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7. Brian Eno, Holger Czukay & J. Peter Schwalm „Sushi. Roti. Reibekuchen“
8. Piano Conclave (6): Brad Mehldau „Aprés Fauré“ & „After Bach II“
9. Piano Conclave (5): Lynne Arriale Trio „Being Human“
10. Black Lives „People Of Earth“
11. Piano Conclave (4): Sergei Babayan & Daniil Trifonov
12. Piano Conclave (3): Johannes Mössinger „About Bach“
Freitag 24.05.2024
Brian Eno, Holger Czukay & J. Peter Schwalm „Sushi. Roti. Reibekuchen“
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Alle drei kannten sich längst. Doch der erste gemeinsame Auftritt von Brian Eno, Holger Czukay und J. Peter Schwalm fand am 27. August 1998 vor der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn, zur Eröffnungsparty der Multimedia-Installation „Future Light - Lounge Proposal“ statt. Dass von diesem Auftritt Tonspuren existierten, wusste bis heute kaum jemand. Dank dem Grönland Label liegt nun ein Großteil dieser Session unter dem Titel „Sushi. Roti. Reibekuchen“ auf CD, Vinyl und als Donwload vor.
Es ist eine brillante Mischung aus improvisierten Ambientflächen und komplexen Soundschleifen, aus Monstergrooves und kosmischen Botschaften, aus gesampelten Helmut Kohl-Ansprachen und Ostergrüßen Papst Wojtylas. Selbst schneidende Kurzwellensplitter, Dub-Skalen und das Rauschen ferner Radiostationen finden in diese atmosphärische Dringlichkeit Eingang. Ein musikalisches Bulletin der Superlative, eingespielt von den wohl innovativsten europäischen Elektronikern. Zwingender als Czukays Kooperation mit David Sylvian, überzeugender als etliche Werke aus dem riesigen Brian Eno-Fundus und für den Frankfurter J. Peter Schwalm war dies der Beginn seiner internationalen Karriere.
Alle drei sind völlig unterschiedliche Temperamente, besitzen verschiedene musikalische Ansatzpunkte. Holger Czukay, gelernter Bassist, studierte drei Jahre Komposition bei Karlheinz Stockhausen in Köln. Dass das 1938 in Danzig geborene Enfant terrible anschließend als Musiklehrer im schweizerischen St. Gallen landete, ist dem Umstand zu verdanken, dass Stockhausen ihm den Grund der eigenen künstlerischen Freiheit anvertraute: Er, Stockhausen, habe reich geheiratet und war deshalb ein Leben lang als Komponist finanziell unabhängig. So auf eine Idee gebracht, machte sich Czukay nach seinen Studien in der deutschen Domstadt auf den Weg, um in Le Menil, ganz in der Nähe von Genf, eine Anstellung in einem hochexklusiven Schweizer Mädchenpensionat zu ergattern. Hier lernten die Töchter von Industriellen, der Hautevolee und der Adligen. „Ich sah mich bereits als König von Griechenland durch die Gegend fahren“, erzählte Czukay in einem Interview später. Die Reise führte ihn über St. Gallen am Bodensee, wo er als Musikleher in einem dortigen Gymnasium Michael Karoli kennenlernte, der sein Schüler war und mit dem er später die legendäre Band CAN gründete.
Brian Eno wurde einmal von der Londoner Sonntagszeitung „The Observer“ als der „führende Intellektuelle und suchende Renaissancemensch der englischen Popmusik“ bezeichnet. Der Sohn eines Postbediensteten studierte Kunst und trat als extrovertierter Paradiesvogel öffentlich in Erscheinung. Schnell wurde seine Genialität im Umgang mit elektronischen Instrumenten und als Produzent erkannt. Er arbeitete mit Roxy Music, David Bowie, den Talking Heads, U2, Bob Dylan und anderen Größen der Popmusik zusammen. Wie nebenher schuf er auch eine eigene Discographie, mit weit über 100 Titeln und meist als eine Art Soundtrack zu Kunstwerken und Installationen gehörend. Sein Traum schon damals: Das Komponieren von Zufallsmusik. Was letztendlich dabei herauskam nennt sich heute Ambient.
J. Peter Schwalm, damals in Bonn gerade einmal achtundzwanzig Jahre alt und der jüngste in der Runde, experimentierte schon zuvor mit Klängen, Sounds und Instrumenten. Er gründete Plattenlabel, schrieb Theater-, Film-, Hörspiel- und Balletmusik, bearbeitete Jazz- und Klassik-Werke. Mittlerweile ist er einer der gesuchtesten und überzeugendsten Klangzauberer, der mit Jazzinstrumentalisten (Arve Henriksen) und Rockgitarristen (Markus Reuter) zusammenarbeitet, einige Alben mit Brian Eno veröffentlicht hat und sich intensiv mit klassischen Komponisten wie Johann Sebastina Bach, Richard Wagner und Krzysztof Penderecki beschäftigt.
Jörg Konrad

Brian Eno, Holger Czukay & J. Peter Schwalm
„Sushi. Roti. Reibekuchen“
Grönland Records
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Mittwoch 22.05.2024
Piano Conclave (6): Brad Mehldau „Aprés Fauré“ & „After Bach II“
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Beethoven, Bach, Brahms und die Beatles – alles erklärte Favoriten Brad Mehldaus. Von ersterem besitzt er eine Büste und würde gern mit ihm im Duo spielen; von Brahms behauptet Mehldau, dieser habe eindeutig den Blues; aus Beatles-Songs macht er kurzerhand Stride und Boogie Woogie Nummern und Johann Sebastian Bach widmete er dieser Tage schon ein zweites Album. Doch mit „After Bach II“ nicht genug. Gleichzeitig erscheint auch „Aprés Fauré“, eine Sammlung von Mehldau-Interpretationen des französischen Komponisten Gabriel Fauré plus vier Titel, für die sich der amerikanische Pianist von ihm hat inspirieren lassen.
Mehldau, mittlerweile 53jährig, scheint im Zenit seines künstlerischen Schaffens. In kurzer Reihenfolge erscheinen Aufnahmen von ihm im Jazzkontext, als Komponist und Begleiter von romantischen Kunstliedern, vorgetragen vom britischen Tenor Ian Bostridge, im Zusammenspiel mit seinem seit vielen Jahren bestehenden Trio und jetzt eben jene beiden wiederum von der Klassik beeinflussten Solo-Aufnahmen. Über das Fauré-Album schreibt Mehldau im Booklet: „Wenn das Erhabene uns einen Vorgeschmack auf unsere Sterblichkeit gibt, dann könnte diese Musik die Strenge des Todes vermitteln - den Tod von Fauré, als er sich ihm näherte, aber auch die Vorahnung unseres eigenen.“ Es ist diese Ernsthaftigkeit, die das Spiel das Pianisten schon immer auszeichnet. Auf einem seiner ersten Alben stellte er einen Bezug zu Thomas Manns 1903 erschienenen Novelle „Tonio Kröger“ her und damit seinen, Mehldaus, Hang zu Klageliedern. Diese elegischen Färbungen werden auch wieder bei den Fauré-Aufnahmen deutlich. Es sind romantische Freiheiten, die der Künstler hier nutzt, deren melancholischer Glanz das gesamte Album durchzieht und begleitet.
Zu „After Bach II“ schreibt Mehldau: „Du spielst nicht Bach – Bach spielt dich, in dem Sinne, dass er dich entblößt.“ Dieser intime Charakter ist ebenfalls schon immer ein Teil in Mehldaus Musik. Nie hatte er Schwierigkeiten, mit der künstlerischen Offenbarung seiner Seele, die immer etwas Sanftes, als auch Dramatisches und Qualvolles besitzt. Und gleichzeitig aber auch etwas Leichtes, Flüchtiges, Strömendes: „Deshalb ist Bach ein Vorbild für mich als Jazzmusiker“, schreibt Mehldau weiter. „in meinen improvisierten Soli möchte ich melodische Phrasen mit harmonischen Implikationen bilden und Harmonie erzeugen.
Beide Alben erweitern den musikalischen Kosmos des amerikanischen Pianisten noch einmal um eine beachtliche Dimension. Hier ist ein Meister der Moderne am Werk, der seine Kunst frei und visionär auslebt – und uns alle glücklicherweise daran teilhaben lässt.
Jörg Konrad

Piano Conclave (6)
Brad Mehldau
„Aprés Fauré“ & „After Bach II“
Nonesuch
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Montag 20.05.2024
Piano Conclave (5): Lynne Arriale Trio „Being Human“
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„Ich habe dieses Album als Antwort auf die Spaltung und den Aufruhr in unserer Welt geschrieben“, sagt Lynne Arriale in Bezug auf ihr neues Album „Being Human“. „Die Musik konzentriert sich auf Qualitäten, die wir alle teilen und die unsere Menschlichkeit ausmachen.“ Elf eigene Songs enthält das mittlerweile 17. Album der amerikanischen Pianistin aus Jacksonville, Florida. Eingespielt, wie fast alle Aufnahmen zuvor, in der Besetzung Klavier, Bass und Schlagzeug. Bei Arriale paaren sich Intelligenz, Eleganz und Musikalität. Ihre technische Brillanz am Instrument ist bemerkenswert. Ihre Kompositionen bestechen durch etwas melodisch Melancholisches. Sie tritt nicht als Avantgardistin ins Rampenlicht, eher als eine Art Songwriterin, deren Stimme das Klavier ist. Ihr harmonisches Verständnis und dessen Umsetzung berührt sofort, man fühlt sich von ihrer Musik herausgefordert und von einer Vertrautheit berührt. Auch ihre Improvisationen vermitteln Verbundenheit und Eintracht. Insofern wundert es wenig, dass die Pianistin und Professorin für Jazzpiano an der University Of North Florida sich intensiv mit politischen und sozialen, letztendlich gesellschaftlichen Themen beschäftigt. Jede der Kompositionen ist einem Thema gewidmet, das Lynne Arriale am Herzen liegt: Umweltschutz; der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine; afghanische Frauenrechte und natürlich die Spaltungstendenzen in der US-amerikanischen Gesellschaft. Gleichzeitig gelingt es der von Keith Jarrett und Herbie Hancock stark beeinflussten Pianistin mit ihren Interpretationen auch einer gewissen Lebensfreude und Zuversicht Ausdruck zu verleihen. „Ich hoffe, dass dieses Album aufmunternd wirkt und ein Gefühl der Einheit und des Optimismus vermittelt.“
Jörg Konrad

Piano Conclave (5)
Lynne Arriale Trio
„Being Human“
Challenge
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Freitag 17.05.2024
Black Lives „People Of Earth“
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Dieses Album ist ein Statement, ein (musikalisches) Manifest, das den Gedanken der Toleranz und des Miteinanders verkörpert und in sich trägt. Denn kaum eine Sparte, wie die der Musik, lebt von Kulturen übergreifender Kreativität, von sich gegenseitig befruchtenden Ideen und gleichzeitig von einem großem individuellen Respekt voreinander. Black Lives ist ein Kollektiv von Musikern, das sich unter der Regie des New Yorker Bassisten Reggie Washington und seiner Ehefrau, der belgischen Produzentin Stefany Calembert zusammengefunden hat, um den weltweit spürbaren nationalistischen und damit häufig einhergehenden rassistischen Bewegungen, eine Botschaft der Toleranz und Menschlichkeit entgegen zu setzen. Black Lives kehren der „schweigenden Mitte“ den Rücken und machen auch lautstark deutlich, welchen Spaß und welche Begeisterung das gemeinsame Musizieren auslöst.
Auf „People Of Earth“ treffen Generationen von Musikern und Komponisten aus unterschiedlichsten Ländern aufeinander. Und egal ob sie aus den Bereichen Jazz, Soul, Hip Hop, afrikanischem Pop oder Rock'n Roll kommen, finden sie zueinander, kommunizieren sie auf mitreißende Art und feiern, wie schon häufiger in der Vergangenheit, auf europaweiten Tourneen, mit ihrem Publikum regelrechte Musikfeste.
Die Idee für „People Of Earth“ ist während der Konzertreisen von Black Lives 2022/23 entstanden, die dann zeitnah in französischen Studios aufgenommen wurden. Eingespielt mit Musikern wie Jean-Paul Bourelly, Gene Lake, Andy Milne, David Gilmore, Jacques Schwarz-Bart und vielen anderen wird das 26-köpfige Ensemble auch diesmal den Funken gegen jede Form von Misstrauen gegenüber „dem Fremden“ zünden.
Jörg Konrad

Black Lives
„People Of Earth“
Jammin'Colores / Broken Silence
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Autor: Siehe Artikel
Mittwoch 15.05.2024
Piano Conclave (4): Sergei Babayan & Daniil Trifonov
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Rachmaninoff (1873-1943) wird auch als einer der letzten „Romantiker“ der Musikgeschichte bezeichnet. Kaum zu glauben, dass er am Sankt Petersburger Konservatorium, trotz seines Talents, in der Abschlussprüfung scheiterte und er das Haus verlassen musste. Das mag aber auch an der damaligen problembeladenen und von Schicksalsschlägen heimgesuchten Situation gelegen haben, mit der die Familie von Sergei Wassiljewitsch Rachmaninoff in dieser Zeit belastet war. Ein nahestehender Angehöriger der Familie erkannte jedoch die musikalische Begabung des Zwölfjährigen und überredete die Eltern, ihren Sprössling ans Moskauer Konservatorium zu schicken. Trotz mancher Selbstzweifel, die später auch zu Depressionen führten, wurden hier dann die Grundlagen für einen der größten Musiker, sowohl als Pianist, als Komponist und Orchesterleiter des 20. Jahrhunderts gelegt.
Rachmaninoff hat in seinem reichen kompositorischen Schaffen insgesamt drei Stücke für zwei Klaviere geschrieben: Die Suite No. 1 für zwei Klaviere Nr. 1, op. 5; die Suite No. 2 für zwei Klaviere Nr. 2, op. 17 und die Symphonischen Tänze, op. 45, die er etwas später für zwei Klaviere bearbeitete und im privaten Kreis gemeinsam mit Vladimir Horowitz uraufführte.
Die beiden Pianisten Sergei Babayan (geb. 1961) und Daniil Trifonov (geb. 1991) sind zwei Ausnahmemusiker, die mit ihren Interpretationen schon seit einigen Jahren für Aufsehen sorgen, was sich auch in den fast unüberschaubaren Preisen widerspiegelt, mit denen sie ausgezeichnet wurden. In der vorliegenden Einspielung zeigt sich, neben ihren solistischen Fähigkeiten, mit welcher Anpassung, Kollegialität und welchem Teamgeist sie sich diesen Kompositionen für zwei Klaviere nähern und diese letztendlich grandios umsetzen.
Die Suite für zwei Klaviere Nr. 1, op. 5 entstand im Sommer 1893 und war Tschaikowsky gewidmet, den Rachmaninoff stark verehrte. Als Grundlage dienten dem Komponisten Lyrik der Autoren Michail Lermantow, Lord Byron und Fjodor Tjutschews. Melancholisch und voller Leidenschaft, aber auch mit Schwermut beladen sind diese insgesamt vier Sätze. Leider konnte Tschaikowsky diese Stücke nicht mehr hören, da er im November desselben Jahres verstarb.
1901 vollendete Rachmaninoff die Suite für zwei Klaviere Nr. 2, op. 17, die auch als eine Art Bearbeitung seiner Trauer über den Tod Tschaikowskys verstanden werden kann. Unwiderstehliche Motive, temperamentvolle Melodien, ausgelassene Rhythmen – unbeschwert kommt diese Musik daher.
Diese ekstatische Lebensfreude bestimmt auch die Symphonischen Tänze, op. 45. 1945 im New Yorker Exil entstanden, man kann sie auch als eine Art Zusammenfassung seiner musikalischen, seelischen und intellektuellen Biographie verstehen. Hier finden sich all die Eindrücke, die Brüche und glückseligen Momente seines Lebens wieder. Er schuf mit diesem Stück eine Art Lebenszyklus, der inhaltlich sehr eng mit den eigenen Erfahrungen verknüpft ist.
Als eine Art Gegenentwurf zu diesen originalen Kompositionen transkribierte Daniil Trifonov den 3. Satz aus Rachmaninoffs 2. Symphonie in e-Moll op. 27 ebenfalls für zwei Klaviere. Diese Aufnahme ergänzten in ihren schwungvoll vergnüglichen Ausschweifungen den mehr nachdenklich stimmenden Grundcharakter der restlichen Stücke.
Das alles zusammen klingt von Sergei Babayan und Daniil Trifonov eingespielt atemberaubend virtuos. Das breite Klangspektrum, trotz aller Präzision die emotionale Tiefe der Interpretationen, die wunderbar klaren Interaktionen machen diese Aufnahme zu einem Meisterwerk der Klavierkunst.
Jörg Konrad

Piano Conclave (4):
Sergei Babayan & Daniil Trifonov
"Rachmaninoff For Two"
Deutsche Grammophon
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Dienstag 14.05.2024
Piano Conclave (3): Johannes Mössinger „About Bach“
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An Johann Sebastian Bach kommt niemand vorbei. Schon gar kein Klavier spielender Jazzmusiker. Eher früher als später. Johannes Mössinger hat schon in der Vergangenheit ein ganzes Album mit Kompositionen des Barockmeisters eingespielt. Nun „About Bach“, eine Reihe von Interpretationen, deren Originale zum Teil aus der Feder des Leipziger Thomaskantors und zum Teil vom Freiburger Pianisten selbst stammen. Das Ergebnis klingt frisch, klar, unverbraucht. Neben einer gewissen Strenge, man kann bei Bach auch von einer deutlich polyphon gegliederten Offenheit sprechen, kommt das Spielerische der Komposition zur Geltung und werden die emotionalen Schattierungen zugleich deutlich.
Mössinger zeigt am Steinway D Instrument des Freiburger Barockorchesters eine gewisse Leichtigkeit, die aber mit den federnden, swingenden Interpretationen, wie sie einst Jacques Loussier weltberühmt machten, nur wenig zu tun.
Andererseits nähert er sich in den eigenen Kompositionen deutlich dem bachschen Werk. Hier zeigt der Jazzmusiker Mössinger Präzision, die komplexen Strukturen sind klar gegliedert, das Solospiel klingt wie ein luftiger Monolog. Man könnte behaupten, Mössinger nähert sich Bach, oder umgekehrt, dieser interpretiert Bach in Richtung Mössinger.
Ausdrucksfreiheit und individuelle Note treffen im vorliegenden Fall auf ein Klassikgenie, wobei es nicht um die Vermengung von Jazz und Klassik geht. Nicht „Play Bach“, sondern „About Bach“ hat Johannes Mössinger das Album genannt. Eine zeitgemäße Auseinandersetzung, wobei die künstlerischen Ränder offen sind, das spontane Gestalten nicht abgeschlossen ist. Man könnte für diese konzentrierte und inspirierende Einspielung in der BlackForestSounds Vinyl-Edition aus dem Hause HGBS auch anmerken: Bach ist grenzenlos - Jazz ist grenzenlos.
Und auf was an dieser Stelle unbedingt noch hingewiesen werden sollte: „About Bach“ gibt es ausschließlich als 180g Vinyl-Pressung, in absolut herausragender Aufnahmequalität.
Jörg Konrad

Piano Conclave (3)
Johannes Mössinger
„About Bach“
HGBSBlue
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Autor: Siehe Artikel
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