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7. Fürstenfeld: Marialy Pacheco & Max Mutzke
8. Landsberg: Yonathan Avishai Trio - Gelebte Demokratie
9. Fürstenfeld: tanzmainz und das ewige Thema
10. Iffeldorf: Reinhold Quartett – Die Achse Iffeldorf - Leipzig steht
11. Fürstenfeld: Paul Millns & Band – Das Herz am rechten Fleck
12. Kai Strauss – Musikalische Macht
Mittwoch 16.10.2019
Fürstenfeld: Marialy Pacheco & Max Mutzke
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Fotos: TJ Krebs
Impressionen vom Duo-Konzert der Pianistin Marialy Pacheco und dem Sänger Max Mutzke am 15.Oktober in Fürstenfeld, im Rahmen der Veranstaltungsreihe JAZZ FIRST.

(Wir danken Thomas J.Krebs für die wunderbaren fotografischen Eindrücke).
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Sonntag 06.10.2019
Landsberg: Yonathan Avishai Trio - Gelebte Demokratie
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Landsberg. Wir hatten an dieser Stelle schon mehrmals auf die herausragende Stellung von israelischen Musikern im Jazz verwiesen. Das schöne an dieser Entwicklung ist: Sie setzt sich fort. Gerade erst hat der israelische Pianist Yonathan Avishai ein Duo-Album mit seinem Landsmann, dem Trompeter Avishai Cohen, mit dessen Quartett der Klavierspieler ebenfalls schon zu Gast in Landsberg war, eingespielt. Am Samtag gastierte nun Yonathan Avishai mit eigenem Trio am Lech.
Mag sein, dass kaum ein anderes Jazz-Label in den zurückliegenden Jahrzehnten mehr Piano-Trios aufgenommen hat, als dies bei ECM München der Fall ist. Doch gleichzeitig muss auch gesagt werden, dass die Fülle an Ausdrucksmöglichkeiten, die individuelle Besonderheit der Instrumentalisten diese Veröffentlichungen absolut rechtfertigen. Dabei gehören Avishai, Bassist Yoni Zelnik und Schlagzeuger Donald Kontomanou bei weitem nicht zu den Feuerwerks- und Sprengmeistern der zeitgenössischen Musik. Ihre Herangehensweise ist subtiler, verinnerlichter, dramaturgisch ausgeklügelter und dabei nicht einen winzigen Bruchteil weniger spannend.
Yonathan Avishai bewegt sich während seines Vortrags in einem weiten Feld von Jazz und Klassik, von Folklore und Moderne. Und auch der Blues findet hin und wieder seinen Ausdruck, sowie manch kleiner populäre, häufig wiederkehrende Ohrwurm.
Alles, was der heute in Frankreich lebende Pianist spielt, ist von einer sehr persönlichen Note durchdrungen. Egal ob er  mit „Mood Indigo“ auf den unsterblichen Duke Ellington zurückgreift, Tangos auf eine unnachahmliche, orientalisch parfürmierte Weise interpretiert, oder ohne jedes Pathos frei improvisiert. In manchen Momenten glaubt man gar Yonathan Avishai spielt Monk, oder er klingt zumindest in seinen „stolpernden“ Klavierphrasen wie dessen Halbbruder (passend wäre auch ein Ausspruch, den Monk irgendwann einmal getätigt haben soll, mitten im Spiel: „Die Stille ist der schrillste Ton“). Trotzdem bleibt der heute in Frankreich lebende Yonathan ganz bei sich. Avishai spielt Avishai.
Überhaupt wird während des gesamten Vortrags deutlich: keiner der drei Musiker schlägt ein virtuoses Rad, spreizt sich eben nicht solistisch, sondern nimmt auf empathische Weise den Gedanken des anderen auf, führt ihn fort, gibt ihm eine neue Richtung, vervollständigt ihn - bis zu einem bestimmten Punkt. Denn das Besondere am Yonathan Avishai Trio ist das Andeuten von melodischen Motiven, das Umzirkeln von Harmonien. Selten nur hört man eine Melodie in ihrer Vollständigkeit. Immer bleibt etwas offen, unvollendet könnte man auch sagen, was sich erst im Kopf des Hörers zu einem Ganzen fügt und zündend wirkt. Das ist gelebte Demokratie schlechthin - in der Musik.
Und das Trio ist offen. Offen für Ideen von außen, offen in der Verarbeitung derer und auch offen wiederum in der Präsentation, so dass der Hörer bei ihm immer die Möglichkeit hat, klangliche Ideen gedanklich zu vervollständigen, geistig fortzuspinnen. Dadurch bekommt die Musik viel Raum zum atmen, sind die Ränder angenehm ausgefranst. Perfektion klingt anders – und wirkt auf Dauer schließlich fad.
Ach ja, das nächste Gastspiel eines israelischen Jazzpianisten ist auch schon geplant. Am 23. November gastiert Omar Klein mit seinem Trio und dem Mandolinenspieler Avi Avitalin in Landsberg.
Jörg Konrad

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Donnerstag 03.10.2019
Fürstenfeld: tanzmainz und das ewige Thema
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Fotos: Andreas Etter
Fürstenfeld. Das ewige Thema: Die Liebe. Über sie wird gesungen, geschrieben, gemalt, musiziert – und auch getanzt. Perfekt und diszipliniert – wild und ungestüm. In den Griff bekommt man dieses Gefühl damit jedoch noch lange nicht. Aber man kann es ausdrücken, ausleben, austanzen. Atmosphären beschreiben - akustisch, haptisch, visuell. „Soul Chain“ ist so ein die Liebe beschreibendes (und für die Tänzer schweißtreibendes) Unternehmen. Die Choreographie stammt von Sharon Eyal und entstanden ist dieses Stück für das Ensemble tanzmainz, mit Sitz in der hessischen Landeshauptstadt. Man glaubt es kaum. Was die Archaik dieses Stückes betrifft, die wilde, manchmal auch zügellos wirkende Entschlossenheit, die Irrationalität, die der Liebe nun einmal eigen ist, scheint es besser in urbanen Abrissvierteln, in zertrümmerten Fabrikhallen oder, als surreale von Zeit und Raum losgelöste Metapher, auf den Mond aufgehoben. Gestern gastierte die Mainzer Truppe nun in Fürstenfeld und tanzte das Publikum begeisternd schwindlig. Sich manchmal dabei nur minimal bewegend. Die Bühne zentimeterweise vermessend, um sie dann ganz einzunehmen, sie mit der Suche nach dieser Liebe zu füllen.
Es pulsierte das Gefühl der Liebe in Form vibrierender Seelen. Schleifende Schritte, explodierende Sprünge, rasante Sprints, leidenschaftliche Hingabe. Verzweiflung, Sehnsucht, Stillstand. Die androgyn wirkenden Körper der Tänzer kaum verhüllt. In den Bewegungsabläufen zeitweise deformierten Kreaturen ähnlich. Manches erinnert in seiner geschlossenen Einfachheit an rituelle Tänze. Und dazu der unerbittliche Rhythmus. Fordernd, energiereich, gnadenlos. Das Synchrone setzt sich aus Individuellem zusammen. In einem Interview sagte die israelische Choreographin einmal über ihre Tänzer: „Ich verlange viel von ihnen. Sie müssen total transparent sein, aber auch extrem physisch. Ich will Flügel sehen, nicht Arme!“ Sie interessiert vor allem die Extreme.
tanzmainz schafft diesen Spagat, zwischen Hell und Dunkel, zwischen Euphorie und Pessimismus, zwischen Transparenz und Undurchsichtigkeit, Wahrheit und Illusion. Und erntet tosende Begeisterung.
Jörg Konrad

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Autor: Siehe Artikel
Sonntag 29.09.2019
Iffeldorf: Reinhold Quartett – Die Achse Iffeldorf - Leipzig steht
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Iffeldorf. Leipzig war, ist und bleibt eine der ganz wichtigen Musik-Metropolen. Das weiß auch Andrea Fessmann. Denn bei der Zusammenstellung der Programme ihrer weit über die Grenzen der Osterseen hinaus bekannten Iffeldorfer Meisterkonzerte finden sich immer wieder Instrumentalisten aus der Stadt des einstigen Thomaskantor Johann Sebastian Bach. Am Samstag war dies das Reinhold Quartett, bestehend aus Musikern des Gewandhausorchesters Leipzig.
Ein Ensemble, das, bei nur ganz wenigen Umbesetzungen, seit über zwei Jahrzehnten existiert. Und wenn eine Gemeinschaft von kreativen Menschen über einen derart langen Zeitraum im Austausch künstlerisch aktiv sind, dann passieren fast zwangsläufig ungewohnte, in diesem Fall unerhörte Dinge. Im vorliegenden Fall sind dies, wie am Samstag in Iffeldorf zu erleben, Wärme, klanglicher Farbenreichtum, Sensibilität und gleichzeitig zupackendes Handwerk.
Zwei Komponisten standen an diesem Abend im Programm von Tobias Heupt (Violine), Dorothee Erbiner (Cello), Norbert Tunze (Bratsche) sowie Chef und Namensgeber Dietrich Reinhold (Violine): Anton Grigorjewitsch Rubinstein und sein Streichquartett d-moll op. 47 und, wie kann es anders sein möchte man sagen, dem mit Leipzig eng verbundenen Felix Mendelssohn Bartholdy und sein Streichquartett a-moll op. 13.
Rubinstein gehört mit zu den vielseitigsten Komponisten der Klassik. Eine Art Kosmopolit, der aufgrund seiner menschlichen Toleranz und Großzügigkeit und seiner politischen Freigeistigkeit stets zwischen allen Stühlen saß. Er schrieb Symphonien, Kantaten, Kammermusik, Opern, Ballettmusiken, Lieder und hatte sogar einen Hit: Die „Melodie in F“. Das Reinhold Quartett widmete sich Rubinsteins selten aufgeführtem Streichquartett d-moll op. 47 Nr. 3. In diesem Stück sind deutlicher als in einigen anderen Kompositionen Rubinsteins Bezüge zu seiner Heimat bzw. zu russischen Volksmusiktraditionen zu spüren. Hier stehen leidenschaftliche,temperamentvolle manchmal auch raue Ausbrüche neben ganz ruhigen, lyrischen, ja fast elegischen Verspieltheiten.
Vieles von dem, was Rubinstein komponiert hat scheint in seiner Tonsprache Felix Mendelssohn Bartoldy verpflichtet.
Das mag auch daran liegen, dass beide Musiker (Rubinstein galt als ein ausgezeichneter, technisch unglaublich versierter Pianist - ebenso Bartholdy) in Berlin freundschaftlich verbunden waren.
Mendelssohn Bartholdy erlebte als Musiker, Komponist, Dirigent, als künstlerische Person jedoch die größeren Gegensätze. Er wurde zu Lebzeiten gefeiert und trotz seiner nur 38 Jahre, die er wurde, regelrecht verehrt. Später dann von Antisemiten verunglimpft und künstlerisch zu Propagandazwecken ausgegrenzt.
Mit seinem Streichquartett a-moll op. 13, einem Frühwerk des Komponisten, welches er mit gerade einmal achtzehn Jahren schrieb und in dem deutliche Bezüge zu Beethoven, der im Entstehungsjahr des Stückes starb, hörbar sind, setzte er schon erste Maßstäbe. Bartholdys überzeugende Kunst spiegelt sich auch im zitieren eines seiner Lieder im 1. Satz wieder. Überhaupt begeisterte die Gegensätzlichkeit der Komposition, die vom Reinhold Quartett mit allergrößter Professionalität ausgespielt wurde. Die Fülle an melodischen und harmonischen Ideen, an dynamischen Kontrasten, überzeugten das Publikum vollkommen. Man spürte die Spielfreude des Quartetts, das engagierte und in Bezug auf die Emotionalität einfühlsame Ineinandergreifen der einzelnen Instrumentalstimmen. Eine würdige Interpretation dieses bemerkenswerten Werkes.
Jörg Konrad
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Freitag 13.09.2019
Fürstenfeld: Paul Millns & Band – Das Herz am rechten Fleck
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Es gibt sie noch. Liedermacher, oder wie man im Heimatland von Paul Millns sagt, Singer Songwriter, die das Herz am rechten Fleck haben. Man kann sie auch als authentisch bezeichnen. Denn bei allem, was sie musikalisch tun, scheint ihnen die Natürlichkeit und Ehrlichkeit am wichtigsten.
Das mag auch der Grund für Millns stilistische Vielfalt sein. Denn wenn der Inhalt eines seiner Songs am glaubwürdigsten über einen Blues transportiert werden kann - dann spielt er den Blues. Am liebsten Boogie Woogie. Ist eine Ballade wirklich beseelt - dann wird aus dem Stück kurzerhand eine Soulnummer. Und wenn es richtig krachen soll - dann rockt Paul Millns das die Funken fliegen. Das ähnelt sehr einem Randy Newman. Der wurde vor Jahren, nachdem er Titel über Donald Trump und Wladimir Putin veröffentlicht hat, in einem Interview gefragt, ob ihm denn so ganz spontan ein Song über Angela Merkel einfallen würde? Seine Antwort: „Vielleicht irgendwas mit bayerischer Marschmusik? Geben Sie mir bis morgen früh. Irgendein Song geht immer, da bin ich selbstbewusst.“
Selbstbewusst ist Paul Millns auf der Bühne natürlich ebenfalls. Das hat er gestern Abend in Fürstenfeld bewiesen. Ein Sänger und Pianist, der genau weiß was er tut, der die Musik im Blut hat und mit seinen Songs immer wieder für ganz große Momente sorgt. In Vergangenheit und Gegenwart. Er braucht sich künstlerisch absolut nicht hinter eben jenem Randy Newman, hinter der tragischen Figur eines John Martyn, dem frühen Tom Waits, ja auch dem gemäßigten Kevin Coyne und Roger Chapman verstecken.
Natürlich liefert der Brite während seines Auftritts kein Plagiat ab. Millns ist Millns bleibt Millns. Das hat das Publikum im Kleinen Saal ganz fix erkannt und reagiert von Beginn an begeistert auf seine vokalen Herausforderungen und pianistischen Inspiriertheiten.
Vielleicht auch, weil er ebenso der liebenswerte Nachbar von nebenan sein könnte, jemand, dem man gern die Schlüssel zum Blumengießen während des Urlaubs überlässt, mit dem man gern ein Feierabendbier trinkt und dabei über Gott und die Welt diskutiert.
In Fürstenfeld war Millns mit seiner deutsch-englisch-kanadisch-polnischen Tourband zu Gast, bestehend aus dem Bassisten Ingo Rau, dem Gitarristen und Mundharmonikaspieler Butch Coulter und dem Schlagzeuger Vladi Kempf. Ein Quartett voller musikalischer Einfälle, das vor allem durch seine konzentrierte Hingabe besticht. Millns Gesang hält diese beseelte Melange zusammen, mit seiner klaren, eindringlichen Stimme, die so gar nichts süffisantes verströmt. Sie wirkt eher klar stellend, manchmal anklagend, kampflustig und immer wieder ironisch gebrochen.
Die Songs? Sie sind meist ganz einfach strukturiert, perfekt arrangiert und eindringlich vorgetragen. Millns packt die Themen des Lebens am Schopf, zieht privates, aber auch gesellschaftliches, partnerschaftliches und emotionales ans Licht der Öffentlichkeit – ohne dabei je über die Fallstricke des Voyeurismus zu stolpern.
Jörg Konrad

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Photo: Manfred Pollert
Freitag 19.07.2019
Kai Strauss – Musikalische Macht
Fürstenfeld. Nein, man muss nicht am Mississippi geboren sein, oder in den weiten Ebenen Louisianas Baumwolle gepflückt haben, um den Blues zu begreifen. Auch nicht, um ihn möglichst authentisch zu spielen. Dieses Vorurteil mag vor Jahrzehnten noch zutreffend gewesen sein. Heute wissen wir, dass die einstigen Helden dieser Musik von ihren Jüngern, egal wo auf dieser Welt, mit Hingabe studiert werden. Um letztendlich mit dem verinnerlichten musikalischen Rüstzeug ihrer Favoriten und ihrer ganz individuellen Sozialisation, ein neues Kapitel Blues aufzuschlagen.
Ähnliches gilt für Kai Strauss, der gestern mit seinen Electric Blues Allstars das letzte Konzert der diesjährigen Blues First-Saison bestritt.
Der Ostwestfale Strauss hat dabei vom ersten Titel an den richtigen Ton getroffen. Seine Rhythm & Blues-Melange, zusammengesetzt aus dem Chicago- und Texas Blues, Boogie Woogie, Rock`n Roll, ein wenig Soul und jede Menge Leidenschaft, zündete beim Publikum sofort. Das Quintett spielte straight, kantig, nahm jedes der großartigen Solis mit vollem Risiko an, wodurch die Musik in ihrem leicht provokativem Charakter immense Glaubwürdigkeit bekam.
Überhaupt ist für Kai Strauss das Authentische seines Spiels von großer Bedeutung. In einem Interview sagte er einmal, dass er versuche immer so echt zu klingen, wie es nur geht.
Das Publikum spürt diese Ursprünglichkeit in der Musik und reagiert sofort. Natürlich schafft Strauss dieses Phänomen der zugespitzten Transparenz nicht im Alleingang. Hierfür hat er eine Band um sich versammelt, deren Herangehensweise sich mit seiner eigen deckt.  Bassist Kevin DuVernay aus Seattle ist so ein stoisches Basswunder. Er groovt in einer unglaublich in sich ruhenden Kraft und keine Naturgewalt dieser Erde scheint ihn von seinem Weg abbringen zu können. Mit Schlagzeuger Alex Lex wirft er sich die Ideen zu, ergänzt den Rhythmus, findet immer neue Licks und zimmert damit den perfekten Unterbau, ohne den keine Band großartig aufspielen kann.
Dann gibt es noch Thomas Feldmann, eine Art Derwisch an Saxophon und Bluesharp. Er versteht es, sparsam und effektvoll zu spielen, begeistert aber auch mit aufschäumenden Solos, die jeder gestandenen Jazzband gut anstehen würde. Und dann wäre da noch Nico Dreier an den Keyboards. Seine flächigen, verbindenden Orgelsounds schaffen Atmosphäre und scheinen direkt aus New Orleans zu kommen. Doch ebenso überzeugend spielt er Klavier, ist hier ein ausgezeichneter Techniker, der dieses rudimentäre Gefühl aufkommen lässt, wie es in den alten Blues-Spelunken allgegenwärtig war. Zusammen sind die Fünf eine musikalische Macht, ein Verbund, der jedem Hindernis von außen trotzt und der seinen eigenen Weg gefunden hat. Weitab vom Mississippi und von Louisina – aber mit der Glut der Blues-Pioniere.
Jörg Konrad

Weiterlesen in der SZ vom 22. Juli d.J.
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Autor: Siehe Artikel
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