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Start: Dienstag 12.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 29.11.2020
München Haus der Kunst: Franz Erhard Walther - Shifting Perspectives
Bilder
München Haus der Kunst
Franz Erhard Walther - Shifting Perspectives

Ausstellung vom 12. Mai bis (verlängert) 29. November 2020

Franz Erhard Walther (* 1939 in Fulda) – Träger des Goldenen Löwen der Venedig Biennale 2017 - ist eine Schlüsselfigur der Abkehr vom Bild seit der europäischen Nachkriegszeit. Jenseits des klassischen Verständnisses von Skulptur und Malerei formulierte er einen völlig neuen Werkbegriff, der den Betrachter als Akteur mit einbezieht.

Bereits in seinem Frühwerk beschäftig Walther sich in unterschiedlichen Medien mit dem Zufälligen und dem Prozessualen als Gestaltungsprinzipien. Gleichzeitig wurde Stoff ein bis dahin ungebräuchliches künstlerisches Material bei Walther zum Innovationsträger, aus dem die Aktivierungsobjekte hervorgingen. Mit dem Schlüsselwerk der Vier Körperformen (1963) wird der Körper zum Motiv. Es entsteht der Erste Werksatz (1963–1969), der aus 58 aktivierbaren Stücken besteht, die den Betrachter in außergewöhnliche zwischenmenschliche Situationen versetzen. Mit ihm erlebt Walther 1969 seinen Durchbruch, als er den Werksatz anlässlich der Ausstellung „Spaces“ im New Yorker MoMA präsentiert. Unter dem Einfluss der Pop Art werden Walthers Textilien zusehends farbiger. In den Wandformationen der 1980er-Jahre erzielt er eine unvergleichbare Verschränkung von Malerei, Skulptur und Architektur, die sich bis heute fortsetzt.

Die Exponate können zum Teil angezogen oder betreten werden. Das Verständnis des Betrachters von einer traditionellen Bildlogik wird auf diese Weise herausgefordert. Der Körper wird hierbei zum Medium, indem er Lebensprozesse in Bilder überführt. Im großen Saal der Ausstellung finden täglich Werkaktivierungen statt. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, teilzunehmen und ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Walthers Werk zu machen.

Kuratiert von Jana Baumann

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Franz Erhard Walther Foundation.

Abbildung:
Franz Erhard Walther
Versuch, eine Skulptur zu sein, 1958
Collection of The Franz Erhard Walther Foundation
Foto: Egon Halbleib
Franz Erhard Walther Foundation Archives
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020
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Start: Freitag 15.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.01.2021
Murnau Franz Marc Museum: Franz Marc - Die Skulpturen
Bilder
Franz Marc Museum
Franz Marc - Die Skulpturen

Ausstellung vom 15. Mai 2020 bis 31. Januar 2021

Franz Marc hat sechzehn Skulpturen geschaffen, eine neben seinem malerischen und graphischen Oeuvre kleine, aber wichtige Werkgruppe. Sie entstand zwischen 1904 und 1914. Die Skulpturen sind im Zusammenhang mit den motivischen und thematischen Interessen zu sehen, die Franz Marc zur gleichen Zeit in der Malerei verfolgte. Parallel zu den Skulpturen entstanden Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde seiner skulpturalen Motive. 
 
Die Ausstellung „Franz Marc. Die Skulpturen“ entstand in Kooperation mit dem Kunstmuseum Moritzburg in Halle (Saale), das die Idee zu einer gemeinsamen Ausstellung der Skulpturen Franz Marcs spontan aufgegriffen und ihre Umsetzung in jeder Hinsicht kooperativ unterstützt hat. Ergänzt durch wenige Leihgaben aus dem Lenbachhaus in München und dem Schlossmuseum Murnau verfügen das Franz Marc Museum in Kochel am See und das Kunstmuseum Moritzburg gemeinsam über fast alle Skulpturen, die Marc geschaffen hat. Dazu gehören nicht nur die Bronzegüsse, sondern auch seine Entwürfe in Wachs, sowie die Steinskulpturen, so dass die Ausstellung einen breiten Überblick über Franz Marcs skulpturales Werk gibt.
 
Für die plastische Arbeit Franz Marcs spielten auch biographische Faktoren eine Rolle. So modellierte Marc seine mehrfarbige Schafsplastik in Wachs zwischen 1905 und 1907, als er die Sommermonate auf der Staffelalm verbrachte und dort auch Schafe zeichnete und malte. Während seines ersten Sommers in Sindelsdorf 1908, mit Blick über hügelige Wiesen mit weidenden Pferden, entstand die Skulptur Zwei Pferde. Nach dem endgültigen Umzug von München nach Sindelsdorf, 1910, wo die im Haus lebenden Katzen ihm im Atelier Gesellschaft leisten, schuf Marc 1912 eine Katze in Stein. Dagegen entstanden die Zwei Bären erst 1910, im Rückgriff auf mehrere Skizzen,1 die der Maler 1907 im Berliner Zoo gemacht hatte. 
 
Die Skulptur Zwei Pferde ist mit wichtigen schriftlichen Äußerungen des Malers verbunden. Im Rückblick auf das vergangene Jahr schrieb Franz Marc am 29. Dezember 1908 an Maria Franck: „ …ich denke … mit dem kleinen Lot Befriedigung über das, was ich in diesem Jahr gearbeitet habe und mit dem Bewusstsein meines Könnens, zu dem nicht zum wenigsten in diesen Weihnachtstagen eine Pferdegruppe aus Wachs beiträgt, die ich in kurzen 2 Tagen in Pasing modelliert habe – fein, das kann ich Dir schwören. Ich werde jetzt jedenfalls versuche, mir mit Bronze-Plastiken Geld zu machen…“2 Anfang 1909 ließ Marc zwei Güsse dieser Skulptur anfertigen und 1910 wurden „Zwei Pferde“ in dem von Reinhard Piper herausgegebenen Buch „Das Tier in der Kunst“ abgebildet. Franz Marc schrieb einen Essay für diese Publikation, seinen ersten theoretischen Text, in dem er seine zentrale künstlerische Intention formulierte: „Ich sehe kein glücklicheres Mittel zur Animalisierung der Kunst …als das Tierbild. Darum greife ich danach. Was wir anstreben, könnte man eine Animalisierung des Kunstempfindens nennen … . Meine Plastik ist ein tastender Versuch nach derselben Richtung. Das Kreisen des Blutes in den beiden Pferdekörpern, ausgedrückt durch die mannigfachen Parallelismen und Schwingungen der Linie.“3 Beide Quellen lassen die Bedeutung der Pferdeplastik für Marc erkennen. Sie zeigen, dass der Künstler sich klar darüber war, dass ihm mit dieser Skulptur ein Schritt in die künstlerische Richtung gelungen war, die er in seiner Malerei bisher vergeblich verfolgte. Damit kommt der plastischen Arbeit Marcs 1908/9 die Funktion eines Katalysators zu, eines Vorläufers der bedeutenden Gemälde, die Marc ab 1910 schuf.
 
Natürlich setzte Marc sich auch mit der zeitgenössischen Skulptur auseinander. So ist bei seinem großen weiblichen Torso in Bronze der Einfluss Auguste Rodins unverkennbar. Bei seiner Tierplastik wird dagegen ein neuer Ansatz deutlich. Im Unterschied etwa zu August Gauls Skulpturen, die die Tiere in einer natürlichen Haltung zeigen, sind die Darstellungen Marcs durch eine abstrakte Vorstellung geprägt. Position und Bewegung der Tiere fügen sich einem imaginären, übergreifenden Rhythmus der Natur ein, ausgedrückt durch „die mannigfachen Parallelismen und Schwingungen der Linie.“ 
 
Die in Kochel am See gezeigten vierzehn Skulpturen werden am 3. Juli 2020 zum Ausgangspunkt für einen Studientag über Franz Marcs plastische Arbeit, zu dem Kunsthistoriker und Restauratoren zusammenkommen.  Nachmittags sind vier öffentliche Vorträge mit folgenden Referenten geplant:  Annegret Hoberg (Lenbachhaus, München) Felicia Leu (Franz Marc Museum, Kochel am See) Hans-Jörg Ranz (Bayerisches Nationalmuseum, München) Cornelia Wieg (Kunstmuseum Moritzburg, Halle / Saale)
 
Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel a. See 

Abbildung:

Franz Marc, Panther, 1908-09,
Franz Marc Museum, Franz Marc Stiftung,
Dauerleihgabe der Erbengemeinschaft nach Maria Marc,
Foto: collecto.art
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Start: Donnerstag 28.05.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Mittwoch 06.01.2021
München Literaturhaus: THOMAS MANN: DEMOCRACY WILL WIN!
Bilder
THOMAS MANN: DEMOCRACY WILL WIN!

Literaturhaus München
Ausstellung vom 28. Mai 2020 bis 06. Januar 2021

    »Es ist mit der Selbstverständlichkeit der Demokratie in aller Welt eine zweifelhafte Sache geworden. Es ist die Stunde gekommen für eine Selbstbesinnung der Demokratie, für ihre Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewußtmachung – mit einem Wort: für ihre Erneuerung im Gedanken und im Gefühl.«
    THOMAS MANN: VOM ZUKÜNFTIGEN SIEG DER DEMOKRATIE, 1938

»Es ist ein schreckliches Schauspiel, wenn das Irrationale populär wird«, so Thomas Mann 1943 in seiner berühmten Rede in der Library of Congress. Wie er dagegenhielt – das ist von inspirierender Aktualität. Denn heute erleben wir, dass die Grundwerte der Demokratie wieder in Frage gestellt werden, dass Populismus und Nationalismus unsere demokratische Gesellschaft massiv unter Druck setzen. Die Ausstellung »Thomas Mann: Democracy will win!« versteht sich als konkreter Beitrag zur aktuellen Debatte auf beiden Seiten des Atlantiks.

    »Es handelt sich um die Lebensbedingungen unserer Kinder. Daß wir Fünfzigjährigen das Europa noch sehen werden, in dem unsere Kinder wohnen sollen, wohnen wollen, ist kaum wahrscheinlich. Aber wir können […] wirken helfen, daß es werde.«
    THOMAS MANN: »ZUM I. PANEUROPA-KONGRESS IN WIEN«, 1926

Das Thomas Mann House in Pacific Palisades bildet das räumliche und metaphorische Zentrum der Ausstellung. Der weltberühmte Exilant warb von hier aus, im »Weißen Haus des Exils« (Frido Mann), für ein neues Demokratieverständnis. Heute steht das Haus wieder im Dienste des intellektuellen Austauschs und der transatlantischen Verständigung.

    »Ich habe keine Furcht um das endgültige Schicksal der Demokratie, trotzdem sie ihren Sieg in Europa durch ihre eigene moralische Schwäche gefährdet […] aber die Demokratie ist ewig menschlich […].«
    THOMAS MANN: »BOTSCHAFT AN AMERIKA«, 1938

Der erste Teil der Ausstellung stellt die politische Biografie Thomas Manns in ihrer Entwicklung vom Monarchisten zum wirkmächtigen Gegner des Nationalsozialismus und engagierten Kämpfer für die Demokratie vor. Fotografien, Texte, Auszüge aus den berühmten Radioansprachen »An die deutschen Hörer!« und Originalexponate zeichnen seine intellektuellen, politischen und räumlichen Wege nach.

    »Wir alle tragen Verantwortung, gemeinsam jede und jeder von uns für dieses Land, welches unser aller gemeinsames Zuhause ist«.
    IGOR LEVIT, STARPIANIST«

Der zweite, multimediale Teil schlägt einen Bogen zur Gegenwart. Was macht einen politischen Menschen aus? Wie wird man zum Demokraten? Wie verteidigt man seine Haltung? Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, Filme und Interviews, Tweets und Zitate von Persönlichkeiten aus Politik und Pop, Literatur und Gesellschaft – wie Greta Thunberg oder Sa¨a Stani¨ić, Donald Trump oder Barack Obama, Igor Levit oder Edward Snowden – veranschaulichen die Virulenz der Fragestellung: Wie können wir die Demokratie als einzige mögliche Gesellschaftsform verteidigen und nachhaltig stärken? Eine Aufgabe, die heute – in Zeiten der globalen Migration, des Klimawandels, der neuen Pandemien – wichtiger ist denn je.

Die Begriffe HERKUNFT, ZEITGEIST, BEKENNTNIS, HANDELN und VERANTWORTUNG strukturieren die Ausstellung – und zeigen die Ambivalenzen, die selbst ein demokratisches System nicht aufheben kann. Thomas Manns Leben bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um sich mit der Lage und Zukunft der Demokratie zu beschäftigen – und dabei an Manns Diktum festzuhalten: »DEMOCRACY WILL WIN!«

    »Von diesem Tag an wird eine neue Vision unser Land regieren. Von diesem Tag an wird es nur noch ‚America first‘ heißen, ‚America first‘.«
    DONALD TRUMP IN DER ANTRITTSREDE ANLÄSSLICH SEINER AMTSEINFÜHRUNG, 20. JANUAR 2017

    »Not ‚America First’ but ›Democracy First‹ and ›Human Dignity First‹ is the slogan which will really lead America to first place in the world […].«
    THOMAS MANN IM INTERVIEW IN GREENSBORO DAILY NEWS, 31. OKTOBER 1941


Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München


Abbildungen:

THOMAS MANN: »DEMOCRACY WILL WIN!«
ZEITGEIST // IN DER AUSSTELLUNG (Gestaltung: unodue{)
Foto: © Catherina Hess


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Start: Freitag 19.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.01.2021
München Stadtmuseum: Ready to go! Schuhe bewegen
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München Stadtmuseum

Ready to go! Schuhe bewegen
Ausstellung vom 15. November 2019 – verlängert bis 17. Januar 2021

Die Schau bietet einen Rundgang mit kulturhistorischen und soziologischen Aspekten, wobei anhand von ca. 500 Paar Schuhen immer wieder die Emotionen im Vordergrund stehen, die entsprechende Fußbekleidung hervorrufen kann.

Der Schuh als Statussymbol dient dem Träger/der Trägerin als auch den Betrachtern gleichermaßen als bewundernswertes Objekt. Absatzschuhe des Barock und Rokoko erhöhten ihre Träger demonstrativ über das einfache Volk. Heute machen Designerschuhe von Dior, Ferragamo, Manolo Blahnik, Christian Louboutin oder Stuart Weitzmann glücklich. Schuhe fungieren als Machtsymbol oder als Zeichen bzw. Statement einer Gruppenzugehörigkeit. Hier kommen Boots aus der Raver-Gothic- Szene zu Wort. Die Bedeutung der Fußbekleidung für die Gender-Thematik schlägt den Bogen von der knabenhaften Frau in Budapestern zur damenhaften Drag Queen in High Heels.

Auch der Voyeur steht im Fokus, der in der Betrachtung der entsprechenden Fußbekleidung Erregung und Befriedigung erfährt. Als Fetisch lässt der Schuh Sammlerherzen höher schlagen und verlangt absolute Hingabe. Pumps dienen als Symbol weiblicher Fußbekleidung als Mittel der Verführung, während Stöckelschuhe als übersteigertes Reizobjekt Lust und Pein bereiten können. Die Parallelität von Schnürstiefeln und Schnürkorsagen zeigt die optische Faszination für enge und kurvige Silhouetten. Im Namen der Erotik werden für kleine zierliche Füße Schmerzen und Fußverstümmelung in Kauf genommen, was in China der Lotus- oder Lilienfuß demonstriert, ist in der westlichen Mode der Hallux Valgus.

Es liegt in der Natur der Sache, Schuhe als Gebrauchsgegenstand und Fortbewegungsmittel zu beleuchten. Hier reduziert sich die Bedeutung von Fußbekleidung und ihre ursprüngliche Funktion weitgehend auf den Schutz und den Halt beim Stehen und Gehen und stellt den Träger / die Trägerin in den Mittelpunkt. Die Beispiele reichen vom historischen Wanderschuh bis zum aktuellen Schuhwerk eines Geflüchteten. Materialien der Kriegs- und Notzeit wie alte Gummireifen, Kork, Stroh, Holz und Nägel werden Baumpilzen, Mais, zerriebenen Steinen und Tierhufen gegenüber gestellt, mit welchen heute Künstlerinnen und Künstler und Designerinnen und Designer experimentieren.

Neben dem vielfältigen hauseigenen Sammlungsbestand werden als Kontrast 35 herausragende und zum Teil bizarre Schuhobjekte internationaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert, welche die Thesen und Aussagen der Schau abstrahieren: Amber Ambrose, Irene Andessner, Aya Feldman, Cristina Franceschini, Joyce de Gruiter, Xavier G-Solis, Zaha Hadid, JANTAMINIAU, Kaarina Kaikkonen, Kenneth Kirschner, Rachel de Kler, Kobi Levi, Alice van Opstal, Caro Peirs, Peter Popps, Svenja Ritter, Iris Schieferstein, Tali Sorit, Kermit Tesoro, Joyce Verhagen, Betony Vernon, Sousan Youssouf, Erwina Ziomkowska.

In Kooperation mit der Kulturvermittlung und der Fachstelle Inklusion gibt es Stationen, die den Besucherinnen und Besuchern das Thema Schuhe durch Hören, Tasten und Laufen näher bringen sollen. Inklusive Angebote sollen hierbei als Selbstverständlichkeit wahrgenommen werden und sich dem Publikum als neue Sinnes-Erfahrung erschließen.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:
„Rucke di guh, Blut ist im Schuh“
Schuhe für Lotosfüße,
um 1900 Plateau-Heels, 1989
© Münchner Stadtmuseum
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Start: Mittwoch 24.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.02.2021
München Lenbachhaus: Slawomir Elsner
Bilder
Lenbachhaus München
Slawomir Elsner

Ausstellung vom 12. Mai 2020 bis 07. Februar 2021

Slawomir Elsners (geb. 1976) zeichnerische Auseinandersetzung mit zwei zentralen Gemälden aus dem künstlerischen Umkreis des Blauen Reiter ist eng verwoben mit seiner eigenen künstlerischen Annäherung an die Frage, warum manche Kunstwerke bedeutender, berühmter und bekannter erscheinen mögen als andere.

Wer schreibt die Kunstgeschichten; was wird darin aufgenommen und was bewusst oder unbewusst anderweitig verortet; wer ist "Star" in einer Sammlung, einer Ausstellung oder einer Hängung; und besitzen diese Fragen an und die Kategorisierung von künstlerischen Arbeiten überhaupt noch Relevanz?

Alexej von Jawlenskys Gemälde "Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff" von 1909 ist eines der bekanntesten und beliebtesten Werke in der Sammlung des Blauen Reiter im Lenbachhaus, während Marianne von Werefkins "Der Tänzer Alexander Sacharoff" aus dem gleichen Jahr in der Fondazione Marianne von Werefkin in Ascona zu Hause ist und erstmals in der Ausstellung "Lebensmenschen" 2019/20 hier vor Ort zu sehen war.

Direkt eingebunden in die Sammlung Blauer Reiter des Lenbachhauses lassen Elsners präzise und mit spitzem Stift gezeichnete Arbeiten die verschwommene Erinnerung an die Originalvorlage bewusst aufleben, die im Fall von Jawlenskys Gemälde lediglich an einer anderen Stelle im Museum hängt, und im Fall von Werefkins Arbeit bis Februar diesen Jahres 2020 hier ausgestellt war.

Dabei kopiert Elsner nicht etwa die bekannten Vorbilder, sondern setzt sich intensiv in seiner ganz eigenen Technik Strich für Strich mit ihnen auseinander. Lediglich das Format der beiden Gemälde behält er während seines vielschichtigen Abstraktionsprozesses bei.

Scheinbare Gegensätze wie Präzision und Unschärfe, Detail und Distanz, Vergessen und Erinnern vereinen sich dabei in Slawomir Elsners Intervention und verweisen auf ihre Zusammengehörigkeit und die graduelle Achse, die diese Pole verbindet.

Kuratiert von Anna Straetmans

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildung:

Slawomir Elsner
Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff, 2019, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Sammlung KiCo
(nach Alexej von Jawlensky, 1909, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München)
Foto: Sebastian Schobbert
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Start: Donnerstag 25.06.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 31.10.2020
Pinakothek der Moderne: AUGUST SANDER. SARDINIEN 1927
Bilder
Pinakothek der Moderne
AUGUST SANDER. SARDINIEN 1927

Ausstellung bis Oktober 2020

Die Stiftung Ann und Jürgen Wilde in der Pinakothek der Moderne zeigt ab Mai 2020 aus ihren Sammlungsbeständen ein seltenes Konvolut von originalen Fotografien von August Sander, die dieser während einer Italienreise im Jahr 1927 aufgenommen hatte.August Sander (1876 –1964) gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Sehens der 1920er- und 1930er-Jahre. Mit seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ nimmt er eine herausragende Position innerhalb der Fotografiegeschichte des vergangenen Jahrhunderts ein.Wenige Jahre bevor er mit dem Bildband „Antlitz der Zeit“ (1929), dem Ankündigungsband zu seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“, als Porträtist der Gesellschaftsordnung der Weimarer Republik bekannt wurde, unternahm er 1927 mit dem befreundeten Schriftsteller und Italienliebhaber Ludwig Mathar (1882–1958) eine gemeinsame Reise nach Italien. Mathar hatte 1926 seine Reisebeschreibung „Primavera. Frühlingsfahrten ins unbekannte Italien“ veröffentlicht und plante ein Buch über die wenig bekannte Insel Sardinien. Im Frühjahr 1927 durchstreiften der Schriftsteller und der Fotograf für mehrere Wochen das zu dieser Zeit noch wenig bereiste Eiland, das als geheimnisvolles, unbequemes und geradezu exotisches Reiseziel galt.Mit Zug und Postauto bewegten sich Sander und Mathar von der Hauptstadt Cagliari ausgehend von Süden nach Norden über die Insel. Sie besichtigten historische Sehenswürdigkeiten wie Kirchenbauten oder landestypische Nuraghen und besuchten entlegene Dörfer und Ortschaften. Durch den befreundeten Maler Filippo Figari erhielten sie Kontakt zur ländlichen Bevölkerung und konnten religiöse Traditionen und Bräuche unmittelbar erleben. Für die beim Münchner F. Bruckmann Verlag mit Ludwig Mathar geplante, aber nicht realisierte Buchveröffentlichung nahm August Sander über dreihundert Fotografien von Architektur, Landschaft, Menschen und Brauchtum auf. Sie zeigen Sanders respektvoll aufmerksamen Zugang zu Situationen des alltäglichen Lebens und lassen die besonderen Eigenheiten von Landschaft, Bauwerken und Bevölkerung sichtbar werden. Sanders Fotografien stellen ein einzigartiges künstlerisches und ethnografisches Bildzeugnis Sardiniens dar, das von Ludwig Mathar als „ein berückend schwermütiges, ein geschichtlich rätselhaftes, ein künstlerisch eigenartiges, ein volkstümlich urwüchsiges Land“ beschrieben wurde.Die Sammlungspräsentation zeigt 25 originale Abzüge der Sardinienserie aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Sie entstammen einem von Ludwig Mathar angelegten Erinnerungsalbum, das Ann und Jürgen Wilde 1975 aus dem Nachlass des Schriftstellers erwarben und 1995 erstmals in einer Kabinettausstellung und einem Begleitbuch veröffentlichten. Ergänzt wird die Sammlungspräsentation mit Dokumenten, Archivalien und historischen Buchpublikationen, die den Entstehungs- und Überlieferungszusammenhang der Fotografien illustrieren.

Pinakothek der Moderne
Barer Str. 40,
80333 München

Abbildung:

August Sander, Bauernkinder, Iglesiente (?), 1927
Foto: Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Pinakothek der Moderne, München
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln/VG Bild-Kunst Bonn 2020
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Start: Freitag 10.07.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.02.2021
Museum fünf Kontinente München: Tikimania. Bernd Zimmer, die Marquesas-Inseln und der europäische Traum von der Südsee
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Tikimania. Bernd Zimmer, die Marquesas-Inseln und der europäische Traum von der Südsee

Museum fünf Kontinente
Ausstellung vom 10. Juli 2020 bis 28. Februar 2021

München, Juli 2020. „Tikimania. Bernd Zimmer, die Marquesas-Inseln und der europäische Traum von der Südsee“ lautet der Titel der am 10. Juli 2020 beginnenden Sonderausstellung im Museum Fünf Kontinente. „Tikimania“ präsentiert Werke des Malers Bernd Zimmer zusammen mit Südsee-Objekten aus dem Museum Fünf Kontinente. Das erzeugt Kontraste, ergibt Harmonien und erschafft ein völlig neues Zusammenspiel von europäischer Kunst und ozeanischer Kultur. Der 1948 in Planegg bei München geborene Bernd Zimmer ist einer der wichtigsten Vertreter der „Heftigen Malerei“. 1973 zog der Verlagsbuchhändler und Buchgestalter, Philosoph und Religionswissenschaftler nach West-Berlin, eine ideale Insel-Umgebung für die aufblühende Szene einer später als „Junge Wilde“ bezeichneten Malerbewegung. In Kreuzberg gründete er 1977 mit Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé und weiteren Künstler*innen die „Galerie am Moritzplatz“. Mit großer gestischer Vehemenz und starker Farbsinnlichkeit entwickelte sich eine neue expressive Malerei. 1980 gelang der künstlerische Durchbruch. Die Ausstellung „Heftige Malerei“ im Berliner „Haus am Waldsee“ machte ihn als Gegenwartskünstler international bekannt und erfolgreich. Zimmers Landschaftsbilder waren und sind ein Resultat seines ganz spezifischen Sehen-Könnens und seiner äußerst präzisen Beobachtungsgabe. Auf vielen Reisen hat er diese Talente entwickelt, vermehrt und vervollkommnet. 1995 bereiste Bernd Zimmer mit einem Frachtschiff die Inselgruppe der Marquesas in der Südsee, seine Beobachtungsgabe, die Sensibilität für Farben, Licht und kulturelle Bedingungen immer im Gepäck. Er hat seine Eindrücke nicht vor Ort aquarelliert oder Gesehenes skizziert, sondern bewegende Stimmungen als Erinnerungsbilder in sich selbst gespeichert, um sie nach seiner Rückkehr künstlerisch umzusetzen. Der Mythos von der Südsee, der Traum von idealen Insel-Landschaften und lustbetonten, glücklichen Menschen war eines seiner Reisemotive. Er machte sich auf die Suche nach Orten, die schon den Maler Paul Gauguin oder Schriftsteller wie Herman Melville auf den Marquesas-Inseln inspiriert hatten. Der polynesische Ausdruck „tiki“ bezeichnet eine menschenähnliche, oft mit übernatürlichen Qualitäten versehene Gestalt. Tiki-Figuren sind meist aus Holz, Knochen oder Zahn geschnitzte bzw. aus Stein gehauene Skulpturen. Die Mehrzahl der von den Marquesas inspirierten Werke Bernd Zimmers zeigt (mindestens) einen Tiki. Der Appeal dieser eindrucksvollen Figuren, die mit ihrer Verbreitung und starken Präsenz zu den wichtigsten und alles durchdringenden künstlerischen Äußerungen der Marquesaner gehören, aber auch die westlichen Imaginationen von den Marquesas-Inseln, die sich seit der europäischen „Entdeckung“ wie ein roter Faden bis in die Gegenwart ziehen, haben der Ausstellung den augenzwinkernden Titel „Tikimania“ gegeben. Am Beispiel von Bernd Zimmers Kunstwerken, den Marquesas-Objekten der Sammlung des Museums Fünf Kontinente und den kreativen Neuschöpfungen des amerikanischen Tiki-Pop wird gezeigt, was ein Tiki alles sein kann. 
Neben Figürlichkeit und Materialität der Tiki waren es (vermeintliche) Charakteristika der marquesanischen Kultur, welche westliche Vorstellungen und Phantasien anregten und in Form einer „Mania“ oder Obsession bis heute immer wieder aufgriffen. Sehnsüchte nach dem unberührten Paradies einerseits und Abscheu vor den vermeintlichen Inseln der Kannibalen andererseits hatten bereits Melville und Gauguin bewegt. „Tikimania“ spürt der europäischen Rezeption nach und setzt die Werke Bernd Zimmers mit Geschichte und Kultur der Marquesas-Inseln und wirkmächtigen westlichen Phantasien in Beziehung. Nicht von ungefähr bildete Wassily Kandinsky 1912 im berühmten Almanach „Der Blaue Reiter“ einen reich beschnitzten Stelzentritt von den Marquesas aus im Museum Fünf Kontinente verwahrten Sammlungen ab.

Museum Fünf Kontinente
Maximilianstraße 42
80538 München


Abbildung:
Bernd Zimmer: Tiki. Ua Pou, 1996
© Bernd Zimmer, VG Bild-Kunst Bonn, 2020
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Start: Sonntag 12.07.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.02.2021
Franz Marc Museum Kochel: Anselm Kiefer - Opus Magnum
Bilder
Franz Marc Museum Kochel
Anselm Kiefer - Opus Magnum

Ausstellung vom 12. Juli 2020 bis 21. Februar 2021

Unter dem Titel Opus Magnum, hat Anselm Kiefer 2016 sechs großformatige Fotografien und dreiundzwanzig Vitrinen zusammengefasst. Wie Zeitkapseln enthalten diese Glasbehälter die verschiedenen Topoi seines Werks. Die durchsichtigen Schreine umfassen ein komplexes, assoziationsreiches Ensemble von Dingen und Bedeutungen. Sie sind zugleich transparent und dicht, leicht und schwer. Von diesem Themenreichtum ausgehend fragt die Ausstellung nach der wichtigen Rolle von literarischen, mythologisch und biblischen Topoi im Werk Anselm Kiefers und stellt den Vitrinen kurze assoziative Texte von zeitgenössischen Schriftstellern, darunter Marion Poschmann, Christoph Ransmayr und Ferdinand von Schirach, gegenüber. Über diesen literarischen Zugang werden die immer gleichen und stets aufs Neue variierten Motive Anselm Kiefers neu beleuchtet. Mit Georg Baselitz und Gerhard Richter gehörte Anselm Kiefer zu den deutschen Künstlern, die, während oder kurz nach Nationalsozialismus und Weltkrieg in Deutschland geboren, sich einem allgemeinen Schweigen über die jüngste Vergangenheit entgegenstellten: “Ich lebte unter Leuten, die alle dabei waren und nicht darüber reden wollten. Diese Zeit war ein leerer Raum.“, beschrieb er selbst die Situation. In engem Zusammenhang mit diesem Blick auf die Geschichte stehen Kiefers ideengeschichtliche Verwurzelung in der Romantik und die Verbindung von Mythologie und Moderne, die sein Werk charakterisiert.
 
Franz Marc Museum         
Franz Marc Park 8-10                                                                                                   
82431 Kochel a. See    


Abbildung:
Anselm Kiefer, Das Sonnenschiff (Detail), o.J.
Franz Marc Museum, Kiefer-Sammlung Grothe, © Anselm Kiefer,
Foto: Collecto.art
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Start: Freitag 17.07.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.04.2021
München Theatermuseum: REGIETHEATER - EINE DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTE
Bilder
REGIETHEATER - EINE DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTE

Theatermuseum München
Ausstellung vom 17. Juli 2020 bis 11. April 2021

OTTO BRAHM - MAX REINHARDT - LEOPOLD JESSNER - FRITZ KORTNER - GUSTAF GRÜNDGENS - PETER ZADEK - PETER STEIN - CLAUS PEYMANN

Regietheater – ein Reizwort der deutschsprachigen Theatergeschichte. Es polarisiert seit über 100 Jahren die Menschen auf und hinter der Bühne und im Zuschauerraum wie in der Kritik. Die konservative Gruppe, die an Bewährtem festhalten will, führt die Werktreue im Munde, ein zentraler Begriff in der Diskussion darüber, was Regietheater darf und was nicht.

Der 1968er Generation, auf deutschsprachigen Bühnen vertreten durch Peter Zadek, Claus Peymann oder Peter Stein, wird gern das Monopol des Regietheaters zugeschrieben, als sei es ihre  Erfindung. Doch eine der heftigsten Diskussionen um dieses Thema entfachte sich bereits 1919 bei der Premiere von Friedrich Schillers Wilhelm Tell in der Inszenierung von Leopold Jessner.

Regiegenerationen sollten diese Ausstellung und ihre begleitende Publikation ursprünglich heißen, was für einen weiter gefassten Fokus verworfen wurde. Dennoch ist festzustellen, dass innovative Entwicklungen in der Geschichte der deutschsprachigen Regie sich häufig in Konfrontationen der Generationen herausgebildet haben; diesen Spuren wird gefolgt.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, beginnt bei Otto Brahm und Max Reinhardt, der in Abwendung von seinem geistigen Mentor sein eigenes Theater zu profilieren suchte. Bei diesem wiederum begannen Fritz Kortner und Gustaf Gründgens ihre Karrieren und suchten in Abgrenzung zu ihm ihren eigenen künstlerischen Weg. Fritz Kortners Regieassistent war einmal Peter Stein, der ihn später eher skeptisch sah, dagegen von dessen Vorläufer Max Reinhardt szenographische Spielideen übernahm.

Optisch unterstrichen wird diese Geschichte vor allem durch Bühnenbildentwürfe, da das szenographische Material weitaus ergiebiger ist, als das Fotomaterial der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts – aus technischen Gründen – sein kann. Umfängliche Recherchen führen Original-Grafiken zusammen aus Sammlungen in Köln, Wien, Berlin, Salzburg, Saarbrücken und München.

Deutsches Theatermuseum,
Galeriestr. 4a (Hofgartenarkaden),
80539 München
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Start: Samstag 01.08.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Dienstag 15.12.2020
Kunstraum Schwifting: 100 Jahre INGEBORG WEIGAND
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Kunstraum Schwifting
100 Jahre INGEBORG WEIGAND

Ausstellung vom 01. Agust bis 15. Dezember 2020
Die Ausstellung ist geöffnet nach Vereinbarung und an den Veranstaltungsabenden und endet am 15. Dez. 20.


Am Samstag 1. August 2020 um 15 Uhr eröffnet Sonia Fischer vom Neuen Stadtmuseum Landsberg die Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag der expressionistischen Malerin Ingeborg Weigand und wird eine Einführung in den antifaschistischen Zyklus und das Werk von IW geben.

"Wirkliche Maler sind rar geworden und die Verwirrung  über das, was Malerei sein soll, ist groß.... Ingeborg Weigand malt so deutlich und mitteilsam, wie sie sich mitverantwortlich fühlt für die Menschen und Vorstellungen, denen sie farbige Gestalt gibt. Die malerischen Werte aus Farben, Licht, Konturen, kräftigem Strich und fein verteiltem Malmaterial sind immer für die Sache, für die Bildaufgabe, für die Ansprache an andere Menschen da.Solche Malerei kann das lebendige der organischen Erscheinung wie unvergänglich vor uns stellen. Sie kann Ideen und Gefühlen Leben verleihen, Geschichte und Gestorbene wieder erwecken und die Gedanken nicht nur begleiten, sondern bildhaft machen."
Dr. Richard Hiepe


Vita INGEBORG WEIGAND

1920 in Hannover geboren
Jugendzeit in Düsseldorf verbracht
Besuch der Textil- und Webeschule in Krefeld
Mal- und Zeichenschule in Düsseldorf
Während des Hitlerfaschismus muss sie ihre Ausbildung unterbrechen
Vater im KZ – Esterwegen und Dachau
Nach dem Krieg siedelt die Malerin nach München über, dort absolviert sie die Akademie der bildenden Künste
Ausstellungen in verschiedenen Städten Europas.
1967 nimmt sie eine Lehrtätigkeit an einer Münchener Kunstschule auf
Ab 1972 eigenes Mal- und Zeichenstudio für Frauen in München und
Ab 1976  auch in Schwifting bei Landsberg
Ausstellungen im Stadtmuseum Landsberg und in der Galerie Raasch
Regelmäßige Beteiligungen im: Kunstsalon, Haus der Kunst, München Galerie der Künstler, München
Berufsverband Bildender Künstler, München
1995 stirbt Ingeborg Weigand in Schwifting
2005 – Gedächtnisausstellung im NeuenStadtmuseum Landsberg
2010 – Anlässlich des 15. Todestages und 90. Geburtstages zeigt der KUNSTRAUM SCHWIFTING die Bilder und Zeichnungen von Ingeborg Weigand

Publikation:
Illustrationen zu den Bänden von Ernest Hemingway, Nelly Sachs, Elsa Triolet, August Strindberg, Emil Zola, Charles Dickens, Rodja Weigand, Franziska Sellwig, Gustav Flaubert und im Landsberger Lesebuch

1976, Kunstband über die Malerin Ingeborg Weigand mit einem Vorwort von Dr. Richard Hiepe
1995, Bildband über die Malerin Ingeborg Weigand mit Einführungen von Dr. Maria Rüger und Rudij Bergmann sowie Gedichten von Franziska Sellwig und Rodja Weigand

KUNSTRAUM SCHWIFTING,
Kirchberg 9,
86940 Schwifting bei Landsberg am Lech,
Ruf 0 81 91 - 12 101

Abbildung: Portrait Sellwig
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Start: Freitag 04.09.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 14.02.2021
München Haus der Kunst: Michael Armitage
Bilder
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Haus der Kunst München

Michael Armitage
Ausstellung vom  04. September 2020 bis 14. Februar 2021

Der junge britisch-kenianische Maler Michael Armitage (geb. 1984 in Nairobi, Kenia) ist binnen kürzester Zeit zu einer der spannendsten Stimmen der Gegenwartsmalerei avanciert. In seinen großformatigen, farblich nuancierten Ölgemälden verbindet er europäische und ostafrikanische Themen und Maltraditionen. Inspiration erwächst ihm aus tagespolitischen Ereignissen, Popkultur, Folklore und persönlichen Erinnerungen, die er zu mythisch aufgeladenen und traumhaft anmutenden Bildern verwebt. Mit „Paradise Edict“ hat Michael Armitage, der im Herbst mit dem renommierten Ruth-Baumgarte-Preis ausgezeichnet wird, seine bislang umfassendste Präsentation in einem Museum, und zugleich seine erste in Deutschland.

Auf das durch die europäische Kunstgeschichte geschulte Auge wirken die Gemälde von Michael Armitage anziehend und seltsam vertraut wie bei einem Déjà-vu Erlebnis. In kompositorischen Elementen, Motiven oder Farbkombinationen findet sich die Ikonografie von Tizian, Francisco de Goya, Édouard Manet, Paul Gauguin, Vincent Van Gogh oder Egon Schiele wieder. So thematisiert der in Kenia aufgewachsene und an der Slade School of Art und der Royal Academy of Arts in London ausgebildete Maler geschickt den europäischen Blick und den damit verbundenen Exotismus in der Betrachtung des Anderen. Ebenso inspirierend für seine Palette und Symbolik sind die Werke ostafrikanischer Künstler, denen in der Präsentation im Haus der Kunst im Sinne einer Hommage ein eigener Raum gewidmet ist.

Kuratiert von Anna Schneider


Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München


Abbildungen:

Michael Armitage
Baboon, 2016
Oil on Lubugo bark cloth
59 1/16 x 78 3/4 in. (150 x 200 cm)
© Michael Armitage. Photo © White Cube (Ben Westoby)

Michael Armitage
Accident, 2015
Oil on Lubugo bark cloth
67 x 87 in. (170.2 x 221 cm)
© Michael Armitage. Photo © White Cube (George Darrell)

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Start: Donnerstag 01.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.07.2021
Murnau Schlossmuseum: Innen, außen, drinnen, draußen …
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Innen, außen, drinnen, draußen …
Aquarelle und Grafiken der Klassischen Moderne

Eine Sonderausstellung im Schloßmuseum Murnau
1. Oktober 2020 bis 4. Juli 2021

Innen, außen, drinnen, draußen … Diese einfache Wortfolge erinnert bewusst an den Klang
und Rhythmus von Abzählreimen wie „Ene, mene, muh und raus bist du“.
So haben sich viele nach dem Lockdown im März 2020 gefühlt. Als wäre man angezählt worden,
saß man mit einem Mal entweder zuhause in Quarantäne oder im Homeoffice bzw. allein im Büro.
Plötzlich war man aus dem Alltag gerissen und in einen unabsehbaren Ausnahmezustand versetzt.
Von einem Augenblick auf den anderen war der eigene Aktionsradius stark eingegrenzt, weil der Außenraum nur noch eingeschränkt genutzt werden durfte. Und der Innenraum fühlte sich immer enger an. Der Mensch und seine Position zu Abstand und Raum wurden neu definiert.

Mit einer Auswahl von Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken aus Privatbesitz und dem eigenen Bestand präsentiert das Schloßmuseum Murnau selten gezeigte Blätter von Künstlern der Klassischen Moderne, die sich meisterhaft mit dem Innen- und Außenraum auseinandersetzten:
menschenleere Stadtlandschaften von Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff; beschauliche Interieurs von Félix Vallotton, Gabriele Münter und David Hockney; quirliges Großstadtleben und Sehnsuchtsorte bei Karl Hubbuch, August Macke sowie Erma Bossi.
So treffen klassische Sujets auf unsere durch die letzten Wochen und Monate veränderte Wahrnehmung. Haben uns Interieur- und Landschaftsmalerei heute noch oder vielleicht wieder etwas zu sagen? Faszinieren uns die Motive? Sind sie gar tröstlich in ihrer Zeitlosigkeit? Das Schloßmuseum Murnau lädt ein zu einem spannungsreichen Dialog zwischen Kunst und aktueller Wahrnehmung.

Schlossmuseum Murnau
Schloßhof 2-5,
82418 Murnau am Staffelsee

Abbildungen:

- Erma Bossi, Les trois baigneuses, 1910/1915
Aquarell, Privatsammlung

- Ernst Ludwig Kirchner, Das blaue Haus im Topflappenviertel, 1909
Farbige Kreide, Leihgabe aus Privatbesitz

- Karl Hubbuch, Konditorei, um 1930
Zeichnung, Dauerleihgabe Sammlung Bünemann, © Stiftung Karl Hubbuch 2020

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Start: Freitag 02.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 10.01.2021
München Stadtmuseum: Welt im Umbruch. Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre
Bilder
Welt im Umbruch.
Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre

Eine Ausstellung des Münchner Stadtmuseums in Zusammenarbeit mit dem Bucerius Kunst Forum in Hamburg
2. Oktober 2020 – 10. Januar 2021

Die Ausstellung beleuchtet eine Zeit der Extreme und Gegensätze, voller Hoffnung und Elend, Licht und Schatten, die auch Assoziationen an die Gegenwart wecken. Im Dialog zwischen Malerei und Fotografie stellt die Ausstellung Höhepunkte einer Kultur vor, die künstlerisch voller Innovationen steckte und in der sich zugleich Vorboten des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus mehrten. Die moderne Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit in der Malerei und des Neuen Sehens in der Fotografie strebte eine sachliche und realistisch-veristische Wiedergabe des Bildgegenstands an. Charakteristisch ist der kühle distanzierte Blick auf das Geschehen, der die Welt ohne Illusionen, nüchtern und weitgehend emotionslos erfasst. In Abkehr von dem hymnischen Pathos des Expressionismus richteten die Maler*innen nunmehr ihre Aufmerksamkeit auf vermeintlich Banales, auf den Alltag der Großstadt und auf „häßliche“ Sujets.

Wie die Malerei befand sich auch die Fotografie Anfang der Zwanziger Jahre im tiefgreifenden Umbruch. Statt malerischer Unschärfe, die eine Nähe zur Kunst des Impressionismus und Symbolismus suggerierte, bekannten sich die modernen Fotograf*innen zur Bildschärfe und zu einer unmanipulierten Darstellung der Wirklichkeit.

Zeitgenössische Kunstkritiker wie Adolf Behne oder Paul Westheim haben auf die Präsenz einer fotografischen Ästhetik in der Malerei der Neuen Sachlichkeit schon frühzeitig hingewiesen. Zu dieser Präsenz des Fotografischen zählen die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe von Stofflichkeit, Materialität und Oberflächentextur, außerdem die Fragmentierung und Isolierung des Gegenstands, oder die Wahl von Nah-, Auf- und Schrägsichten, welche die Komposition in einen dynamischen Bildraum verwandeln.

Die figurative Malerei und Fotografie der 20er Jahre verbindet die Rückbesinnung auf den Gegenstand. Technische Apparate oder gewöhnliche Alltagsobjekte wurden mit liebevoller Hingabe zum Detail wiedergegeben. Dieses Bekenntnis zur „Ordnung der Dinge“ geht in der Malerei einher mit einer Rückbesinnung auf handwerkliche Traditionen. Mit Hilfe der altmeisterlichen Öllasurtechnik ließen sich beispielsweise Gegenstände wirklichkeitsnah darstellen und zugleich jede gestische Spur zugunsten einer glatten Oberfläche tilgen. Die besondere Eigenschaft, die Oberfläche und Gestalt prägnant zu erfassen, prädestinierte die Fotografie für den Einsatz in der Reklame im Wechselspiel mit moderner Typografie und Bildmontage. Diese allgegenwärtige Ästhetisierung des Alltäglichen fand bei Zeitgenossen nicht nur Zustimmung, sondern rief auch

Kritik hervor. Walter Benjamin beispielsweise warf dem Fotografen Albert Renger-Patzsch Verklärung und Verschleierung der eigentlichen Realitätsverhältnisse vor und kritisierte die neusachliche Fotografie als modische Affirmation der bestehenden Ordnung im Kapitalismus. Diese Systemkritik schloss in den Zwanziger Jahren auch die allgemeine Technikeuphorie in einer modernen Industriegesellschaft mit ein. Die vielfach als Maschinenkunst bezeichnete Fotografie schien besonders dafür geeignet, die Welt der Technik und die Stätten der industriellen Produktion bildlich zu erfassen. Doch auch Maler wie Carl Grossberg widmeten sich in ihren Werken dem Innenleben von Fabrikanlagen wie Kessel, Druckwalzen oder Gasometer. Die Schattenseiten einer technisierten Gesellschaft blieben in der Malerei und Fotografie jedoch weitgehend ausgespart.

Die Ausstellung spürt diesem künstlerischen Dialog zwischen Malerei und Fotografie erstmals mit besonderem Fokus auf sieben Kapitel nach: Stillleben/Die Dinge, Maschinenkunst und Technikkult, Akt und Selbstbildnisse, Individualportrait und Typenbildnis, Architektur/Stadtansicht sowie politische Collagen. Das letzte Kapitel präsentiert Arbeiten von Karl Hubbuch, Georg Scholz und John Heartfield, in denen sich die gesellschaftliche Entwicklung in der Weimarer Republik kritisch verdichtet.

Ausstellung und Publikation präsentieren Werke von Künstler*innen, die in Deutschland zwischen 1920 und 1935 gelebt und gewirkt haben. Neben circa 250 Fotografien, Gemälden und Grafiken werden auch die wichtigsten Fotopublikationen der Zeit zu sehen sein. Die Künstler*innen der Ausstellung sind u.a. Aenne Biermann, Erwin Blumenfeld, Otto Dix, Hugo Erfurth, Carl Grossberg, George Grosz, Florence Henri, Hannah Höch, Karl Hubbuch, Germaine Krull, El Lissitzky, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, Walter Peterhans, Max Radler, August Sander, Georg Scholz, Sasha Stone, Umbo.

Die Kunstwerke stammen aus mehr als 30 privaten und öffentlichen Sammlungen wie Berlinische Galerie, Galerie Berinson Berlin, Museum Folkwang Essen, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Museum Ludwig Köln, Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Pinakothek der Moderne München, Sammlung Dietmar Siegert München, Von der Heydt-Museum Wuppertal sowie dem Münchner Stadtmuseum.

Zur Ausstellung ist eine Publikation im Hirmer Verlag erschienen mit Aufsätzen von Kathrin Baumstark, Simone Förster, Miriam Halwani, Ulrich Pohlmann, Esther Ruelfs, Bernd Stiegler und Katharina Sykora. Diese ist an der Museumskasse und im Online-Shop zum Preis von 39,90 ¤ erhältlich.

Außerdem präsentiert das Filmmuseum des Münchner Stadtmuseums an zwei Abenden das Werk des in den 1920er und 1930er Jahren in München tätigen Avantgarde-Fotografen, Kameramanns und Filmregisseurs Willy Zielke.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Bucerius Kunst Forum Hamburg realisiert worden.
Kuratoren der Ausstellung: Dr. Ulrich Pohlmann, Sammlung Fotografie und Dr. Kathrin Baumstark, Bucerius Kunstforum, Hamburg

Münchner Stadtmuseum
Sankt-Jakobs-Platz 1,
80331 München

Abbildung:
Georg Scholz, Selbstbildnis vor der Litfaßsäule, 1926,
Sammlung Staatliche Kunsthalle Karlsruhe © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
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Start: Samstag 10.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.11.2020
Gilching: AUSSTELLUNG – RUTH NEUREITER
AUSSTELLUNG – RUTH NEUREITER

IM REICH DER FARBEN UND WORTE

Ruth Neureiter zeigt im Rathaus unter dem Titel „Im Reich der Farben und Worte“ Abstraktes in Acryl aus den letzten 2 Jahren sowie ihr aktuelles literarisches Projekt. Seit 1980 Auseinandersetzung mit Zeichnen, Akt, Malerei u. a. in der Technik alter Meister, in der Steinbildhauerei, im Modellieren mit Ton, Kaligrafie, arabischer Kaligrafie, Fotografie. Unterricht bei LehrerInnen aus dem In- und Ausland sowie an verschiedenen Kunstakademien. Seit 2006 über 50 Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland, Frankreich und Österreich, u. a. in der Regierung von Obb., Kunstzone Gräfelfing, Lange Nacht der Kunst Landsberg, Gasteig München, Galerie Weihergut Salzburg, präsent bei SaatchiArt. Zahlreiche private Ankäufe sowie Ankäufe von Firmen und privaten Sammlern innerhalb Deutschlands und im Europ. Ausland, USA und Asien.

Rathaus Gilching
Rathausplatz 1,
82205 Gilching
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Start: Dienstag 13.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 06.06.2021
München Lenbachhaus: UNTER FREIEM HIMMEL - Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter
Bilder
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UNTER FREIEM HIMMEL
Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter

Ausstellung im Lenbachhaus vom 13. Oktober 2020 bis 6. Juni 2021

Wassily Kandinsky und Gabriele Münter – wir kennen sie als zentrale Figuren der Künstler*innenformation Der Blaue Reiter. Bereits vor dieser Zeit verband die beiden eine enge künstlerische Beziehung. Die Ausstellung widmet sich erstmals ihren gemeinsamen Wegen in den Jahren von 1902 bis 1908. Auf zahlreichen Reisen schuf das Paar kleine Malereien und Fotografien: unter freiem Himmel und mit leichtem Gepäck. Etwa in Kallmünz, Rotterdam, Tunis, Rapallo und Paris entstanden Ölskizzen, Fotografien und Zeichnungen direkt vor den Motiven.
Auf Einladung des an der Phalanx-Schule lehrenden Kandinsky nahm Münter am Sommeraufenthalt seiner Klasse 1902 in Kochel teil. Unterwegs mit Kamera, Paletten, kleinen Malpappen, zusammengefalteter Staffelei und verschließbaren Farbtuben fuhren sie mit dem Fahrrad durch die Landschaften des Voralpenlandes. Nach den ersten gemeinsamen Wochen in Kochel verbrachten sie den zweiten Malsommer der Klasse Kandinskys 1903 in Kallmünz, nun als Paar. Hier entwickelten sie ein erkennbar aufeinander bezogenes künstlerisches Arbeiten, das sie inden nächsten Jahren während ihrer gemeinsamen Reisen fortführen sollten. Sie näherten sich demselben Motiv, nutzten dabei verschiedene Techniken, verwendeten unterwegs entstandene Fotografien auch als Vorlage für Zeichnungen, Holzschnitte und Gemälde und diskutierten über individuelle künstlerische Weiterentwicklungen.

Ab 1904 begab sich das Paar bis 1908 auf Reisen. Mobilität bestimmte ihr Privatleben sowie ihre künstlerische Arbeit. Sie widmeten sich vorwiegend Landschaften und Architekturen der gewählten Zielorte. Dabei folgten sie den Wegen, die auch in Reiseführern der Zeit vorgeschlagen und von touristischen Vorgänger*innen geebnet wurden, ob in Deutschland, den Niederlanden, Italien oder Tunesien. In ihrer Arbeitsweise zeigt sich der Einfluss des Impressionismus: Der Pinselwurde kaum genutzt und die Farbe nahezu ungemischt mit dem Palettenmesser aufgetragen. Die Formate sind klein und intim, der Einsatz der Farbe stand im Mittelpunkt ihres Interesses. Unberührt von der sozialen Realität der Welt orientierten sich ihre Arbeiten an der Erscheinung der Oberflächen.

Neben den Ölskizzen entstanden zahlreiche Fotografien, die insbesondere Münter fertigte; ihre Kodak-Rollfilmkamera trug sie stets bei sich. In ihnen zeigt sich der Gestaltungswille einer Malerin, deren Fotografien heute für uns nicht mehr nur einen dokumentarischen und privaten Wert besitzen. Es sind Fotos, deren künstlerischer Blick uns in Erstaunen versetzt. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der fotografischen und gemalten Bilder zeigen uns die Fragestellungen dieses modernen Künstler*innenpaares. Von Kallmünz bis Karthago begaben sie sich mit antiakademischen und impressionistischen Mitteln auf die Suche nach einer zeitgenössischen Ästhetik in der Malerei.

Nach vier Jahren Reisezeit mit einem abschließenden Jahr in Paris 1906–1907 kehrten sie nach Deutschland zurück, verbrachten den Winter in Berlin, das Frühjahr in Südtirol, bevor sie im Frühsommer 1908 den Entschluss fassten, das unstete und sozial reduzierte Wanderleben zu beenden und sich wieder dauerhaft in München niederzulassen. An diesem Punkt endet die Ausstellung, die die besondere künstlerische Nähe Kandinskys und Münters in den frühen gemeinsamen Jahren von 1902 bis 1908 herausstellt.

Kuratiert von Sarah Louisa Henn und Matthias Mühling
Eine Kooperation des Lenbachhauses mit der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung
Mit freundlicher Unterstützung des Förderverein Lenbachhaus e.V.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildungen:

- Gabriele Münter, Blick aus dem Fenster in Sèvres, 1906,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020

- Gabriele Münter, Allee im Park von Saint-Cloud, 1906,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München,
Gabriele Münter Stiftung 1957,
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
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Start: Freitag 23.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Mittwoch 14.04.2021
München Haus der Kunst: Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land
Bilder
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Bilder
Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

Sammlung Goetz im Haus der Kunst
Ausstellung vom 23. Oktober 2020 bis 14. April 2021

Seit 2011 werden im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst im halbjährlichen Wechsel Medienarbeiten aus dem Bestand der Sammlung Goetz in kuratierten Gruppenausstellungen präsentiert. Mit „Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land“ ist dort erstmals seit Bestehen der Kooperation in diesen Räumen eine Einzelausstellung eines Künstlers zu sehen. Die Sammlung Goetz, die bereits umfangreiche Werkgruppen von Cyrill Lachauer besitzt, hat den Künstler beauftragt, eine neue Installation für diesen besonderen Ort zu entwickeln.

Entstanden ist die umfangreiche Multimediainstallation „Cockaigne – I am not sea, I am not land“, bestehend aus Filmen, Videos, Diaprojektion, Soundinstallation, Fotografien und Wandtexten. Der Künstler arbeitet seit 2018 an ihrer Fertigstellung, konnte den letzten Teil aufgrund der Reisebeschränkungen der vergangenen Monate jedoch noch nicht abschließen. Da es sich um eine zusammenhängende Installation handelt, hat der Künstler die Wände im Verbindungsgang für die Präsentation von Fotografien und handgeschriebenen Wandtexten in die Gestaltung miteinbezogen.

Der Titel „Cockaigne“ bezieht sich auf das 1567 von Pieter Bruegel d. Ä. gemalte Bild „The land of Cockaigne“, dem Schlaraffenland. Es ist ein utopisch-ironischer Gegenentwurf zur alltäglichen Härte des bäuerlichen Lebens. In einem seiner Filme zoomt Cyrill Lachauer in einer knapp halbstündigen Kamerafahrt in das Gemälde hinein. Begleitet wird dieser Film von einem gesprochenen Text des Künstlers, zu dem er zusammen mit Moritz Stumm einen Soundteppich entwickelt hat.

Den Ausgangspunkt für das Projekt bildete der Film „Dodging Raindrops – A Separate Reality“, der als einzige bereits bestehende Arbeit in der Ausstellung gezeigt wird. Dabei handelt es sich um einen episodischen Experimentalfilm, in dem der Künstler von Begegnungen mit Rappern, Rodeoreitern und angeblichen „Native Americans“ erzählt. Es geht um Fragen der Identität, der Zuschreibung, aber auch um Fiktion. So verknüpft er dokumentarische und inszenierte Szenen zu einer mythisch-apokalyptischen Erzählung. Offen bleibt, wieviel eigene Geschichte Lachauer als weißer, europäischer Mann und Künstler mit in den Film hineinbringt.
Der 1979 in Rosenheim geborene und in Berlin lebende Cyrill Lachauer hat Regie, Ethnologie und Kunst studiert. In seiner Jugend stieß er auf das Buch von Carlos Castaneda „Eine andere Wirklichkeit“ (engl.: A Separate Reality). Es erzählt von der Begegnung des Anthropologen mit einem Native American und Medizinmann, der ihn das „Sehen“ lehrte. Nach Aussagen des Künstlers hat er das Buch, das in der New-Age-Bewegung gefeiert wurde, in nur wenigen Tagen gelesen. Die Begeisterung für die Schriften Castanedas habe ihn schließlich zum Ethnologie-Studium geführt. Dort musste er jedoch erfahren, dass Castanedas Begegnungen frei erfunden waren und seine vermeintlich wissenschaftliche Feldforschung in der Lektüre von Büchern aus der Universitätsbibliothek bestand. Für die Ethnologie war der New-Age-Guru damit erledigt, aber Lachauer hielt trotzdem an ihm fest. Ihn interessierte nun vielmehr, wie Castaneda aus der Perspektive eines weißen Mannes das Narrativ des „Native American“ weiter fortschreibt und für seine Zwecke einnimmt.

Getrieben von der Idee einer erzählenden Landschaft, in die gleichsam die Geschichte ihrer Bewohner miteingeschrieben ist, begab sich Lachauer auf Reisen in die USA. Von Los Angeles aus folgte er der Route der fiktiven Feldforschung von Castaneda. Aber die Geschichte, die Lachauer erzählt, ist eine andere.

Den Auftakt zur Ausstellung bildet die Filmprojektion einer vom Künstler bearbeiteten Sequenz aus dem Film „Man of Aran“ von 1934. Darin macht eine vom Wind aufgepeitschte See eine klare Grenzziehung zwischen Festland und Meer unmöglich. Der Komponist Ned Collette hat inspiriert von diesem Werk ein freies Musikstück dazu geschaffen. Die Auseinandersetzung mit den Ideen von Land und Landschaft in ihren unterschiedlichsten Ausformungen bilden auch das Grundgerüst der Ausstellung. Denn Land kann Heimat bedeuten und Wurzeln geben, es kann ein nährendes Stück Land sein, aber auch als Idee von Nation zu In- und Exklusion führen.

Cyrill Lachauer nimmt uns mit auf seine Reisen nach Brasilien, Südafrika, die USA, Rumänien, aber auch nach Berlin und in die brandenburgische Provinz. Dabei begegnen wir den Hobos, amerikanischen Wanderarbeitern, die auf Güterzügen durch das Land reisen, dem queeren Parkarbeiter Justin am Yosemite Nationalpark in Kalifornien, Diamantsuchern in Südafrika und Barrit, der aus den USA geflohen ist und nicht mehr in seine Heimat zurückkehren kann. Es sind die unterschiedlichsten Menschen, die alle das Schicksal von Grenzgänger*innen eint.

Kuratiert von Cornelia Gockel und Susanne Touw

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München

Abbildungen:

- Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Filmstill: Amerika)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

- Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Filmstill: The Rain Dancer)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

- Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Filmstill: We are unarmed)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
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Start: Freitag 23.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.04.2021
München Haus der Kunst: Cyrill Lachauer
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Haus der Kunst München

Cyrill Lachauer „I am not sea, I am not land“
Ausstellung vom 23.Oktober 2020 bis 11. April 2021


Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten als dystopische Weiterentwicklung zu den utopischen Räumen in seinem letzten Film „Dodging Raindrops – A Seperate Reality“ geschaffen. Dabei beschäftigt er sich mit der Idee von Land in den verschiedensten Ausformungen. Denn Land kann Heimat bedeuten und Wurzeln geben, es kann ein nährendes Stück Land sein, aber auch als Idee von Nation zu In- und Exklusion führen. Land kann man besitzen oder mit ihm leben, man kann es wegnehmen, zerstören und anderen den Zugang verwehren.

So begegnen wir in „I am not sea, I am not land“ einem US-Amerikaner, der nach Berlin geflohen ist, um einer langjährigen Gefängnisstrafe zu entgehen, drei Diamantensuchern in Südafrika, einem queeren Parkarbeiter im Yosemite National Park oder dämonischen Ritualen der Raunächte in der Alpenregion. Lachauer bleibt dabei nicht der distanzierte Beobachter hinter der Kamera, sondern stellt, indem er gesellschaftspolitische Themen zu Geschlecht, Identität, sozialer Klasse und Nation aufgreift, auch seine eigene Position in Frage.

Er bezieht sich auf das 1567 entstandene Gemälde „The land of Cockaigne“ von Peter Brueghel dem Älteren. Darin entwirft der Maler ein Schlaraffenland (engl. Cockaigne) als utopisch-ironischen Gegenentwurf zur alltäglichen Härte des bäuerlichen Lebens.

Kuratiert von Cornelia Gockel und Susanne Touw

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen:

Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Filmstill: Amerika)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Fotografie: Landless)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
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