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Start: Freitag 10.11.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.09.2018
München Pinakothek der Moderne: HELLA JO NGERIUS & LOUISE SCH OUWENBERG. BEYOND THE NEW
Bilder
Bilder
HELLA JONGERIUS & LOUISE SCHOUWENBERG. BEYOND THE NEW
PINAKOTHEK DER MODERNEDIE NEUE SAMMLUNG – THE DESIGN MUSEUM

10. NOVEMBER 2017 – 16. SEPTEMBER 2018 (PATERNOSTER-HALLE)

Die niederländische Produktdesignerin Hella Jongerius und die Designtheoretikerin Louise Schouwenberg sind eingeladen, für die Paternoster-Halle der Pinakothek der Moderne eine ortsspezifische Installation zu entwickeln. Die Neue Sammlung – The Design Museum präsentiert bereits seit 2015 ihr zehnmonatiges Ausstellungsformat für zeitgenössische Designpositionen in der zweigeschossigen Paternoster-Halle in der Pinakothek der Moderne, deren architektonische Besonderheit vor allem durch die stete Bewegung der beiden Paternosteraufzüge definiert wird.Hella Jongerius hat insbesondere durch ihre charakteristische Arbeitsweise, eine Verbindung aus Handwerk und industriellen Prozessen, sowie durch ihre markanten Textil- und Farbentwürfe internationale Anerkennung erlangt. Louise Schouwenberg ist Kunst- und Designtheoretikerin und leitet den Fachbereich für Contextual Design an der renommierten Design Academy in Eindhoven. Jongerius und Schouwenberg verfassten 2015 das Manifest „Beyond the New. A Search for Ideals in Design“, welches sie auf dem Salone del Mobile in Mailand vorstellten. Darin kritisieren sie das vorrangige Interesse der Produktindustrie an der Idee des ewig Neuen um der Neuheit willen und plädieren stattdessen für eine wahrhaftige kulturelle Innovation.Die Idee des Neuen wird in der Ausstellung nun auf das Museum und seine Sammlung übertragen. Wie ist Design hier definiert? Wie unterscheiden sich die Anforderungen des Marktes von denkulturellen Ansprüchen des Museums? Kann kulturelle Innovation im Museum verortet sein?  „Ja und Nein”, sagen Jongerius und Schouwenberg. „Auf der einen Seite ist das Museum der ideale Ort, um die vielfältigen kulturellen Bedeutungen von Design verständlich zu machen. Der Besucher kann hier nachvollziehen, welche Exponate zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung das Ergebnis einer kulturellen Innovation waren und im Laufe der Zeit nichts an Bedeutung eingebüßt haben. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, ob in einem Museum die Diskrepanz zwischen Design als kulturellem Artefakt und Design als kommerziellem Gut überzeugend veranschaulicht wird. Kann das Museum tatsächlich Erkenntnisse über die Bedeutung von Design im Alltagsleben der Menschen vermitteln, wenn die Objekte im musealen Kontext ihres Funktionswertes beraubt sind?”Ein thematischer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Aspekt des Sammelns und Ausstellens in der Neuen Sammlung – The Design Museum vor dem Hintergrund ihrer geschichtlichen Entwicklung. Anhand verschiedener Installationen wird beleuchtet, wie unterschiedliche Kontexte die Wertschätzung funktionaler Dinge beeinflussen können. Jongerius und Schouwenberg: “Designobjekte sind Vermittler zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Sobald man sich ihrer enormen Wirkung bewusst wird, erkennt man auch welche Entwürfe hochwertiger undbedeutungsreicher sind als andere.”

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Bilder:

- Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Die Neue Sammlung – The Design Museum
Foto / Photo: Roel van Tour

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg. Beyond the New. Installationsansicht.
Foto: Labadie / Van Tour
Start: Freitag 02.02.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.06.2018
München Haus der Kunst: Kiki Smith - Procession
Bilder
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In über drei Jahrzehnten hat die amerikanische Künstlerin Kiki Smith (geb. 1954 in Nürnberg) ein facettenreiches Werk geschaffen, das sich mit den politischen und sozialen, den philosophischen und spirituellen Aspekten der menschlichen Natur befasst. Ihre analytische Durchdringung des Körpers - ohne Scheu vor Tabus und Grenzen der Scham - stellt die Bedingungen menschlichen Daseins zur Diskussion: Alter, Tod und Sterben, Verwundung und Heilung, Ganzheit und Fragmentierung, Sexualität und Geschlecht, Identität und Erinnerung. Dabei nutzt Kiki Smith neben der Skulptur eine Vielzahl anderer Medien, insbesondere Zeichnung, Radierung und Lithografie, auch Buch, Fotografie und Video. Sie verwendet eine Fülle von Materialien, z.B. Bronze, Gips, Glas, Porzellan, Papier, Pigment, Aluminium, Latex, Federn, Haar und Bienenwachs.

Obwohl Kiki Smith im Bewusstsein einer kunstinteressierten Öffentlichkeit präsent ist, fand die Wertschätzung ihres Werks in europäischen Museen vorwiegend in kleineren Projekten Ausdruck: in der Kestner Gesellschaft, Hannover (1998), im Ulmer Museum (2001), der Fondazione Querini Stampalia, Venedig (2005), im Museum Haus Esters, Krefeld, der Kunsthalle Nürnberg (2008), der Fundació Joan Miró, Barcelona (2009) und dem Palais des Papesses, Avignon (2013). Die Ausstellung im Haus der Kunst ist die erste größere Museumspräsentation in Europa. Die ausgewählten Werke verflechten sich zu einer Gesamtdarstellung des gedanklichen Kosmos der Künstlerin. Der Schwerpunkt liegt auf den Skulpturen vom Beginn der Werkentwicklung in den 1980er-Jahren bis zu jüngst entstandenen Arbeiten.

Der Titel der Ausstellung leitet sich etymologisch von „vorbeischreiten" (lat. procedere) ab; er stellt einen Bezug her zur Inszenierung des Künstlers Francis Alÿs aus dem Jahr 2002: Alÿs konzipierte den temporären Auszug von Kunstwerken aus dem MoMA wegen Baumaßnahmen als „The Modern Procession". Repliken bedeutender Werke von Alberto Giacometti oder Marcel Duchamp oder Pablo Picassos Gemälde „Demoiselles d'Avignon" wurden wie Reliquien durch die Straßen von New York getragen, mit Kiki Smith - für viele selbst eine Ikone der Kunst -, über den Köpfen thronend.

Die Werke der 1990er-Jahre zeigen isoliert einzelne menschliche Körperteile: Bauch, Kopf, Hände, Gedärm, oder Gefäße mit den Körperflüssigkeiten Blut, Schweiß, Milch und Tränen. Vom Ganzen abgetrennt präsentiert, wirken sie wie archäologische Funde, oder Reliquien. Dabei machen die Radikalität der Bilderfindungen und die Magie des Materials das Werk von Kiki Smith so einzigartig. Durch ihre Hingabe an das „Drama" des Körpers, vor allem des weiblichen Körpers, ist das gesamte emotionale Spektrum von Gewalt und Verletzlichkeit, von Harmonie und Geborgenheit gegenwärtig.

In diesen Werken kommen so unterschiedliche handwerkliche Techniken wie Glasbläserei, Glasmalerei, Herstellung und Verarbeitung von Porzellan, Gipsabguss, Papiermaché oder Filz zum Einsatz. Mit „Glass Stomach" (1985) präsentiert Kiki Smith den Magen als durchsichtiges Gefäß. Der organische Ort der chemischen Spaltung von Nährstoffen und ihre Umwandlung in Energie ist Laborgerät für alchemistische Experimente. Ihre Entscheidung für einen bestimmten Werkstoff bezeichnet Kiki Smith als „eine nützliche Art zu denken".

Von diesen anatomisch angelegten Darstellungen ausgehend hat sich im Werk der Kiki Smith seitdem ein Universum entfaltet, das von Mädchen und Frauen, Mischwesen, Tieren vieler Art, Gewächsen und Gestirnen bevölkert ist. Mit „Jersey Crows" (1995/2017) setzt Kiki Smith 20 Krähen, die Opfer von Pestiziden wurden und tot vom Himmel fielen, ein Denkmal. Eine solche Installation schafft Kreaturen, deren Habitat durch den Menschen bedroht ist, einen Raum der Wertschätzung, der an den Ritus des Übersetzens sowie an das Bewahren, an Totenbarke und Arche Noah, erinnert. Kiki Smith fragt nach unserem Verhalten gegenüber der Schöpfung. Die Haltung der Künstlerin ist klar: „Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht."

Die Ausstellung lässt diese Geschöpfe am Betrachter vorbeiziehen wie in einer Prozession. Oft sind die verschiedenen Wesenheiten ineinander verwoben: ein abgetrennter Kopf auf dessen Kinn ein Rabenvogel sitzt („Head with Bird II", 1994); oder eine Frau - die Künstlerin selbst -, die eine leblose Katze im Arm hält („Pietà", 1999); eine andere, deren Fuß wie bei einer Geburt noch mit einem Reh verbunden ist („Born", 2002). In der Ausstellung hat „Born", sowie die Skulptur von einer Frau, die dem Bauch eines Wolfes entsteigt („Rapture", 2001), umgeben von den Tapisserien einen ganzen Raum für sich. Die Begegnungen zwischen Mensch und Kreatur drücken Innigkeit und Vertrautheit aus. Insgesamt wird bei den Wesen von Kiki Smith die Grenze zwischen Mensch, Natur und Kosmos durchlässig.

Die Serie von zwölf Tapisserien ist hier erstmals vollständig ausgestellt. Bei ihrer ersten Reise nach Europa erfüllte sich die Künstlerin den Wunsch, die Tapisserien „Zyklus zur Apokalypse" zu sehen, die Herzog Ludwig I. von Anjou in den Jahren 1377-1382 für seine Residenz in Angers fertigen ließ. Dieser 140m breite Wandteppich stellt die Visionen aus der Offenbarung des Johannes dar. In ihrer eigenen Serie von Tapisserien erzählt Kiki Smith eine Art Schöpfungsgeschichte. Schlange, Wolf, Rabenvogel, Eva, Adam, Reh, Berge, Flüsse, Meer und Gestirn sind zu einem bekenntnishaften Weltentwurf verwoben.

Die Ausstellung wird von Petra Giloy-Hirtz kuratiert. Der Katalog erscheint bei Prestel, mit Beiträgen von Julia Bryan Wilson, Petra Giloy-Hirtz, Virginia Raguin und Ulrich Wilmes; gebundenes Buch, 224 Seiten, 23,0 x 27,0 cm, 110 farbige Abbildungen, ISBN: 978-3-7913-5625-9, 49,95 Euro.

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Germany

Bilder:

Kiki Smith
Untitled
1995
Braunes Papier, Methylzellulose, Pferdehaar
134,6 x 45,7 x 127 cm
Photograph by Ellen Labenski, courtesy Pace Gallery
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery

Kiki Smith
Head with Bird
1994
Phosphorbronze und Silberbronze
30,5 x 30,5 x 16,5 cm
Unikat
Photograph by Ellen Page Wilson, courtesy Pace Gallery
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery
Start: Freitag 09.02.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 10.06.2018
München Pinakothek der Moderne: GERMAINE KRULL. MÉTAL
Bilder
GERMAINE KRULL. MÉTAL
PINAKOTHEK DER MODERNE
SAMMLUNG MODERNE KUNST
AUSSTELLUNG VOM 28. SEPTEMBER 2017 – 10. JUNI 2018

Ihre Bedeutung als Künstlerin der Avantgarde verdankt die Fotografin Germaine Krull (Wilda 1897 – 1985 Wetzlar) ihrem wegweisenden Mappenwerk „Métal“, das 1928 in Paris bei A. Calavas, Librairie des Arts Décoratifs in kleiner Auflage erschien. In 64 Lichtdrucktafeln setzt sie darin eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm mittels ungewöhnlicher Perspektiven und Bildausschnitte in Szene. Die Abfolge im Portfolio lässt aus den Einzelbildern einen geradezu filmisch-bewegten „Tanz der nackten Metalle“ werden und zeigt die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit. Es war wohl gerade diese Veröffentlichung, die Walter Benjamin veranlasste, Germaine Krull in seiner „Kleinen Geschichte der Fotografie“ (1931)  in einem Atemzug mit den bedeutenden Fotografen August Sander und Karl Blossfeldt zu nennen.Die Präsentation zeigt alle 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Zusätzlich ist der Kurzfilm „De Brug“ (1928) des niederländischen Filmemachers und Dokumentaristen Joris Ivens zu sehen. Hier zeigt sich nicht nur die persönlich künstlerische Verbindung der beiden, sondern auch die wechselseitige Inspiration der technischen Bildmedien Film und Fotografie in der Moderne.Germaine Krull, die ihre Ausbildung an der Münchner Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie absolviert hatte und 1920 aufgrund ihrer politischen Gesinnung aus Bayern ausgewiesen wurde, lebte nach Stationen in Moskau, Berlin und Amsterdam ab 1926 in Paris. Dort avancierte sie zu einer gefragten Werbe- und Porträtfotografin und arbeitete als Fotojournalistin. Trotz reger Ausstellungs- und Publikationstätigkeit in den 1920er und 1930er Jahren geriet sie nach 1945 in Vergessenheit.Ann und Jürgen Wilde konnten Germaine Krull 1974 in Nordindien ausfindig machen und richteten ihr 1977 eine erste Retrospektive in Deutschland aus. Diese leitete die Wiederentdeckung der Fotografin und ihres bedeutenden Werkes ein.

PINAKOTHEK DER MODERNE
Barer Straße 40
80333 München

Bild:

- Germaine Krull, Tour Eiffel, um 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen
Start: Freitag 23.02.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 12.05.2018
München Galerie Thomas: PAUL KLEE - MUSIK UND THEATER IN LEBEN UND WERK
Bilder
Bilder
PAUL KLEE
MUSIK UND THEATER IN LEBEN UND WERK

Austellung vom 23. Februar bis 12. Mai 2018


Die Ausstellung „Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk“ in der Galerie Thomas folgt Paul Klees musikalischen Spuren und seinem großen Interesse an der Oper und dem Theater. Paul Klee (1879-1940)  war nicht nur bildender Künstler, sondern auch Musiker. In seiner Jugend hatte er sich nur schwer zwischen den beiden Professionen entscheiden können, und obwohl er der Malerei schließlich den Vorzug gab, blieb er der Musik zeitlebens eng verbunden: als  passionierter Geiger und als ebenso begeisterter wie kritischer Besucher von Konzerten und Opernaufführungen, vor allem auch in München. Musik und bildende Kunst gingen aber nicht nur in Klees Leben, sondern auch in seinem Werk eine enge Verbindung ein. Rhythmen und Melodien spiegeln sich in Landschaften, Architekturen und abstrakten Kompositionen, Pathos und Witz des Bühnenspiels liegen
 vielen seiner Figurenszenen zu Grunde. Mit rund 40 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von 1914 bis 1939 veranschaulicht die Galerie Thomas, wie Klee das Thema Musik durch alle Werkphasen hindurch beschäftigte. Darunter sind bekannte Werke, aber auch solche, die bisher nur selten oder gar nicht in Ausstellungen zu sehen waren. Die Ausstellung setzt dabei vor allem zwei Schwerpunkte: Auf der einen Seite sind dies Bühnenfiguren und Masken, also Werke, die aus seiner Leidenschaft für Oper, Theater und Puppenspiel entstanden, auf der anderen Seite zeichenhaftabstrakte Aquarelle und Gemälde, deren Bildgestaltung das Vorbild musikalischer Strukturen spiegelt.

Der Höhepunkt der Ausstellung ist das Bild  „Die Sängerin L. als Fiordiligi“, 1923, ein Werk, das Klee nicht nur genau vorbereitet, sondern auch mehrfach wiederholt hat. Nicht weniger als fünfmal hat er die Figur gestaltet, so häufig wie kein anderes Motiv in seinem Werk. Zwei Fassungen sind in der Ausstellung zu sehen: Das Hauptstück von 1923 und die davon abgeleitete handkolorierte Lithographie, die Klee nur an ausgewählte Sammler verschenkte. Eine weitere Fassung ist im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München und wird zeitgleich in der Ausstellung der Pinakothek der Moderne zu sehen sein. Neben privaten Leihgebern wurde die Ausstellung dankenswerter Weise auch von
 öffentlichen Museen mit Leihgaben unterstützt: Bechtler Museum of Modern Art, Charlotte (North Carolina, USA); Kunsthalle Karlsruhe; Franz Marc Museum, Kochel am See; Ulmer Museum, Ulm und andere.
Die Kuratorin der Ausstellung „Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk“ ist Dr. Christine Hopfengart, ehemalige Leiterin der Paul-Klee-Stiftung, Bern.

DOKUMENTATION
Die ausgestellten Werke werden von einer umfangreichen Dokumentation zu Klees „musikalisch-theatralischer Biographie“ begleitet. Seine Auftritte als Geiger kommen hier ebenso zur Sprache, wie seine Tätigkeit als Musikund Theaterkritiker oder der Einfluss der Musik auf seinen Unterricht am Bauhaus. Besondere Aufmerksamkeit gilt darüber hinaus seinen Verbindungen zur Münchner Musik- und Theaterszene. Hier empfing er nicht nur prägende Eindrücke in den Aufführungen des Münchner Hoftheaters und bei seinen zahlreichen Konzertbesuchen, hier machte er vor allem auch die entscheidenden Schritte hin zu seiner „musikalischen Bildsprache“. Parallel zur thematischen Ausstellung bietet die Galerie eine gesonderte Auswahl von Werken Paul Klees zum Verkauf an.

BEGLEITPROGRAMM
Die Galerie Thomas veranstaltet begleitend zur Ausstellung „Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk“ fünf Themenabende, die Klees Verbindung zu Musik und Theater vertiefen.Die Klee-Abende in der Galerie Thomas umfassen Konzerte, in denen Werke von Bach und Mozart zur Aufführung kommen, sowie die Arie der „Fiordiligi“ aus „Così fan tutte“, weil Klee diese Werke besonders liebte; andererseits Werke zeitgenössischer Komponisten nach Bildmotiven Paul Klees, eine Auf führung mit Repliken von Klees Handpuppen sowie eine Lesung aus seinen Schriften, Briefen und Tagebüchern. Paul Klee gehörte nicht nur zu den bildenden Künstlern des 20. Jahrhunderts, die sich am intensivsten mit Musik auseinandergesetzt haben, er war auch der jenige, der mit seinem malerischen Werk das umfangreichste Echo bei Musikern und Komponisten gefunden hat. Klee  selber nahm Anregungen aus der Musik auf und gab sie auch wieder zurück. Mehr als 450 Kompositionen sind seit den 1940er-Jahren bis heute entstanden, die sich auf Klee und einzelne seiner  Bilder beziehen. Die Inspiration durch Klee reicht bis in die Jetzt-Zeit hinein. Eine Vielzahl prominenter Kompositionen wird an den musikalischen Begleitabenden in unterschiedlichen Besetzungen interpretiert, darunter ein kompletter Zyklus des französischen Komponisten Francis Poulenc, bestehend aus sieben Liedern.

KATALOG
Ausstellungsbegleitend erscheint im Wienand Verlag das von Christine Hopfengart herausgegebene, gleichnamige Katalogbuch. Mit mehreren Beiträgen von kunst historischer und auch  musikwissenschaftlicher Seite gibt der reich bebilderte Katalog Einblick in Klees „Doppel-Leben“ als Maler und Musiker – seine besondere Existenz als „Maler-Geiger“ – und das künstlerische Spannungsfeld, in dem er sich bewegte. Das Katalogbuch zeigt neben zahlreichen Photographien aus dem privaten Leben Klees sowie der Theater- und
 Musikszene der Zeit sämtliche ausgestellten Werke in
 farbigen, ganzseitigen Abbildungen.


GALERIE THOMAS
Expressionism&Classic Modern
Türkenstrasse 16
80333 München


Abbildungen:

- PAUL KLEE
Komische Alte
Feder, Bleistift und Aquarell auf Papier auf Karton 1923
32,5 x 18 cm Dale Taylor & Angela Lustig
© Zentrum Paul Klee, Bern, Archiv / courtesy Galerie Thomas

- PAUL KLEE
Mephisto als Pallas Kreide,
Aquarell und Tempera auf Grundierung auf Papier 1939
48,5 x 30,9 cm Museum Ulm
© Museum Ulm / courtesy Galerie Thomas
Start: Sonntag 25.02.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 10.06.2018
Kochel Franz Marc Museum: Paul Klee - Landschaften
Bilder
Bilder
Paul Klee - Landschaften
Eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis

Franz Marc Museum
25. Februar - 10. Juni 2018

Paul Klee, dessen Oeuvre über 10.000 Werke umfasst, hat sehr viele Landschaften gemalt. Dies ergibt zumindest ein Blick in sein Werkverzeichnis, wo der Begriff Landschaft in zahlreichen Bildtiteln vorkommt. Nur sehr selten wird er allerdings auf konkrete Orte bezogen, wie es bei einem traditionellen Verständnis der
Bildgattung zu erwarten wäre. Noch weniger entsprechen die Werke selbst dieser Erwartung.
„Landschaft“ ist bei Paul Klee kein wirklicher, sondern ein imaginärer Ort, der die allgemeine Vorstellung von Landschaft als Folie nutzt, um eine „kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis zu unternehmen“.
In seinem ersten kunsttheoretischen Text, „Schöpferische Konfession“ (1920) nutzt Klee das Bild der Reise, um den Rezipienten seiner Werke mit der zeitlichen Dimension der Bildbetrachtung vertraut zu machen und ihm die Assoziationsbreite der bildnerischen Zeichen zu vermitteln: „Entwickeln wir, machen wir unter Anlegung eines topographischen Planes eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis. Über den
toten Punkt hinweggesetzt sei die erste bewegliche Tat (Linie). Nach kurzer Zeit Halt, Atem zu holen. (Unterbrochene oder bei mehrmaligem Halt gegliederte Linie.) Rückblick, wie weit wir schon sind. (Gegenbewegung). Im Geiste den Weg dahin und dorthin erwägen (Linienbündel). Ein Fluß will hindern, wir bedienen uns eines Bootes (Wellenbewegung). Weiter oben wäre eine Brücke gewesen (Bogenreihe).“...
Der Spaziergang in einer Landschaft wird zum Gleichnis der Bildbetrachtung, die sich ebenso Schritt für Schritt vollzieht, wie die Erschaffung des Kunstwerks. Die spielerische Distanzierung von dem traditionellen Verständnis der Landschaftsmalerei ermöglicht es Klee, immer wieder neue Varianten dieser Gattung zu entwerfen und sich dabei völlige Freiheit von möglichen Naturvorbildern zu schaffen oder diese ganz zu verwerfen und sich nur auf imaginäre Bilder zu beziehen.
Die Ausstellung im Franz Marc Museum lädt dazu ein, den poetischen Text Paul Klees neben seinen Bildern zu betrachten und zu lesen und dabei die Vielfalt seiner Landschaften zu entdecken. Im Katalog, wie
an den Wänden der Ausstellungsräume wird der Text Paul Klees „inszeniert“. Die Buchstaben geraten in Bewegung und nehmen den  Ausstellungsbesucher mit auf die Reise durchs Bild.

Mit über 60 Exponaten stellt unsere Ausstellung eine kleine Landschaftstypologie Paul Klees vor. Von dem
„Blick auf einen Fluß“ (1912) und anderen, durch die sehr spezifische Auseinandersetzung Klees mit dem Impressionismus geprägten Naturstudien ausgehend, führt sie über die frühen, durch die Begegnung mit Kandinsky inspirierten Aquarelle, etwa „Die Erinnerung an Romanshorn“ (1913) oder „Friedhofsbau“ (1913), zu Bildern, die sich von einem traditionellen Verständnis der Gattung endgültig lösen. So könnte die Darstellung „Winterlich“ mit Klees Kommentar (landschaftlich, abstract) von 1923 eine Illustration der „kleinen Reise ins Land der besseren Erkenntnis“ sein. Auch „Burglandschaft m .d. schwarzen Blitz“ (1920), die „ Landschaft mit gelbem Kirchturm“ (1920) oder „Dünenlandschaft“ (1924) zeigen einen spielerischen, ironischen Umgang mit dem Konzept Landschaft. Schließlich kann Landschaft zum Synonym für Sinneseindrücke, Träume oder psychische Befindlichkeiten werden, etwa in der Zeichnung „Landschaft in Adur“ (1939), oder dem Gemälde „Landschaft für Verliebte“ (1924).

Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Sammlung Moderne in der Pinakothek der Moderne statt. Dort wird parallel vom 01.03. bis 10.06.2018 die Ausstellung „Paul Klee, Konstruktion des Geheimnisses“  gezeigt. Die beiden Projekte verbindet ein gemeinsames  Begleitprogramm.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Bilder:

Paul Klee, Ohne Titel (Schwarzes Herz und schwarzer Baum), 1939, 347 (Y 7)
Privatbesitz, Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee, Ermüdung in einer weitläufigen Stadt, 1915
Aquarell, Bleistift und Feder, 20 x 26,4 cm
Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano
Start: Freitag 02.03.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 19.08.2018
München Haus der Kunst: Blind Faith - Zeitgenössische Kunst zwischen Intuition und Reflexion
Bilder
Bilder
Blind Faith: Zeitgenössische Kunst zwischen Intuition und Reflexion

Ausstellung, von 02.03.18 — 19.08.18

Harte Tatsachen verlieren zunehmend an Gewicht in einer Zeit, in der sich in heutigen Gesellschaften ein Gefühl „blinden Vertrauens“ breit macht. Die Gegenwartskunst reagiert auf diese Tendenz, indem sie sich intensiv mit Körper und Geist beschäftigt: mit dem Viszeralen und dem Kognitiven. Die Ausstellung versammelt 28 international aufstrebende Künstler, die Konzepte von Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Meinung und Glauben mit den unterschiedlichsten Mitteln unter die Lupe nehmen:
Ed Atkins, Kader Attia, Olga Balema, Melanie Bonajo, Mariechen Danz, Cécile B. Evans, Andrea Éva Győri, Benedikt Hipp, Nicholas Hlobo, Marguerite Humeau, KAYA, Hanne Lippard, Wangechi Mutu, Otobong Nkanga, Naufus Ramírez-Figueroa, Jon Rafman, Mary Reid Kelley, Lili Reynaud-Dewar, Raphael Sbrzesny, Jeremy Shaw, Teresa Solar Abboud, Jol Thomson und David Zink Yi.

Die Ausstellung wird um ein ausführliches Programm an Live-Events, Performances und Vorträgen ergänzt sowie von einer Publikation begleitet.

Kuratiert von Julienne Lorz, Daniel Milnes und Anna Schneider


Fotos:
Mary Reid Kelley mit Patrick Kelley,
This is Offal, 2016
1-Kanal-Video, HD, Ton 12:30 Min

Ed Atkins,
Safe Conduct 2016,
3-Kanal HD Video mit Ton (Filmstandbild), 9:05 Min.
Courtesy the artist, Isabella Bortolozzi Galerie, Cabinet Gallery, Gavin Brown’s Enterprise, Dépendance
Start: Freitag 09.03.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.06.2018
Penzberg Museum: „Werdet wie ich: Johannes Grützke!“
Bilder
Bilder
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„Werdet wie ich:  Johannes Grützke!“

Ausstellung vom 09.03.2018 bis 03.06.2018

Museum Penzberg
Sammlung Campendonk

 „Zeichnet die Wege nach, die ihr gegangen seid: Hinterlaßt Spuren! Setzt Zeichen! Seid selbst Zeichen! Manifestiert euch! Dokumentiert euch! Werdet wichtig! Werdet wie ich: Johannes Grützke!“
 
So beendete Johannes Grützke seine Reden im Progressiven Museum Basel 1970 sowie 1977 im Theater Cordial Köln und in der Berliner Galerie Natubs. Meinte er das ernst? War das Eitelkeit? Oder war das reine Provokation? Klar ist, dass der Berliner Künstler (19372017) die Selbstinszenierung zentral in seinem Werk verankerte. Damit ist er heute, ein Jahr nach seinem Tod, aktueller denn je: Nicht zuletzt eine Vielzahl an Medien rückt die Selbstdarstellung und die Dokumentation des eigenen Lebens zunehmend in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft. Grützke brauchte dazu allerdings keine digitalen, sozialen Netzwerke. Das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk zeigt, wie genial Grützke sich ganz klassisch malerisch in Szene setzte in seinen üppigen Ölbildern, leuchtenden Pastellen und zarten Grafikzyklen. Er verstand sich dabei stets als Vertreter des Volkes – und somit sind seine Bilder auch immer der Spiegel des Volkes.

„Malen ist Denken.“
 
Das war die felsenfeste Überzeugung von Johannes Grützke. Gekonnte Technik und eine subtile Gesellschaftsanalyse waren dafür sein Handwerkszeug. Frechheit und Ironie waren seine ganz besonderen Zutaten. Das Ergebnis sind Bilder, die manchmal fast altmeisterlich und historisierend, dann wieder frei schwingend, aber immer ganz klar figurativ sind. Auch wenn man auf Anhieb die Motive schnell umreißen kann, so merkt man bald: Hier brodeln viele Bild- und Gedankenebenen unter der Oberfläche. Johannes Grützke spielt mit Zitaten aus der Malerei und der Geschichte.

"Malen ist Erkenntnis."
 
Grützke traute sich, radikal subjektiv und radikal gegenständlich seine ureigene Wahrnehmung von Welt, Mensch und Leben zu malen. Mutig wechselte er dabei die Blickwinkel, probierte verschiedene Rollen aus und scheute sich auch nicht davor, mit einer ordentlichen Portion Humor den Perspektivenwechsel anzugehen. Heraus gekommen sind dabei oft schonungslose (Selbst-) Inszenierungen als gebündelte Erkenntnisse über Historie, menschliche Verhaltensweisen und gesellschaftliche Werte. 
 
„Kunst ist nicht modern, sondern immer!“
 
Gemäß dieser Devise des Berliners werden die Besucher in der Ausstellung auf drei Stockwerken mit rund 60 Werken zu einem Gedankenaustausch mit Johannes Grützke eingeladen: Im Erdgeschoss dreht sich alles um die Themenkomplexe Gesellschaft und Individuum, Selbstinszenierung und Rollenspiele in opulenten Ölbildern. Im Obergeschoß geht es zudem um die Hinterfragung des künstlerischen Selbst. Während im Dachgeschoß Grützkes Bezüge zu Kunst, Musik und Theater in Pastellen und Grafiken nachvollziehbar werden. 
 
Johannes Grützke (1937-2017) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin u.a. als Meisterschüler von Peter Janssen. 1962 war er Schüler von Oskar Kokoschka an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Künste in Salzburg. 1965 gründete er das Musikensemble „Die Erlebnisgeiger“, 1973 setzte er als Mitbegründer der „Schule der Neuen Prächtigkeit“ weitere provokante Maßstäbe, die er auch am Theater und im Film auslebte: Ab 1979 war er Bühnenbildner für Peter Zadek und von 1985-88 sein künstlerischer Berater am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. In den 1980er Jahren arbeitet er als Schauspieler u.a. mit Otto Waalkes und Ulrich Schamoni zusammen. 1976/77 lehrte er als Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, 1987 war er Dozent an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Künste Salzburg. 1992 bis 2002 war er Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Er malte bis zu seinem Tod 2017. 
 
Die Ausstellung ist entstanden in Kooperation mit der Galerie KK Klaus Kiefer, Essen. Alle Bildrechte: Galerie KK Klaus Kiefer, Essen

Museum Penzberg — Sammlung Campendonk
Am Museum 1(Ehemalige Karlstraße 61)
82377 Penzberg

Abbildungen:

Grützke
Authentizität Realität Idealität Demut, 1995

Grützke
Wildung mit Affe 2011
© Galerie KK Klaus Kiefer

Johannes Grützke
Die Gans, 2004
Start: Freitag 23.03.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.08.2018
Landsberg Stadtmuseum: „Ich sehe mich nicht, wie du mich siehst!“
Bilder
 „Ich sehe mich nicht, wie du mich siehst!“

Ausstellung vom 23. März bis 26. August 2018

Das Neue Stadtmuseum greift das Thema „Migration“ nicht nur deshalb auf, weil es spätestens seit der sogenannten Flüchtlingswelle in aller Munde und damit aktuell ist, sondern weil es auch ein Thema ist, das die Gesellschaft und das Zusammenleben der Menschen in Landsberg am Lech schon lange prägt. Die ganze Menschheitsgeschichte gleicht einer Geschichte der Migration – die Ausstellung fokussiert darum sehr breit auf Wanderungsbewegungen und Vielfalt als Grundlage von gesellschaftlicher Entwicklung.  Migration beinhaltet immer ein Aufeinandertreffen von Wertehorizonten, von Selbst- und Fremdbildern. Sie löst eine Auseinandersetzung mit dem Eigenen und Fremden aus. Häufig prägen Stereotype und Vorurteile die eigene Wahrnehmung und verzerren die Realität. So mancher könnte antworten: „Ich sehe mich nicht, wie du mich siehst!“
 
Diese Aufgabenstellung war Herausforderung für das P-Seminar Kunst des Dominikus-ZimmermannGymnasiums unter Leitung von Michael Gerngroß. Die Schüler haben das Museum in den vergangenen eineinhalb Jahren bei der Entwicklung der Ausstellung begleitet und sich zum Ziel gesetzt, Zuschreibungen zu hinterfragen und Wahrnehmungsmuster bewusst zu machen: Wie sehe ich mich selbst, wie sehe ich andere und wie sehen andere mich? Das P-Seminar nahm den Migrationshintergrund von Mitschülern und Freunden unter die Lupe. Es entstanden Kofferwelten und beeindruckende Porträtfotos. Eine Installation soll den Besucher damit überraschen, wie es sich anfühlt, unter Beobachtung zu stehen. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten!
 
Die Ausstellung vereint historische, aktuelle, künstlerische und kulturwissenschaftliche Schlaglichter auf ein breites Themenfeld und möchte zum Nachdenken anregen. Ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Verbindet uns nicht mehr als wir denken? Woran machen wir fest, dass jemand „fremd“ ist?

Neues Stadtmuseum,
Von-Helfenstein-Gasse 426,
86899 Landsberg am Lech


Abbildung: Reprovorlage Völkertafel Kammerhofmuseum
Start: Freitag 23.03.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.10.2018
München Literaturhaus: INS BLAUE
Bilder
Bilder
Bilder
INS BLAUE
NATUR IN DER LITERATUR

VOM 23.3. BIS ZUM 7.10.2018

EINE AUSSTELLUNG DES LITERATURHAUSES MÜNCHEN
GEFÖRDERT DURCH DIE KULTURSTIFTUNG DES BUNDES

Natur boomt – nicht nur in der Literatur. Je mehr wir uns von ihr entfremden, desto mehr sehnen wir uns nach ihr. Die neue Ausstellung im Literaturhaus München zeigt die »Natur in der Literatur« jenseits von Kitsch und Klischee als überraschend und verspielt, unheimlich und verführerisch. In zehn Kapiteln und einem »geheimen Garten« lässt sie die Besucher berühmte Texte in neuem Kontext entdecken und Neues von berühmten Autoren, darunter Goethe und Kafka, Bettina Brentano und Ingeborg Bachmann. Extra für die Ausstellung verfasste Texte und persönliche Naturstücke von mehr als 30 zeitgenössischen Autoren – darunter Eva Menasse und Teresa Präauer, Marcel Beyer und Martin Mosebach, Marion Poschmann und Anja Kampmann, Michael Fehr und Arno Geiger – laden ein, das eigene Verhältnis zur Natur unter verändertem Blickwinkel zu betrachten.

Leitung Literaturhaus: Tanja Graf
Kuratorin: Heike Gfrereis

Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München


Abbildungen:

Kräutergarten
Foto © Thomas Dashuber

Blüten
Foto © Thomas Dashuber

Naturstück von Teresa Präauer
Foto © Thomas Dashuber
Start: Samstag 24.03.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Dienstag 10.07.2018
Buchheim Museum: CARL RABUS: PASSION
Bilder
CARL RABUS: PASSION
Ausstellung vom 24. März bis 10. Juni 2018

Der 1898 in Kempten geborene, in München aufgewachsene und 1983 in Murnau gestorbene expressionistische Künstler Carl Rabus ist maßgeblich von den Künstlern der »Brücke« geprägt. In den 1920er Jahren arbeitet er als Buchillustrator. In den Jahren der Nazi-Diktatur wird er verfemt, verfolgt und schließlich 1940 in Belgien verhaftet. Er kommt in ein Internierungslager in Saint-Cyprien in Südfrankreich. Nach dem Elend der Kriegsjahre »arbeitete er sich den Schmerz von der Seele«, wie seine Witwe Erna Rabus später erzählen wird. Er schneidet die »Passion« in Linol. Der großformatige Zyklus ist mit seinen fünfzehn Blättern vollständig in der Ausstellung zu sehen. Nicht die Passion Jesu Christi ist auf ihnen dargestellt, sondern die am eigenen Leib erlebten Leiden der Opfer des Nationalsozialismus. Noch viel authentischer an diesem Thema dran sind die Skizzen aus seiner Internierungszeit, welche Erna Rabus Lothar-Günther Buchheim für das Buchheim Museum schenkte. Nach einmaliger Präsentation in Saint-Cyprien werden sie nun erstmals in Deutschland gezeigt! Die kleinen Bleistiftzeichnungen zeigen eindrücklich verdichtet Szenen aus dem Lagerleben. Nach dem Krieg verbringt Rabus mehrmals Malurlaube im italienischen Positano. Seine hier am Strand gefertigten Farbzeichnungen fügen der Ausstellung eine überraschende Pointe hinzu. Rabus führt uns mit diesem erstmals öffentlich zu sehenden Zyklus mit Filzstift und Aquarellpinsel in lässigen Linienzügen und in explodierender Farbpracht vor Augen, um welche Botschaft es ihm eigentlich geht: Das Leben ist schön.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried

Abbildung:

Carl Rabus
Positano, 1968/69
Farbzeichnung
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
Start: Samstag 07.04.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 20.05.2018
Stoffen Kunstraum: Peter Jacobi - Fotografie und Skulptur
Bilder
Peter Jacobi
Fotografie und Skulptur

Kunstraum Stoffen vom 7. März bis 20. Mai 2018

In den Jahren 2004 und 2005 hat Peter Jacobi über 200 Ortschaften in Siebenbürgen, seiner alten Heimat, aufgesucht und deren, zum größten Teil im Verfall befindlichen, Wehr - und Kirchenburgen dokumentiert und fotografiert. Dabei sind tausende eindrucksvolle Bilder entstanden.
Eine kleine Auswahl dieser verstörenden und zugleich poetischen und wehmütigen Bilder zeigt der Kunstraum Stoffen vom 7. April bis 20. Mai . Ausserdem gibt es auch eine kleine Übersicht des bildhauerischen Schaffens des Künstlers.

Biographische Daten:

1935         In Ploiesti, Rumaenien geboren
     
1954-61    Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Bucuresti
     
1970         Uebersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland und deutsche Staatsbuergerschaft.
     
1971         Professur an der Hochschule fuer Gestaltung, Pforzheim
                Lebt und arbeitet in Wurmberg bei Pforzheim/Deutschland und in Bukarest/Rumänien.


Kunstraum Stoffen
Stadler Str. 2 
D-86932 Stoffen
     
Foto:
Wolkendorf bei Schässburg/Vulcan nearby Sighisoara, aufgegebene Kirche, Ruine
Abandoned church, ruin
Start: Donnerstag 19.04.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Donnerstag 19.07.2018
Fürstenfeldbruck: SYRIEN - Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
SYRIEN
Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit

Fotografien von Yvonne v. Schweinitz aus den Jahren 1953 und 1960

Ausstellung vom 19. April bis 29. Juli 2018
Museum Fürstenfeldbruck

Das Museum Fürstenfeldbruck zeigt ab Donnerstag, 19. April 2018 im Kunsthaus die Ausstellung „SYRIEN. Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit“ mit Fotografien von Yvonne v. Schweinitz (1921-2015). Die Fotografin reiste 1953 und 1960 nach Syrien in die heute weitgehend zerstörten Städte Damaskus, Homs, Hama und Aleppo, mit Abstechern in die Wüstenoase Palmyra und ins Alawitengebirge. Ihr Weg führte sie weiter bis zur Kreuzritterburg „Krak des Chevaliers“ und an die nördliche Grenze zur Türkei, zum Simeonskloster, Qal’at Sim‘an.
Zu sehen sind über 70 S/W-Fotografien und zahlreiche Farbdiapositive, die Yvonne v. Schweinitz mit ihrer Rolleiflex und verschiedenen Kleinbildkameras aufgenommen hat. Ergänzendes Material bietet Einblick in die aktuelle, vom Bürgerkrieg erschütterte Situation in Syrien.

Syrien – das unbekannte Land
Mit der Ausstellung möchte das Museum ein Land in den Fokus stellen, dessen bedeutende Kultur und viele Jahrtausende währende Geschichte den meisten von uns wenig bekannt ist. Das aktuelle Bild von Syrien ist geprägt von der medialen Berichterstattung über den Bürgerkrieg mit unzähligen Toten, zerstörten Städten und Kulturdenkmälern und Millionen von Menschen auf der Flucht.
Die Ausstellung vergegenwärtigt den kulturellen Reichtum und die historische Bedeutung Syriens und möchte dazu auffordern, das Land und seine Menschen nicht aufzugeben.

Erstmals zu sehen: Syrien-Fotografien von Yvonne v. Schweinitz
Yvonne von Schweinitz, geb. Gräfin von Kanitz, wurde 1921 in Danzig geboren. Sie studierte Romanistik und Kunstgeschichte und war anschließend als Übersetzerin tätig. Ihre erste große Fotoreise führte sie 1952 durch den Maghreb. 1953 bereiste sie sieben Monate lang zusammen mit Kollegen, darunter auch der Journalist und Kameramann Hans v. Meiss-Teuffen, der für britische und US-amerikanische Auftraggeber arbeitete, mit dem Auto den Vorderen Orient: die Türkei, Syrien, Jordanien, Israel, Irak, Iran, Afghanistan und Pakistan. Ihre legendären Fotos brachte sie als Mitarbeiterin in das Atelier des bekannten Fotojournalisten Willy Pragher (1908-1992) in Freiburg i.Br. ein. 1957 heiratete sie Viktor v. Schweinitz. Ihren Beruf als Fotografin übt sie weiter aus. Auf ausgedehnten Reisen mit ihrem Mann nach Nordafrika, in den Nahen und Mittleren Osten und nach Südamerika entstanden zahlreiche Bildreportagen. Eine Auswahl ihre Syrien-Fotografien aus den Jahren 1953 und 1960 ist nun erstmals in einer eigenen Schau zu sehen.

Museum im Kunsthaus
Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6b
82256 Fürstenfeldbruck


Bildnachweis:

01_Damaskus_1953
Damaskus – Blick vom Minarett der Tekkiye Süleymans über den kanalisierten Barada nach Nordosten, 1953. Courtesy und © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin. Foto: Yvonne v. Schweinitz

03_Aleppo_1960
Aleppo – Blick von der Zitadelle aus dem „Königsfenster“ auf die Khosrowiya Moschee und Stadt, 1960. Courtesy und © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin. Foto: Yvonne v. Schweinitz

04_Aleppo_1960
Aleppo – Stadttor Maqam (Bab al-Maqam), 1960. Courtesy und © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin. Foto: Yvonne v. Schweinitz

05_Aleppo_1960_DIA
Aleppo – Busgarage in der Altstadt, 1960, Ektachrome. Courtesy und © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin. Foto: Yvonne v. Schweinitz
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