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1. WEISSER WEISSER TAG
2. FRIEDRICH HÖLDERLIN / DICHTER SEIN. UNBEDINGT!
3. MYSTIFY
4. DAS VORSPIEL
5. CRESCENDO
6. FREIES LAND
Mittwoch 12.02.2020
WEISSER WEISSER TAG
Ab 20. Februar 2020 im Kino
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Island, ein alleinstehendes Haus an einem abgeschiedenen Ort in betörend schöner Landschaft. Ein ehemaliger Polizist, dessen Frau vor kurzem bei einem Autounfall ums Leben kam verdächtigt einen Mann, eine Affäre mit seiner verstorbenen Frau gehabt zu haben. Seine obsessiven Nachforschungen stellen die Beziehungen zu seinen Nächsten – insbesondere zu seiner geliebten Enkelin – zusehends auf die Probe.
Meteorologische Ereignisse – wunderschön fotografiert von Maria von Hausswolff – spiegeln eindrücklich die seelischen Stürme der Hauptfigur wider. Hlynur Pálmason empfiehlt sich nach seinem preisgekrönten Erstlingsfilm WINTER BROTHER erneut als visionärer Regisseur.

Ein Film von Hylnur Pálmason
Mit Ingvar E. Sigurðsson, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Hilmir Snær Guðnason, Björn Ingi Hilmarsson

INTERVIEW MIT HYLNUR PALMASON

Der Film beginnt mit einem Zitat, «wenn alles weiß ist, und es keinen Unterschied mehr zwischen dem Himmel und der Erde gibt, können die Toten zu uns Lebenden sprechen». Das lässt einem sofort an eine Art Geistergeschichte denken – mit einem Mann auf der verzweifelten Suche nach der Wahrheit über seine verstorbene Frau.
Ja, ich glaube, mich ziehen Dinge an, die ich auf eine geheimnisvolle Weise rätselhaft finde und die eine gewisse Vieldeutigkeit an sich haben. Dinge, die unklar und verborgen sind, stecken ja voller Möglichkeiten und regen die Fantasie an. Was die Hauptfigur umtreibt, ist denn auch eine verzehrende Leidenschaft und der Wunsch, mehr über das Unbekannte zu erfahren.

Es gibt ein paar seltsame Situationen im Film, beispielsweise die Fernsehsendung für Kinder, welche in einer ziemlich langen Szene gezeigt wird. Weshalb diese Szene?
Ich finde nicht, dass die Sendung seltsam ist, nicht wenn du selber Fernsehen schaust oder weißt, was so auf den Smartphones der Leute läuft. In der Szene werden auf eine spielerische Weise Themen angerührt, um die es im Film geht. Ein chinesisches Sprichwort, das mir gefällt, besagt dass «Je mehr du weißt, umso weniger scheint es dir seltsam».

Nehmen Sie häufig ein bestimmtes Genre als Ausgangspunkt und rücken dann davon ab, um ihre eigene Geschichte zu erzählen?
Ich denke nie über Genres nach, ehrlich gesagt, weiß ich wenig darüber. Es ist mir meist im vornherein nicht so bewusst, wie sich ein Film entwickelt, aber für mich ging es in „Weißer, weißer Tag“ um zwei Arten der Liebe. Einerseits um die Liebe, die man für seine Kinder oder Enkelkinder empfindet, welche einfach, rein und bedingungslos ist. Und dann andererseits um die Liebe für den Partner, den Geliebten, die Ehefrau. Das ist etwas völlig anderes, komplexer, intimer, animalischer und etwas ziemlich Einzigartiges, das man mit niemandem sonst teilst.

Über die Ehefrau wird nicht viel preisgegeben – ohne Rückblenden und immer nur kurz erwähnt, bleibt sie bis zum Ende des Films eine Fantasie.
Sie sollte im Film durchgehend gegenwärtig bleiben, ohne die Verwendung von Rückblenden oder sonst irgendwas zu Sentimentalem Ich wollte, dass sie immer wieder erwähnt wird und gegenwärtig bleibt anhand von Gegenständen, Bilder und dem Videotape. Dadurch bleibt mehr Raum für die Fantasie der Zuschauer. So projiziert jeder seine eigenen Vorstellungen und Gefühle auf sie. Und sie bleibt bis zum Ende ein wenig geheimnisvoll. Die Momente im Film mit ihr sind immens wichtig, aber gleichzeitig sind es nur wenige, und ich wollte diese nicht überladen mit sentimentalen Rückblenden oder zu viel Information. Schließlich ist das Leben unergründlich und wir haben versucht, das filmisch umzusetzen.

Der Soundtrack des Films spiegelt das wider. Welche Gefühle wollten Sie damit vermitteln? Die Musik lässt einem im Grunde von Anfang an vermuten, dass etwas schief laufen wird.
Ich wollte, dass die Musik zur Stimmung des Films passt, sehr hell und schön klingt und sich mühelos in etwas Dunkleres und Mysteriöseres wandelt. Es war sehr spannend mit der Musik von Edmund Finnis zu arbeiten. Ich bin ein großer Fan seiner Musik, er arbeitet wunderbar mit Klängen und Tönen. Die Musik gibt den Tönen Raum, und der Film gibt der Musik den Raum, so dass diese beiden Elemente sehr gut zusammen arbeiten, ohne einander gegenseitig zu ersticken.

Bei THE PAINTER (2013), ihrem Abschlussfilm an der National Film School of Denmark, haben Sie bereits mit Ingvar Sigurðsson gearbeitet. Was hat Sie dazu bewegt, wieder mit ihm zu arbeiten, und besonders in diese Rolle?
Es war toll, mit Ingvar meinen Abschlussfilm zu drehen, und ich hatte das Gefühl, dass es in der Zusammenarbeit mit ihm noch mehr auszuloten gibt. Daher habe ich „Weißer, weißer Tag“ nicht nur mit ihm im Hinterkopf entwickelt und geschrieben, sondern war auch stets mit ihm in engem Kontakt während der Arbeit am Drehbuch. Ingvar ist ein äußerst natürlicher, körperlich präsenter Schauspieler, aber gleichzeitig sehr emotional und großartig im Mitarbeiten und Mitdenken. Er versteht es unglaublich gut, sich zu bewegen und so war es ein Leichtes, mit der Kamera seine ausdrucksstarken Bewegungen und Gebärden zu erfassen. Das heißt, er ist technisch sehr gut sowohl in den Dialogen als auch in der Bewegung, und das hat mir viel Freiheit beim Schreiben gegeben, für die Darstellung komplexer Szenen und Szenarien, die oftmals schwierig sind in der Ausführung. Ich spürte auch, dass er sich hundertprozentig dem Projekt verschrieben hatte und sehr präsent und emotional engagiert war, und das ist im Grunde, was ich von einem Schauspieler wirklich will und brauche.

Wir haben noch nicht über seine Beziehung zu seiner Enkelin gesprochen, diese Beziehung ist wahrscheinlich eine der wichtigsten im Film. Wie sehen Sie diese Beziehung, und wie verändert sie sich?
Seine Enkelin hütet er wie seinen Augapfel und sie verkörpert die bedingungslose Liebe, die wir für unsere Kinder oder Enkel empfinden. Es ist eine einfache, reine Liebe und als diese hat sie eine beinahe heilende Wirkung auf den Protagonisten. Es war mir sehr wichtig, dass wir uns gut verstehen und dass sie diese natürliche Art hatten, zusammen Zeit zu verbringen
Interessanterweise ist Ingimundur, obschon von der Familie umgeben, doch sehr allein mit seinem Schmerz.

Was hat Sie an dieser Trauer so angezogen, die sich im Film so anstaut bis sie buchstäblich platzt?
Jemanden zu haben, den wir lieben, hat zur Folge, dass wir möglicherweise einen großen Verlust erleben werden. Ingimundur hat den Verlust seiner innig geliebten Frau erlebt, und dann kommt etwas hinzu... eine dunkle Ahnung beginnt, und lässt ihn hinterfragen, was sie zusammen hatten. Wenn jemand in dieser Art von Lage ist, und einen schwachen Moment hat, befindet er sich oft in einem sehr menschlichen Zustand. Genau das wollte ich ausloten.

Das stimmt – es scheint beinahe, als ob er anstatt die Erinnerungen zu hegen, diese absichtlich blockiert. Warum beschließt er, die ganze Wahrheit herauszufinden? Auf diese Weise wird er kaum Frieden finden, oder?
Ich glaube, es war sehr einzigartig, was sie zusammen hatten, daher blieb ihm nicht wirklich eine Wahl. Es ist schlussendlich dem Publikum überlassen, ob es findet, dass es ihm Frieden bringen kann, oder ob er sich nur selber weh tut. Ich hoffe, der Film ist offen für Interpretationen, daher hängt er stark von der Person ab, die den Film schaut. Die Filme und die Kunstwerke, die ich wirklich mag, sind immer sehr respektvoll und offen für Interpretationen. Wahrscheinlich ist jede gute Kunst so.

Bereits in WINTER BROTHERS haben sie dem Gefühl der Einsamkeit und der Isolation beschäftigt. Was zieht Sie so an bei diesen «starken, schweigsamen Typen», die nicht gewillt sind sich zu öffnen?
Während jener Film als «Mangel-an-Liebesgeschichte» bezeichnet wurde, scheint dieser ein Film über die allmähliche Zerstörung einer Liebe zu sein, interessanterweise durch die Person, die diese Liebe immer noch stark spürt.
Meiner Meinung nach unterscheidet sich Emil, der Protagonist in WINTER BROTHERS, sehr von Ingimundur in A WHITE, WHITE DAY. Aber vielleicht fühlensich beide in gewisser Weise zurückgelassen, oder unerfüllt oder ungestillt, ich weiß nicht. Emil fehlt es an Liebe und daran, von jemandem gesehen, gebraucht und begehrt zu werden. Ingimundur bleibt mit all diesen Gefühlen von Trauer, Zweifel und Wut alleine. A WHITE, WHITE DAY ist eine Geschichte von Liebe und Hass zugleich, denn die schönsten Gedanken sind oft sehr nahe an den dunkelsten. Die Menschen, die man liebt und bewundert, erleben einen oft von der schlechtesten Seite, und die Grenze zwischen Liebe und Hass ist sehr nahe.

Es gibt einige Szenen, die den Lauf der Zeit zeigen, besonders rund um das Haus. Aber in Ingimundurs Fall scheint die Zeit still zu stehen. Er ist kaum in der Lage weiterzumachen. Können Sie uns mehr darüber erzählen, wie die Zeit in Ihrem Film vergeht?
Kino geht für mich sehr um Rhythmus, eine Zusammensetzung aus Bildern, Ton, Bewe-gung, Musik, Dialog etc. Die Zusammenarbeit mit meinem Cutter Julius Krebs Damsbo ist für mich sehr wichtig und genau bei dieser Arbeit tauchen wir tief in den Film ein, hier entsteht der Rhythmus und die Stimmung des Films. Das Haus zu beobachten, das Ingimundur baut, ist ein wesentlicher Teil des Prozesses mit dem erlittenen Verlust umzugehen. Es handelt sich darum die Zeit, die vergeht, zu ertragen, und durch Beschäftigung bei Verstand zu bleiben. Ich wollte mit dem Prolog das Vergehen der Zeit ausdrücken. Wir erleben, wie die Zeit vergeht, wir sehen die Jahreszeiten vergehen und erleben das sich ständig ändernde Wetter, Tag und Nacht, Kälte und Wärme, Schönheit und Rohheit der Natur. Als sie stirbt, lässt sie ihren Ehemann alleine mit all diesen Gefühlen der Trauer, der Wut und des Zweifels zurück. Der Film ist in dieser Hinsicht eine Tirade, ein Hassgedicht an seine Frau, die er elendiglich vermisst. In gewisser Weise ist Ingimundur wie eine offene Wunde, die nicht heilen kann, und er ist unfähig weiterzumachen.

Interview: Marta Balaga
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Mittwoch 05.02.2020
FRIEDRICH HÖLDERLIN / DICHTER SEIN. UNBEDINGT!
Ab 13. Februar 2020 im Kino
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Für seine Zeitgenossen war Hölderlin eine Provokation, und das ist er noch heute. Was er als Poet fordert, ist ein Paradigmenwechsel, eine grundlegende Revolution der Gesinnungen und Vorstellungen, eine Erweitung des politischen Begriffs um den poetischen. Eine neue Definition der Freiheit. So erzählt der Film – anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Hölderlin im März 2020 – die Geschichte einer künstlerischen Radikalisierung.


Buch und Regie: Hedwig Schmutte & Rolf Lambert
Friedrich Hölderlin: Thorsten Hierse, Sprecherin: Anna Thalbach
Musik: President Bongo
Zeichnungen: Ali Soozandeh
Redaktion: Ulrike Becker


Am 11.9.1806 wird Friedrich Hölderlin gewaltsam von seinem damaligen Wohnort Bad Homburg abtransportiert, nach Tübinger gebracht und in der psychiatrischen Abteilung einer Klinik interniert. 231 Tage wird er dort verbringen, nach damaligen, drastischen Methoden „therapiert“ und schließlich als unheilbarer Fall der Familie eines Tübinger Schreiners zur Pflege übergeben. 36 Jahre lebt der Dichter in einem Turmzimmer des Hauses, bis zu seinem Lebensende.

Die Umstände seiner gewaltsamen „Inhaftierung“ geben der Nachwelt bis heute Fragen auf. War Hölderlin ein ausgeflippter Spinner? Ein überirdisches Genie, dessen Leben nur im Wahnsinn enden kann? Was sind die biografischen, was die politischen Umstände, unter denen er gelebt hat? Wofür hat er gekämpft? Was hat er riskiert? Ist es denkbar, dass Hölderlin gar nicht verrückt war, dass er seine Krankheit nur spielte, um politischer Verfolgung zu entkommen? Verbürgt ist: Hölderlin stand auf einer Liste von Aufrührern, die angeblich dem Landesherrn nach dem Leben trachteten.

DICHTER SEIN. UNBEDINGT! montiert Spielszenen und dokumentarische Aufnahmen von Originalschauplätzen und Landschaften in Deutschland und Frankreich mit den Ermittlungen namhafter Experten (u.a. Durs Grünbein, Daniela Danz, Uwe Schütte). Auf der Grundlage historischer und autobiografischer Quellen verfolgt der Film die Entstehungsgeschichte eines bahnbrechenden poetischen Werkes. Entlang der zentralen Lebensstationen und vor dem Hintergrund elementarer historischer Umwälzungen rekonstruiert er den kompromisslosen  Lebensweg  eines talentierten, hochgebildeten, sensiblen jungen Mannes, der in seiner Sprache an die äußerste Grenze von Literatur vordringt. Seinen Zeitgenossen blieb Hölderlins Dichtung unverständlich. Heute zählt er zu den weltweit bekanntesten und meistübersetzten deutschen Lyrikern.

Für seine Zeitgenossen war Hölderlin eine Provokation, und das ist er noch heute. Was er als Poet fordert, ist ein Paradigmenwechsel, eine grundlegende Revolution der Gesinnungen und Vorstellungen, eine Erweitung des politischen Begriffs um den poetischen. Eine neue Definition der Freiheit. So erzählt der Film – anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Hölderlin im März 2020 – die Geschichte einer künstlerischen Radikalisierung.
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Donnerstag 30.01.2020
MYSTIFY
Ab 30. Januar 2020 im Kino
Er war einer der größten Popstars der 80er und 90er Jahre: Michael Hutchence, Frontmann und Songschreiber der australischen Rockband INXS, dem mit Songs wie „Never Tear Us Apart“ und „Mystify“ Welthits gelangen. Sein ausschweifendes Leben beherrschte immer wieder die Schlagzeilen. Kaum ein Rockstar war mit seinem Privatleben so in der Öffentlichkeit präsent wie Hutchence, von Drogengeschichten über viel publizierte Affären bis hin zum aufsehenerregenden Scheidungskrieg, den Paula Yates, Hutchence’ letzte Lebensgefährtin, mit ihrem Noch-Ehemann Bob Geldof führte.
Und doch kannten nur wenige die wahre Persönlichkeit des Musikers Michael Hutchence, der über viele Jahre an Depressionen und einer Angststörung litt. Zwanzig Jahre nach seinem viel zu frühen Tod im Alter von nur 37 Jahren haben Gerüchte und Legenden das überlagert, was Hutchence ausmachte: einen faszinierenden, widersprüchlichen Mann, der mit seinem Charme und seinem Charisma Millionen von Menschen in seinen Bann zog – seine Fans weltweit, seine Freunde und seine Geliebten.
 Regisseur Richard Lowenstein, über Jahrzehnte mit Hutchence freundschaftlich verbunden, ist es gelungen, einige der wichtigsten Personen in Michael Hutchence’ Leben zum ersten Mal für intime, persönliche Interviews vor die Kamera zu holen – u. a. geben Kylie Minogue, Helena Christensen sowie Michaels Geschwister und Bandgenossen Auskunft und teilen ihre Erinnerungen. Zusammen mit zahlreichen, bislang unveröffentlichten Aufnahmen aus diversen Privatarchiven und natürlich Ausschnitten aus Hutchence’ Liveauftritten mit INXS ist ein facettenreiches Porträt entstanden, das der Person Michael Hutchence so nahe kommt wie noch kein Film zuvor.
 
Regie: Richard Lowenstein

„Einer der genialsten und aufschlussreichsten Dokumentarfilme über einen Rockstar“ - GQ
„Eine mitreißende Hommage an eine Ikone der Musik“ - BBC Radio
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Donnerstag 23.01.2020
DAS VORSPIEL
Ab 23. Januar 2020 im Kino
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Anna Bronsky ist Geigenlehrerin an einem Musikgymnasium. Sie setzt gegen den Willen ihrer Kollegen die Aufnahme eines Schülers durch, den sie für sehr talentiert hält. Engagiert bereitet sie Alexander auf die Zwischenprüfung vor und vernachlässigt dabei ihre Familie. Ihren Sohn Jonas, den sie in Konkurrenz zu ihrem neuen Schüler bringt und ihren Mann Philippe. Ihr Kollege Christian, mit dem sie eine Affäre hat, überredet sie in einem Quintett mitzuspielen. Als Anna in einem Konzert als Geigerin versagt, treibt sie ihren Schüler zu Höchstleistungen an. Am Tag der entscheidenden Zwischenprüfung kommt es zu einem folgenschweren Unglück.

Ein Film von Ina Weisse
Mit Nina Hoss, Simon Abkarian, Serafin Mishiev, Ilja Monti u.a.

DAS VORSPIEL von Regisseurin Ina Weisse feierte im September 2019 Weltpremiere beim 44. Toronto International Film Festival. Anschließend war das Drama mit der herausragenden Nina Hoss in der Hauptrolle in den Wettbewerb des 67. Festival Internacional de Cine de San Sebastián eingeladen. Dort wurde Nina Hoss mit der Goldenen Muschel als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Beim 27. Filmfest Hamburg – dort feierte DAS VORSPIEL Deutschlandpremiere – ist Nina Hoss mit dem Douglas-Sirk-Preis geehrt worden. Anfang November kommt die deutsch-französische Koproduktion in Frankreich in die Kinos. DAS VORSPIEL ist nach dem preisgekrönten Drama DER ARCHITEKT (2008) der zweite Kinospielfilm, bei dem Ina Weisse Regie geführt hat. Für ihr Porträt einer Familie in all ihrer Widersprüchlichkeit hat die Filmemacherin die Hauptrolle mit der viel beschäftigten Theater- und Filmschauspielerin Nina Hoss (RÜCKKEHR NACH MONTAUK, A MOST WANTED MAN, BARBARA) besetzt und ihr den französischen Schauspieler Simon Abkarian (REBELLINNEN – LEG DICH NICHT MIT IHNEN AN, VORHANG AUF FÜR CYRANO, „Playground“) sowie seinen dänischen Kollegen Jens Albinus (NYMPHOMANIAC I, „Der Adler – Die Spur des Verbrechens“, IDIOTEN) an die Seite gestellt.  Vor der Kamera von Judith Kaufmann (NUR EINE FRAU, DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT) standen in weiteren Rollen Sophie Rois („M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, DREI), Thomas Thieme („Babylon Berlin“, KUNDSCHAFTER DES FRIEDENS) sowie die Jungdarsteller Ilja Monti und Serafin Mishiev.



INTERVIEW MIT REGISSEURIN INA WEISSE 

Wie bei Ihrem ersten Film DER ARCHITEKT ist auch DAS VORSPIEL in Zusammenarbeit mit Ihrer Co-Autorin Daphne Charizani entstanden. Sind Annas hohe Ansprüche und ihr strenges Urteil ihrem Kind gegenüber, der Kern und Ursprung des Dramas?
Der Ursprung ist ihre Suche nach dem Absoluten und die Unerbittlichkeit, die Anna sich selbst gegenüber hat. Dazu kommen ihre Minderwertigkeitsgefühle. Schon als Kind sah sie in einem Lob nichts anderes als versteckte Kritik. Wir haben versucht, die Zerrissenheit und Unsicherheit dieser Frau zu beschreiben. Wenn man alles in Frage stellt, der Anspruch an sich selbst groß ist und gleichzeitig auch die Angst zu scheitern, wird man verletzlich, weil man weiß, dass einem die Zweifel niemand nehmen kann. Annas Überzeugung, dass sich alles der Musik unterzuordnen hat, dass man kämpfen muss, dass nie etwas gut genug ist, nie fertig, setzt sie unter großen Druck. Dieser Druck steigert sich nach ihrem Versagen im Quintett, wenn sie ihren Schüler zu Höchstleistungen treibt. Es geht ihr um den Jungen, aber letztlich geht es ihr um sich selbst.
 
Wie haben Sie dieses Umfeld recherchiert, um es so genau beschreiben zu können?
Wir haben beide selbst lange Cello und Geige gespielt und waren auch in einem Orchester. Das Milieu und der oft quälende Übe-Prozess war uns also vertraut. Es ging uns darum diesen Prozess zu beschreiben, die Arbeit an der Musik. Bei späteren Recherchen am Musikgymnasium in Berlin habe ich Ilja Monti getroffen, der den Geigenschüler von Anna spielt. Ich habe ihn vor den Dreharbeiten längere Zeit begleitet.
 
Wie haben Sie die Auswahl der Musikstücke im Film getroffen?
Das Presto von Bach, das der Schüler übt, und die Chaconne von Bach spielt jeder Geiger irgendwann. Beide Stücke standen sehr früh fest.  Anders beim Cello- Konzert, das am Ende des Films vom Schülerorchester gespielt wird. Hier habe ich nach einem Stück gesucht, das von der Stimmung her nicht den Schluss des Films kommentiert. Das Lied, dass Simon Abkarian am Anfang singt „Die Zeit der Kirschen“ ist das berühmte Lied der Pariser Commune. In Deutschland hatte ich es von Wolf Biermann gehört, daher war es mir vertraut. Dass wir im Film oft hart aus den Musikstücken raus gehen, war im Schnitt früh angelegt und bestimmt den Rhythmus des ganzen Films. 
 
Diese Härte findet sich teilweise auch in der Hauptfigur wieder.
Ich weiß nicht, ob ich Anna als hart bezeichnen würde. Sie zweifelt, ist zerrissen, sie will die Kontrolle behalten, sie ist widersprüchlich, mutig, sie setzt sich ihrer Unzulänglichkeit aus und kämpft damit. 
 
Wie haben Sie Nina Hoss an diese Figur und ihre inneren Widersprüche herangeführt?
Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, mit ihr zusammenzuarbeiten. Mit großem Einfühlungsvermögen hat sie diese ambivalente Figur gespielt. Sie hat sich diese musikalisch schweren Stücke auf der Geige in bewundernswerter Weise angeeignet. 
 
Wie haben Sie mit den anderen Schauspielern gearbeitet? Wie viel Freiheit lassen Sie sich am Drehort?
Die Schauspieler für den Geliebten und den Ehemann zu finden, hat Zeit gebraucht. Simon Abkarian und Jens Albinus kannte ich natürlich aus Filmen. Als ich sie schließlich traf, Simon in Paris, Jens in Kopenhagen, war schnell klar, dass es wunderbar wäre, wenn wir zusammenarbeiten würden. Die Freiheit am Drehort kam durch das Vertrauen, durch den Respekt, die gegenseitige Wahrnehmung, beim Versuch die Szene zu einem bestimmten Punkt zu bringen.
 
Würden Sie das als Suche nach Wahrhaftigkeit beschreiben?
Natürlich sucht man den Kern, das Wesentliche in einer Szene. Man versucht sie zu einem Konzentrat zu bringen. Im Schnitt mit Hansjörg Weißbrich hat sich die Suche fortgesetzt. Wir haben weiter reduziert und verdichtet. 
 
Hatten Sie auch deswegen so großes Vertrauen zueinander, weil Sie selbst auch Schauspielerin sind?
Das glaube ich nicht. Natürlich kenne ich die Mechanismen, die man als Schauspieler in bestimmten Situationen abruft, um sich zu helfen. Und ich weiß, was es oft für Mut und Überwindung braucht, bestimmte Situationen zuzulassen. 
 
Viel menschliche Erfahrung steckt in dem Film zwischen den Zeilen. Die Komplexität der Beziehungen wird nicht auserklärt. Annas Affäre inszenieren Sie beispielsweise ganz beiläufig. Wie sind Sie zu dieser Erzählweise gekommen? 
Sie hat eine Affäre, die nur scheinbar beiläufig erzählt wird. Ihr Mann weiß wahrscheinlich davon, aber trotzdem gibt es eine große Nähe, Wärme zwischen den beiden. Ich wollte es nicht bewerten.
Auch das Verhältnis zum Vater wird eher angedeutet. Man spürt ihre Verletzungen und kann vermuten, was für eine Kindheit sie hatte, dass sie unter ihrem Vater gelitten hat.
 
Reproduziert Anna als Mutter bestimmte Verhaltensweisen, denen sie als Kind selbst ausgesetzt war?
Ja und nein. Sie kämpft damit. Sie gibt den Druck an ihren Sohn und an ihren Schüler weiter. Dadurch macht sie sich schuldig. Und das weiß sie. 
 
Ihr Mann, der Vater ihres Kindes, ist extrem wohlwollend. Können Sie uns etwas über diese Figur sagen?
Im Gegensatz zu Anna ist die Zuneigung des Vaters zu seinem Sohn nicht an Bedingungen geknüpft. Er lässt seinen Sohn frei wählen. So geht er auch mit Anna um. Er sieht ihre Probleme, aber er greift nicht ein, weil jeder sein Leben selbst bestimmen soll. Zwang und Einschränkung liegen ihm fern. Er ist für sie da. Und er sieht auch die Gefahr, auf die die Familie zuläuft.
 
DAS VORSPIEL ist Ihr zweiter Spielfilm nach DER ARCHITEKT. Mit dem Produzenten Felix von Boehm und der Bildgestalterin Judith Kaufmann hatten Sie schon einen Dokumentarfilm über DIE NEUE NATIONALGALERIE gedreht. 
Ja, Felix von Boehm war mein vertrauter Partner in beiden Filmen. Judith Kaufmann hat einen genauen, poetischen Blick. Er drückt sich in all’ ihren Bildern aus. Genau wie bei Susanne Hopf, unserer Szenenbildnerin. 
 
Ist das ein weiblicher Blick?
Das weiß ich nicht. Ich denke eher, es ist ein empathischer Blick. 




INTERVIEW MIT SCHAUSPIELERIN NINA HOSS 

Als Sie das Drehbuch bekommen haben, welche Welt ist Ihnen dort begegnet? Und warum hatten Sie Lust, in dieser Welt Zeit zu verbringen?
Mich hat die Figur der Anna interessiert und fasziniert. Schon beim ersten Lesen habe ich gedacht: Anna flirrt. Man lernt sie in einem Moment in der Mitte ihres Lebens kennen, wo sie instabil ist, nach Balance sucht, und sich selbst fragt: War es das jetzt? Habe ich mir meine Träume erfüllt? Bin ich glücklich? Und dann war sie mir gleichzeitig sympathisch und unsympathisch - und ich dachte: Diese Figur will ich untersuchen. Sie ist als Lehrerin viel stabiler als zuhause. Das hat mir etwas erzählt über ihre Disziplin, auch darüber, woher sie kommt. Was ihr Musik bedeutet. Sie entblättert sich im Laufe des Films. Das fand ich so wunderschön zart und klug gezeichnet von Ina Weisse, aber auch mit viel Humor und Biss, was ich besonders fand. Sie liebt ihre Figuren, die wahnsinnig widersprüchlich sind und lässt ihnen und uns Zeit, sie zu entdecken.
 
Wie haben Sie sich Anna in den Verhältnissen zu den verschiedenen Männern erschlossen? 
Anna ist tatsächlich von vielen Männern umgeben. Weil sie ihre Mutter relativ früh verloren hat, fehlt ihr die mütterliche Begleitung. Gleichzeitig ist sie mit einer starken Vaterfigur aufgewachsen, an der sie sich abarbeitet. Ihr Ehemann ist auch einer, an dem sie sich abarbeitet. Er bietet ihr einen Ruhepol – und eine starke Persönlichkeit. Anna ist zwar kein schwaches Püppchen, das Halt braucht, aber männliche Zuwendung und Bestätigung. Oder überhaupt Bestätigung. Und in diesem Moment ihres Lebens, in dem sie sich ihrer nicht sicher ist, braucht sie jemanden, der ihr keine Fragen stellt, sie ohne Palast neu entdecken will und ihr hilft, noch einmal mutig zu sein oder zu ihrem alten Selbst zu finden. Da kommt Christian dann genau richtig. Anna braucht Christian. Er ermuntert sie, wieder Geige zu spielen und auch nach einem Fehler weiterzumachen. Es geht im Film auch um das Fallen, das Wiederaufstehen und darum, sich selbst nicht permanent aus Versagensangst im Weg zu stehen. 

Alle reden über starke Frauenfiguren im Kino. Wo kann man dort Anna verorten? 
Im Kino muss man Räume für vielschichtige, komplizierte, interessante, komische, sperrige Frauenfiguren öffnen. Ich kann mich nicht beschweren, ich habe so viele tolle Frauenfiguren spielen können, wozu ich auch Anna zähle. Sie interessiert mich – eben, weil sie so kompliziert ist. Sie lässt sich das Leben nicht aus der Hand nehmen, aber sie weiß momentan nicht, was richtig ist für sie und wer sie ist. Und diese Frauenfigur zu entdecken und zu entwickeln, dabei nicht zu wissen, was letztlich mit ihr passiert – das ist aufregend. Bei Anna kann man andocken. Weil jeder diese Momente kennt, in denen man nicht genau weiß, ob es das jetzt schon war im Leben. Anna ist neugierig, lebenshungrig, sie hat eine Leichtigkeit und sie ist ein bisschen flirrend, manchmal unentschlossen und dann, speziell in ihrem Beruf, weiß sie sehr genau, wonach sie sucht. Es ist gut, wenn wir so widersprüchliche Figuren wie möglich erzählen können. 
 
Bei Anna geht es auch darum, dass einem das Leben innerhalb weniger Tage entgleiten kann. 
Ich glaube, sie entdeckt neue Dinge an sich. Was ihr mit dem Schüler passiert, das kennt sie nicht. Es ist ja letztlich auch eine Bestrafung ihrer selbst, was sie da macht. Diese Verhärtung führt dazu, dass sie nicht merkt, dass sie zu weit geht, dass sie an Grenzen ihrer Persönlichkeit kommt, die sie überraschen. Sie denkt ja, sie will ihm und ihrem Sohn doch nur Gutes. Aber sie setzt sich aus, ist nie selbstmitleidig, sondern macht weiter. 
 
Was macht das mit einer Geschichte, wenn Musik Teil der Filmsprache ist?
Die Musik ist ab einem gewissen Zeitpunkt fast eine Hauptfigur. Das birgt eine Gefahr, weil Musik die Kunstform ist, die am direktesten unser emotionales Zentrum berührt. Wenn Anna übt, merkt man, dass sie gut spielen kann und Ausdruckswillen hat. Doch ihr steht der Leistungsdruck im Weg. Der lässt sie zu nervös werden und nicht den Moment des Spielens genießen. Ich selbst spiele Klavier – dort kann ich gucken, ob ich die Tasten richtig treffe. Bei der Geige muss ich es fast erfühlen. Da liegt ein Instrument direkt an deinem Körper an, das hat auch etwas Sinnliches. Mir hat sich eine andere Welt eröffnet. Ich konnte über die praktische Arbeit am Geige spielen, sehr viel über die Figur Anna erfahren. 
 
Das Drehbuch erzählt sehr bodenständig aus dem Künstlermilieu, vor allem über den Unterricht. 
In den Unterrichtsstunden erfährt man viel darüber, was wirklich in Anna steckt, was – wie das Diszipliniertsein – auch von der Anspruchshaltung ihrer Kindheit kommt. Aber auch vom ganzen musikalischen Umfeld. Und gleichzeitig hat sie schon etwas Eigenes für sich entdeckt, etwas das ihr wichtiger ist als den anderen Lehrern. Sie sucht bei ihrem Schüler den besonderen den Klang. Sie spricht ja mit ihm darüber, dass er selbst, wenn er eine Etüde spielt, sich den Klang des Tones genau vorstellen muss, bevor er ihn produziert, sonst bleibt es nur ein Geräusch. Das ist sehr individuell: Jeder produziert einen anderen Klang mit demselben Instrument. Das ist etwas Besonderes für mich, dass Anna danach sucht. Die Unterrichtsstunden sind sehr konkret. Anna will ihrem Schüler beibringen, wie man zu der Tiefe des Klangs kommt – nämlich mit Vorstellungskraft, Einfühlungsvermögen und dann
 
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Autor: Siehe Artikel
Mittwoch 15.01.2020
CRESCENDO
Ab 16. Januar 2020 im Kino
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Junge Musiker aus Palästina und Israel sollen zusammen ein Konzert geben. Hat die Musik die Kraft, trotz der vielen Herausforderungen und Hindernisse, Brücken zwischen den jungen Menschen verschiedener Religionen und verhasster Nationalitäten zu bauen?
 
Im Rahmen von Friedensverhandlungen zwischen Diplomaten aus Israel und Palästina soll in Südtirol ein Konzert eines Jugendorchesters junger Palästinenser und Israelis gegen allen äußeren Wiederstand stattfinden. Die Jugendlichen wollen die Friedensbemühungen, die in ihrem Mikrokosmos bereits gefruchtet haben, nicht aufgeben und sehen nach und nach im gemeinsamen Zueinanderfinden und Musizieren einen ersten Weg zur Überbrückung von Hass, Intoleranz und Terror. 
 

Ein Film von Dror Zahavi
Mit Peter Simonischek, Bibiana Beglau, Daniel Donskoy u.a.


Eduard Sporck (Peter Simonischek) ist ein weltberühmter Dirigent, der an einer Frankfurter Musikhochschule unterrichtet. Nun soll er ein Konzert vorbereiten, welches Jugendliche sowohl aus Palästina als auch aus Israel bestreiten. Das Konzert soll aktuelle Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern begleiten und ein Zeichen gegen den Hass setzen, der schon so lange vorherrscht. Eduard Sporck zweifelt. Nicht nur, weil er weiß, dass es nicht einfach wird, beide Seiten zusammenzubringen. Sondern auch, weil er eine schwierige, eigene Geschichte in sich trägt: Als Sohn von zwei NS-Ärzten wurde sein ganzes Leben von den grausamen Taten seiner Eltern geprägt. Doch Klara de Fries (Bibiana Beglau) schafft es, ihn zu überzeugen, die verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und sich auf die Reise nach Israel zu begeben. Ihre „Stiftung für effektiven Altruismus“ ist für das Abendprogramm bei der Friedenskonferenz verantwortlich und veranstaltet das Konzert.
Zum Vorspielen in Tel Aviv erscheinen zahlreiche junge Musiker von beiden Seiten der israelischpalästinensischen Grenze. Während die Violinistin Layla (Sabrina Amali) und der Klarinettist Omar (Mehdi Meskar) aus dem Westjordanland erstmal die strengen Grenzkontrollen passieren müssen, kommen der israelische Violinist Ron (Daniel Donskoy) und seine Kollegen problemlos und selbstbewusst im Konzertsaal an. Doch die größte Hürde, die alle überspringen müssen, ist die strenge Auswahl des Dirigenten Eduard Sporck. Nur die Besten der Besten dürfen Teil seines Orchesters sein, die Nationalität spielt für ihn dabei keine Rolle. 
 
Nach einem anspruchsvollen Bewerbungsprozess wird ein Kammerorchester von zwanzig jungen Musikern aus Israel und Palästina zusammengestellt. Mit Beginn der Proben fangen auch die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen an, Vorurteile und gegenseitiges Misstrauen machen sich breit. Die Situation eskaliert und grenzt bald an Hoffnungslosigkeit: Können die jungen Israelis und Palästinenser wirklich nicht miteinander musizieren? Ist das Friedenskonzert zum Scheitern verurteilt? 

Um die Konzertvorbereitung vom Kontext des politischen Konflikts zu distanzieren, werden die Proben nach Südtirol verlegt. Dort, auf neutralem Boden, werden die jungen Musiker von ihrem Dirigenten aufgefordert, miteinander zu kommunizieren und Verständnis für die Sichtweise und die Probleme der anderen zu finden. Langsam und vorsichtig nähern sie sich aneinander an. Nur für Omar und die junge Israelin Shira (Eyan Pinkovich) ist die Kommunikation schon von Anfang an kein Problem. Sie sind die einzigen, die komplett ohne Vorurteile miteinander umgehen, denn ihre Freundschaft verwandelt sich schnell in Liebe. Sie wissen, dass ihre Beziehung in der israelischpalästinensischen Realität nicht existieren kann. Die einzige Möglichkeit zusammen zu bleiben, ist die Flucht zu Verwandten in Europa. Als Omar und Shira zusammen in der Nacht das Hotel heimlich verlassen, kommt es zu einem tragischen Missverständnis, dass das Schicksal des jungen Paares und das aller Musiker verändert. 
 


Pressenotiz
 
Auf inspirierende Weise erzählt Dror Zahavis Spielfilm CRESCENDO von jugendlichen Musikern aus Palästina und Israel, die in einem gemeinsamen Konzert ein Zeichen für ein friedliches Miteinander setzen sollen. CRESCENDO ist ein Film über die Kraft der Musik, die Menschen miteinander verbinden kann. Die Last der Geschichte, die sowohl Jugendliche aus Palästina als auch aus Israel immer mit sich tragen, stellt der Film in vielen aufreibenden Begegnungen dar. Hierbei werden alle Seiten, alle Meinungen gehört, doch es wird auch in Frage gestellt, ob ein Projekt wie ein gemeinsames Konzert überhaupt Probleme einer solchen Tragweite lösen kann. Durch viele kleine Einzelgeschichten und Dank eines überzeugend agierenden jungen Ensembles werden viele Facetten der Auseinandersetzung und des Austauschs gezeigt. Peter Simonischek ist als Eduard Sporck genau die richtige Autoritätsperson, die durch eine eigene berührende Geschichte den jungen Menschen den Weg weisen kann, um sich einer friedlichen Zukunft zu öffnen. Die wunderschöne gemeinsam erarbeitete Musik setzt den Rahmen der Geschichte, als Zuschauer wird man zu einem Teil der Gruppe, die miteinander streitet, diskutiert, musiziert und lacht. Und so setzt der Film ein mutiges, wichtiges und inspirierendes Zeichen über sein eigentliches Thema hinaus: Dass Grenzen dazu da sind, überwunden zu werden. Durch Zuhören, Reden und Aufeinander zugehen – und natürlich durch die Kraft der Musik.
 
 

Regisseur Dror Zahavi über seinen Spielfilm Crescendo
 
Was hat Sie an diesem Stoff besonders gereizt? 
Mich interessierten vor allem der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern – ein Thema, das mich seit vielen Jahren beschäftigt – und die Dynamik zwischen den beiden Gruppen, besonders vor dem Hintergrund der klassischen Musik. Das habe ich filmisch in dieser Form noch nicht gesehen.

Haben Sie für den musikalischen Part Fachberater herangezogen? 
Ich habe das Drehbuch mit meinem Freund Johannes Rotter geschrieben. Wir haben die Musikstücke ausgesucht. Unser Orchester im Film setzt sich aus Musikern und Schauspielern zusammen, einige Mitglieder konnten also nicht wirklich musizieren. Daher mussten wir Coaches einsetzen, die den Schauspielern die Instrumente so beibrachten, dass es im Bild aussieht, als würden sie sehr gut musizieren.

Welche war für Sie die größte Herausforderung? 
Es gab viele Schwierigkeiten auf einmal. Zum einen die Arbeit mit 70 Prozent Laien und 30 Prozent Schauspielern in einem Spielfilm, der sehr von der schauspielerischen Leistung lebt. Das zweite war, dass Israelis und Palästinenser in einer sehr aufgeladenen Zeit in einem Raum zusammenkamen. Drittens haben wir in drei Ländern gedreht, hatten dafür aber eigentlich nicht genug Geld. Wir mussten uns also bildlich viel einfallen lassen, um mit einfachen Mitteln so zu drehen, dass es dennoch nach Kinofilm aussieht. Eine große Herausforderung war auch, die Musikteile und Musiker ins Bild zu bringen. Peter Simonischek spielt einen weltberühmten Dirigenten – das ist sehr schwer für einen Schauspieler, der kein Musiker ist. Mimik, Rhythmus, die Arbeit mit den Händen, das war schwierig. Er hatte einen Coach, der ihn während des Drehs begleitet hat.
 
Inwieweit haben Ihnen Ihre Herkunft und ihr Wissen über den Nahen Osten geholfen, diesen Stoff zu bewältigen?  
Ohne dieses Wissen und diese Herkunft hätte ich den Film nicht machen können. Meine Familie lebt in Israel, daher kenne ich die tagtägliche Bedrohung des Lebens dort. Dieses Gefühl und diese Lebenserfahrung kann man nur herstellen, wenn man sie persönlich erlebt hat. Ich habe bei diesem Film versucht, mich nicht vordergründig mit Politik zu beschäftigen. Deswegen finde ich das auch so genial, dass der Film zwar den Konflikt anspricht und eine politische Haltung vertritt, aber im Hintergrund die Musik und eine Gruppendynamik hat, die nicht nur über die politische Ebene läuft.

Wie realistisch oder utopisch ist die Idee eines Friedenskonzerts? 
Im Moment sehr utopisch. Eine Figur sagt im Film auch, dass das Science-Fiction ist. Aber das ist nicht so wichtig. Erstmal wird im Film ausdiskutiert, warum es Science-Fiction ist. Zweitens will der Film eine klare Message vermitteln. Wir zeigen nicht die Realität, wie sie ist, sondern wie sie hätte sein können.

Sie wollten unbedingt Peter Simonischek für die Hauptrolle. Warum? 
Er ist nicht nur die ideale Besetzung des Dirigenten, sondern aus heutiger Sicht die einzige. Was er geleistet hat, ist unglaublich. Der Dirigent trägt ja einen großen Konflikt in sich, der in dieser Form selten zu sehen ist: Als Sohn deutscher Nazi-Verbrecher wird ausgerechnet er mit dieser NahostProblematik konfrontiert. Und ist als Mediator zwischen den Jugendgruppen gefragt. Peter hat es geschafft, diese Figur ins Zentrum zu stellen und mit seiner Wärme und überzeugenden Spielweise dem Film eine Qualität zu geben, die er mit keinem anderen bekommen hätte.
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Donnerstag 09.01.2020
FREIES LAND
Ab 09.Januar 2020 im Kino
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1992 in Ostdeutschland: Über dem Land schwebt die vage Hoffnung auf eine rosige Zukunft, doch auf dem Boden der Tatsachen macht sich Enttäuschung breit. Dieser deutsche Winter der Unzufriedenheit entführt zwei sehr unterschiedliche Ermittler in ein entlegenes Dorf, aus dem zwei Schwestern spurlos verschwunden sind. Zunächst scheint der Fall klar: in den Westen abgehauen sind sie, so die einsilbige Aussage der Nachbarn. Wer wollte schließlich nicht dem allzu schnellen Niedergang der Region entfliehen? Die beiden Kommissare Stein (Trystan Pütter) und Bach (Felix Kramer) wundern sich zunehmend darüber, dass sich am Verschwinden der Schwestern scheinbar niemand stört, es herrscht diffuses Schweigen. Und auch bei der Kriminalleitung ist man selbst dann kaum interessiert als sich herausstellt, dass bereits früher Mädchen aus dem Dorf verschwunden sind. Als dann die schwer misshandelten Leichen der beiden Schwestern gefunden werden, dämmert Stein und Bach, dass sie es mit einer Mordserie zu tun haben und mit einer zutiefst verstörten Gemeinschaft, in der die Wahrheit ihren Wert verloren hat.

Ein Film von Christian Alvart
Mit Felix Kramer, Trystan Pütter, Nora Waldstätten

Regisseur Christian Alvart („Antikörper“, „Dogs of Berlin“, „Steig. Nicht. Aus.“) inszeniert seine beiden von Felix Kramer und Trystan Pütter genial verkörperten Ermittler mit großem Gespür für die Dichte und Temperatur, die für einen vielschichtigen Thriller unentbehrlich sind. Ihm gelingt eine zutiefst beunruhigende, aufregende und scharfsichtig komponierte Geschichte, die von einer schmerzenden Wunde aus unserer jüngsten Vergangenheit erzählt.


STATEMENT DES REGISSEURS
Nach nunmehr 30 Jahren Nachwendezeit zeigt sich mit wachsender Deutlichkeit, was für ein radikaler Bruch die Wiedervereinigung für die meisten Deutschen, vor allem (aber nicht nur) im Osten bedeutete. Im Freudentaumel der Wende kamen Ängste, Erschütterungen, Traumata nur leise und das Wunder-Narrativ störend zur Sprache.
Doch dieses fundamentale Ereignis schickt auch heute noch Schockwellen durchs Land. Wir müssen immer wieder neu erfahren, wie nachhaltig es Menschen prägt, wenn Systeme zusammenbrechen, Lebenswirklichkeiten über den Haufen geworfen werden und, im Falle der DDR, ein ganzes Land abgewickelt wird. Renovierte Straßen und Fassaden täuschen nicht länger über tiefgehende Verletzungen hinweg. Manchmal entsteht ein unverstellter Blick erst in der Distanz. Anlässlich des dreißigjährigen Jubiläums, aber auch der politischen Zerrissenheit des Landes, beschäftigt sich die Nation mit den Geburtsstunden des wiedervereinten Deutschlands. Was lief damals falsch? Was hat Narben hinterlassen? Wo ist man sich unehrlich begegnet, hat seine Vorurteile in die „neue“ Beziehung mit eingebracht?
Viele Filme beschäftigen sich mit den Ereignissen der Wende, andere mit dem Erstarken der Rechten im ehemaligen Osten. Es gibt starke Sozialdramen und historische Komödien. Das Wesen des Thrillers ist die Beschäftigung, die Auseinandersetzung mit der Angst.
FREIES LAND nähert sich dem Thema mit den Werkzeugen des Genres. Mit LA ISLA MÍNIMA – MÖRDERLAND (2014) fand sich eine starke Vorlage, die ihrerseits anhand des Kriminalfalls ein Portrait Spaniens in der Post-Franco-Ära zeichnet. Für die deutsche Version bot sich in der Begegnung der beiden Kommissare die Möglichkeit, sie als eine Begegnung von Ost und West zu erzählen, als ein Aufeinanderprallen unterschiedlicher Charaktere mit radikal entgegengesetzten Lebensläufen – nicht nur exemplarisch, sondern auch als Individuen. Und es geht nicht um urbane Wirklichkeiten, sondern die Landstriche, die seit Jahrzehnten ausbluten. Dort, wo junge, hoffnungsvolle Menschen nur die Tage zählen, bis sie weg können. Und wo man sich vielleicht nicht so schnell wundert, wenn junge Frauen verschwinden. Die Ängste des Westlers vor dem unbekannten Osten und des Ostlers vor der unbekannten Zukunft begleiten die Ermittlungen und finden ihren Ausdruck in teilweise mystisch überhöhten Begegnungen. Unsere gebrochenen Helden jagen ein Phantom in einem kargen Landstrich, der von Frost und Rost überzogen ist, als ob der Ereignissturm der Nachwende das Land in einem buchstäblichen Schockzustand festgefroren hält. Unsicherheit prägt nahezu alle Figuren, es gibt keine Gewissheiten mehr, und hinter jeder Antwort lauert die nächste Frage.



INTERVIEW TRYSTAN PÜTTER

Gibt es für Sie einen persönlichen Bezug zum Thema des Films, und wenn ja, welchen?
Ich glaube nicht an einfache Wahrheiten und klare Bilder von Gut und Böse. Unser Film wertet nicht, übernimmt keine Position für oder gegen ein System, sondern erzählt von den Schattenseiten in Ost und West und der Ambivalenz der verschiedenen Biographien.

Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?
Patrick Stein ist ein gewissenhafter Vollblutpolizist, der starke Prinzipien hat. Er geht den Dingen auf den Grund, koste es, was es wolle. Er ist kurz davor zum ersten Mal Vater zu werden und ist gleichzeitig weit weg in der Fremde. Ein zerrissener Einzelgänger auf unbekanntem Terrain.

Wie war die Zusammenarbeit mit den KollegInnen und dem Regisseur?
Die Arbeit mit Christian Alvart ist sehr intensiv. Er ist ein absoluter Cineast, ein visueller Virtuose, ein One-Take-Wonder. Mit Felix Kramer hat man einen absoluten Profi an der Seite, der immer bis ans Limit geht. Ich finde, wir beide sind das sexiest Ermittlerpaar seit Starsky & Hutch!

Worin bestand die größte Herausforderung während der Dreharbeiten?
In den Abständen zwischen den relativ spröden Dialogen. Wir wollten eine besondere, fast schon mystische Atmosphäre kreieren und eine ambivalente Freund-Feind-Beziehung erschaffen, die einen nie ganz sicher fühlen lässt. Außerdem war es durchgehend 15 Grad minus.



INTERVIEW FELIX KRAMER

Gibt es für Sie einen persönlichen Bezug zum Thema des Films, und wenn ja, welchen?
Der Film hat mehrere Themen. Das Thema, das sicherlich am intensivsten nach vorne schreit, ist der Ort, aber noch vielmehr die Zeit, in der die Geschichte spielt. Deutschland kurz nach der Wiedervereinigung. Ich bin in Ost-Berlin aufgewachsen und ein Kind dieser Zeit. Ich kann das noch immer fühlen. Ich habe massenhaft Erinnerungen an diese Zeit. Für mich waren die Neunziger aufregend und sehr intensiv. In Berlin traf sich die Welt und es war zu dieser Zeit alles möglich.

Wie war die Zusammenarbeit mit den KollegInnen und dem Regisseur?
Ich genieße die Zusammenarbeit mit Christian sehr. Er ist ein Regisseur, der starke Visionen hat und dennoch mit wenigen Worten und kleinen Gesten auskommt. Er schafft dabei Räume, in denen ich agieren kann. Unvergessliches Statement: „Felix, ich halte keine Reden, bei denen ein Germanistikstudent feuchte Augen bekommt“. Das ist genau mein Ansatz. Einfach machen und nicht stundenlang diskutieren. Aber dieses „machen“ setzt natürlich voraus, dass man sich gegenseitig zu 100% vertraut. Und das tue ich. Christian, wenn Du das hier liest, ich will ein Kind von dir.
Die Zusammenarbeit mit Trystan war so unaufgeregt und selbstverständlich, dass ich das Gefühl hatte, ihn schon lange zu kennen. FREIES LAND war unsere erste Zusammenarbeit. Auf Trystan ist Verlass. Das ist was Großes, und in dem Beruf nicht immer so. Seine Figur hält die Geschichte zusammen. Er macht das mit einer Genauigkeit und Zurückhaltung, die mir sehr gefällt. Ich hätte mir keinen besseren Spielpartner wünschen können.

Worin bestand die größte Herausforderung während der Dreharbeiten?
Mein für die Rolle notwendiges Übergewicht von rund 20 Kilogramm zu halten.

Was hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?
Es gibt am Ende des Films eine Tanzszene. Ja, die hat mir sehr viel Spaß gemacht.




INTERVIEW NORA WALDSTÄTTEN

Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?
Katharina ist vom Leben desillusioniert. Die Dinge, von denen sie geträumt und die sie sich erhofft hat, haben sich nicht eingestellt. Der einzige Lichtblick sind ihre zwei Töchter. Doch plötzlich ist Katharina mit der fürchterlichen Tatsache konfrontiert, dass diese seit Tagen verschwunden sind. Sie kann kaum mehr schlafen oder essen. Sie ist gefangen in diesem unendlichen See der Angst, Sorge und Befürchtungen.

Wie war die Zusammenarbeit mit den KollegInnen und dem Regisseur?
Es war eine ganz tolle Zusammenarbeit. Trystan und Felix sind ganz wunderbare Kollegen und ich habe mich sehr gefreut mit ihnen zu drehen. Christian war bei diesem Projekt Regisseur und Kameramann gleichzeitig. Das ergibt ein unglaublich direktes Zusammenarbeiten. Er ist extrem gut vorbereitet, unglaublich schnell, sehr offen und interessiert.

Worin bestand die größte Herausforderung während der Dreharbeiten?
Die größte Herausforderung war wahrscheinlich die Kälte. Bei einer Szene, die wir außen auf einer freien Betonfläche drehten, waren es 15 Grad minus und ich trug nur einen Rock und ein kurzes Jäckchen. Es wurde darunter zwar so viel Thermounterwäsche versteckt wie nur möglich, das half aber leider nur bedingt. Es war unfassbar kalt und schauspielerisch echt eine Herausforderung bei der Kälte noch eine Mimik zu produzieren. (lacht)

Was hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?
Ich mag Christians Arbeitsweise. Da er sehr viele Einstellungen von einer Szene dreht, macht er von einer bestimmten Einstellung vielleicht nur einen Take. Da heißt es immer wach und da sein. Das mag ich. Das hat etwas von Theaterarbeit. Da kannst du ja auf der Bühne auch nicht nochmal unterbrechen und sagen, das war jetzt nicht so, ich komm nochmal. Du musst direkt 100% geben und alles wagen.
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Autor: Siehe Artikel
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