer Guß von 1969),
Franz Marc Museum, Franz Marc Stiftung,
Schenkung der Miterbengemeinschaft nach Etta Stangl,
Foto: Collecto.art

Franz Marc, Pferd (Teilguß), (1908/09), posthum,
Franz Marc Museum, Franz Marc Stiftung,
Foto: Collecto.art
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
© 2020 kultkomplott.de | Impressum
Nutzungsbedingungen & Datenschutzerklärung
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.